HALIME HÜRYILMAZ
Hacettepe University (Turkey)

1996 Rettungsgrabungen in Yenibademli Höyük

Der Yenibademli Höyük liegt unweit des Flugplatzes auf der Insel Gökçeada (Imbros) der Provinz Çanakkale. Der Hügel wird, nach der Erweiterung dieses Flugplatzes, innerhalb der Shutzzone bleiben.

Der Yenibademli Höyük liegt 1.7 km. Südwestlich von Kaleköy. Die Ausdehnung des 18.01 m. über NN gelegenen Hügels beträgt etwa 130 x 120 m. Während der ersten Grabungskampagne wurde in zwei Arealen gearbeitet: E 9 auf der Westterrasse und F 11 im Südteil.

Die Ausgrabungen im Areal E 9: Die, am Westhang der Westterrasse ausgegrabene Mauer scheint, aufgrund ihrer Bautechnik und ihres Materials, eine Verteidigungsmauer zu sein. Im Ostteil des gleichen Areals wurde ein rechteckiges, ýn Nordost-Südwest Richtung gelegenes Gebäude freigelegt. In der Nordwestecke dieses Gebäudes lag der gewachsene Fels 1.00 m unterhalb der Oberfläche nach Süden hin fällt dieser Fels ab. Das Gebäude weist mindestens vier Bauphasen auf, es sind mehrere bruchstückhafte Fussböden und die Reste eines Herdes erhalten. In diesem Gebäude wurden tönerne Spinnwirtel, Nadeln und Pfrieme aus Knochen, Utensilien aus Feuerstein und ein Messerfragment sowie Nadelfragmente aus Bronze bzw. Kupfer gefunden. Unter den Scherben kamen sowohl Keramik lokaler Produktion, als auch Schalen mit Tunnelösen und "anti-splash rim" vor, die charakteristisch für die Troia I Kultur sind.

Im Nordostteil dieses Areals, ausserhalb dieses Gebäudes wurde unmittelbar unterhalb der Oberfläche einen Herd endeckt, in diesem Bereich entdecktes Pfostenloch ist mit Steinen umfasst. Ein zweites tiefer gelegenes Pfostenloch enthielt verkohlte Reste eines Holzpfostens mit einem Durchmesser von 8 cm.

Südöstlich dieses Gebäudes befinden sich zwei Türangelsteine, die 1.20 m. weit auseinender liegen, ýn einer Steinreihe. Diese Struktur ist parallel zum ersten Gebäude; sie liegt knapp unterhalb der oberfläche und wurde durch den Pflug stärker gestört. Der Befund eutet auf die Existenz eines zweiten, gleich orientierten Gebäudes hin. Unterhalb dieser Mauer fand sich ein grosser plattiger Stein neben dem ersten Gebäude. Unter diesem Stein lag ein Kopf einer figurine, die die lokale Kunst dieser Siedlung repräsentiert. Ein in der Nähe dieses Steines gefundener Gusstiegel deutet auf Metallverarbeitung in dieser frühbronzezeitlichen Siedlung hin. Im Südostbereich wurde ein weiteres Pfostenloch endeckt.

Ausserhalb des ersten Gebäudes wurde am Ostprofil eine Tiefgrabung unternommen, wobei eine ältere Kulturschicht erfasst worden ist, die direkt auf dem gewachsenen Fels liegt. Diese Kulturschicht weist noch keine architektonischen Reste auf.

Die Ausgrabungen im Areal F 11: In diesem Areal wurde die Eingangsrampe und der westlich davon gelegene Teil der südlichen Verteidigungsmauer gereinigt. Die Rampe ist auf beiden Seiten von steinernen Brüstungen begrenzt. Ein Teil der Fundamente dieser Brüstungen und das Steinpflaster zwischen ihnen wurde freigelegt. Hier sind, ausser der monochromen Keramik, auch bemalte Scherben gefunden, darunter mykenische Importware. Der überwiegende Teil der bemalten Keramik kann als lokale Produktion angesprochen werden.

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© International Symposium and author.   Last updated on Monday, March 30, 1998.
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