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Auslaufen in eine bunte Zukunft
Entscheidung über den
Tempelhofer Kulturhafen steht unmittelbar bevor
VON DANIELA NOACK
Tempelhof - Dem Kulturhafen Tempelhof ein
Stück näher: Das Bezirksamt Tempelhof Schöneberg hat ein Planungsbüro
beauftragt; "um die Entwicklung des Hafens voranzutreiben", sagte
Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU). "Wir müssen den zukünftigen
Eigentümern zeigen, was dort alles möglich ist", führt er weiter aus.
Politiker und Bürger aus Tempelhof-Schöneberg wünschen sich schon
lange eine Veränderung am Hafen. Derzeit sind alle hochfliegenden
Pläne für das Filetgrundstück aber noch Zukunftsmusik. Denn die
Eigentümer, die drei Brandenburgischen Landkreise Teltow-Fläming,
Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark konnten sich bislang über die
Zukunft des als Industriestandort genutzten Wassergrundstückes noch
nicht einigen.
Der am Hafen ansässige Eigentümer Jürgen Dalhoff sträubt sich gegen
Neuerungen. Doch seine Verträge laufen in absehbarer Zeit aus. An
Ideen für den Hafen mangelt es nicht. Eine gesunde Mischung aus Kultur
und Kommerz soll danach ins denkmalgeschützte Lagerhaus einziehen.
Derzeit nutzen dort noch rund 50 Firmen das historische Gebäude als
Lagerplatz für ihre Waren.
Die Zukunft des Hafens soll bunter aussehen. Ein Restaurant- und
Unterhaltungsschiff könnte im Hafen festmachen. Mit einer "Plattform
für Produkte aus Brandenburg mitten im Herzen von Berlin", liebäugelt
Lothar Koch (SPD), Landrat von Potsdam-Mittelmark.
Doch zuvor müssten die Landkreise erklären, ob sie sich von ihrem
Berliner Grundstück trennen oder in die zukünftige Entwicklung des
Areals investieren wollen. Diese Entscheidung sei, so Koch, bis zur
Fertigstellung einer bei der Landesentwicklungsgesellschaft
Berlin-Brandenburg gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie auf Eis
gelegt worden. Das Ergebnis werde für Ende September erwartet. Dann
wollen die Landräte in einer gemeinsamen Beratung über das Schicksal
des Hafens entscheiden. Noch ist alles offen.
"Es könnte auf einen Verkauf aber auch auf eine Vermarktung hinaus
laufen", sagt Dieter Albrecht von der Kreisverwaltung Teltow-Fläming.
Auf jeden Fall sei ein Ende der Stagnation in Sicht. Albrecht:
"Bewegung wollen wir alle. Und die wird kommen." Rund eine Handvoll
finanzstarker Investoren haben bei den Landkreisen bereits
vorgesprochen, so Albrecht. Die könnten jedoch bei einem geschätzten
Finanzierungsvolumen von 200 Millionen Mark (102,2 Mio Euro)
abgeschreckt werden, wenn sie das Gelände nicht erwerben können,
fürchtet Baustadtrat Lawrentz und hofft deshalb auf einen Verkauf.
Auch das Kulturzentrum Ufa-Fabrik ist in die Planung eingebunden. Seit
anderthalb Jahren erarbeitet Stadtplaner und Architekt Michael LaFond
vom Tempelhofer Kulturzentrum zusammen mit weiteren Spezialisten und
einem Dutzend Studenten der Technischen Universität Berlin neue
Konzepte für den Hafen. Zwar ist das Projekt bereits mit zwei Preisen
und einer Fördersumme von 35 000 Mark bedacht worden, trotzdem wird
ein Großteil der Arbeit ehrenamtlich geleistet.
Die Ufa leistet ideelle Unterstützung. Ihrer Power sei es
mitzuverdanken, dass nun am Hafen etwas in Gang gekommen sei, freut
sich Lawrentz. Über den ideellen Aspekt hinaus will die Ufa nun auch
professionell an der Entwicklung des Hafens mitwirken. Michael LaFond:
"Wir haben eine Ingenieurgemeinschaft mit Schwerpunkt Stadt- und
Landschaftsplanung gegründet. Neben technischen Experten stünden auch
Sozial- und Kulturmanager für die Ausarbeitung konkreter Konzepte in
den Startlöchern. Der Traum Michael LaFonds: Den Hafen zu einem
Vorzeigeprojekt für nachhaltige Entwicklung und die zukünftige
Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg zu machen. |
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