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Aufwind für einen Hafen der
Kulturen
Ufa-Fabrik stellt Konzept
für den Tempelhofer Hafen vor: Kleinteilige Nutzung für den alten
Getreidespeicher geplant
Von HARALD OLKUS
Tempelhof. Die Ufa-Fabrik sieht die
Chancen für ihren geplanten "Hafen der Kulturen" im Tempelhofer Hafen
steigen. Seit zwei Wochen liegt dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
das städtebauliche Konzept des beauftragten Architekturbüros vor. Es
sieht eine "urbane Mischung aus Kultur, Kommerz und Wohnen" vor und
trifft sich darin mit den Planungen der benachbarten Ufa-Fabrik. Deren
Büro "ID 22" beschäftigt sich bereits seit fast zwei Jahren mit dem
alten Getreidespeicher am Teltowkanal.
Die besten Teile der beiden Entwürfe sollen nun zur Grundlage für die
weitere Planung werden, sagt Elisabeth Ziemer (Grüne), die neue
Dezernentin für Stadtentwicklung im Bezirk. Auf einer Pressekonferenz
in der Ufa-Fabrik stellen sich heute verschiedene Partner der Ufa vor,
die sich am Ausbau des alten Getreidespeichers zum "Hafen der
Kulturen" beteiligen wollen: geplant sind ein Ökokaufhaus für
ökologische und regionale Produkte und eine Solaranlage. Eine Firma
will solargetriebene Schiffe bauen und verleihen.
Auch das Deutsche Jugendherbergswerk wird sich dort als Interessent
präsentieren. Geplant sind in dem alten Getreidespeicher außerdem
Ateliers für Künstler und Designer. Tagungs- und Veranstaltungsflächen
sowie eine schwimmende Bühne und Biergärten. Um das Areal, das jetzt
noch als Schrottplatz genutzt wird, auch für Fußgänger attraktiv zu
machen, plant die Ufa je eine Brücke über die Hafeneinfahrt und den
Teltowkanal. Aber auch die ECE scheint sich für das Areal zu
interessieren. Der Hamburger Projektentwickler von Einkaufszentren ist
in Berlin unter anderen mit den Potsdamer Platz Arkaden und dem
Gesundbrunnencenter vertreten. Großflächigen Einzelhandel wollen aber
weder die Dezernentin für Stadtentwicklung in Tempelhof. Elisabeth
Ziemer, noch die Geschäftsleute am Tempelhofer und Mariendorfer Damm.
Statt dessen soll "eine kleinteilige Bereicherung des bisherigen
Angebots" her, sagt sie. Immer noch nicht eindeutig ist die Haltung
der Eigentümer des Hafens: die drei Landkreise Teltow-Fläming,
Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark sind Rechtsnachfolger des
ehemaligen Kreises Teltow, der den Speicher 1907 errichtete. Während
zwei der drei Kreise gern verkaufen würden, will Potsdam-Mittelmark
seinen Anteil lieber behalten. Dennoch ist sich Michael LaFond von der
Ufa sicher, dass sich die Zukunft des Tem-pelhofer Hafens in den
nächsten sechs Monaten entscheiden wird. |
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