Beatles

 

Beatles, The, die berühmteste und erfolgreichste Popband in der Geschichte der Rockmusik, Mitglieder: John Lennon (1940-1980; Rhythmusgitarre), Paul McCartney (*1942; Bassgitarre), George Harrison (*1943; Leadgitarre), Ringo Starr (eigentlich Richard Starkey, *1940; Schlagzeug). 1958 als Skiffleband Quarrymen gegründet, entwickelte sich das Quartett aus Liverpool zu einem einzigartigen Phänomen der Rockmusik. Am 27. Dezember 1960 trat die Gruppe erstmals unter dem Namen The Beatles in einem Vorort von Liverpool auf.

1960 und 1961 gastierten sie in diversen Hamburger Clubs, danach im Liverpooler Jazz-Club Cavern, dem Zentrum des so genannten Merseybeat. Kurz darauf wurde der Kaufmann Brian Epstein (1934-1967) Manager der Band und verbesserte entscheidend ihr Image. Die adretten, kragenlosen Anzüge und typischen Beatles-Frisuren der „Pilzköpfe” wurden zum Markenzeichen der Band und zum Look einer ganzen Generation. Der kongeniale Produzent George Martin, Jahrgang 1926, bestimmte maßgeblich ihren rauen und dennoch melodischen Sound und machte damit die Londoner Abbey Road Studios weltberühmt. Nach ihrem ersten Nummer-1-Hit Please Please Me im Januar 1963 platzierten sich alle Platten der „Fab Four” an der Spitze der internationalen Charts, in 21 Monaten allein vier LPs: Please Please Me (1963), With the Beatles (1963), A Hard Day’s Night (1964) und Beatles for Sale (1964). Unter Englands Jugend brach die „Beatlemania” aus, Tumulte waren an der Tagesordnung. Die bekanntesten Hits in dieser Phase waren u. a. From Me to You, She Loves You, I Want to Hold Your Hand und Can’t Buy Me Love.

Anfang 1964 löste das Quartett während der ersten USA-Tournee auch dort eine Massenhysterie aus. Im selben Jahr hatte der erste Beatles-Film A Hard Day’s Night (Regie: Richard Lester) Premiere, 1965 folgte mit Help! der zweite, und die Musiker wurden mit dem königlichen MBE-Orden geehrt. Es folgten die Alben Help (1965), Rubber Soul (1965) und Revolver (1966).

Am 29. August 1966 gab die Gruppe in San Francisco ihr letztes Konzert. Die Aufbruchsstimmung der sechziger Jahre, die Hippiekultur, Drogen- und Meditationserfahrungen und die Einflüsse indischer Musik schlugen sich in den „psychedelischen” Klängen, ungewöhnlichen Soundeffekten und komplexen Harmonien der nachfolgenden Alben nieder. Herausragende Songs der mittleren Phase waren u. a. We Can Work It Out, Yellow Submarine, Nowhere Man, Strawberry Fields Forever und Penny Lane.

Nach sechs Monaten und 700 Stunden Studioarbeit erschien am 1. Juni 1967 das Konzeptalbum Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, das die Popmusik verändern sollte. Die fiktive „Sgt. Pepper’s Lonely Heart Club Band” fungierte als Doppelgänger der Beatles. Applaus und das Instrumentestimmen beim Titelsong erweckte die Illusion eines Livemitschnitts, jedes Element dieser Platte (Songs, Plattencover und technische Produktion) unterlag einem einheitlichen Konzept. Damit begann die Ära der so genannten Konzeptalben in der Popmusik. Die meisten Songs wurden von Paul McCartney komponiert: Die Einflüsse reichen von Jazz über Folkmusik, Rock ’n’ Roll und Rhythm-and-Blues bis zur Klassik. Themen der Songs sind vor allem цstlicher Mystizismus und die Ideen der Love-and-Peace-Bewegung in den sechziger Jahren. A Day In the Life, begleitet von einem Symphonie-Orchester, und With A Little Help From My Friends, gesungen von Ringo Starr, gelten als die besten Songs der Platte. Das Lied A Day In The Life wurde von der BBC nicht gespielt, da der Song angeblich zum Drogenkonsum auffordere. Auch Lucy In the Sky With Diamonds stand unter Drogenverdacht und galt als Synonym fьr LSD. Paul McCartney hatte die Idee zu diesem Song aber durch eine Zeichnung von John Lennons Sohn Julian erhalten, der eine Freundin in der Luft zwischen Sternen gezeichnet und sein Bild Lucy In The Sky With Diamonds genannt hatte.

Die Plattenhьlle setzte neue gestalterische Akzente, und die Schnurrbärte, die John, Paul, George und Ringo auf dem Coverbild trugen, beeinflussten damals die Bartmode. Die Platte ist ein Gesamtkunstwerk und gilt als das beste und damit wichtigste Album der Gruppe. Bereits in der ersten Woche sind in Großbritannien 250 000 Exemplare und Ende August 1967 in den USA über 2,5 Millionen LPs verkauft worden.

Am 25. Juni 1967, drei Wochen nach Verцffentlichung von St. Pepper, traten die Beatles in der ersten weltweit ausgestrahlten Fernsehsendung (via Satellit in 26 Ländern) mit ihrer Flower-Power-Hymne All You Need Is Love auf. Zwei Monate später (27. August) starb ihr Manager Brian Epstein an einer Drogenüberdosis, und Ende desselben Jahres wurde ihr experimenteller Fernsehfilm Magical Mystery Tour ausgestrahlt, den Epstein noch mitgeplant hatte.

1968 gründeten sie ihre eigene Plattenfirma „Apple”, 1969 startete der Cartoon-Film Yellow Submarine. Am 30. Januar 1969 fand anlässlich von Let It Be das allerletzte Konzert der Beatles statt, am 10. April 1970 wurde die Auflösung der Band offiziell bekannt gegeben. Die bekanntesten Lieder der letzten Phase sind u. a. All You Need Is Love, Hello, Goodbye, Lady Madonna, Hey, Jude und Let It Be. 1988 wurden The Beatles, deren Songwriter-Team Lennon-McCartney unzählige Klassiker komponierte, in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Die Alben der späten Periode sind Magical Mystery Tour (1967), Yellow Submarine (1968), The Beatles (1968, White Album), Abbey Road (1969) und Let It Be (1970).

Die Solokarrieren der vier verliefen sehr unterschiedlich. John Lennon gründete mit seiner Frau Yoko Ono, einer japanischen Aktionskünstlerin, die Plastic Ono Band (Give Peace A Chance), engagierte sich politisch, schrieb Bücher, zeichnete und veröffentlichte mehrere Soloalben, darunter Imagine (1971). Am 8. Dezember 1980 wurde er auf der Straße vor seinem Haus von einem psychopathischen Fan erschossen.

Paul McCartney gründete mit seiner Frau Linda Eastman 1971 die erfolgreiche Band Wings und ist bis heute als Solokьnstler aktiv. George Harrison war 1971 Mitinitiator des Concert For Bangladesh, gründete die Filmproduktion Hand Made-Films (u. a. Mona Lisa), spielte Soloplatten (My Sweet Lord) ein und war Mitglied der Travelling Wilburys. Ringo Starr veröffentlichte Soloalben, darunter Ringo (1973) sowie Stop and Smell the Roses (1981).

Auf den drei CD-Veröffentlichungen Anthology 1 (1995), Anthology 2 und Anthology 3 (beide 1996) wurden bislang unveröffentlichte Beatles-Aufnahmen aus den Jahren 1958 bis 1964, 1965 bis 1968 bzw. 1968 bis 1970 erfolgreich vermarktet. Auf den neuen Singles Free As A Bird und Real Love (ein Gesangs-Demo, das die drei posthum als Song fertig stellten) grьßt John Lennon aus dem Jenseits.


          
         
"Please,please me" (1963)
"With the Beatles" (1963)
"A hard day's night" (1964)
"Beatles for sale" (1964)
"Help!" (1965)
"Rubber soul" (1965)
"Revolver" (1966)
"Oldies"(But goldies) (1966)
"Sgt.Pepper's lonely hearts club band" (1967)
"Magical mystery tour" (1967)
"White album" (1968)
"Yellow submarine" (1969)
"Abbey road" (1969)
"Hey Jude" (1970)
"Let it be" (1970)
"Red Album (1962-1966)" (1973)
"Blue Album (1967-1970)" (1973)
"Rock'n'Roll music" (1976)
"At the Hollywood bowl" (1977)
"Love songs" (1977)
"Rarities" (1978)
"Ballads" (1980)
"Reel music" (1982)
"20 greatest hits" (1982)
"Past masters (one)" (1988)
"Past masters (two)" (1988)
"Live at the BBC (1)" (1989)
"Live at the BBC (2)" (1989)
"1" (2000)

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