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Zwei Großprojekte sollen Tempelhof aufmöbeln
Tempelhof steht in den Startlöchern. Zwei Projekte sind
unterschriftsreif, mit denen der Bezirk neue Akzente in der Berliner
Einkaufs- und Kulturszene setzen will. Projekt Nummer eins: Im
Tempelhofer Hafen soll ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen.
Das zweite Projekt: Gleich neben dem Rathaus am Tempelhofer Damm baut
die Stoffel Holding die Rathauspassagen.
12 000 qm Verkaufsfläche und 3000 qm für Dienstleistungen und
Gastronomie sind am Rathaus geplant. "Ich bin optimistisch, dass 2005
mit dem Bau begonnen werden kann", sagt Elisabeth Ziemer (Die Grünen),
Stadtentwicklungsdezernentin von Tempelhof-Schöneberg. Derzeit
verhandelt die Stoffel Holding mit dem Berliner Liegenschaftsfonds
über den Kaufvertrag und mit dem Bezirk über den städtebaulichen
Vertrag. "Ich hoffe, wir werden noch im April alles unter Dach und
Fach haben", meint Thomas Kailer, Leiter Vermietung bei der Stoffel
Holding. Anschließend wolle das Unternehmen dann Einzelheiten zum
Projekt vorstellen.
Vor dem Baubeginn für die Rathauspassagen am Tempelhofer Damm muss
jedoch erst ein Anbau aus den 60er Jahren abgerissen werden, in dem
Büros, Tagungsräume und das Bauarchiv der Verwaltung untergebracht
sind. "Das liegt in der Verantwortung des Bezirks", erklärt Elisabeth
Ziemer. Im Kaufpreis eingeschlossen seien dagegen die Gestaltung des
gemeinsamen Vorplatzes von Rathaus und Passagen, der Bau eines
Spielplatzes sowie ein Verbindungsweg zum Park.
Die Stoffel AG, ursprünglich aus Straubing stammend, hat schon einige
Projekte in Berlin realisiert. Sie baute das Europäische Haus direkt
gegenüber dem Hotel Adlon am Pariser Platz, den Sitz des Europäischen
Parlaments und der Europäischen Kommission Deutschlands. Am
Kurfürstendamm Ecke Knesebeckstraße errichtet sie aktuell einen Bau
mit einem Mix aus Einzelhandel, Wohnungen und Büros. "Berlin ist für
die Stoffel Holding ein wichtiger Standort. Deshalb hat sie auch ihren
Firmensitz in die Hauptstadt verlegt", sagt Thomas Kailer.
Von den Rathauspassagen ist es nicht weit zum Tempelhofer Hafen, dem
anderen großen Projekt im Bezirk. Auf dem 4,4 Hektar großen Gelände
ist rund um das denkmalgeschützte Speicherhaus ein neues Stadtquartier
mit Wohnungen, Geschäften, Kulturstätten, einer Jugendherberge und
einem Hotel geplant. Den Zuschlag im Wettbewerbsverfahren erhielt die
HLG Projektmanagement GmbH aus Münster. Sie will 80 Mio. Euro in das
Projekt investieren. "Wichtig ist uns, dass sich die beiden Standorte
keine Konkurrenz machen", sagt Stadtentwicklungsdezernentin Ziemer.
Deshalb sei die Einzelhandelsfläche am Hafen auf maximal 13 000 qm
begrenzt. Auch bei diesem Projekt laufen noch Verhandlungen zwischen
Investor und Eigentümer. Sie sind kompliziert, weil der Hafen zum so
genannten Teltow-Vermögen gehört. Der alte Kreis Teltow war 1920, als
Groß-Berlin durch die Gebietsreform entstand, nicht beigetreten.
Demzufolge gehört das Hafengelände heute anteilmäßig seinen
Nachfolgern, den Landkreisen Dame-Spreewald, Teltow-Fläming und
Potsdam-Mittelmark. "Wir gehen davon aus, dass bis Anfang Mai alles
über die Bühne geht", so HLG-Geschäftsführer Christian Diesen. Der
Tempelhofer Hafen soll vom Architektenbüro Reinhard Müller entwickelt
werden. kf |
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