Sven Hannawald Interview
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Berlin Online 1-12-02 berlinonline.de
Hannawalds Debakel in KuusamoKuusamo (dpa) - Die Bruchlandung von Kuusamo hat Sven Hannawalds Vertrauen in die eigene St�rke zerst�rt. «Das ist nicht Hannawald, der dort springt, sondern ein Depp, der irgendetwas versucht», schimpfte der Hinterzartener �ber seinen v�llig misslungenen Auftritt beim Weltcup-Auftakt. Statt einer glanzvollen R�ckkehr auf die Schanzen wurde die Reise nach Finnland f�r Hannawald zum pers�nlichen Debakel. «Der Wettkampf hat gezeigt, dass auch ich nicht dagegen gewappnet bin, solch einen Schei� zu springen», fand der «�berflieger» des Vorjahres drastische Worte f�r seine Leistung. Zwar hatte angesichts der problematischen Saisonvorbereitung niemand - Hannawald nicht, die Trainer nicht und auch die Fans nicht - Wunderdinge von dem 28-J�hrigen erwartet. Doch dass es nach dem entt�uschenden 44. Platz vom Freitag noch schlimmer kommen k�nnte, hatte sich der Sieger der Vierschanzentournee nicht in den schlimmsten Albtr�umen ausgemalt. Sein v�llig verungl�ckter «H�pfer» auf 58 m und der letzte Platz im zweiten Springen am Samstag waren ein eindeutiger Beleg daf�r, dass er nach seiner Knieoperation im Fr�hjahr und der dreimonatigen Trainingspause noch einen weiten Weg zur�ck in die Weltspitze vor sich hat. Dort ist Michael Uhrmann endlich angekommen, der mit den Pl�tzen sechs und f�nf f�r den einzigen Lichtblick im Team sorgte. Der 24-J�hrige aus Rastb�chl sicherte sich damit auf Anhieb das WM-Ticket. «Er wird jetzt seinen eigenen Anspr�chen gerecht», lobte Bundestrainer Reinhard He� den Bayern. Rechte Freude wollte im DSV-Lager jedoch nicht aufkommen. An der Bar im Hotel Rukahovi betrieb Hannawald bei einigen Gl�sern Rotwein Frustbew�ltigung. Bis tief in die Nacht hinein diskutierte er gemeinsam mit He� und Co-Bundestrainer Wolfgang Steiert die f�r ihn nicht neue, aber lange nicht mehr erlebte Situation. «Dabei ist das Wort Skispringen aber nicht gefallen», berichtete He�. Doch die Gedanken kreisen bei allen Beteiligten nur um die eine Frage: Wo liegen die Ursachen f�r den nicht erwarteten Absturz? «Wir k�nnen uns einiges nicht erkl�ren. Man muss uns entschuldigen: Wir sind keine Heiligen, die sofort L�sungen parat haben», erkl�rte He�. «Ich wei� nicht, was ich machen soll. Es sind viele Kleinigkeiten, die da eine Rolle spielen», sagte Hannawald. Er f�hle eine gro�e Verunsicherung; und mit dem neuen Material komme er auch noch nicht zurecht. In Lillehammer, wo Martin Schmitt ins Team zur�ckkehrt, wolle er mit den Trainern in Ruhe die Lage analysieren und nach einem Weg aus dem Tal suchen. Sollte dieser nicht gefunden werden, wird der Mannschafts-Olympiasieger beim n�chsten Weltcup-Springen am kommenden Wochenende in Trondheim wohl pausieren. «Der Sven muss sich selbst dazu in der Lage f�hlen. Ansonsten nehmen wir ihn aus dem Verkehr», k�ndigte He� an. Noch glauben die Trainer aber fest daran, die Probleme bew�ltigen zu k�nnen. «Wir sind schon ein paar Mal wie Phoenix aus der Asche gestiegen. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Schritte zu ergreifen», erkl�rte He�. Hannawalds Heim-Coach Wolfgang Steiert erinnerte daran, dass sein Sch�tzling schon so manche Krise bew�ltigen musste. «Man sollte uns nicht zu fr�h abschreiben. Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, kommt er schnell aus dem Loch heraus», prophezeite Steiert. Nat�rlich sei Hannawald niedergeschlagen. «Er hat aber nicht durchgedreht und ist mit der Situation vern�nftig umgegangen», stellte der Trainer fest. Auch Hannawald zeigte sich, nachdem die erste Entt�uschung verarbeitet war, k�mpferisch. «Das wirft mich nicht aus der Bahn. Ich habe schon viel durchgemacht in meiner Karriere. Ich komme auf jeden Fall wieder», k�ndigte er an. An kurzfristige Erfolge glaubt er allerdings nicht so recht. Und so verabschiedete er sich mit der Empfehlung: «Es wird eine abwechslungsreiche Saison. Meine Fans m�ssen viel Nervennahrung einwerfen.» � dpa-online |
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