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Im Banne des
Teltowkanals
Die Eigentümer des
Hafens Tempelhof sind zum Verkauf bereit. Entstehen soll ein Mix aus
Handel, Kultur, Wohnen und Freizeit. Jetzt wird diskutiert was machbar
ist.
Von GERLINDE SCHULTE
Tempelhof - Die Aufgabe
lautet: Den Hafen entwickeln, ohne dem T-Damm diesem Jahr das Wasser
abzugraben. Und dabei stadtplanerische, kulturelle, ökologische und
wirtschaftliche Interessen unter einen Hut bringen.
Das Projekt Hafen Tempelhof wird konkret. Die Eigentümer - die drei
Landkreise Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark -
sind zum Verkauf bereit und wollen das 4,5 Hektar große Gelände noch
in diesem Monat ausschreiben. Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt
zieht mit.
Mehr als 15 Interessenten hat allein der Kreis Dahme-Spreewald, der
den Verkauf federführend vorbereitet. Bevor die Investoren loslegen
können, bündelt Stadtentwicklungsdezernentin Elisabeth Ziemer (Grüne)
im Auftrag der BVV die Ideen der Projektentwickler, des Bezirks, der
Händler auf dem T-Damm und anderer Interessierter. Dem Ergebnis
folgend sollen die Vorgaben im Bebauungsplan soweit wie möglich
festgezurrt werden. Nun trat der Runde Tisch zum ersten Mal zusammen.
Mit dabei unter anderem die Eigentümer, die Senatsverwaltungen für
Wirtschaft und für Stadtentwicklung, Vertreter der Einzelhändler, der
IHK und Projektentwickler.
Neben einem städtebaulichen Gutachten des Bezirks stellten sich drei
Projekte vor. Die fanden ihre Ideen zum großen Teil im
Bezirksgutachten wieder. Klar ist, dass ein Mix aus Handel, Kultur,
Woh-nen und Freizeit mit starkem Bezug zum Wasser entstehen soll.
Darüber, wie daraus ein finanziell lukrativer Besucher-Magnet werden
kann, gingen die Meinungen auseinander.
Die Ufa-Fabrik setzt mit ihrem Modellprojekt "Hafen der Kulturen" auf
verschiedene Investoren und Fördermittel. Der Architekt Stefan Schroth
appelliert mit seinem Projekt "Afrika in Berlin" an Fernweh und
Hafenträume. Er will dort schwerpunktmäßig ein Handelszentrum für
südafrikanische Produkte mit Marktplatz schaffen. Die südafrikanische
suche derzeit nach einem Ankerpunkt für den Handel mit Ost- und
Südosteuropa. Um den zentralen Speicher wird das Projekt von Hotel,
Bootshandel, Wohnen, Kultur und Gewerbe und Freizeitangeboten
flankiert.
Die von der Ufa-Fabrik geforderten Bezüge zum Umland, Wasser und
Ökologie seien selbstverständlich. "Alles wunderbar" befand der
Hamburger Projektentwickler ECE. Er bezweifelt jedoch die
Wirtschaftlichkeit der vorgelegten Entwürfe und fordert großflächigere
Fachmärkte. Hotels und Büros seien an diesem Standort unrentabel.
Mit seinem Ansinnen auf 15 000 bis 20 000 Quadratmetern reine
Verkaufsfläche überschreitet Projektentwickler Gerd Wilhelmus etwa um
das Doppelte die Größe, die von der Senatswirtschaftsverwaltung als
verträglich angesehen wird. Anders seien der kulturelle Anteil und
alle anderen vom Bezirk vorgesehenen Nutzungen auf dem Gelände nicht
zu finanzieren.
Beim nächsten Treffen am 9. Juli soll aus den gesammelten Ideen ein.
Leitbild entworfen werden. Dann will der Runde Tisch auch gleich das
Thema Einzelhandel angehen: Welcher Umfang ist nötig und sinnvoll für
einen funktionierenden Mix, der dem T-Damm Impulse gibt? Nach der
Sommerpause kommen dann bei monatlichen Treffen die anderen Aspekte
dran: Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe, Kultur und Freizeit, Projekt
17, Verkehr und Wasser, Ökologie, Städtebau und Denkmalpflege,
Fördermittel-Akquise und Investoren. Der Runde Tisch ist für Ideen
weiterer Interessen offen.
Siegmund Kroll vom Stadtplanungsamt: "Hier ist ein öffentliches Forum,
das
die Vorstellungen der Gemeinde festhält. Ein potenzieller Käufer
bekommt das Ergebnis in die Hand. Ohne Investor geht das jedoch alles
nicht, mit dem müssen wir kooperieren." |
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