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Ein "Hafen der Kulturen" als
Gemeinschaftswerk
200 Leute haben mit der
Ufa-Fabrik das Konzept entwickelt
cls.
Wenn die Zahl der Beteiligten ein
Indikator für Erfolg ist, hat der von der Ufa-Fabrik angestrebte
"Hafen der Kulturen" gute Chancen. Etwa 200 Leute haben in den
vergangenen zwei Jahren Ideen für eine neue Nutzung des ehemaligen
Umschlagplatzes am Teltowkanal zusammengetragen. Noch gehört die 1907
gebaute Anlage den Landkreisen Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und
Potsdam-Mittelmark, doch sie soll verkauft werden.
Den Betreibern der alternativen Kultureinrichtung und ihren
Mitstreitern schwebt ein für Tempelhof einzigartiges Projekt vor: Das
Gelände rund um den historischen Hafenspeicher soll zum
Anziehungspunkt für den gesamten Kiez werden. "Tempelhof fehlt ein
Ort, an dem man verweilen kann", sagt Ufa-Mitbegründer Juppy. Wenn in
Mitte eine Kneipe voll ist, braucht man nur zehn Meter weiter zu
laufen. In Tempelhof ist das nicht möglich, sagt Juppy "Hier ist der
Abend dann gelaufen."
Die Entscheidung über den Hafen trifft der Bezirk. Und dem liegt
bereits ein anderer Entwurf vor: Ein Kreuzberger Architekturbüro
schlägt vor, den Hafen künftig für Kommerz; Kultur und Wohnen zu
nutzen.
Von Kommerz wollen Juppy und seine Mitstreiter nichts wissen. Sie
setzen stattdessen auf eine alternative Nutzung. Mit Wohnen und
Kultur, Tourismus und Ökologie. Den Ideengebern, zu denen Vereine
ebenso gehören wie Studenten und Unternehmen, ist noch etwas anderes
wichtig: Sie wollen die Vorstellungen der Anwohner berücksichtigen. Zu
diesem Zweck würde im Ja-nuar der Verein "Hafen der Kulturen"
gegründet.
Potenzielle Nutzer für den Hafen gibt es bereits. Neben einem
Solarboot-Anbieter, dem Deutschen Jugendherbergswerk und
verschiede-nen Kulturvereinen haben auch ein Nachbarschaftszentrum und
ein Kaufhaus für ökologische und regionale Produkte Interesse
bekundet. Nur zwei Dinge sind derzeit völlig offen: Wer das Geld für
das mehr als 100 Millionen Euro teure Viertel geben wird - und wie der
Bezirk entscheidet. Juppy ist dennoch zufrieden. "Wir haben noch nie
etwas gemacht, das so viel Resonanz gefunden hat."

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