Der Gasteiner Knappentanz ...
Der Gasteiner Goldbergbau geht urkundlich bis in die Anfänge
des 14. Jahrhundert zurück.
Überall in den Gasteiner Bergen stösst man auch heute noch auf
Gebäudereste und verfallene Stollen, die an den einstigen Bergbau erinnern.
Über Jahrhundete bestimmte der Erzabbau das Leben der Bevölkerung
und auch deren Existenz. Im unteren Nassfeld befanden sich die Aufbereitungsanlagen,
die aber in Jahre 1741 von einer gewaltigen Lawine zerstört wurden.
Das war auch der Grund, warum man damals nach Altböckstein auswich
und dort eine neue Montansiedlung gründete. Für damalige Verhältnisse
handelte es sich um eine neuartige barocke Anlage, in der die Betriebsstätten
im Sinne des Produktionsablaufes angeordnet waren und die neben einem Verwaltungszentrum auch ein unentgeltlich benützbares Wohnhaus für die
Knappen enthielt.
Heute ist das gesamte Areal unter Schutz gestellt, renoviert und damit für
unsere Generation erhalten geblieben.
Im alten Salzstadel wurde das Böcksteiner Montanmuseum Hohe Tauern
eingerichtet, das uns einen guten Überblick über den Goldbergbau
in grauer Vorzeit gibt.
Im Zuge dieser Renovierung erinnerte man sich auch an die alte Kultur der
Knappen und belebte im Jahre 1979 den historischen Schwerttanz neu.
Der Schwerttanz war in früher Zeit besonders geeignet, das Standesbewusstsein
der Bergleute zum Ausdruck zu bringen, denn das Privileg zum Tragen von Schwertern
wurde sonst keinem Berufsstand gewährt. Dieses seit dem Jahr 1405 verbriefte
Waffenrecht hatte seinen Ursprung in den realen Gefahren, denen die Knappen
bei ihren Bergmärschen zu den hochgelegenen Stollen ausgesetzt waren.
Es gab zu dieser Zeit immerhin noch Bären und Wölfe; sicher aber
auch Wegelagerer, die es auf das Gold der Knappen abgesehen hatten.
Der Schwerttanz ist ein uralter Männertanz, der mit Sicherheit bereits
im 15. und 16. Jahrhundert getanzt wurde. Die ersten Berichte sind aus den
Jahr 1631 überliefert, als Herzog Albrecht von Bayern mit seiner Gattin
das Gasteinertal besuchte. Damals erhielten de Knappen für die Aufführung
des Schwerttanzes eine Belohnung von 10 Talern.
In der Folgezeit stossen wir in alten Berichten immer wieder auf den Schwerttanz,
aber auch auf schwere Raufhändel in Verbindung mit derartigen Festen.
Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, dass der Schwerttanz in Misskredit
und in der Folge in Vergessenheit geriet.
Seit 1979 kann man diesen seltenen Tanz wieder miterleben. Vierzehn ambitionierte
Böcksteiner, die teilweise der Knappenmusik angehören, haben diesen
uralten Männertanz wieder einstudiert. Gleichzeitig haben sie auch ein
altes Rüpelspiel neubelebt, das in Verbindung mit dem Schwerttanz zur
Aufführung gelangt. Solche Rüpelspiele waren den Schwerttänzen
meist vorangestellt, um einen Kontrast zwischen den Bergleuten und dem Bauernstand
herauszustellen.
Nur bei besonderen Anlässen, wie beim Böcksteiner Knappenfest,
das alljährlich im September stattfindet, kann man den Gasteiner Schwerttanz
und das Rüpelspiel miterleben. Dadurch bleibt es ein exklusives Erlebnis,
das die Beobachter immer wieder aufs Neue begeistert.
Bilder 1. Reihe vl.: 1. Musikanten der Böcksteiner Knappenmusik
2. Zur Begrüssung kreuzen die Knappen ihre Schwerter
3. Das Emporheben hatte früher grosse Symbolwirkung; es stellte die
Bergleute hoch über die anderen Berufsstände.
4. Der Vortänzer eröffnet das Heinruf- oder Rüpelspiel
5. Der Schalknarr und der Klarinettist
Bilder 2. Reihe vl.: 6. Musikantin der Böcksteiner Knappenmusik
7. Trommler der Böcksteiner Knappenmusik
8. In diesen schroffen Bergwänden schürften die Knappen nach dem
begehrten Tauerngold 9. Ein erfrischenden Trunk
gehört dazu 10. Der Vortänzer der Böcksteiner Schwerttanzgruppe
Bilder 3. Reihe vl.: 11. und 12. Diverse Figuren beim Gasteiner Schwerttanz