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  Berliner Wochenblatt (Tempelhof), 10.04.2002  
     
  Runder Tisch am Hafen

Bebauungsplan für Tempelhofer Hafen beschlossen

HDK

Tempelhof. Der Stadtplanungsausschuss hat auf seiner letzten Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplans sowie die Installation eines "runden Tisches" beschlossen. Damit kommt jetzt Bewegung in die Diskussion um die Nutzung des Tempelhofer Hafens.
Wie mehrfach berichtet, hat die Ufa-Fabrik in den vergangenen zwei Jahren ein Konzept entwickelt, um den Industriestandort mit dem denkmalgeschützten Lagerhaus in ein Kultur-  und Dienstleistungszentrum mit Wohnen und Arbeiten zu verwandeln. Unter anderem sind ein Naturwarenhaus im historischen Speicher, ein Hotel mit Wellness-Center, Jugendher-berge und Biergarten mit Brauhaus sowie Ankerplätze für Vergnügungsdampfer geplant. Die Energieversorgung soll mittels einer gigantischen 500-Kilowatt-Photovoltaikanlage bewerkstelligt werden. "Und wir haben einen finanzkräftigen Investor, um dieses europäische Modellprojekt in die Tat umzusetzen", so Ufa-Chef Juppi. Er träumt von einer Vernetzung der Ufa-Fabrik mit dem Hafen und dem Ullsteinhaus und wünscht sich zu diesem Zweck auch den Bau einer Fußgängerbrücke über den Tempelhofer Damm.
Noch gehört das 4,4 Hektar große Hafengelände (einschließlich 1,3 Hektar Wasserfläche) den Landkreisen Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark. Plötzlich wollen die Brandenburger ihre Berliner Immobilie verkaufen. Daraufhin schrillten im Stadtplanungsamt die Alarmsirenen: Stadtplanungs-Stadträtin Dr. Elisabeth Ziemer: "Den Brandenburgern geht es natürlich in erster Linie darum, den Hafen so teuer als möglich zu verkaufen. Aber wir haben die Planungshoheit und werden jetzt einen Bebauungsplan nach unseren Vorgaben aufstellen. Dabei legen wir fest, wieviel Handel, Gewerbe und Wohnungsbau im Rahmen einer Mischnutzung entstehen darf. Potenzielle Investoren sollen wissen, was möglich ist und was nicht. Danach wird sich schließlich auch der Kaufpreis richten."
Schon innerhalb der kommenden vier Wochen soll Konkretes auf den "runden Tisch", kündigt die Stadträtin an. Am Tisch werden auch die Ufa-Leute sitzen. Allerdings nicht allein. Ziemer rechnet mit reger Beteiligung verschiedener Interessengruppen. Juppi: "Wir haben die Vorarbeit bereits geleistet. Wenn die uns machen lassen, wird in Tempelhof ein neuer Stadtkern als Anziehungspunkt für die gesamte Region entstehen." Juppi rechnet mit einer Gesamtinvestition zwischen 50 und l00 Millionen Euro.

 
         
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