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  Berliner Zeitung, 06.02.2002  
     
  Ein "Hafen der Kulturen" als Gemeinschaftswerk

200 Leute haben mit der Ufa-Fabrik das Konzept entwickelt

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Wenn die Zahl der Beteiligten ein Indikator für Erfolg ist, hat der von der Ufa-Fabrik angestrebte "Hafen der Kulturen" gute Chancen. Etwa 200 Leute haben in den vergangenen zwei Jahren Ideen für eine neue Nutzung des ehemaligen Umschlagplatzes am Teltowkanal zusammengetragen. Noch gehört die 1907 gebaute Anlage den Landkreisen Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark, doch sie soll verkauft werden.
Den Betreibern der alternativen Kultureinrichtung und ihren Mitstreitern schwebt ein für Tempelhof einzigartiges Projekt vor: Das Gelände rund um den historischen Hafenspeicher soll zum Anziehungspunkt für den gesamten Kiez werden. "Tempelhof fehlt ein Ort, an dem man verweilen kann", sagt Ufa-Mitbegründer Juppy. Wenn in Mitte eine Kneipe voll ist, braucht man nur zehn Meter weiter zu laufen. In Tempelhof ist das nicht möglich, sagt Juppy "Hier ist der Abend dann gelaufen."
Die Entscheidung über den Hafen trifft der Bezirk. Und dem liegt bereits ein anderer Entwurf vor: Ein Kreuzberger Architekturbüro schlägt vor, den Hafen künftig für Kommerz; Kultur und Wohnen zu nutzen.
Von Kommerz wollen Juppy und seine Mitstreiter nichts wissen. Sie setzen stattdessen auf eine alternative Nutzung. Mit Wohnen und Kultur, Tourismus und Ökologie. Den Ideengebern, zu denen Vereine ebenso gehören wie Studenten und Unternehmen, ist noch etwas anderes wichtig: Sie wollen die Vorstellungen der Anwohner berücksichtigen. Zu diesem Zweck würde im Ja-nuar der Verein "Hafen der Kulturen" gegründet.
Potenzielle Nutzer für den Hafen gibt es bereits. Neben einem Solarboot-Anbieter, dem Deutschen Jugendherbergswerk und verschiede-nen Kulturvereinen haben auch ein Nachbarschaftszentrum und ein Kaufhaus für ökologische und regionale Produkte Interesse bekundet. Nur zwei Dinge sind derzeit völlig offen: Wer das Geld für das mehr als 100 Millionen Euro teure Viertel geben wird - und wie der Bezirk entscheidet. Juppy ist dennoch zufrieden. "Wir haben noch nie etwas gemacht, das so viel Resonanz gefunden hat."

 
         
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