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  Berliner Morgenpost, 25.09.2001  
     
  Auslaufen in eine bunte Zukunft

Entscheidung über den Tempelhofer Kulturhafen steht unmittelbar bevor

VON DANIELA NOACK

Tempelhof - Dem Kulturhafen Tempelhof ein Stück näher: Das Bezirksamt Tempelhof Schöneberg  hat ein Planungsbüro beauftragt; "um die Entwicklung des Hafens voranzutreiben", sagte Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU). "Wir müssen den zukünftigen Eigentümern zeigen, was dort alles möglich ist", führt er weiter aus.
Politiker und Bürger aus Tempelhof-Schöneberg wünschen sich schon lange eine Veränderung am Hafen. Derzeit sind alle hochfliegenden Pläne für das Filetgrundstück aber noch Zukunftsmusik. Denn die Eigentümer, die drei Brandenburgischen Landkreise Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark konnten sich bislang über die Zukunft des als Industriestandort genutzten Wassergrundstückes noch nicht einigen.
Der am Hafen ansässige Eigentümer Jürgen Dalhoff sträubt sich gegen Neuerungen. Doch seine Verträge laufen in absehbarer Zeit aus. An Ideen für den Hafen mangelt es nicht. Eine gesunde Mischung aus Kultur und Kommerz soll danach ins denkmalgeschützte Lagerhaus einziehen. Derzeit nutzen dort noch rund 50 Firmen das historische Gebäude als Lagerplatz für ihre Waren.
Die Zukunft des Hafens soll bunter aussehen. Ein Restaurant- und Unterhaltungsschiff könnte im Hafen festmachen. Mit einer "Plattform für Produkte aus Brandenburg mitten im Herzen von Berlin", liebäugelt Lothar Koch (SPD), Landrat von Potsdam-Mittelmark.
Doch zuvor müssten die Landkreise erklären, ob sie sich von ihrem Berliner Grundstück trennen oder in die zukünftige Entwicklung des Areals investieren wollen. Diese Entscheidung sei, so Koch, bis zur Fertigstellung einer bei der Landesentwicklungsgesellschaft Berlin-Brandenburg gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie auf Eis gelegt worden. Das Ergebnis werde für Ende September erwartet. Dann wollen die Landräte in einer gemeinsamen Beratung über das Schicksal des Hafens entscheiden. Noch ist alles offen.
"Es könnte auf einen Verkauf aber auch auf eine Vermarktung hinaus laufen", sagt Dieter Albrecht von der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Auf jeden Fall sei ein Ende der Stagnation in Sicht. Albrecht: "Bewegung wollen wir alle. Und die wird kommen." Rund eine Handvoll finanzstarker Investoren haben bei den Landkreisen bereits vorgesprochen, so Albrecht. Die könnten jedoch bei einem geschätzten Finanzierungsvolumen von 200 Millionen Mark (102,2 Mio Euro) abgeschreckt werden, wenn sie das Gelände nicht erwerben können, fürchtet Baustadtrat Lawrentz und hofft deshalb auf einen Verkauf.
Auch das Kulturzentrum Ufa-Fabrik ist in die Planung eingebunden. Seit anderthalb Jahren erarbeitet Stadtplaner und Architekt Michael LaFond vom Tempelhofer Kulturzentrum zusammen mit weiteren Spezialisten und einem Dutzend Studenten der Technischen Universität Berlin neue Konzepte für den Hafen. Zwar ist das Projekt bereits mit zwei Preisen und einer Fördersumme von 35 000 Mark bedacht worden, trotzdem wird ein Großteil der Arbeit ehrenamtlich geleistet.
 Die Ufa leistet ideelle Unterstützung. Ihrer Power sei es mitzuverdanken, dass nun am Hafen etwas in Gang gekommen sei, freut sich Lawrentz. Über den ideellen Aspekt hinaus will die Ufa nun auch professionell an der Entwicklung des Hafens mitwirken. Michael LaFond: "Wir haben eine Ingenieurgemeinschaft mit Schwerpunkt Stadt- und Landschaftsplanung gegründet. Neben technischen Experten stünden auch Sozial- und Kulturmanager für die Ausarbeitung konkreter Konzepte in den Startlöchern. Der Traum Michael LaFonds: Den Hafen zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Entwicklung und die zukünftige Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg zu machen.

 
         
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