Die Hip Hop Bewegung hatte ihre Anfänge in den achtzigern Jahren. Die Jugendlichen der schwarzen Ghettos bemühten sich mit neuen eigenständigen Kunstformen um Selbstbehauptung und Alternativen zu Straßenkämpfen und Bandenkriminalität. Mit dem Sprechgesang versuchten die Musiker eine bestimmte Massage rüberzubringen! - vor allem sozialkritische Themen standen im Vordergrund Mit aggressiven und sozialkritischen Texten verstehen sich viele Rap-Musiker- und Gruppen gestern wie heute als politisch agierendes Sprachrohr gegen Rassismus. Der Slogan des Hip Hop lautet: Der Tatort ist die Straße - die Tatwaffe der Mund. Es ging - und geht heute noch - um Selbstbehauptungswillen, Status- und Konkurenzkampf. Hip Hop versteht sich als Lebensgefühl und seine Heimat ist die New Yorker Bronx.
Drei Dinge prägten Hip Hop als Kunstform: Sprechgesang, Sprayen und das Breaken. Ein Hip Hop Track besteht aus zwei Hauptkomponenten: 1. den DJ an einem oder zwei Plattenspielern und 2. dem Rapper, der die sozialkristischen Texte mittels Sprechgesang rüberbringt. Der Sprechgesang und seine sozialkritische Message wurde zu einem rhythmisch einfach gehaltenen Bass oder Schlagzeugbeat gerappt. Mit Hilfe des Samplings werden alle möglichen Musikstile eingebaut. - Soul, Funk, Reaggea bis Jazz. Der Bass steht deutlich im Vordergrund. Die Stimme des Rappers ist untergeordnet und nicht selten inhaltlich nur schwer zu verstehen - Texte und Messages eben für Insinder. Neulinge müssen sich daher Texte mindestens zwei Mal anhören. Klassische Beispiele für Rapper stammen von KRS ONE und Mad Lion. Beide gelten als die Urgesteine des Rap oder Hip Hops.
Hip Hop ist ein Lebensgefühl, eine Lebensweise. Sozialkritische Texte durch Sprechgesang eines Rappers zu bass-trächtiger Musik. Eine weitere Stilkomponente des Hip Hop wird durch den DJ erzeugt: das Scratching. Beim Scratching werden zwei Plattenspieler mit einem Mischpult verbunden. Der DJ wählt nun prägnante Rhytmuspassagen eines Songs aus, lässt sie auf dem Plattenspieler laufen, hält sie mittels seiner Hände an und schiebt die Plattenscheibe vor und zurück. Die Folge: kratzende Rhythmus-Passagen.

DJ Kool Herc war der erste, der damit experimentierte. Als seine Schwester 1973 noch Musik für ihre Geburtstagsparty brauchte, schloss er im Keller ihres Hauses zwei alte Plattenspieler zusammen, mischte Disco-Platten mit Funk von James Brown, Curtis Mayfield, George Clinton oder den Meters. Am besten ging es allerdings ab, wenn Herc die Break-Teile eines Songs spielte: instrumentale Stellen von besonderer rhythmischer Intensität. Diese Breaks wirkten auf die Tänzer wie ein Orgasmus, das Problem war nur, dass sie zu kurz waren. Herc behob den Mangel: Er benutzte auf jedem der beiden Plattenspieler identische Kopien einer Platte, um zwischen dem gewünschten Break hin und her zu wechseln. Die so gestreckte long-play-Version nannte er "Break-Beat": pures Adrenalin für die Zuhörer. Bald begann Herc, Platten nur noch wegen ihrer instrumentalen Breaks zu kaufen.

Ein DJ, der Platten scratcht, und ein Rapper mit sozialkritischen Texten - das ist Hip Hop. Entstanden Anfang der 70er Jahre in der New Yorker Bronx. Der Hip Hop hat sich innerhalb von fünfzehn Jahren zu einer der einflußreichsten und auch kommerziell erfolgreichsten Musikerscheinungen der Welt gemacht. Anfangs war sie die Musik einer sozialschwachen Gesellschaftsschicht, heute ist sie Weltmusik. Was 1982 mit "Grandmaster Flash" und seinen "Furious Five" begann und später von Gruppen wie "Run DMC" oder "Ice-T" weitegeführt wurde, wird heute von mehr Gruppen als je zuvor beibehalten. Hip Hop begann nach und nach quer durch Europa seine Kreise zu ziehen. Im deutschsprachigen Raum dauerte es etwas länger, bis sich der Hip Hop durchsetzte. Es begann mit den "Fantastischen Vier", die praktisch über Nacht zu Stars wurden. Ihre Single "Die da" wurde 1993 zum Hit des Jahres. Die Fantastischen Vier erstaunten alle Kritiker, indem sie bewiesen, daß sich deutscher Sprechgesang gut anhört und salonfähig ist. Sie waren die Vorläufer eines bemerkenswerten Siegeszuges des Hip Hops im deutschsprachigen Raum. Heute gibt es hunderte von deutschsprachigen Rap- oder Hip Hop-Bands. Spax und Mirko Maschine, Dynamite Deluxe und Main Concept sind nur einige Beispiele. Hip Hop - als aggressive und provokante musikalische Kunstform in den amerikanischen Ghettos geboren - ist heute weltweit - auch in Deutschland salonfähig geworden und wird kommerziell vermarktet.

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