"Der engel sprach: wær ich ein mensch, daz ich ersterben kunde,
dîn wort wær mir ein dunrslac.
ez muoz mir immer niuwe sîn naht unde tac,
daz ichz gehoeret hân von dînem munde."
| Dreaded Desire |
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You're dead, my dear, though I won't put on black - Bewidowed mourners suffocate from tears - Your rimed flesh worths o'er the soul You lack, Decay may not dry out extatic cheers;
As maggots gnaw upon Your rotting skin, I share their prey, enraged by eager dreams; Beloved of mine, You shall remain my sin Until they curdle forth, our joined crimson streams;
I dare to name my creeping passion 'love', I dare to praise Your slowly fading shape - Love does not need God's blessing from above, Love is a demon no one might escape.
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| <ohne Namen> |
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Einsam streift sie, spurlos leise Durch die schneebedeckten Weiten, Nur verirrte Wintermeise Hört ihr Klag'n zu Dämmrungszeiten;
Einst verlor sie Leib und Hülle, Als sie ihres Liebsten harrte, Hunger litt trotz Erntefülle, Welkte hin, das Veilchen zarte;
Jahr um Jahr bar jeder Gnade Tobte Krieg in allen Landen, Längst zum Schmaus für Wurm und Made Ward der Bursche, ihr zuschanden;
Und obwohl auch sie zerfallen, Wandelt sie in Hoffnung bangend, Soll ihr Lied so lang' erschallen, Bis sie trifft, nach wem sie langend...
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| <ohne Namen> |
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Tief im Morast liegt Gebein, Krähen schnattern ihre Lieder, Dort will ich zuhause sein, Legen mich zum Liebsten nieder;
Bäume ächzen ihren Segen Fern von Städten, Dörfern, Wegen, Singen uns in sel'gen Traum; Von geduld'gen Spinnentieren Lassen wir das Bett uns zieren, Nähen einen Spitzensaum;
Da, im abendtrüben Licht, Unter Moos und feuchten Farnen, Furcht und Bangen brauch' ich nicht, Mag mein Liebster mich umgarnen;
Bis die frechen Morgenglocken Neuen Tages Sonne locken, Bleiben wir in Liebe ein; Wie am Grabstein Efeuranken Unsre Leiber und Gedanken Sich verflechten und gedeih'n...
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| 虫の私 |
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Im betongewirkten Ameisenhaufen, Wo die Glühwürmchen trinken Blitz, Wo die Drohnen geschäftig laufen, Voneinander nie nehmen Notiz,
Dort, mit Zeilen statt Seide umsponnen, Hat sich leis' eine Raupe verpuppt, Abgeschieden vom Lichte der Sonnen Und im Pulse verharrt so abrupt;
Ihre Flügel reifen nur langsam, Doch wie Nektar nährt sie manches Wort, Und ein Lächeln wird ihr zum Balsam, Bis sie ganz den Flammen gehört.
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| Vielleicht |
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Vielleicht, bin ich nur zu fragil, Vielleicht, wen kümmert es auch? Vielleicht, denke ich bloß zu viel, Vielleicht - alles nur Schall und Rauch;
Vielleicht, geht zu schnell verloren, Das was ich ohnehin nie fand, Vielleicht ich mir selbst erkoren Den Pfad an dem trostlosen Rand;
Vielleicht, werde ich bald zerbrechen, Vielleicht wird es niemals geschehn... Zu entrückt, mich jemals zu rächen, Schlicht bemüht, immer weiter zu gehn...
Wenn ich wüsste, worum ich ringe, Doch mir selbst versage das Licht - Vielleicht lachte ich ob so vieler Dinge, Nur weshalb gelingt es mir nicht?
Vielleicht wird die Zeit noch kommen, In der Worte keine Schatten mehr sind, Dem entgegen harr' ich benommen, Nicht vor Tränen, vor Sehnsucht blind.
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| <ohne Namen> |
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春の空 夜明け色では 日が笑う
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| <ohne Namen> |
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何故か 今日の陽の目は 正直
偽善のために 日が佳良ね
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| Frohes Neues Jahr |
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Magnesiumfluten, Nach Wolken und Sternen Sie langen, sie wüten, Sie rühmen die Herren;
Die Furcht ob der Zeiten Mit Kunststoff verborgen, In Ethanol gleiten Die wimmelnden Sorgen;
Besinnungslos schwingen Der Ohren Membranen, Wo Jubeln und Singen Des Denkens ermahnen;
Dem Bürger zu Pflichten Ein Aufklebelächeln - Das Fest ist, mitnichten, Gar schön zum Erbrechen!
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| Cadaverous Narcism |
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Seichten Bach zum Spiegelglase, Schaue ich die welke Pracht, Was soll ruhen unterm Grase Hat ein Wunder mir vermacht;
Fort sind Rosen von den Wangen, Doch nicht eine Träne drob, Das erblühte Selbstverlangen Selbst der Schnitter nicht enthob;
Nutzlos aller Puls des Lebens, Auch durch blankes Bein ins Mark Fahren sie, verleumdt vergebens - Lust und Kuss, an Reue karg;
Grabwurm wird zum Kunsthandwerker Zu vollenden die Gestalt, Die mein Eigen, die nur stärker Ich vergöttere alsbald;
Seht der wirren Liebe Sünde, Wahren Kern in meinem Sein - Wer zu heucheln nicht verstünde, Werfe mir den ersten Stein!
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| Hochzeit |
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Der Schmerz soll sein mein Bräutigam, Und purpurrot mein Schleier, In Liebe nehme ich zum Mann Den einzig treuen Freier;
Die Stille gibt den Takt zum Tanz, Und nach dem inn'gen Kusse Aufs weiche Bett mit Strauß und Kranz Legt er mich, sich zu Fuße;
Nichts wird je stör'n die Hochzeitsnacht, Die ewiglich soll währen, Bis ich in kalter Erde Tracht Aus Fleisch mag Staub gebären!
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| Sonshitsu (損失) |
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永遠に 命の香 を忘れた
楽しい面で 涙を隠す
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| Zeilen der Verzweiflung |
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Rinnt mir Schmerz aus der Seele Noch in Tinte statt Blut, Bald zu tief sind die Wunden, Es wird nie wieder gut.
Wie ich bin zu leben - Eine Sünde schlechthin, Mich darf's nicht geben, Ich ergeb' keinen Sinn.
Habe ich zwei Geister, Oder einskommadrei - Nicht vom Herrn ist mein Treiben, Und der Rest einerlei.
Doch -
Euer Gott ist vertrocknet Wie ein staubiges Buch, Das er selbst nie geschrieben Meinesgleichen zum Fluch.
Ich leide unträglich Nicht am Kreuz noch am Wort, Ich wünsch mich nur täglich Aus der Hülle hinfort.
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| Ad Incvbvm, ab desperata in lacrimis capta |
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Vergib mir meine wirren Launen, Das trostlos wankende Gemüt, Zu Herzen bitte nimm das Raunen Des stillen Wesens, welch' verglüht,
Verlustig aller Kraft zu tragen Trotz zweier Seelen eine Last, Und in des Sommers hellen Tagen In eigner Finsternis verblasst;
Verzeih, sollt' ich verstimmt Dich haben - Magst Du mir allen Groll begraben?
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| Die Menschheit |
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Tausend Augen - und alle sind blind; Tausend Ohren - und alle sind taub; Ängstlich fragt ein einsames Kind: "Mama, wer hat dir das Fühlen geraubt?"
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| Nicht ich |
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Hinter Gittern - dürren weißen Knochen, Zwischen Mauern aus zu enger Haut, Adern ketten stramm im Takt zum Pochen Sie am schlanken Turm, aus Fleisch gebaut;
Durch die trüben Fenster müder Augen Glitzern ihre Träume in die Welt, Kaum vorm Schicksal zum Erretten taugen, Es ihr Henker, sie der Delinquent;
Fromme Richter wetzen böse Zungen, Wieder wird zum Schleifstein Gottes Wort - Wen mit Kreuz zu heilen nicht gelungen, Dem die Erde sei kein rechter Ort;
Doch ein Hoffen schleicht sich in den Kerker, Leuchtet aufs Gemisch aus Herz und Eis, Was sie nicht zerbricht, macht sie bloß stärker, Und die Raupe reift zum Falter einst...
In Gesellschaft oft unreiner Reime Harrt indessen stur der Dinge sie, Nur gewärmt in ihrem tristen Heime Von im Mondschein blüh'nder Poesie.
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| Transsexualitas |
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Mein Körper und Mein Wesen Sind nicht eins, Mein Leiden und Mein Neiden - Die des Scheins und Seins;
Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten, Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?
Mein Trachten und Mein Sehnen - Euer Hohn und Spott, Mein Streben und Mein Leben - Ketzerei vor eurem Mann von Gott;
Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten, Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?
Mein Werden und Mein Wandel - Vor Entsetzen jammernd ihr empfangt, Mein Frieden und Mein Lieben - Ist damit denn wirklich allzu viel verlangt?
Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten, Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?
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| [Sado:Maso] |
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Verhassten Leib durchströmt so wild Verdrehte Fleischeslust, Den Wunsch, zu leiden, führt im Schild Die Flamme in der Brust;
Die blasse Haut sich bietet dar Verspielter liebster Qual, Den Strom des Seins, so rot und klar, Nicht zügelt die Moral;
Aus Freuden an verlangter Pein Erblüht das Sehnen zart, Zu danken bis ins Mark hinein Für diese Höllenfahrt...
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| Animæ Conjunctæ |
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Zaghaft uns zusammenführte, Wort für Wort der Federkiel, In verworr'ner Verse Spiel Jede warm das Sehnen spürte;
Keines Menschen stumpfer Blick Mochte uns in Freuden scheren, Aus den höchsten Himmelsphären Brachten Scherben doch das Glück;
Auferstanden ist das Herz, Das in Trümmern hat gelegen, Wird genesen, Liebe hegend, Bald es von Verlust und Schmerz;
Um das Herz, ins Fleisch gekettet, Bricht die Glut das schwere Eis, Wonnentränen klirrend heiß Künden still: "Wir sind gerettet!"
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| Schwarzweißer Regenbogen |
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Wo einst wir uns die Lieb' geschwor'n, Geworfen fort den Kranz, Da fand ich Dich für ewig bleich, Die Augen ohne Glanz;
Ich tauchte erst ins Tränenmeer Und schwamm Dir lange nach, Bis aller Trauer dumpfer Klang An wilder Lust zerbrach;
Zart küsste ich Dein weißes Fleisch, So steif und regungslos, Vereiste Wässer, still und tief, Trank ich aus Deinem Schoß;
Wie, als Dein Herz noch schlug, so oft, Auch jetzt die starren Händ' Mich ritten durch den Himmel weit Ans bittersüße End';
Obgleich Du spürtest nicht die Glut, Die ich entlockte Dir, Verdorb'nem Geiste bleibst Du stets Des Lebens Elixier...
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| An Ihn |
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Das Antlitz milde und erhaben, Die Worte messerscharf und kalt, Des Augenlichtes süße Gaben Raubt schnell der Tränenflut Gewalt;
Das unerfüllte heiße Sehnen Fließt stumm den Federkiel hinab, Und Tag für Tag durchströmt die Venen Die Furcht, die sich an Träumen labt;
Vergib mir all die welken Zeilen, Ich gäb' Dir mehr, so ich nur könnt', Doch bleibt's ein Wunsch, mit Dir zu teilen Die Liebe, die mir nicht vergönnt.
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| Sapphos Erben |
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Furcht und Kleider von sich streifend, Bebend, glühend, blütenzierlich Nähern sich gebannt, begierlich, Sachte nacheinander greifend
Zwei errötende Gestalten, Herzensdamen ohne Ritter; Wohlig in Verlangen zitternd Sich verflechten ungehalten
Feuchte Zungen, schlanke Finger, Weiße, fiebrig warme Glieder; Lüstern wandern auf und nieder Zarte Händ', die eng umschlingen
Junger Leiber süße Früchte, Gleitend Berg und Tal erkunden; Hauch für Hauch verfliegen Stunden In geteilter Liebe Lichte...
Speist der Rausch die Harmonie, Gleich und Gleich sich trennen nie.
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| Geschlechtsumwandlung |
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Ein Stich unter die Rinde, Fremder Saft in starken Zweigen, Und der Esche Stamm geschwinde Macht sich Ulmenzier zum Eigen;
Raues Laub weicht lockend' Früchten, Lind wird Holz von allen Seiten, Wurzeltiefe Schnitte richten Inn'ren Kerns Verschiedenheiten,
Bis sich zärtlich in der Brise Ein gar andrer Baum wieget... Sich auf maienlichter Wiese An die traute Esche schmieget...
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| Tränen, zu Zeilen erstarrt |
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Liebster, schlag' mich, bis ich blutend Kraftlos vor Dir liege nieder, Ohne Gnad', verzweifelt, wütend Schenk' mir Schmerzen immer wieder;
Liebster, strafe mich mit Worten, Die mich schneidend Demut lehrten, Hallend schwer, mein Ich zerstörten, Pein und Tränen mir bescherten;
Liebster, schlachte mich gar blinde, Denn nur Deine Grausamkeiten Sind erträglich Lokis Kinde, Wenn es Wahn und Furcht begleiten!
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| Der Liebenden Klage |
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Auf roter Wiese Ob Deinem Leibe Des Nachts in Tränen Ich still verbleibe;
Das weite Schlachtfeld Bei Tag erzittert, Nun liegst Du nieder, Von Frost umwittert;
Dein Fleisch und Mark nun - Der Raben Speise, Nach Walhall führet Dich heut' die Reise;
Der Schwerter Hiebe Uns trennten jähe, Auf Midgards Boden Nie mehr Dich sehe;
Du schworst zu lieben Nur mich alleine, Dein Wort ich ritze Am Runensteine;
Wenn weichen Götter Dem Jötunschwarme, Hältst Du mich wieder Geschützt im Arme...
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| Seelenwinter |
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Hrimthursenhauch die Welt benetzt, Naht Fimbulwinter Midgards Toren, Fenrirs Gefolg' die Krallen wetzt, Mein steinern' Fleisch, es ist erfroren;
Ich wollte lachen unbeschwert, Doch scheinbar alle Freud' verloren, Kein warmer Trunk die Lust genährt, Mein heit'res Blut, es ist erfroren;
Ich wollte träum'n von holdem Glück, Von Lieb', die ich hätt' auserkoren, Spürt' nicht der Minne sanften Blick, Mein schwebend Herz, es ist erfroren;
Ich wollte weinen hemmungslos, Vor Qual'n, die meine Seel' durchbohren, In Einsamkeit das Leid nicht floss - Die Tränen heiß, sie sind erfroren;
Ich wollte dichten in der Nacht - In stiller Stund' kein Vers geboren, Erstarrter Geist kein Werk vollbracht, Die Worte schwer, sie sind erfroren...
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| Meiner Seel' Zerwürfnis |
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Wenn ich die Augen schließe, Schwebt mir ein süßer Traum vor, In Sehnsucht schwelgend, fließe Im Geiste ich den inn'gen Wunsch empor;
Dein Anblick schenkt mir Kraft, zu leben, Obgleich ich willig peinvoll stürb', Um, neugeboren, Dir zu geben In würd'gem Leibe wahre Lieb';
Bin ich verdammt, gequält zu harren Äonenlang in Fehlgestalt? Mag ich in Haljas Griff erstarren, Mir neues Leben schaffen bald?
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| Kind des metallenen Zeitalters, oder Disharmonische Stimme |
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Du bist ein Kind Des metallenen Zeitalters, Deine künstliche Welt Ist kunstlos, hoffnungslos, Hat sich selbst den Sinn Wegrationalisiert...
Du wirst programmiert, Lädst dir deine Träume herunter, Vom Fließband sie rollen Durch dein Hirn auf den Müll...
Du glaubst an Gott, Geld, Amt oder Jemanden, Denn ohne Idole Funktionierst du nicht...
Du fragst nicht nach, Fragen ist ein Fehler im System; Schnappst nach chemisch präpariertem Zuckerbrot, Wimmerst vor der Paragraphenpeitsche...
Du lebst oder stirbst, Es ist einerlei, Die Einsen und Nullen werden gelöscht, Neu geschrieben, ersetzt...
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| Du liebtest meine weiße Leiche |
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Rote Blätter glitten, rieselten hernieder, Trübe Regenwolken rief herbei der Wind, Da, in jener Stund', erstarrten meine Glieder, Ohne Pein mein Herz verstummte sanft und lind;
Deiner Trauer Fluss gebot dem Regen Schweigen, Dein Klagelied dem Sturme nahm die Macht, In des matten Herbstes stillem buntem Reigen Schenktest Du zum Abschied mir eine Liebesnacht;
Voller zarter Sehnsucht küsstest Du die Lippen, Denen mein Atem längst nicht mehr entsprang, Trankst den weißen Raureif von den steifen Rippen, In mir hallte wider Deiner Schmerzen Drang;
Von glücksel'gen Bildern nun verflog'ner Tage Wie von blassen Geistern in den Wahn gequält Sinnlich seufzend weinst Du leer die müden Augen Auf das, was zurück ich Dir ließ auf dieser Welt...
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| Desiderium Renationis |
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Wenn ich falle, wenn ich blute, Spür' des Schnitters Zorn und Güte, Wenn ich rotte und verbleiche, Steig' ich frei aus meiner Leiche,
Streife ab des Fleisches Maske, Die ich lebend so sehr hasste, Flieh' den welken Eschenstamm, Auf zur Quell', der ich entstamm,
Schaff' mich neu nach eig'nem Bilde, Nach der toten Göttin Traum, Aus dem Chaos, rauh wie milde Fließ' ich in den Lebensbaum...
Alles Menschenwort verneine, Mich mit meiner selbst vereine!
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| Der Sturmberg |
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Ich weiß einen hohen Gipfel, Stets von jähem Wind umtost, Auf der Täler Baumwipfel Schaut er grimmig und erbost;
Unermüdlich Blitz und Regen Schickt, wie Söldner, er hinab, Und auf engen, steilen Wegen Fand so mancher sein Grab;
Ich zog her zum frechen Riesen, Lachend ob des Hagels Macht, Singend in den scharfen Brisen, Zagend nicht in finstrer Nacht;
Neckend zupfte ich den Alten Am verschneiten weißen Bart, Spielte wild mit Sturmgewalten, Die der Griesgram um sich schart;
Mag er wüten, mag er grollen, Mag der Donner brüllen laut, Wird er ewig Achtung zollen, Mir, die ihm den Stolz geraubt!
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| Der weiße Hirsch |
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Im Schoß des Waldes ward gebor'n Ein Hirsch, der keinem Glich, Gespenstisch weiß, durch Strauch und Dorn Er wie ein Schatten schlich;
Kein Jäger hörte seinen Schritt, Kein Wolf ihn holte ein, Der Königsschützen wilder Ritt Vergeblich sollte sein;
So mancher irrte durch das Grün, Zu stellen die Trophäe, Doch keine Hoffnung konnte blühn, Der dunklen dient sie Fee;
Noch gestern - Bogen in der Hand, Von Kraft erfüllt die Glieder, Versunken heut' in Sumpfesland, Nie kehrt der Sucher wieder;
Prinz, Bauer, Krieger, Trunkenbold - Lockt viele ins Verderben Der weiße Hirsch, und wer ihm folgt, Im Wald muss ruhmlos sterben;
O Reisender, sei auf der Hut, Flieh den verwunsch'nen Hain, Nicht folge blind der tollen Wut Zu jag'n der Fee Lakaien.
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| Neid II |
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Inmitten zerfall'ner Gebeine, Vom Eishauch der Gräber umweht, Verweilt mein Wesen alleine, Entflohen der lärmenden Welt;
Die Hülle aus reglosem Marmor, Der Kern lodert auf sonnengleich; Die graue Seele ein warmer Doch bitterer Schatten beschleicht;
Der Neid säht erneut Unbehagen In Askens wie Emblas Geblüt, Und wie in vergangenen Tagen Mein Herz voller Sehnsucht verglüht.
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| An eine Sterbende |
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Stummer Stahl zertrennt Weißes Mädchenfleisch; Tränen und Gekreisch Sind mein Element -
Lieben wollte ich, Doch nur eins vergaß - Schlächter voller Hass Bin ich innerlich -
Magst Du mir verzeihn, Mit Dir Grabeserd' Teil' ich bald und werd' Einmal wie Du sein...
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| Knochengeilheitswonnenreim |
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Tot liegst Du zu meinen Füßen, Beuge ich mich nah zu Dir, Den verstummten Mund zu küssen, Wild zu stillen Lust und Gier...
Lebend wecktest Du mein Sehnen, Reizt mich tot gar umso mehr - Bleiche Glieder, starre Venen, Trübe Augen, blicklos leer...
Bei mir weilst Du nun entkleidet, Atemlos wie makellos, Kein glüh'nder Schmerz mehr schneidet Fahles Fleisch in Deinem Schoß...
Meine Leidenschaft durchdringet Deiner Seel' verlass'nes Heim... In der trägen Luft erklinget Knochengeilheitswonnenreim...
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| Tod... Süßer Tod... |
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Ich träum' von vielen, tiefen Wunden, Von Todeshauch und ew'gen Schmerzen, Wenn stürb' mein Leib, zerfetzt, zerschunden, Läg' vielleicht Ruh im toten Herzen...
Was sehnlich wünschte ich zu teilen, Das habe ich mir selbst genommen, Helheims Nebel werd'n mich heilen, O Skuld, wann wird die Stunde kommen?
Wenn der Natur nicht weihte ich mein Leben, Hätt' ich mich längst der Hela übergeben...
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| <ohne Namen> |
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Wenn das Herz vor Sehnsucht brennt, Wenn die Angst es legt in Ketten, Wenn der Geist die Ruh nicht kennt, Wenn er kaum ist zu retten,
Wenn die Eifersucht zerfurcht Trunk'ne Seel' mit tausend Wunden, Wenn nur Zweifel, Pein und Furcht Sind Gefährt'n in trüben Stunden,
Wenn Fata Morgana gleich Harmonie und Glück zerrinnen, Wenn gar der Lebend'gen Reich Wertlos scheint gequälten Sinnen,
Was mag brechen diesen Bann, Was mag heilen dieses Wesen? Helfen will zwar Freundes Hand, Lässt nur die Natur genesen...
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| <ohne Namen> |
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Alle Logik ist verloren, Die Vernunft ist einerlei, Ich will leben, ich will lieben Dem Gehörnten Gotte gleich!
Keine Kette mag mich halten, Kein Zwang und kein Wort, Der Gebote Last verleugnend, Eile ich mit Geistern fort;
Der Natur entspring die Wonne, Menschenheuchler töten sie, Möge mich davor bewahren Freier Seele Poesie!
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| <ohne Namen> |
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Wenn ich eine Harfe hätte, Mit Seiten so gold'n wie Dein Haar, Entlockt' ich ihr zärtliche Klänge, Wie Deine Augen klar;
Berührte ich eine Rose, Zierlich wie Deine Gestalt, Erläge ich, Träumerseele, Der wahren Schönheit Gewalt...
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| <ohne Namen> |
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Deine zärtliche Hand Schwere Peitsche erhebt, Von Verlangen gebannt, Mein Leib zittert und bebt;
Deiner weiblichen Macht Willig beuge ich mich; Lusterweckende Pracht Weißen Fleisches zerbricht
Des Verstands letzten Dorn; In dem wallenden Blut Sind auf ewig verlor'n Widerstreben und Wut;
Immer tiefer herab Zieht mich Dein sanfter Hauch, In unendliches Grab Aus betörendem Rauch...
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| Agonie und Liebe |
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Übersät von kalten Knochen, Faulen Herzen, die noch pochen, Bleicher Haut zerschliss'nen Fetzen, Halbzerfall'nen und zerätzten
Hirnmassen, Fleisches Brocken; Wildgesung'n von Totenglocken, Süß verdorb'nen Melodeien; Galle, Blut und Eiter speiend
Zwei Gestalten sich vereinen In des Zwielichts trübem Scheine; Nach dem Tode nichts geblieben Außer Agonie und Liebe...
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| <ohne Namen> |
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Der Natur zerbrechliches Gleichgewicht, Menschen sagen, das gäb' es nicht; Liebe, Ehre und Freundschaft Wurden Opfer der Wissenschaft; Wenn die schöpfende Feste fällt, Wie ertrage ich diese Welt? Pragmatismus, Vernunft, Verstand Meiner Todesuhr streuen Sand; Unzertrennbar sind Lieb und Hass, Warum leugnet, ihr Menschen, das? Warum schwört ihr Gefühlen ab, Euch nur sorgend um Gut und Hab, Um Vergnügen, das rasch vergeht, Öffnet doch eure Aug' und seht! Seht das Glück, welches ewig wahrt, Seht die Weisheit, die eurer harrt! Hört der weinenden Seele Rat, Die ein Freund verwundet hat!
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| Der Schrei |
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Leugne nicht, was in Dir lodert, Deines Herzen Raunen hör', Lass' nicht zu, dass schließt und modert Zum Verborg'nen letztes Tor!
Flüchte nicht vor Seelenflammen In des geist'gen Elends Reich, Heile nicht der Liebe Schrammen Mit Gelüsten, leer und gleich!
Der Natur uralte Weisheit Jeden Suchenden erhellt, Warum wählst Du blinde Falschheit Todgeweihter Menschenwelt?
Nicht selbstsüchtig noch besessen Schreibe diese Worte ich, Qualen mein Herz zerfressen, Letzter Hoffnung Spross zerbricht...
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| Tränen |
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Wenn der Sonne gleißend' Strahl Wald und Wies' beflutet, Wenn das Mondlicht, kalt und fahl, Auf die Erde blutet,
In des Herzens unentdeckt Stillem Kämmerlein Meine Seele sich versteckt, Einsam und allein.
Einen Freund sie beweint, Keine Ruhe findet, Keine Hoffnung auf sie scheint, Ihre Pein lindert...
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| Verräter |
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Mit schleimigen Worten Du Wonnen erreichst, Des Heiligtums Pforten Entehrend zerreist;
Nicht denkend noch zagend Du Frauen verführst, Im Herzen, dumpf schlagend', Du schwarze Schuld führst.
Dein listiger Pfeil Verfehlt nie sein Ziel, Du setzt Wohl und Heil Der Freunde aufs Spiel.
So wisse, Verräter, Von Göttern verflucht, Dich wird niederschmettern Des Racheschlags Wucht!
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| <ohne Namen> |
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Einst lebten unbekümmert Zwei Freunde, Flamm' und Eis, Sich wünschte einer Liebe, Der andre - Freuden heiß.
So war es dann geschehen, Dass eine schöne Maid In ihrer beider Herzen Entfachte Lust und Leid.
Verflogen Mond und Woche, Der Wollust führend Schwert, Den feurigen Gefährten Begierde hat verzehrt.
Geplagt und überwältigt Von listigem Dämon, Verging er sich am Weibe, Des Teufels hörend Hohn.
Als es der kalte Jüngling Am nächsten Tag erfuhr, Zerbarst sein Herz beinahe, Die zärtliche Natur.
Beherrschung bald verloren, Zum tödlichen Duell Er hat herausgefordert Die engste Freundesseel'.
Es kreuzten sich die Klingen, Mit Pein in der Brust Der Eisige sein Rapier Schwang ohne Kampfeslust.
Nach Stunden langen Streites Den Freund er bezwang, Mit Stichen kalten Stahles Den grausam' Sieg errang.
Aus des Besiegten Leibe Er zog das Eisen dann, Es zwischen seine Rippen Stach in der Qualen Bann.
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| Der krancen sêle minne |
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Herrin, sehest Du mich leiden, Wenn Du meine innig' Liebe Stets voll Gleichmut suchst zu meiden, Dass mir keine Hoffnung bliebe. Doch nur Dir zu dienen, ich allein begehre, Trag' im Herzen eine Leere, Wünsche, mein Schicksal zu mir gnädig wäre.
Herrin, magst Du diesen Qualen Blutig schnelles Ende setzen, Peitschenhiebe soll'n erschallen, Mich bis in den Tod verletzen. Herrin, öffne meine Adern. Tausend Wunden Schenke mir. Und letzte Stunden Mich begleite, Seel', an die ich bin gebunden.
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| <ohne Namen> |
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Göttin, sage mir, was ist Liebe? Weshalb bringet sie mir so viel Pein? Mich zerschmettern des Schicksals Hiebe, Göttin, warum muss es so sein?
Es ist schmerzhaft, innig zu lieben, Und doch schließlich zu bleiben allein, Es ist schmerzhaft, die Lieb' zu verlieren, Göttin, warum muss es so sein?
Wenn ich, gleich einer Fackel flammend, Mein blutend' Herz zu Dir trag', Diese herzlose Welt verdammend, Wird anbrechen der Wahrheit Tag!!!
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| <ohne Namen> |
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Ich steh' am düst'ren hohen Klippenrande, Und schaue auf die weite Welt hinab, Gewahre all die ungeheure Schande, Welche die Menschheit führet in ihr Grab.
Ich sehe Bäume brennen, leiden, Ich sehe falsches Leben, falschen Tod, Ich sehe Narretei gedeihen, Vernehme Ehrenloser Hohn und Spott.
Nicht lange wird sie leidvoll wahren, Die Welt aus Eisen, ohne Herz und Hirn, Luft, Erd' und Wasser der Erlösung harren, Die Schlacht der Seelen wird der Mensch verlier'n.
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| Liebesspiel |
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Stoß' mir Deine Klinge In mein Herz hinein, Küsse meine Wunden, Steche auf mich ein;
Peinige mich zärtlich, Trinke mein Blut, Schlage mich aus Liebe, Wahnsinn, Lust und Wut;
Schlitze, stöhnend, langsam, Mir die Adern auf, Lasse Deinen Flammen Zügellosen Lauf;
Spüre meine Schmerzen, Öffne Deinen Leib, Blutend lass' vereinen Uns, mein grausam' Weib...
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| Midnight scream |
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Bloody star falls from the sky, Tortured soul, tell me, why Does mankind harm the Earth, Having not the fewest worth?
Who has made them so insane, To invoke their own bane? To condemn themselves to die? Bloody star, please tell me, why?!
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| Ballade von trügerischer Schönheit |
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Es ritt ein Elfenkrieger Durch dichten, finstren Wald, Erschöpft, von Durst geplaget; Die Nacht war still und kalt.
Beinahe schlief er ein, Doch scheute sein Ross - Und wundersam entgangen Er einem Pikenstoß.
Behände zückt' der Krieger Sein Kurzschwert und Rapier; Der Schlaf war rasch verflogen; Er sollt' nicht fallen hier.
Den zweiten Stich des Speeres Pariert' der Elf geübt, Als hört er eine Stimme, Die ihm die Sinne trübt',
Die Stimme einer Jungfrau, Verlockend süß sie sprach, Der Feind in den Schatten Verschwand sogleich ihr nach.
"Komm' zu mir, mein Diener, Versehr' den Herrn nicht, Ich mag die edlen Glieder, Das strahlende Gesicht,
Die feine Kriegerseele, Die Augen, voller Stolz," Die Maid nach diesen Worten Schritt aus dem Unterholz.
Des Elfen Augen weit'ten Sich, als er sie gewahrt', Das Blut in seinen Adern Gefror ihm und verharrt' -
Das Antlitz leucht'te milde, Der makellose Leib Umhüllet war von einem Noch kaum sichtbaren Kleid.
Das Herz des Kriegers flammend Begehrt' das schöne Weib, In seinem Geiste wispert's: "Von ihr du ferne bleib!"
Verwirrt hielt er die Zügel Und starrt' die Schönheit an, Ihr Licht plötzlich verblasste, Da hat er sie erkannt;
Er wandte sein Reittier Und schnellte flugs davon; "Ein Succubus! Ein Dämon! Ich bin wohl ganz verlor'n!"
Was mit dem Elf' geschehen, Ist keinem nun bekannt, Doch man erzählt, er wäre In Leidenschaft verbrannt.
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| Succubus II |
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Die schweigsame Nacht legt sich Über die Welt. Ihre göttliche Stille Schenkt mir heilende Träume. Doch durch ihren Schleier Hindurch Ereilt mich verlockender Ruf, Majestätisches, herrliches Lied, Das alles Sterbliche In den Schatten stellt. Bald darauf erscheint Sie, Unbeschreiblich, unendlich schön, Sie lockt mich Und sie verführt mich... Sie weht all meine Gedanken Fort, Mir ihren Leib darbietend... Sei sie noch bezaubernder Als sie es bereits ist, Ich durchschaue Sie mit Leichtigkeit. Niemals vermag sie Den Schmutz ihres Wesens Vor mir zu verbergen. Nach wenigen Augenblicken Höchsten Genusses Verschwindet sie Spurlos, Nie aufhörende Qualen In meinem Geist hinterlassend.
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| Succubus I |
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Ihre Schwingen aus schwarzem Samt Spannt die Nacht um den Erdenball, Dunkle Sehnsucht in mir entflammt Eine Stimm', ein ferner Schall.
Dringet sanft tief in meinen Geist Jener Sang, wie das Mondlicht zart, Finstre Maid mich gegrüßet heißt, Deren Lied mein Herz trifft hart.
So verführerisch schön ihr Leib, Ihre Haut und anmutig' Tanz, Doch verdorben ist dieses Weib, Trügt des feur'gen Wesens Glanz...
Kurze Weile unbänd'ger Lust, Rasch verdränget von ew'ger Pein - Bitt'rer Leere in meiner Brust... Weder Wert, noch Sinn, da zu sein...
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| Min Klagesanc |
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Du Hexe schön! Du Teufelsweib! Du stahlst mein steinern' Herz! Beflügeltest mir Geist und Leib, Nahmst ihnen allen Schmerz...
O! Warum hast Du mich verdammt Zu Jahren voller Leid? Ein Pflock, mir in die Brust gerammt, Mich davon nur befreit...
Dir alles werde ich verzeihn, Denn trägst Du keine Schuld; Sollst Du in Ewigkeit gedeihn, Ich - schmor'n im Höllenschlund!
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| Requiem für die Liebe |
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Vor Monden war sie eine Flamme klein, Schnell wuchs sie auf zu mächt'ger Feuersbrunst, Nun ist sie tot. Verraten und allein' Ich liege nieder, bar aller Lebenslust.
Die schöne Hexe hielt gebannt und feste Mein Aug', mein Herz und meinen kalten Geist, Sie dann zerschlag'n. Der Liebe Überreste Erwachen still, und Zweifel mich zerreist.
Vergang'ne Freuden wurden rasch zu Qualen, In meiner Seel' entstehet ein Dämon, Ich könnte ihn mit einem Hieb zermalmen, Doch spüre seinen grauenhaften Hohn;
Mich ängstigt nicht die unheilvolle Pein, Die lebend pflanzet er in meinem Blut, Wenn fiele er, so hörten auf zu sein Der Liebe letzter Hauch, der Hoffnung Glut.
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| <ohne Namen> |
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Liebe und Eifersucht, Freude und Neid Suchen mich heim jeden Tag, jede Zeit. Mein Verstand ist seit Monden nicht frei, Was ich gemocht, wird mir nun einerlei.
Sie liegen jenseits von Böse und Gut, Meine Bestreben; und finstere Wut Die Schwelle zum Wahnsinn trennt mit einem Hieb, Wenn ich gewahre sie, zärtlich und lieb,
So nahe und doch noch so ferne zugleich; Ihr wellig Haar und die Haut, so weich, Ihre blaugrauen Augen, ihre anmut'ge Gestalt, Und in meiner Seel' ihre Stimme erschallt.
Mit Klinge und Harfe will dienen ich ihr, Weder getrieben von Lust noch von Gier, Doch von wahrer Liebe, großartig und rein, Ohne sie sieche ich heut' so allein'...
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| Neid |
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Böser Tag zeugt böse Nacht, In mir ein Dämon erwacht, Sein Name lautet "Neid", Er versprechet Pein und Leid;
Reitet er herbei geschwind, Sein grausam' Lied beginnt. Singet er von Liebesglück, Reißt mir meines Herzen Stück;
Qualvoll mir den Geist zerätzt, Mich durch alle Höllen hetzt. Feuer er in mir entfacht, Das mich frisst mit seiner Macht.
Schwind't mir eins nicht aus dem Sinn - Meine Schuld erschaffte ihn, Ich vermehrte meinen Schmerz, Ich zerschnitt mein eigen's Herz!
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| <ohne Namen> |
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Broken dreams and rotten heart Are all what I have, Wandering corpse and empty soul, I've never dwellt in grave.
Nature's knight and nightmare bard, Black rose on my shield, Jester at the world king's yard, Sword of ice to wield.
Baptised in temptation's deeps, Metal in my mind, Keys of wisdom a being keeps I guard from mankind.
Suffered from unholy pain On my own fault, Doom and sorrow soon shall reign, Raising from cursed vault.
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| <ohne Namen> |
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Die Sonne gehet unter, Die neue Nacht beginnt, An meines Dolches Schneide Dein Blut herunterrinnt.
Du scheidest aus dem Leben, Doch wirst nicht lange ruh'n; Bevor der Mond verblasset, Im Untod wirst erblüh'n.
Mit mir wirst Du beschreiten Der Wahrheit kalten Pfad, Und wandern im Zwielicht Im grauen Seelenwald.
So lasse es geschehen, Vergesse alles Leid, Genieße dies Unleben, Von Sterblichkeit befreit.
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| Totenliebe |
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Eines kalten Winternachts, Lagen zwei Leichen Auf einem Grabstein; Feste umarmt, Haben sie sich geliebt, Tot und verwest, Doch immer noch so geil...
Seine Knochenfinger gleiten Über ihre kahlen Rippen, Tote Kiefer küssen Ihre halb verwesten Lippen;
Zuckend zieht sie auseinander Ihrer Schenkel faulend' Fleisch, Seines Gliedes Überreste Dringen starr in ihren Leib;
Letzte Tropfen kalten Blut Eilen still aus ihrem Mund, Heiser stöhnt sie vor Vergnügen, Haut zerrissen, Seele wund...
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| <ohne Namen> |
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Den Glanz Deiner reinen Seele habe ich erkannt, Als ich Dich zum ersten Mal erblickte, Sterblich bist Du und dennoch so wunderschön, Deine Augen grauer Schein Die Hässlichkeit der falschen Welt vernichtet.
Doch bist Du in listenreichen Netzen dieser Welt gefangen, Glaubest aber Dein Leben zu genießen; Vor Qualen vor und nach dem Tode will ich Dich bewahren; Eis und Feuer werden in der Hölle fließen.
Dein Blut begehre ich, doch will Dich nicht zerstören, Denn Deinen Geist und Deinen Körper lieb ich viel zu sehr, Hirnlosen Sterbliche und ihren Lügen darfst Du nicht vertrauen, Ihr "normales" Leben ist sinnlos und leer.
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| Der Seelenfänger |
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Ich bin ein Wesen Des Todes, des Zwielichts und der Kälte, Halb tot, halb sterblich, Zwischen und in zwei Welten lebend, Ich blicke durch die Sterblichen hindurch, Durch ihre Körper, in ihre Hirne, Auf ihre Seelen... Ich sehe ihre Seelen! Ich sehe alle Seelen! Ich fühle sie und ich erkenne sie... Unwürdig und verdammt die Meisten sind, Auf diese Seelen warten beide Höllen, Doch gibt es manche - wie Mondlicht scheinen sie, Die aus dieser gequälten Welt errettet werden sollen... Ich bin der Seelenfänger, Ich halte eure Seelen in der Hand, Sterbliche Narren, ich habe die Macht Über euch und nicht ihr! Die Ehrenlosen werden Die reinen Seelen nicht bekommen! Die Seelenernte ist nah, Und die Verdammnis hat begonnen!
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| Disharmonie |
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Dein Blut und Deine Tränen Waren mein Lebenstrank, Ich habe Dich geliebt Im Leben und im Tode Und im Untod; Meine Seele fror an Deine 'ran, Verbunden waren wir mit einer Kette Aus Eis und Stahl; Und mehrmals ging ich durch die Hölle, Um Deine graue Seele zu befreien; Dämonen schwiegen und Deine Leiche lachte In matter Nacht. Versteinert ist die Seide, Vereiset ist das Feuer, Verflucht sind die Gefühle Und grausam mein Schrei nach Dir...
Ich liebe, fühle, sehe Dich immer noch, nach all den Jahren; Du bist das süße Gift in meinem Hirn, Der zarte Dolch in meinem Herzen...
Ich spüre jetzt noch Dein Blut An meinen kalten Lippen; Dein Sarg ist leer und Du bist fort, Doch ich werde Dich finden...
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