Schon bald konnte Yavanna, die Herrin der B�ume und Pflanzen, ihre Saat auss�hen. Doch zu dieser Zeit hatte Melkor seine Burg, die er Utumno nannte, fertiggestellt. Er zerst�rte Yavannas Saat, und die beiden erhellenden Lampen, die die Valar aufgestellt hatten, stie� er um. Dabei wurde Arda v�llig zerst�rt. Tulkas, der st�rkste der Valar, vertrieb Melkor, und dieser fl�chtete zur�ck auf seine Burg Utumno.
Die Valar verlie�en Mittelerde und zogen nach Aman und nannten ihre Stadt Valinor. Sie befestigten die Meeresk�ste von Aman durch die Pel�ri, die h�chsten Berge auf Arda. Der h�chste Gipfel dieser Berge war der Taniquetil, Manwes Thron.
Mittelerde lag nun im D�mmerlicht der Sterne. Zu dieser Zeit erwachten die Elben, die Kinder Il�vatars, aus dem Schlaf und sahen zuerst die Sterne. Deshalb wurden sie oft "das Volk der Sterne" genannt. Die Elben waren ein kluges Volk, das in sp�teren Zeiten fast nie zu Melkors Dienern wurde.
Die Sp�her von Melkor sahen die Elben zuerst, und entfernte sich einer des Volkes zu weit von seinen Kameraden, wurde er von den Sp�hern gepackt und nach Utumno geschleppt. Dort wurden die Gefangenen durch die langsamen K�nste der Folter verdorben und versklavt. So z�chtete Melkor das eklige Volk der Orks.
Die Orks waren streits�chtige Kerle. Sie gingen aufrecht wie die Elben, waren jedoch stark behaart und hatten l�ngere Arme. Sie hassten jedes Gesch�pf und kannten weder Mitleid noch Erbarmen. Sie folterten ihre Gefangenen auf gemeinste Weise, wenn es ihnen erlaubt war.
Von dem Erwachen der Elben h�rten auch die Valar und sie boten ihnen an, nach Aman zu ziehen. Die meisten folgten diesem Aufruf, doch manche blieben in Mittelerde, wo sie geboren waren.
Die Valar versammelten sich unterdessen im Rat und beschlossen, Utumno anzugreifen. Sie r�steten sich und zogen in den Kampf. Utumno und auch Angband, Melkors Festung im Nordwesten Mittelerdes, wurden zerst�rt. Melkor wurde gefangen genommen und nach Valinor geschleppt. Dort wurde er verurteilt, drei Alter lang im Kerker von Mandos zu sitzen. So hatte Arda lange Zeit Frieden und das Erwachen der Menschen, der j�ngeren Kinder Il�vatars, r�ckte n�her.
In Aman lebten Valar und Elben jetzt gl�cklich im Licht der B�ume. Yavanna hatte n�mlich zwei B�ume (Telperion und Laurelin) wachsen lassen, die zw�lf Stunden lang abwechselnd leuchteten, um das Land zu erhellen.
Feanor, Sohn Finwes (K�nig der Noldor), lernte bei Aule Diamanten und Gemmen zu schneiden und zu bearbeiten. Er war es auch, der die drei Silmaril fertigte. Sie strahlten und gl�nzten so sehr, dass alle voll Staunen und Entz�cken waren, denn das innere Feuer der Silmaril war das Licht der beiden B�ume von Valinor. Varda weihte die Silmaril, auf dass kein sterblicher Leib noch irgendetwas von b�sem Willen sie ber�hren konnte, sondern verbrannte.
Zu dieser Zeit lief die Haft von Melkor ab. Er warf sich den Valar zu F��en und schwor, all seine Verbrechen zu bereuen. Die Valar glaubten ihm und lie�en ihn frei in Valinor gehen. Melkor aber sann auf Rache; er versuchte die Elben untereinander aufzuhetzen und verbreitete L�gen unter ihnen. Sein st�rkstes Verlangen war das nach den Silmaril. So ging er zu dem Haus Feanors, wurde jedoch abgewiesen. Kurz darauf floh er aus Valinor und die J�ger der Valar konnten ihn nicht fangen.
Melkor war nach Avathar, in den S�den von Aman geflohen. Dort verb�ndete er sich mit Ungolianth, einer riesigen Spinne. Sie zogen beide umgeben von der Dunkelheit Ungolianths zur�ck nach Valinor. Da die Bewohner der Stadt alle bei einem Fest versammelt waren, bemerkte niemand, wie Melkor und Ungolianth zu den B�umen der Valar schlichen. Ungolianth saugte aus beiden B�umen den Saft des Lebens und Dunkelheit herrschte in Valinor.
Melkor eilte zum Haus Feanors, erschlug Finwe und stahl die Silmaril. Dann floh er �ber die Helcaraxe, die Meerenge zwischen Aman und Mittelerde. Er baute seine Burg im Norden von Mittelerde wieder auf und versammelte um sich ein Heer von Dienern, denn nicht alle seiner �blen Wesen wurden beim Sturz von Utumno get�tet. Von Feanor wurde Melkor fortan Morgoth genannt.
In Aman waren die Elben verwirrt �ber den Tod der B�ume. Feanor zog gegen den Willen der Valar fort von Valinor. Mit ihm gingen alle Noldor seines Stammes. Sie zogen �ber die Helcaraxe nach Beleriand in Mittelerde.
Zu dieser Zeit schufen die Valar aus der letzten goldenen Frucht des toten Baumes Laurelin die Sonne und aus der letzten silbernen Bl�te Telperions den Mond. Mit dem ersten Aufgang der Sonne erwachten auch die Menschen im Lande Hild�rien in Mittelerde. Doch waren sie weit im Osten von Melkors Land und wurden zun�chst nicht von den Geschehnissen im Westen betroffen.
Melkor
griff Tilion, den Lenker des Mondes, mit seinen Schattengeistern an. Dieser
konnte aber standhalten und alle Schattengeister mussten sich zur�ckziehen.
Seitdem h�llte Melkor sein Land in dunkle Rauchschwaden, um vor allem der Sonne
zu trotzen. Die Valar aber verh�llten Valinor und hoben die Bergh�nge der Pel�ri
weiter an. Damit wurden auch die Noldor ausgeschlossen. Diese Schlacht war die
erste der Kriege von Beleriand.
Inzwischen waren Feanor und der Stamm der Noldor in die N�he von Angband gekommen. In der ersten Nacht, kaum hatten sie ihr Lager aufgeschlagen, wurden sie schon von Melkors Heerscharen angefallen. Leicht konnten die Noldor die Orks besiegen, doch in dieser Schlacht starb Feanor und mit ihm verloren sie ihren gro�en F�hrer. Diese zweite Schlacht wurde Dagor-nuin-Giliath, die Schlacht unter Sternen, genannt.
In den n�chsten Jahren schlossen die Elben einen Belagerungsring um Angband und lange Zeit unternahm Melkor keinen Versuch auszubrechen. Doch dann r�ckten die Orks massenhaft auf einmal aus und drangen in das Land der Noldor ein, wurden jedoch vernichtend geschlagen und nicht einer kam zur�ck nach Angband. Diese nannte man die Ruhmreiche Schlacht, auf elbisch Dagor Aglareb.
Lange Zeit regte sich nicht viel in Angband. In den Nebelbergen, den Ered Luin, hatten die Zwerge, von den Elben Naugrim genannt, ihre Behausungen. Sie lebten in tiefen H�hlen und gruben nach Metallen und Gemmen, die sie in ihren gro�en Schmieden bearbeiteten. Oft kamen sie herunter ins Land der Elben und handelten mit ihnen oder halfen ihnen beim Bau ihrer Festungen. Bei manchen Elbenst�mmen jedoch waren sie schlecht angesehen, weil sie oft starrsinnig und stolz waren.
Turgon, Fingolfins zweiter Sohn, fand ein verstecktes und von Bergen umgebenes Tal. Auf den Rat von Ulmo hin baute er dort eine prachtvolle Festung, nannte sie Gondolin, versteckt vor allen Feinden. Denn Ulmo hatte ihm vorausgesagt, dass diese Burg, wenn alle anderen Elben besiegt w�ren, als letzte Melkor standhalten w�rde.
Inzwischen waren auch einige Menschen unter der F�hrung Beors in den Westen von Beleriand gekommen und lie�en sich dort nieder. Es vergingen viele Jahre des Friedens in Beleriand. Doch Melkor r�stete unterdessen erneut zur Schlacht. Als die sechste Generation der Menschen nach Beor noch nicht ganz erwachsen war, begann die vierte der gro�en Schlachten, Dagor Bragollach, die Schlacht des J�hen Feuers.
Vor
den Heerscharen der Balrogs und Orks zog Glaurung, der Goldene, der Vater
der Drachen. Die Noldor und zahlreiche andere Elbenst�mme wurden geschlagen,
der Belagerungsring um Angband gesprengt und gro�e Teile von Beleriand zerst�rt.
Beren, Barahirs Sohn, ein F�rst der Menschen, wurde von Thingol, dem Elbenk�nig von Doriath, um dessen Tochter L�thien heiraten zu k�nnen, nach Angband geschickt, damit er ihm einen Silmaril br�chte. Beren ging daraufhin nach Angband und L�thien folgte ihm. Sie konnten tats�chlich mit Hilfe des Wolfshundes Huan bis zu Melkor vordringen. L�thien schl�ferte Melkor mit ihrem Gesang ein und so konnte Beren einen Silmaril aus Melkors Krone schneiden. Mit Hilfe der Adler und deren K�nig Thorondor flohen sie aus Angband.
Nach diesem Ereignis merkten die F�rsten von Beleriand, dass Melkor nicht unangreifbar war. So schlossen sie ein B�ndnis und beschlossen, Melkor anzugreifen. F�r diesen Angriff r�steten sich nicht nur Elben, sondern auch Menschen und Zwerge. Als das Herr vor Angband anr�ckte, �ffneten sich die Tore: Melkor hatte die Herausforderung angenommen.
Zuerst sah es jedoch schlecht aus f�r Melkors Heer, auch wenn es in der �berzahl war. Entscheidend in diesem Kampf war sicher der Verrat der Menschen unter Uldor, dem Verfluchten. Mitten im Kampf fielen sie den Elben in den R�cken. Und so waren bald alle Elben im Kampf get�tet oder gefangen. Diese Schlacht nannten die Zur�ckgebliebenen Nirnaeth Arnoediad, die Schlacht der ungez�hlten Tr�nen, die f�nfte der gro�en Schlachten von Beleriand.
Melkors Diener hatten Zwietracht unter Elben, Menschen und Zwerge ges�t. Zwerge, Elben und Menschen zerst�rten gegenseitig ihre Festungen im Kampf um Nauglam�r, das Halsband der Zwerge, in das der zur�ckgewonnene Silmaril eingearbeitet worden war. Doriath wurde zerst�rt und Thingol get�tet.
Es gelang zwar T�rin, den Drachen Glaurung zu t�ten, aber dennoch wurden alle Festungen der Elben von Melkor zerst�rt. Alle, bis auf Gondolin im versteckten Tal von Tumladen. Melkor setzte alle seine Kraft ein, um es zu finden. Lange Zeit gelang es ihm nicht und die Macht von Gondolin war unumstritten. Doch eines Tages erfuhr Melkor durch Verrat vom Zugang Gondolins.
Wenige Tage sp�ter lie� er sein Heer anr�cken. Lange konnte Gondolin nicht standhalten und, nachdem alles vernichtet war, kehrten seine Diener nach Angband zur�ck. Wenige konnten aus Gondolin �ber die Berge fliehen. Sie gingen nach Falas an der Westk�ste Beleriands und lie�en sich dort an der Sirionm�ndung nieder. Unter ihnen war als kleiner Junge Earendil, der Sohn Tuors, eines Menschen, und Idril, einer Elbin aus Gondolin.
Als Earendil erwachsen war, wurde er ein Seefahrer und heiratete Elwing, die mit dem Silmaril aus Doriath entkam. Ihre Kinder waren die Halbelben Elrond und Elros. Mit der Zeit wuchs in Earendil der Wunsch, nach Aman zu segeln und den Valar vom Ungl�ck von Mittelerde zu berichten. Der erste Versuch scheiterte, den die Valar hatten seit dem Tod der B�ume einen Sperrg�rtel aus Riffen und Sandb�nken um Aman gelegt. Kein Schiff hatte ihn bisher durchfahren k�nnen.
Als Earendil ein zweites Mal mit Elwing losfuhr, kamen sie tats�chlich in Aman an. Der Silmaril leuchtete auf Earendils Stirn. Als er den Valar von der Not der Elben und Menschen berichtet hatte, sahen sie ein, dass dringend ihre Hilfe n�tig war. Earendil aber fuhr mit seinem Schiff Vingilot in den Himmel auf und der Silmaril leuchtete besonders am Morgen und am Abend.
Bald zog ein gro�es Heer mit den Valar nach Angband, um Melkor endg�ltig zu besiegen. Mehrere Tage dauerte der Kampf um Angband, genannt der Krieg des Zorns. Doch dann waren Melkors Orks, Balrogs, W�lfe und Drachen besiegt und fast vollst�ndig vernichtet. Melkor selbst sa� zitternd in seinem tiefsten Stollen. Bald hatte man ihn gefunden. Beide F��e wurden ihm abgeschlagen und gefesselt stie�en die Valar in f�r immer ins unendliche All. So endete Melkor, doch die L�gen, die er ges�t hatte starben nicht.
Die
beiden Silmarils wurden aus der Eisenkrone herausgetrennt, doch sie gingen
wieder verloren. Einer versank im Meer, der andere in der Erde. Der dritte wurde
im Halsband Nauglam�r von Earendil durch die L�fte des Himmels getragen.
Hier endet das Erste Zeitalter der Sonne und das Silmarillion.
Der Untergang von N�menor
Die
Akallab�th geh�rt nicht zum eigentlichen Silmarillion, denn das endet mit dem
Aussto� Melkors. Die Akallab�th ist eine Geschichte f�r sich, die erst im
zweiten Zeitalter der Sonne an Bedeutung f�r Mittelerde gewinnt.
Als die Menschen zum Leben erweckt worden waren, verfielen viele zu Melkors Dienern oder wurden den Valar und ihrem Sch�pfer auf andere Weise untreu. Doch nicht alle Menschen taten das und die, die treu blieben, wurden auf Beschluss der Valar auf der Insel Andor angesiedelt. Diese Insel wurde von Osse, Aule und Yavanna aus den Tiefen Wassern zwischen Aman und Mittelerde gehoben. Dorthin segelten die Edain, auch D�nedain genannt. Sie selbst bezeichneten sich als N�men�rer und nannten ihr neues Land N�menor. Ihr erster K�nig wurde Elros, der vierhundertzehn Jahre regierte.
Auf N�menor konnte sie der Verfall von Mittelerde nicht erreichen. Das oberste Gebot der Valar war jedoch, dass sie nicht mit ihren Schiffen nach Westen, nach Aman, fuhren. In N�menor gedieh Leben und Kultur und die V�lker an der K�ste von Mittelerde konnten viel von ihnen lernen. Viele Generationen lebten in Frieden.
Nach dem Sturz von Melkor begann Sauron, sein Reich aufzubauen. Er ging zu den N�menorern und wurde bei deren K�nig immer beliebter. Als Sauron zum Vertreter und Ratgeber aufgestiegen war, verbot der K�nig, von Sauron gelenkt, das Anbeten der G�tter des Westens.
Ein paar Jahre sp�ter waren die N�menorer ganz von ihren fr�heren G�ttern abgekommen. In dem Tempel Il�vatars betete Sauron nun seine dunklen M�chte an. Sauron hasste die Valar und hetzte den K�nig gegen sie auf.
Verf�hrt von Saurons L�gen setzte er seine gesamte Seemacht ein, um die Valar anzugreifen. Sie kamen unversehrt nach Aman, doch als sie an Land gegangen waren, st�rzte das Tal, in dem sie lagerten, ein und begrub Menschen und Schiffe unter sich. N�menor versank im Meer und bekam den Namen Akallab�th oder Atalante.
Doch nicht alle kamen um. Neun Schiffe mit Elendil und seinen S�hnen Isildur und An�rion beteiligten sich nicht an dem Aufstand gegen die Valar und erreichten Mittelerde. Mit sich f�hrten sie die sieben Sehenden Steine (Palantiri) und einen jungen Baum, den Sch�ssling Nimloths des Wei�en. Diese Edain waren die Gr�nder des sp�teren Reiches Gondor.
Sauron kehrte ebenfalls nach Mordor zur�ck, auch wenn er w�hrend des Falls von N�menor seine Gestalt verlor.
Damit endete das Zweite Zeitalter der Sonne.