"Der engel sprach: wær ich ein mensch, daz ich ersterben kunde, 
dîn wort wær mir ein dunrslac. 
ez muoz mir immer niuwe sîn naht unde tac, 
daz ichz gehoeret hân von dînem munde."

Dreaded Desire

You're dead, my dear, though I won't put on black -

Bewidowed mourners suffocate from tears -

Your rimed flesh worths o'er the soul You lack,

Decay may not dry out extatic cheers;

 

As maggots gnaw upon Your rotting skin,

I share their prey, enraged by eager dreams;

Beloved of mine, You shall remain my sin

Until they curdle forth, our joined crimson streams;

 

I dare to name my creeping passion 'love',

I dare to praise Your slowly fading shape -

Love does not need God's blessing from above,

Love is a demon no one might escape.

 

 

<ohne Namen>

Einsam streift sie, spurlos leise

Durch die schneebedeckten Weiten,

Nur verirrte Wintermeise

Hört ihr Klag'n zu Dämmrungszeiten;

 

Einst verlor sie Leib und Hülle,

Als sie ihres Liebsten harrte,

Hunger litt trotz Erntefülle,

Welkte hin, das Veilchen zarte;

 

Jahr um Jahr bar jeder Gnade

Tobte Krieg in allen Landen,

Längst zum Schmaus für Wurm und Made

Ward der Bursche, ihr zuschanden;

 

Und obwohl auch sie zerfallen,

Wandelt sie in Hoffnung bangend,

Soll ihr Lied so lang' erschallen,

Bis sie trifft, nach wem sie langend...

 

 

<ohne Namen>

Tief im Morast liegt Gebein,

Krähen schnattern ihre Lieder,

Dort will ich zuhause sein,

Legen mich zum Liebsten nieder;

 

Bäume ächzen ihren Segen

Fern von Städten, Dörfern, Wegen,

Singen uns in sel'gen Traum;

Von geduld'gen Spinnentieren

Lassen wir das Bett uns zieren,

Nähen einen Spitzensaum;

 

Da, im abendtrüben Licht,

Unter Moos und feuchten Farnen,

Furcht und Bangen brauch' ich nicht,

Mag mein Liebster mich umgarnen;

 

Bis die frechen Morgenglocken

Neuen Tages Sonne locken,

Bleiben wir in Liebe ein;

Wie am Grabstein Efeuranken

Unsre Leiber und Gedanken

Sich verflechten und gedeih'n...

 

 

虫の私

Im betongewirkten Ameisenhaufen,

Wo die Glühwürmchen trinken Blitz,

Wo die Drohnen geschäftig laufen,

Voneinander nie nehmen Notiz,

 

Dort, mit Zeilen statt Seide umsponnen,

Hat sich leis' eine Raupe verpuppt,

Abgeschieden vom Lichte der Sonnen

Und im Pulse verharrt so abrupt;

 

Ihre Flügel reifen nur langsam,

Doch wie Nektar nährt sie manches Wort,

Und ein Lächeln wird ihr zum Balsam,

Bis sie ganz den Flammen gehört.

 

 

Vielleicht

Vielleicht, bin ich nur zu fragil,

Vielleicht, wen kümmert es auch?

Vielleicht, denke ich bloß zu viel,

Vielleicht - alles nur Schall und Rauch;

 

Vielleicht, geht zu schnell verloren,

Das was ich ohnehin nie fand,

Vielleicht ich mir selbst erkoren

Den Pfad an dem trostlosen Rand;

 

Vielleicht, werde ich bald zerbrechen,

Vielleicht wird es niemals geschehn...

Zu entrückt, mich jemals zu rächen,

Schlicht bemüht, immer weiter zu gehn...

 

Wenn ich wüsste, worum ich ringe,

Doch mir selbst versage das Licht -

Vielleicht lachte ich ob so vieler Dinge,

Nur weshalb gelingt es mir nicht?

 

Vielleicht wird die Zeit noch kommen,

In der Worte keine Schatten mehr sind,

Dem entgegen harr' ich benommen,

Nicht vor Tränen, vor Sehnsucht blind.

 

 

<ohne Namen>

春の空

夜明け色では

日が笑う

 

 

<ohne Namen>

何故か

今日の陽の目は

正直

 

偽善のために

日が佳良ね

 

 

Frohes Neues Jahr

Magnesiumfluten,

Nach Wolken und Sternen

Sie langen, sie wüten,

Sie rühmen die Herren;

 

Die Furcht ob der Zeiten

Mit Kunststoff verborgen,

In Ethanol gleiten

Die wimmelnden Sorgen;

 

Besinnungslos schwingen

Der Ohren Membranen,

Wo Jubeln und Singen

Des Denkens ermahnen;

 

Dem Bürger zu Pflichten

Ein Aufklebelächeln -

Das Fest ist, mitnichten,

Gar schön zum Erbrechen!

 

 

Cadaverous Narcism

Seichten Bach zum Spiegelglase,

Schaue ich die welke Pracht,

Was soll ruhen unterm Grase

Hat ein Wunder mir vermacht;

 

Fort sind Rosen von den Wangen,

Doch nicht eine Träne drob,

Das erblühte Selbstverlangen

Selbst der Schnitter nicht enthob;

 

Nutzlos aller Puls des Lebens,

Auch durch blankes Bein ins Mark

Fahren sie, verleumdt vergebens -

Lust und Kuss, an Reue karg;

 

Grabwurm wird zum Kunsthandwerker

Zu vollenden die Gestalt,

Die mein Eigen, die nur stärker

Ich vergöttere alsbald;

 

Seht der wirren Liebe Sünde,

Wahren Kern in meinem Sein -

Wer zu heucheln nicht verstünde,

Werfe mir den ersten Stein!

 

 

Hochzeit

Der Schmerz soll sein mein Bräutigam,

Und purpurrot mein Schleier,

In Liebe nehme ich zum Mann

Den einzig treuen Freier;

 

Die Stille gibt den Takt zum Tanz,

Und nach dem inn'gen Kusse

Aufs weiche Bett mit Strauß und Kranz

Legt er mich, sich zu Fuße;

 

Nichts wird je stör'n die Hochzeitsnacht,

Die ewiglich soll währen,

Bis ich in kalter Erde Tracht

Aus Fleisch mag Staub gebären!

 

 

Sonshitsu (損失)

永遠に

命の香

を忘れた

 

楽しい面で

を隠す

 

 

Zeilen der Verzweiflung

Rinnt mir Schmerz aus der Seele

Noch in Tinte statt Blut,

Bald zu tief sind die Wunden,

Es wird nie wieder gut.

 

Wie ich bin zu leben -

Eine Sünde schlechthin,

Mich darf's nicht geben,

Ich ergeb' keinen Sinn.

 

Habe ich zwei Geister,

Oder einskommadrei -

Nicht vom Herrn ist mein Treiben,

Und der Rest einerlei.

 

Doch -

 

Euer Gott ist vertrocknet

Wie ein staubiges Buch,

Das er selbst nie geschrieben

Meinesgleichen zum Fluch.

 

Ich leide unträglich

Nicht am Kreuz noch am Wort,

Ich wünsch mich nur täglich

Aus der Hülle hinfort.

 

 

Ad Incvbvm, ab desperata in lacrimis capta

Vergib mir meine wirren Launen,

Das trostlos wankende Gemüt,

Zu Herzen bitte nimm das Raunen

Des stillen Wesens, welch' verglüht,

 

Verlustig aller Kraft zu tragen

Trotz zweier Seelen eine Last,

Und in des Sommers hellen Tagen

In eigner Finsternis verblasst;

 

Verzeih, sollt' ich verstimmt Dich haben -

Magst Du mir allen Groll begraben?

 

 

Die Menschheit

Tausend Augen -

   und alle sind blind;

Tausend Ohren -

   und alle sind taub;

Ängstlich fragt ein einsames Kind:

"Mama, wer hat dir das Fühlen geraubt?"

 

 

Nicht ich

Hinter Gittern - dürren weißen Knochen,

Zwischen Mauern aus zu enger Haut,

Adern ketten stramm im Takt zum Pochen

Sie am schlanken Turm, aus Fleisch gebaut;

 

Durch die trüben Fenster müder Augen

Glitzern ihre Träume in die Welt,

Kaum vorm Schicksal zum Erretten taugen,

Es ihr Henker, sie der Delinquent;

 

Fromme Richter wetzen böse Zungen,

Wieder wird zum Schleifstein Gottes Wort -

Wen mit Kreuz zu heilen nicht gelungen,

Dem die Erde sei kein rechter Ort;

 

Doch ein Hoffen schleicht sich in den Kerker,

Leuchtet aufs Gemisch aus Herz und Eis,

Was sie nicht zerbricht, macht sie bloß stärker,

Und die Raupe reift zum Falter einst...

 

In Gesellschaft oft unreiner Reime

Harrt indessen stur der Dinge sie,

Nur gewärmt in ihrem tristen Heime

Von im Mondschein blüh'nder Poesie.

 

 

Transsexualitas

Mein Körper und

Mein Wesen

Sind nicht eins,

Mein Leiden und

Mein Neiden -

Die des Scheins und Seins;

 

Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten,

Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?

 

Mein Trachten und

Mein Sehnen -

Euer Hohn und Spott,

Mein Streben und

Mein Leben -

Ketzerei vor eurem Mann von Gott;

 

Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten,

Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?

 

Mein Werden und

Mein Wandel -

Vor Entsetzen jammernd ihr empfangt,

Mein Frieden und

Mein Lieben -

Ist damit denn wirklich

                      allzu viel verlangt?

 

Mein Garten mag euch keine reifen Früchte bieten,

Wollt ihr mir etwa alle Linderung verbieten?

 

 

[Sado:Maso]

Verhassten Leib durchströmt so wild

Verdrehte Fleischeslust,

Den Wunsch, zu leiden, führt im Schild

Die Flamme in der Brust;

 

Die blasse Haut sich bietet dar

Verspielter liebster Qual,

Den Strom des Seins, so rot und klar,

Nicht zügelt die Moral;

 

Aus Freuden an verlangter Pein

Erblüht das Sehnen zart,

Zu danken bis ins Mark hinein

Für diese Höllenfahrt...

 

 

Animæ Conjunctæ

Zaghaft uns zusammenführte,

Wort für Wort der Federkiel,

In verworr'ner Verse Spiel

Jede warm das Sehnen spürte;

 

Keines Menschen stumpfer Blick

Mochte uns in Freuden scheren,

Aus den höchsten Himmelsphären

Brachten Scherben doch das Glück;

 

Auferstanden ist das Herz,

Das in Trümmern hat gelegen,

Wird genesen, Liebe hegend,

Bald es von Verlust und Schmerz;

 

Um das Herz, ins Fleisch gekettet,

Bricht die Glut das schwere Eis,

Wonnentränen klirrend heiß

Künden still: "Wir sind gerettet!"

 

 

Schwarzweißer Regenbogen

Wo einst wir uns die Lieb' geschwor'n,

Geworfen fort den Kranz,

Da fand ich Dich für ewig bleich,

Die Augen ohne Glanz;

 

Ich tauchte erst ins Tränenmeer

Und schwamm Dir lange nach,

Bis aller Trauer dumpfer Klang

An wilder Lust zerbrach;

 

Zart küsste ich Dein weißes Fleisch,

So steif und regungslos,

Vereiste Wässer, still und tief,

Trank ich aus Deinem Schoß;

 

Wie, als Dein Herz noch schlug, so oft,

Auch jetzt die starren Händ'

Mich ritten durch den Himmel weit

Ans bittersüße End';

 

Obgleich Du spürtest nicht die Glut,

Die ich entlockte Dir,

Verdorb'nem Geiste bleibst Du stets

Des Lebens Elixier...

 

 

An Ihn

Das Antlitz milde und erhaben,

Die Worte messerscharf und kalt,

Des Augenlichtes süße Gaben

Raubt schnell der Tränenflut Gewalt;

 

Das unerfüllte heiße Sehnen

Fließt stumm den Federkiel hinab,

Und Tag für Tag durchströmt die Venen

Die Furcht, die sich an Träumen labt;

 

Vergib mir all die welken Zeilen,

Ich gäb' Dir mehr, so ich nur könnt',

Doch bleibt's ein Wunsch, mit Dir zu teilen

Die Liebe, die mir nicht vergönnt.

 

 

Sapphos Erben

Furcht und Kleider von sich streifend,

Bebend, glühend, blütenzierlich

Nähern sich gebannt, begierlich,

Sachte nacheinander greifend

 

Zwei errötende Gestalten,

Herzensdamen ohne Ritter;

Wohlig in Verlangen zitternd

Sich verflechten ungehalten

 

Feuchte Zungen, schlanke Finger,

Weiße, fiebrig warme Glieder;

Lüstern wandern auf und nieder

Zarte Händ', die eng umschlingen

 

Junger Leiber süße Früchte,

Gleitend Berg und Tal erkunden;

Hauch für Hauch verfliegen Stunden

In geteilter Liebe Lichte...

 

Speist der Rausch die Harmonie,

Gleich und Gleich sich trennen nie.

 

 

Geschlechtsumwandlung

Ein Stich unter die Rinde,

Fremder Saft in starken Zweigen,

Und der Esche Stamm geschwinde

Macht sich Ulmenzier zum Eigen;

 

Raues Laub weicht lockend' Früchten,

Lind wird Holz von allen Seiten,

Wurzeltiefe Schnitte richten

Inn'ren Kerns Verschiedenheiten,

 

Bis sich zärtlich in der Brise

Ein gar andrer Baum wieget...

Sich auf maienlichter Wiese

An die traute Esche schmieget...

 

 

Tränen, zu Zeilen erstarrt

Liebster, schlag' mich, bis ich blutend

Kraftlos vor Dir liege nieder,

Ohne Gnad', verzweifelt, wütend

Schenk' mir Schmerzen immer wieder;

 

Liebster, strafe mich mit Worten,

Die mich schneidend Demut lehrten,

Hallend schwer, mein Ich zerstörten,

Pein und Tränen mir bescherten;

 

Liebster, schlachte mich gar blinde,

Denn nur Deine Grausamkeiten

Sind erträglich Lokis Kinde,

Wenn es Wahn und Furcht begleiten!

 

 

Der Liebenden Klage

Auf roter Wiese

Ob Deinem Leibe

Des Nachts in Tränen

Ich still verbleibe;

 

Das weite Schlachtfeld

Bei Tag erzittert,

Nun liegst Du nieder,

Von Frost umwittert;

 

Dein Fleisch und Mark nun -

Der Raben Speise,

Nach Walhall führet

Dich heut' die Reise;

 

Der Schwerter Hiebe

Uns trennten jähe,

Auf Midgards Boden

Nie mehr Dich sehe;

 

Du schworst zu lieben

Nur mich alleine,

Dein Wort ich ritze

Am Runensteine;

 

Wenn weichen Götter

Dem Jötunschwarme,

Hältst Du mich wieder

Geschützt im Arme...

 

 

Seelenwinter

Hrimthursenhauch die Welt benetzt,

Naht Fimbulwinter Midgards Toren,

Fenrirs Gefolg' die Krallen wetzt,

Mein steinern' Fleisch, es ist erfroren;

 

Ich wollte lachen unbeschwert,

Doch scheinbar alle Freud' verloren,

Kein warmer Trunk die Lust genährt,

Mein heit'res Blut, es ist erfroren;

 

Ich wollte träum'n von holdem Glück,

Von Lieb', die ich hätt' auserkoren,

Spürt' nicht der Minne sanften Blick,

Mein schwebend Herz, es ist erfroren;

 

Ich wollte weinen hemmungslos,

Vor Qual'n, die meine Seel' durchbohren,

In Einsamkeit das Leid nicht floss -

Die Tränen heiß, sie sind erfroren;

 

Ich wollte dichten in der Nacht -

In stiller Stund' kein Vers geboren,

Erstarrter Geist kein Werk vollbracht,

Die Worte schwer, sie sind erfroren...

 

 

Meiner Seel' Zerwürfnis

Wenn ich die Augen schließe,

Schwebt mir ein süßer Traum vor,

In Sehnsucht schwelgend, fließe

Im Geiste ich den inn'gen Wunsch empor;

 

Dein Anblick schenkt mir Kraft, zu leben,

Obgleich ich willig peinvoll stürb',

Um, neugeboren, Dir zu geben

In würd'gem Leibe wahre Lieb';

 

Bin ich verdammt, gequält zu harren

Äonenlang in Fehlgestalt?

Mag ich in Haljas Griff erstarren,

Mir neues Leben schaffen bald?

 

 

Kind des metallenen Zeitalters, oder Disharmonische Stimme

Du bist ein Kind

     Des metallenen Zeitalters,

Deine künstliche Welt

     Ist kunstlos, hoffnungslos,

Hat sich selbst den Sinn

     Wegrationalisiert...

 

Du wirst programmiert,

     Lädst dir deine Träume herunter,

Vom Fließband sie rollen

     Durch dein Hirn auf den Müll...

 

Du glaubst an Gott,

     Geld, Amt oder Jemanden,

Denn ohne Idole

     Funktionierst du nicht...

 

Du fragst nicht nach,

     Fragen ist ein Fehler im System;

Schnappst nach chemisch präpariertem Zuckerbrot,

     Wimmerst vor der Paragraphenpeitsche...

 

Du lebst oder stirbst,

     Es ist einerlei,

Die Einsen und Nullen werden gelöscht,

     Neu geschrieben, ersetzt...

 

 

Du liebtest meine weiße Leiche

Rote Blätter glitten, rieselten hernieder,

Trübe Regenwolken rief herbei der Wind,

Da, in jener Stund', erstarrten meine Glieder,

Ohne Pein mein Herz verstummte sanft und lind;

 

Deiner Trauer Fluss gebot dem Regen Schweigen,

Dein Klagelied dem Sturme nahm die Macht,

In des matten Herbstes stillem buntem Reigen

Schenktest Du zum Abschied mir eine Liebesnacht;

 

Voller zarter Sehnsucht küsstest Du die Lippen,

Denen mein Atem längst nicht mehr entsprang,

Trankst den weißen Raureif von den steifen Rippen,

In mir hallte wider Deiner Schmerzen Drang;

 

Von glücksel'gen Bildern nun verflog'ner Tage

Wie von blassen Geistern in den Wahn gequält

Sinnlich seufzend weinst Du leer die müden Augen

Auf das, was zurück ich Dir ließ auf dieser Welt...

 

 

Desiderium Renationis

Wenn ich falle,

     wenn ich blute,

Spür' des Schnitters Zorn und Güte,

Wenn ich rotte

     und verbleiche,

Steig' ich frei aus meiner Leiche,

 

Streife ab

     des Fleisches Maske,

Die ich lebend so sehr hasste,

Flieh' den welken Eschenstamm,

Auf zur Quell', der ich entstamm,

 

Schaff' mich neu

     nach eig'nem Bilde,

Nach der toten Göttin Traum,

Aus dem Chaos,

     rauh wie milde

Fließ' ich in den Lebensbaum...

 

Alles Menschenwort verneine,

Mich mit meiner selbst vereine!

 

 

Der Sturmberg

Ich weiß einen hohen Gipfel,

Stets von jähem Wind umtost,

Auf der Täler Baumwipfel

Schaut er grimmig und erbost;

 

Unermüdlich Blitz und Regen

Schickt, wie Söldner, er hinab,

Und auf engen, steilen Wegen

Fand so mancher sein Grab;

 

Ich zog her zum frechen Riesen,

Lachend ob des Hagels Macht,

Singend in den scharfen Brisen,

Zagend nicht in finstrer Nacht;

 

Neckend zupfte ich den Alten

Am verschneiten weißen Bart,

Spielte wild mit Sturmgewalten,

Die der Griesgram um sich schart;

 

Mag er wüten, mag er grollen,

Mag der Donner brüllen laut,

Wird er ewig Achtung zollen,

Mir, die ihm den Stolz geraubt!

 

 

Der weiße Hirsch

Im Schoß des Waldes ward gebor'n

Ein Hirsch, der keinem Glich,

Gespenstisch weiß, durch Strauch und Dorn

Er wie ein Schatten schlich;

 

Kein Jäger hörte seinen Schritt,

Kein Wolf ihn holte ein,

Der Königsschützen wilder Ritt

Vergeblich sollte sein;

 

So mancher irrte durch das Grün,

Zu stellen die Trophäe,

Doch keine Hoffnung konnte blühn,

Der dunklen dient sie Fee;

 

Noch gestern - Bogen in der Hand,

Von Kraft erfüllt die Glieder,

Versunken heut' in Sumpfesland,

Nie kehrt der Sucher wieder;

 

Prinz, Bauer, Krieger, Trunkenbold -

Lockt viele ins Verderben

Der weiße Hirsch, und wer ihm folgt,

Im Wald muss ruhmlos sterben;

 

O Reisender, sei auf der Hut,

Flieh den verwunsch'nen Hain,

Nicht folge blind der tollen Wut

Zu jag'n der Fee Lakaien.

 

 

Neid II

Inmitten zerfall'ner Gebeine,

Vom Eishauch der Gräber umweht,

Verweilt mein Wesen alleine,

Entflohen der lärmenden Welt;

 

Die Hülle aus reglosem Marmor,

Der Kern lodert auf sonnengleich;

Die graue Seele ein warmer

Doch bitterer Schatten beschleicht;

 

Der Neid säht erneut Unbehagen

In Askens wie Emblas Geblüt,

Und wie in vergangenen Tagen

Mein Herz voller Sehnsucht verglüht.

 

 

An eine Sterbende

Stummer Stahl zertrennt

Weißes Mädchenfleisch;

Tränen und Gekreisch

Sind mein Element -

 

Lieben wollte ich,

Doch nur eins vergaß -

Schlächter voller Hass

Bin ich innerlich -

 

Magst Du mir verzeihn,

Mit Dir Grabeserd'

Teil' ich bald und werd'

Einmal wie Du sein...

 

 

Knochengeilheitswonnenreim

Tot liegst Du zu meinen Füßen,

Beuge ich mich nah zu Dir,

Den verstummten Mund zu küssen,

Wild zu stillen Lust und Gier...

 

Lebend wecktest Du mein Sehnen,

Reizt mich tot gar umso mehr -

Bleiche Glieder, starre Venen,

Trübe Augen, blicklos leer...

 

Bei mir weilst Du nun entkleidet,

Atemlos wie makellos,

Kein glüh'nder Schmerz mehr schneidet

Fahles Fleisch in Deinem Schoß...

 

Meine Leidenschaft durchdringet

Deiner Seel' verlass'nes Heim...

In der trägen Luft erklinget

Knochengeilheitswonnenreim...

 

 

Tod... Süßer Tod...

Ich träum' von vielen, tiefen Wunden,

Von Todeshauch und ew'gen Schmerzen,

Wenn stürb' mein Leib, zerfetzt, zerschunden,

Läg' vielleicht Ruh im toten Herzen...

 

Was sehnlich wünschte ich zu teilen,

Das habe ich mir selbst genommen,

Helheims Nebel werd'n mich heilen,

O Skuld, wann wird die Stunde kommen?

 

Wenn der Natur nicht weihte ich mein Leben,

Hätt' ich mich längst der Hela übergeben...

 

 

<ohne Namen>

Wenn das Herz vor Sehnsucht brennt,

Wenn die Angst es legt in Ketten,

Wenn der Geist die Ruh nicht kennt,

Wenn er kaum ist zu retten,

 

Wenn die Eifersucht zerfurcht

Trunk'ne Seel' mit tausend Wunden,

Wenn nur Zweifel, Pein und Furcht

Sind Gefährt'n in trüben Stunden,

 

Wenn Fata Morgana gleich

Harmonie und Glück zerrinnen,

Wenn gar der Lebend'gen Reich

Wertlos scheint gequälten Sinnen,

 

Was mag brechen diesen Bann,

Was mag heilen dieses Wesen?

Helfen will zwar Freundes Hand,

Lässt nur die Natur genesen...

 

 

<ohne Namen>

Alle Logik ist verloren,

Die Vernunft ist einerlei,

Ich will leben, ich will lieben

Dem Gehörnten Gotte gleich!

 

Keine Kette mag mich halten,

Kein Zwang und kein Wort,

Der Gebote Last verleugnend,

Eile ich mit Geistern fort;

 

Der Natur entspring die Wonne,

Menschenheuchler töten sie,

Möge mich davor bewahren

Freier Seele Poesie!

 

 

<ohne Namen>

Wenn ich eine Harfe hätte,

Mit Seiten so gold'n wie Dein Haar,

Entlockt' ich ihr zärtliche Klänge,

Wie Deine Augen klar;

 

Berührte ich eine Rose,

Zierlich wie Deine Gestalt,

Erläge ich, Träumerseele,

Der wahren Schönheit Gewalt...

 

 

<ohne Namen>

Deine zärtliche Hand

Schwere Peitsche erhebt,

Von Verlangen gebannt,

Mein Leib zittert und bebt;

 

Deiner weiblichen Macht

Willig beuge ich mich;

Lusterweckende Pracht

Weißen Fleisches zerbricht

 

Des Verstands letzten Dorn;

In dem wallenden Blut

Sind auf ewig verlor'n

Widerstreben und Wut;

 

Immer tiefer herab

Zieht mich Dein sanfter Hauch,

In unendliches Grab

Aus betörendem Rauch...

 

 

Agonie und Liebe

Übersät von kalten Knochen,

Faulen Herzen, die noch pochen,

Bleicher Haut zerschliss'nen Fetzen,

Halbzerfall'nen und zerätzten

 

Hirnmassen, Fleisches Brocken;

Wildgesung'n von Totenglocken,

Süß verdorb'nen Melodeien;

Galle, Blut und Eiter speiend

 

Zwei Gestalten sich vereinen

In des Zwielichts trübem Scheine;

Nach dem Tode nichts geblieben

Außer Agonie und Liebe...

 

 

<ohne Namen>

Der Natur zerbrechliches Gleichgewicht,

Menschen sagen, das gäb' es nicht;

Liebe, Ehre und Freundschaft

Wurden Opfer der Wissenschaft;

Wenn die schöpfende Feste fällt,

Wie ertrage ich diese Welt?

Pragmatismus, Vernunft, Verstand

Meiner Todesuhr streuen Sand;

Unzertrennbar sind Lieb und Hass,

Warum leugnet, ihr Menschen, das?

Warum schwört ihr Gefühlen ab,

Euch nur sorgend um Gut und Hab,

Um Vergnügen, das rasch vergeht,

Öffnet doch eure Aug' und seht!

Seht das Glück, welches ewig wahrt,

Seht die Weisheit, die eurer harrt!

Hört der weinenden Seele Rat,

Die ein Freund verwundet hat!

 

 

Der Schrei

Leugne nicht, was in Dir lodert,

Deines Herzen Raunen hör',

Lass' nicht zu, dass schließt und modert

Zum Verborg'nen letztes Tor!

 

Flüchte nicht vor Seelenflammen

In des geist'gen Elends Reich,

Heile nicht der Liebe Schrammen

Mit Gelüsten, leer und gleich!

 

Der Natur uralte Weisheit

Jeden Suchenden erhellt,

Warum wählst Du blinde Falschheit

Todgeweihter Menschenwelt?

 

Nicht selbstsüchtig noch besessen

Schreibe diese Worte ich,

Qualen mein Herz zerfressen,

Letzter Hoffnung Spross zerbricht...

 

 

Tränen

Wenn der Sonne gleißend' Strahl

Wald und Wies' beflutet,

Wenn das Mondlicht, kalt und fahl,

Auf die Erde blutet,

 

In des Herzens unentdeckt

Stillem Kämmerlein

Meine Seele sich versteckt,

Einsam und allein.

 

Einen Freund sie beweint,

Keine Ruhe findet,

Keine Hoffnung auf sie scheint,

Ihre Pein lindert...

 

 

Verräter

Mit schleimigen Worten

Du Wonnen erreichst,

Des Heiligtums Pforten

Entehrend zerreist;

 

Nicht denkend noch zagend

Du Frauen verführst,

Im Herzen, dumpf schlagend',

Du schwarze Schuld führst.

 

Dein listiger Pfeil

Verfehlt nie sein Ziel,

Du setzt Wohl und Heil

Der Freunde aufs Spiel.

 

So wisse, Verräter,

Von Göttern verflucht,

Dich wird niederschmettern

Des Racheschlags Wucht!

 

 

<ohne Namen>

Einst lebten unbekümmert

Zwei Freunde, Flamm' und Eis,

Sich wünschte einer Liebe,

Der andre - Freuden heiß.

 

So war es dann geschehen,

Dass eine schöne Maid

In ihrer beider Herzen

Entfachte Lust und Leid.

 

Verflogen Mond und Woche,

Der Wollust führend Schwert,

Den feurigen Gefährten

Begierde hat verzehrt.

 

Geplagt und überwältigt

Von listigem Dämon,

Verging er sich am Weibe,

Des Teufels hörend Hohn.

 

Als es der kalte Jüngling

Am nächsten Tag erfuhr,

Zerbarst sein Herz beinahe,

Die zärtliche Natur.

 

Beherrschung bald verloren,

Zum tödlichen Duell

Er hat herausgefordert

Die engste Freundesseel'.

 

Es kreuzten sich die Klingen,

Mit Pein in der Brust

Der Eisige sein Rapier

Schwang ohne Kampfeslust.

 

Nach Stunden langen Streites

Den Freund er bezwang,

Mit Stichen kalten Stahles

Den grausam' Sieg errang.

 

Aus des Besiegten Leibe

Er zog das Eisen dann,

Es zwischen seine Rippen

Stach in der Qualen Bann.

 

 

Der krancen sêle minne

Herrin, sehest Du mich leiden,

Wenn Du meine innig' Liebe

Stets voll Gleichmut suchst zu meiden,

Dass mir keine Hoffnung bliebe.

Doch nur Dir zu dienen, ich allein begehre,

Trag' im Herzen eine Leere,

Wünsche, mein Schicksal zu mir gnädig wäre.

 

Herrin, magst Du diesen Qualen

Blutig schnelles Ende setzen,

Peitschenhiebe soll'n erschallen,

Mich bis in den Tod verletzen.

Herrin, öffne meine Adern. Tausend Wunden

Schenke mir. Und letzte Stunden

Mich begleite, Seel', an die ich bin gebunden.

 

 

<ohne Namen>

Göttin, sage mir, was ist Liebe?

Weshalb bringet sie mir so viel Pein?

Mich zerschmettern des Schicksals Hiebe,

Göttin, warum muss es so sein?

 

Es ist schmerzhaft, innig zu lieben,

Und doch schließlich zu bleiben allein,

Es ist schmerzhaft, die Lieb' zu verlieren,

Göttin, warum muss es so sein?

 

Wenn ich, gleich einer Fackel flammend,

Mein blutend' Herz zu Dir trag',

Diese herzlose Welt verdammend,

Wird anbrechen der Wahrheit Tag!!!

 

 

<ohne Namen>

Ich steh' am düst'ren hohen Klippenrande,

Und schaue auf die weite Welt hinab,

Gewahre all die ungeheure Schande,

Welche die Menschheit führet in ihr Grab.

 

Ich sehe Bäume brennen, leiden,

Ich sehe falsches Leben, falschen Tod,

Ich sehe Narretei gedeihen,

Vernehme Ehrenloser Hohn und Spott.

 

Nicht lange wird sie leidvoll wahren,

Die Welt aus Eisen, ohne Herz und Hirn,

Luft, Erd' und Wasser der Erlösung harren,

Die Schlacht der Seelen wird der Mensch verlier'n.

 

 

Liebesspiel

Stoß' mir Deine Klinge

     In mein Herz hinein,

Küsse meine Wunden,

     Steche auf mich ein;

 

Peinige mich zärtlich,

     Trinke mein Blut,

Schlage mich aus Liebe,

     Wahnsinn, Lust und Wut;

 

Schlitze, stöhnend, langsam,

     Mir die Adern auf,

Lasse Deinen Flammen

     Zügellosen Lauf;

 

Spüre meine Schmerzen,

     Öffne Deinen Leib,

Blutend lass' vereinen

     Uns, mein grausam' Weib...

 

 

Midnight scream

Bloody star falls from the sky,

Tortured soul, tell me, why

Does mankind harm the Earth,

Having not the fewest worth?

 

Who has made them so insane,

To invoke their own bane?

To condemn themselves to die?

Bloody star, please tell me, why?!

 

 

Ballade von trügerischer Schönheit

Es ritt ein Elfenkrieger

Durch dichten, finstren Wald,

Erschöpft, von Durst geplaget;

Die Nacht war still und kalt.

 

Beinahe schlief er ein,

Doch scheute sein Ross -

Und wundersam entgangen

Er einem Pikenstoß.

 

Behände zückt' der Krieger

Sein Kurzschwert und Rapier;

Der Schlaf war rasch verflogen;

Er sollt' nicht fallen hier.

 

Den zweiten Stich des Speeres

Pariert' der Elf geübt,

Als hört er eine Stimme,

Die ihm die Sinne trübt',

 

Die Stimme einer Jungfrau,

Verlockend süß sie sprach,

Der Feind in den Schatten

Verschwand sogleich ihr nach.

 

"Komm' zu mir, mein Diener,

Versehr' den Herrn nicht,

Ich mag die edlen Glieder,

Das strahlende Gesicht,

 

Die feine Kriegerseele,

Die Augen, voller Stolz,"

Die Maid nach diesen Worten

Schritt aus dem Unterholz.

 

Des Elfen Augen weit'ten

Sich, als er sie gewahrt',

Das Blut in seinen Adern

Gefror ihm und verharrt' -

 

Das Antlitz leucht'te milde,

Der makellose Leib

Umhüllet war von einem

Noch kaum sichtbaren Kleid.

 

Das Herz des Kriegers flammend

Begehrt' das schöne Weib,

In seinem Geiste wispert's:

"Von ihr du ferne bleib!"

 

Verwirrt hielt er die Zügel

Und starrt' die Schönheit an,

Ihr Licht plötzlich verblasste,

Da hat er sie erkannt;

 

Er wandte sein Reittier

Und schnellte flugs davon;

"Ein Succubus! Ein Dämon!

Ich bin wohl ganz verlor'n!"

 

Was mit dem Elf' geschehen,

Ist keinem nun bekannt,

Doch man erzählt, er wäre

In Leidenschaft verbrannt.

 

 

Succubus II

Die schweigsame Nacht legt sich

Über die Welt.

Ihre göttliche Stille

Schenkt mir heilende Träume.

Doch durch ihren Schleier

Hindurch

Ereilt mich verlockender Ruf,

Majestätisches, herrliches Lied,

Das alles Sterbliche

In den Schatten stellt.

Bald darauf erscheint

Sie,

Unbeschreiblich, unendlich schön,

Sie lockt mich

Und sie verführt mich...

Sie weht all meine Gedanken

Fort,

Mir ihren Leib darbietend...

Sei sie noch bezaubernder

Als sie es bereits ist,

Ich durchschaue

Sie mit Leichtigkeit.

Niemals vermag sie

Den Schmutz ihres Wesens

Vor mir zu verbergen.

Nach wenigen Augenblicken

Höchsten Genusses

Verschwindet sie

Spurlos,

Nie aufhörende Qualen

In meinem Geist hinterlassend.

 

 

Succubus I

Ihre Schwingen aus schwarzem Samt

Spannt die Nacht um den Erdenball,

Dunkle Sehnsucht in mir entflammt

Eine Stimm', ein ferner Schall.

 

Dringet sanft tief in meinen Geist

Jener Sang, wie das Mondlicht zart,

Finstre Maid mich gegrüßet heißt,

Deren Lied mein Herz trifft hart.

 

So verführerisch schön ihr Leib,

Ihre Haut und anmutig' Tanz,

Doch verdorben ist dieses Weib,

Trügt des feur'gen Wesens Glanz...

 

Kurze Weile unbänd'ger Lust,

Rasch verdränget von ew'ger Pein -

Bitt'rer Leere in meiner Brust...

Weder Wert, noch Sinn, da zu sein...

 

 

Min Klagesanc

Du Hexe schön! Du Teufelsweib!

Du stahlst mein steinern' Herz!

Beflügeltest mir Geist und Leib,

Nahmst ihnen allen Schmerz...

 

O! Warum hast Du mich verdammt

Zu Jahren voller Leid?

Ein Pflock, mir in die Brust gerammt,

Mich davon nur befreit...

 

Dir alles werde ich verzeihn,

Denn trägst Du keine Schuld;

Sollst Du in Ewigkeit gedeihn,

Ich - schmor'n im Höllenschlund!

 

 

Requiem für die Liebe

Vor Monden war sie eine Flamme klein,

Schnell wuchs sie auf zu mächt'ger Feuersbrunst,

Nun ist sie tot. Verraten und allein'

Ich liege nieder, bar aller Lebenslust.

 

Die schöne Hexe hielt gebannt und feste

Mein Aug', mein Herz und meinen kalten Geist,

Sie dann zerschlag'n. Der Liebe Überreste

Erwachen still, und Zweifel mich zerreist.

 

Vergang'ne Freuden wurden rasch zu Qualen,

In meiner Seel' entstehet ein Dämon,

Ich könnte ihn mit einem Hieb zermalmen,

Doch spüre seinen grauenhaften Hohn;

 

Mich ängstigt nicht die unheilvolle Pein,

Die lebend pflanzet er in meinem Blut,

Wenn fiele er, so hörten auf zu sein

Der Liebe letzter Hauch, der Hoffnung Glut.

 

 

<ohne Namen>

Liebe und Eifersucht, Freude und Neid

Suchen mich heim jeden Tag, jede Zeit.

Mein Verstand ist seit Monden nicht frei,

Was ich gemocht, wird mir nun einerlei.

 

Sie liegen jenseits von Böse und Gut,

Meine Bestreben; und finstere Wut

Die Schwelle zum Wahnsinn trennt mit einem Hieb,

Wenn ich gewahre sie, zärtlich und lieb,

 

So nahe und doch noch so ferne zugleich;

Ihr wellig Haar und die Haut, so weich,

Ihre blaugrauen Augen, ihre anmut'ge Gestalt,

Und in meiner Seel' ihre Stimme erschallt.

 

Mit Klinge und Harfe will dienen ich ihr,

Weder getrieben von Lust noch von Gier,

Doch von wahrer Liebe, großartig und rein,

Ohne sie sieche ich heut' so allein'...

 

 

Neid

Böser Tag zeugt böse Nacht,

In mir ein Dämon erwacht,

Sein Name lautet "Neid",

Er versprechet Pein und Leid;

 

Reitet er herbei geschwind,

Sein grausam' Lied beginnt.

Singet er von Liebesglück,

Reißt mir meines Herzen Stück;

 

Qualvoll mir den Geist zerätzt,

Mich durch alle Höllen hetzt.

Feuer er in mir entfacht,

Das mich frisst mit seiner Macht.

 

Schwind't mir eins nicht aus dem Sinn -

Meine Schuld erschaffte ihn,

Ich vermehrte meinen Schmerz,

Ich zerschnitt mein eigen's Herz!

 

 

<ohne Namen>

Broken dreams and rotten heart

Are all what I have,

Wandering corpse and empty soul,

I've never dwellt in grave.

 

Nature's knight and nightmare bard,

Black rose on my shield,

Jester at the world king's yard,

Sword of ice to wield.

 

Baptised in temptation's deeps,

Metal in my mind,

Keys of wisdom a being keeps

I guard from mankind.

 

Suffered from unholy pain

On my own fault,

Doom and sorrow soon shall reign,

Raising from cursed vault.

 

 

<ohne Namen>

Die Sonne gehet unter,

Die neue Nacht beginnt,

An meines Dolches Schneide

Dein Blut herunterrinnt.

 

Du scheidest aus dem Leben,

Doch wirst nicht lange ruh'n;

Bevor der Mond verblasset,

Im Untod wirst erblüh'n.

 

Mit mir wirst Du beschreiten

Der Wahrheit kalten Pfad,

Und wandern im Zwielicht

Im grauen Seelenwald.

 

So lasse es geschehen,

Vergesse alles Leid,

Genieße dies Unleben,

Von Sterblichkeit befreit.

 

 

Totenliebe

Eines kalten Winternachts,

Lagen zwei Leichen

Auf einem Grabstein;

Feste umarmt,

Haben sie sich geliebt,

Tot und verwest,

Doch immer noch so geil...

 

Seine Knochenfinger gleiten

Über ihre kahlen Rippen,

Tote Kiefer küssen

Ihre halb verwesten Lippen;

 

Zuckend zieht sie auseinander

Ihrer Schenkel faulend' Fleisch,

Seines Gliedes Überreste

Dringen starr in ihren Leib;

 

Letzte Tropfen kalten Blut

Eilen still aus ihrem Mund,

Heiser stöhnt sie vor Vergnügen,

Haut zerrissen, Seele wund...

 

 

<ohne Namen>

Den Glanz Deiner reinen Seele habe ich erkannt,

Als ich Dich zum ersten Mal erblickte,

Sterblich bist Du und dennoch so wunderschön,

Deine Augen grauer Schein

Die Hässlichkeit der falschen Welt vernichtet.

 

Doch bist Du in listenreichen Netzen dieser Welt gefangen,

Glaubest aber Dein Leben zu genießen;

Vor Qualen vor und nach dem Tode will ich Dich bewahren;

Eis und Feuer werden in der Hölle fließen.

 

Dein Blut begehre ich, doch will Dich nicht zerstören,

Denn Deinen Geist und Deinen Körper lieb ich viel zu sehr,

Hirnlosen Sterbliche und ihren Lügen darfst Du nicht vertrauen,

Ihr "normales" Leben ist sinnlos und leer.

 

 

Der Seelenfänger

Ich bin ein Wesen

Des Todes, des Zwielichts und der Kälte,

Halb tot, halb sterblich,

Zwischen und in zwei Welten lebend,

Ich blicke durch die Sterblichen hindurch,

Durch ihre Körper, in ihre Hirne,

Auf ihre Seelen...

Ich sehe ihre Seelen!

Ich sehe alle Seelen!

Ich fühle sie und ich erkenne sie...

Unwürdig und verdammt die Meisten sind,

Auf diese Seelen warten beide Höllen,

Doch gibt es manche - wie Mondlicht scheinen sie,

Die aus dieser gequälten Welt errettet werden sollen...

Ich bin der Seelenfänger,

Ich halte eure Seelen in der Hand,

Sterbliche Narren, ich habe die Macht

Über euch und nicht ihr!

Die Ehrenlosen werden

Die reinen Seelen nicht bekommen!

Die Seelenernte ist nah,

Und die Verdammnis hat begonnen!

 

 

Disharmonie

Dein Blut und Deine Tränen

Waren mein Lebenstrank,

Ich habe Dich geliebt

Im Leben und im Tode

Und im Untod;

Meine Seele fror an Deine 'ran,

Verbunden waren wir mit einer Kette

Aus Eis und Stahl;

Und mehrmals ging ich durch die Hölle,

Um Deine graue Seele zu befreien;

Dämonen schwiegen und Deine Leiche lachte

In matter Nacht.

Versteinert ist die Seide,

Vereiset ist das Feuer,

Verflucht sind die Gefühle

Und grausam mein Schrei nach Dir...

 

Ich liebe, fühle, sehe

Dich immer noch, nach all den Jahren;

Du bist das süße Gift in meinem Hirn,

Der zarte Dolch in meinem Herzen...

 

Ich spüre jetzt noch Dein Blut

An meinen kalten Lippen;

Dein Sarg ist leer und Du bist fort,

Doch ich werde Dich finden...

 

 

                                   

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