| ORIGINAL TEXT Quellenangabe: FOCUS, 28.05.2005; Ausgabe:22 HUNDEHANDEL Geklaut und verkauft Zwielichtige Tiervereine verh�kern in Deutschland eingeschmuggelte Stra�enhunde Die Welpen hatten eine 13-Stunden-Tortur hinter sich. Zusammengepfercht, ohne Futter. Als die Polizisten die Hintert�ren eines Kombis und eines Jeeps �ffneten, befreiten sie 45 Stra�enhunde aus Ungarn, abgemagert, ver�ngstigt, krank - ihre Impfp�sse gef�lscht. Das Perfide: Die Razzia fand auf dem Gel�nde der "Tierhilfe" im hessischen Seeheim statt. Die Verantwortlichen der Welpentransporte sind offenbar Mitarbeiter einer Tierschutzorganisation. Deutsche Tier�rzte warnen seit Jahren vor zwielichtigen Tiervereinen. "Der Handel mit Stra�enhunden ist ein extrem lohnendes Gesch�ft. Die Rettung der armen Kreaturen ist oft nur vorget�uscht", erkl�rt Christa Wilczek. Die 42-j�hrige Tier�rztin vom Veterin�ramt Darmstadt-Dieburg ist �berzeugt, dass deutsche Organisationen j�hrlich 50000 Hunde illegal ins Land schaffen. Der Verband f�r das Deutsche Hundewesen in Dortmund geht sogar von 100000 geschmuggelten Welpen aus. "Sie k�nnen heute einen Hund so einfach kaufen wie Br�tchen beim B�cker", konstatiert die hessische Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin. Nach ihrer Angabe stieg der verbotene Hundehandel in den vergangenen drei Jahren um nahezu 100 Prozent. Vier weitere selbst ernannte Tierschutzvereine aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie eine niederl�ndische Organisation bestellen nach Ermittlungen der Beh�rden seit Jahren per Internet Hunde bei britischen Hinterm�nnern, die die jungen Tiere in Rum�nien und Polen von der Stra�e wegklauen lassen. In Ungarn werden die Tiere "zwischengelagert" und �ber �sterreich angeliefert. Um ihre Spuren zu verwischen, wechseln die Schmuggler unterwegs mehrmals ihre Fahrzeuge, Routen und Handys. In Deutschland werden die Tiere per Inserat "aus liebevoller Hausaufzucht" verh�kert. "F�r bis zu 350 Euro pro Hund", entr�stet sich Tier�rztin Wilczek. Eine "�bergeordnete Ermittlungs- oder Erfassungsstelle" und eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht der Tiere m�sse her, fordert Wolfgang Apel, Pr�sident des Deutschen Tierschutzbunds. Die Beh�rden k�nnen heute meist erst eingreifen, "wenn irgendwo Hunde aus einem Auto jaulen", so ein Fahnder. Der europaweit agierende Hundeh�ndlerring im S�den Frankfurts etwa flog nur durch Zufall auf. Das hessische Veterin�ramt erhielt Hinweise aus der Bev�lkerung und lie� daraufhin die Tierhilfe Seeheim e.V. �berwachen und die Hundelieferung stoppen. Gegen die 56-j�hrige Leiterin der Tierhilfe, Monika B., stellt das Veterin�ramt Strafanzeige wegen Tierqu�lerei. Das hessische Umweltministerium ermittelt, die Staatsanwaltschaft Darmstadt ist ebenfalls eingeschaltet. Der Drahtzieher des Hundeh�ndlerrings, ein Engl�nder, meldete sich per E-Mail beim Veterin�ramt. Der Mann bekannte sich in bestem Deutsch zu dem regen Handel, erkl�rte aber, dass er "nur an der Rettung der Stra�enhunde interessiert" sei und "keinen Cent" daran verdiene. Was Experten bezweifeln. Nach Angaben der Ermittler sterben bis zu 40 Prozent aller Hunde nach 14 Tagen in der vermeintlichen Freiheit an Infektionskrankheiten. (c) Focus Verlag und Redaktion Bild: Tierisches Gesch�ft? - Die Leiterin des Tierheims, Monika B., bestreitet, dass die Hunde f�r sie bestimmt waren Bild: Leidensgenossen - Auf dem Gel�nde der Tierschutzorganisation im Landkreis Darmstadt-Dieburg stie� die Polizei auf weitere 40 vernachl�ssigte Hunde Bild: K�mpferin - Tier�rztin Christa Wilczek vom Veterin�ramt Darmstadt-Dieburg ist internationalen Hundeh�ndlern auf der Spur Autor: Thomas Staisch |
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