Sven Hannawald Interview


SPIEGEL ONLINE - 30. Dezember 2001 www.spiegel.de

Interview mit Sven Hannawald

"Momentan habe ich das Selbstbewusstsein"
Durch seinen Erfolg in Oberstdorf zum Auftakt der Vierschanzentournee ist Sven Hannawald nun der Favorit auf den Gesamtsieg. Der 27-J�hrige sieht den kommenden Springen jedoch gelassen entgegen. Sven Hannawald: "Ich bin wesentlich stabiler geworden"

Herr Hannawald, wie f�hlt man sich als Auftaktsieger der 50. Vierchanzentournee?

Sven Hannawald: Ich kann das alles noch nicht fassen. Ich habe da unten gestanden, die vielen jubelnden Menschen gesehen und war einfach nur �bergl�cklich. Das ist mehr, als ich mir ertr�umt habe.

Wie nerv�s waren Sie nach der F�hrung im ersten Durchgang?

Hannawald: Ich war sehr nerv�s. Beim Flug habe ich auch einige Male gewackelt, aber momentan habe ich das Selbstbewusstsein, dass ich auch mit solchen Spr�ngen ganz nach vorn springen kann.

Wie ordnen Sie diesen Sieg ein?

Hannawald: Das ist ein wahnsinnig sch�ner Erfolg. Ich w�rde das fast mit meinem Weltmeistertitel im Skifliegen gleichsetzen. Besonders toll war das Gef�hl, vor heimischem Publikum solch einen Erfolg zu feiern. Die deutschen Schanzen liegen mir ja offensichtlich - in diesem Winter habe ich ja schon in Titisee-Neustadt gewonnen.

Tr�umen Sie nach solch einem Erfolg schon vom Tourneesieg?

Hannawald: Nat�rlich kann man immer tr�umen, aber ich versuche, mich �berhaupt nicht verr�ckt zu machen. Ich denke von Schanze zu Schanze, versuche meine perfekten Spr�nge zu machen und dann wird es schon irgenwie klappen. Aber wenn man jetzt schon den Tourneesieg im Kopf hat, kann man ihn sicher abschreiben.

Normalerweise sind Sie einer, der sich viel Druck macht.

Hannawald: Das ist richtig. Aber alle versuchen mir immer einzureden, dass ich selbstbewusster sein muss. Irgendwie scheint das zu fruchten, auch wenn ich mir nach wie vor tierisch Gedanken mache. Ich bekomme unwahrscheinlich viel mit, das ist eigentlich kein gutes Zeichen. Aber ich denke, dass ich in diesem Winter wesentlich stabiler geworden bin. Und im Notfall hilft manchmal auch ein St�ck Schokolade oder Kuchen.

Sie sind nun der neue erste Mann im Team. Wie sehen Sie die Situation von Martin Schmitt?

Hannawald: Leitwolf hin oder her, mit solchen Dingen besch�ftigen wir uns in unserem Team nicht. Ich denke, dass Martin noch in diesem Winter zu seiner Topform zur�ckfinden wird. Wir alle im Team versuchen ihm dabei zu helfen.

Aufgezeichnet von Lars Becker, sid

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