Fettes Brot ist schon lange kein U-Boot mehr. Die drei Hamburger Vorstadtkrokodile
sind über die letzten Jahre hinweg zu kleinen Hip Hop-Riesen mutiert. Neuerdings
wollen viele Menschen ihre Hände schütteln, um sich was von dem frischen
Goldstaub abzurubbeln, der an Schiffmeister, König Boris und Doc Renz zu
kleben scheint wie Scheiße. Erfolg macht attraktiv, und falsche Freunde
kann man nie genug anlächeln. Schon der Titel des ersten Albums "Auf
einem Auge blöd (aber der Erfolg gibt uns Recht)" war ja, wie sich rückblickend
herausgestellt hat, ein gutes Omen für Fettes Brot. Angeschoben durch en
Top 20-Durchmarsch der Old School-Party Rap-Nummer "Nordisch By Nature"
(feat. Tobi, Bo, Fischmob, Eißfeldt u.v.a.) gingen bis Ende 1995 mehr oder
weniger klammheimlich weit über 300.000 Album- und Single-Tonträger
der drei "Mitschnacker" über die Ladentische. Die Fachwelt staunte...
und schluckte dann: denn genau am 31.12.1995 nahm die Band ihr Trojanisches Pferd
"Nordisch..." aus dem Charts-Rennen, um ungestört die 2. Phase
ihres bescheidenen Plans einzuläuten: Deutschland kaufen! Bevor es in die
falschen Hände kommt oder so.Am 01.04.96, erschien "Jein", schon
als Vorbote der Dinge, die da kommen wollen. Media Control verzeichnete ein Beben
der Stärke Platz 10. Uff, 200.000 Einheiten verkauft. Jede Woche Pop Charts
lesen als Snack zwischendurch. "Außen Top Hits, innen Geschmack"
bot toppe Hits mit viel Geschmack. Her mit dem Zaster vom alten Duck. Und immer
schön weiter den Spagat zwischen Kunst und Kommerz üben.Zurückgezogen
in ein geheimes Trainingscamp in der Nähe von Hamburg dachten sich unsere
Athleten neue Gassenhauer für das aktuelle Album aus. Im Herbst '98 erschien
nach schwerem Gehirnmuskelkater "Fettes Brot lässt grüssen"!!
HipHop vom Feinsten, witzige Texte zu entsprechend fettem Sound. Beim Dreh der
neuen Videos mußten die Brote ihr geographisches Wissen unter Beweis stellen:
"Lieblingslied" wurde in Rom gedreht, das Video zu "Viele Wege
führen nach Rom" in Venedig (?!). Auf der "harten Tour '98"
stellten die Brote Eins Zwo im Vorprogramm auf die Bühne und auf das Sprungbrett
in den HipHop-Pool. Platsch! DJ Rabauke kratzte erstmals nicht nur die Platten
von Fettes Brot, sondern unterstützte Larusso mit seinen beats und cuts.
Die beiden zogen dann aus, um Hip Hop das Fürchten zu lehren und DJ Mem.Brain
kam, sah und scratcht seitdem den Broten den Rücken. Doch nicht nur musikalisch
sind die drei Hamburger Vorstadtjungs aktiv. Bis September '98 rauschte man mit
der eigenen Sendung "Forellentee" über den Äther von Radio
Fritz. Dann gab man die journalistische Tätigkeit zugunsten einer erfolgsversprechenden
Fußballkarriere auf. Mit dem von "Fettes Brot" gesponsorten SUS
Waldenau plante man klammheimlich die bundesdeutschen Fußballcharts bis
in die Bundesliga Top 18 oder gar in den UEFA-Cup zu stürmen. Wahr ist außerdem,
daß sie sich auf der Drei ??? - Folge "Im Bann des Voodoo" verewigten
(VÖ: Februar 98). "Es ist 1999, meine Freundin ist weg und bräunt
sich in der Südsee..." - und unsere Beach Boys machen's genauso, allerdings
unter der Sonne Floridas! Der Gentleman of Music, Altmaestro James "Hansi"
Last persönlich lud zum Treffen der Giganten in sein Domizil. Neben ausgiebigen
Golfturnieren rockten sie mit Hansi die neue Single "Ruf mich an"! Am
70. Geburtstag des Gottvaters des Easy Listenings waren die Brote mit dabei und
die Decke der Royal Albert Hall hob sich zu den Klängen dieser Millennium-Hymne.
Seitdem ist die Albert Hall schwer einsturzgefährdet. Den Sommer verbrachten
die drei auf Festivaltournee quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz,
deren Höhepunkt AUF JEDEN das Flash99 - Festival darbot. Gemeinsam mit der
gesamten Hip Hop - Posse von Hamburg City burnten sie den Hamburger Stadtpark
bis auf seine Grundfesten nieder. Höhepunkt war die erste Live-Performance
von "Nordisch by Nature" in Original-Besetzung mit Tobi + das Bo, Eißfeldt,
Cram und vielen anderen! Purer Rock'n Roll! High-End Stereo Entertainment! Neuesten
Gerüchten zufolge gibt's irgendwann auch mal ein neues Brote-Album - nur
Geduld! Die neuen Instrumentals kann man schon im Tour-Bus hören, da geht
einiges.