· Interpreten:
· Nirvana
· R.E.M.
· Pearl Jam
· Soul Asylum
· Songs und Videos:
· 'Jeremy' Pearl Jam
· 'Runaway Train' Soul Asylum
· 'Loser' Beck
· 'Smells Like Teen Spirit' Nirvana
1995-97 Alternativ Rock
So richtig am Leben war die eigentliche Alternative-Bewegung nicht mehr, aber
die Bands waren noch immer aktuell und on Top. Einige, wie die Nine Inch Nails
zeigten sich in diesen Jahren von ihrer dunkleren Seite. Und die Rockszene wurde
nun von den Kommentaren von Beavis and Butthead erschüttert.
· Interpreten:
· Red Hot Chilli Peppers
· Nine Inch Nails
· Foo Fighters
· Smashing Pumpkins
· Songs und Videos:
· 'Doll Parts' Hole
· 'You Oughta Know' Alanis Moisette
· 'Sabotage' Beastie Boys
· 'Self-Esteem' The Offspring
1997-99 A Motley Crew
Spätestens jetzt spaltete sich die Rockszene in die unterschiedlichsten
Genres auf, von No Doubt's Ska Rock bis Marilyn Manson's Alternative Industrial.
Außerdem entschied sich bald, wer sich immer wieder neu erfand (und zwar
Leute wie Beck oder die Foo Fighters) oder wer im traditionellem Mainstream
hängen blieb (etwa Bush).
· Interpreten:
· Marilyn Manson
· Prodigy
· No Doubt
· Rage Against The Machine
· Songs und Videos:
· 'Take A Picture' Filter
· 'Beautiful People' Marilyn Manson
· 'All The Small Things' Blink 182
· 'Firestarter' Prodigy
und ab 2000...
Rock goes on! Es tauchen immer wieder neue Rock-Acts auf, wie Limp Bizkit und
Papa Roach. Der Rock beeinflusst in der letzten Zeit auch die Pop- und sogar
die Hip-Hop-Szene.
· Interpreten:
· Korn
· P.O.D.
· Limp Bizkit
· Papa Roach
· Songs und Videos:
· 'With Arms Wide Open' Creed
· 'Last Resort' Papa Roach
· 'One Step Closer' Linkin Park
· 'Wait And Bleed' Slipknot
Zu meinen, man könne die Geschichte der Rock- und Pop-Musik der letzten 50ig Jahre durch ein paar Songbeispiele und Kommentare erläutern, scheint dreist zu sein. So sind wir halt. Wer Ahnung von Musik hat, weiß eben welche Songs und Gruppen epochal waren!
The Roots
Die Roots sind das, mit dem alles begann. Ist doch klar, oder? Also, die Rock-
und Pop-Musik findet ihren Ursprung in den traditionellen Volksliedern aus Europa,
dem Blues, Jazz und amerikanischen Folk. Klar, in den 70ern sehen wir dann noch,
daß alles schon bei Bach begonnen hat. Aber dazu später.
Irish Pub Music
Hier braucht kein Interpret genannt werden.Der Sound wird heute noch in Irland
genau so gespielt. Kleiner Vorgriff auf die 80er: Man kann zu den Songs erstklassig
Pogo tanzen. Geht auf ein Dubliners Konzert und Ihr wißt was wir meinen.
Elmore James
Ein Großer des Blues. Alle wichtigen Gitarristen berufen sich heute noch
auf Elmore. Während anfangs Bottelneck noch mit Messern bzw. Flaschenhälsen
gespielt wurde, kann man heute sogar schon Slides im Geschäft kaufen. Echter
Fortschritt!
Woody Guthrie
Der Mann war pc. Sozialist, Freund der Gewerkschaften und sein Lebensstil war
Vorlage für viele schlechte Filme: Der ist nämlich wirklich noch mit
der Gitarre "On the Road" gewesen. Also ohne Woody hätte Jack
Kerouac niemals seine tollen Bücher schreiben können.
Duke Ellington
Duke, der eigentlich Edward Kennedy hieß, war einer der ganz wenigen schwarzen
Big Band Leader. Hört euch die Nummer an: 1 A, supertoll und klasse. Wenn
man da einen anständigen HipHop Beat drunter legen würde, wäre
das wahrscheinlich ein Hit.
The 50´s
Aus all dem bisher durchgenommenen (ihr werdet ja wohl hoffentlich nicht gemogelt
und die Roots übersprungen haben) entsteht jetzt der Rock´n´Roll.
Da wißt ihr ja sowieso alles drüber: Die Weißen räumten
die Hits der Schwarzen ab (dies bleibt übrigens eine Konstante in der Musikgeschichte),
Teenager bettelten um Papis Auto - Stichwort: Rückbank - und alle schmierten
sich eckelhafte Pomade ins Haar bzw. schwangen ihre Petticoats.In Deutschland
wurde kulturell der Zweite Weltkrieg beendet: Aufmüpfige Teenager rebellierten
- wie wir heute wissen, nur in den engen Grenzen des Spießertums - gegen
ihre Eltern. (Ab jetzt, wird immer mit Hilfe der Rockmusik gegen die Eltern
rebelliert - auch das eine Konstante )Unsere Beispiele:
Little Richard
Tolle Aufnahme: Live und mit Bläsern: Wahre Power! Little Richard ist ein
schwarzer, ziemlich durchgeknallter Pianist. Erstaunlich: Der spielt immer noch!
Chuck Berry
Klar kennt man. Einer oder der schwarze Väter/Vater des Rock´n´
Roll. Sein Gitarrenstil hat Generationen gepägt. Wenn ihr mal die Gelegenheit
habt mit Eric Clapton, the Edge (U2) oder Slash (Guns and Roses) zu reden, werde
die Euch das bestätigen.
Elvis Presley
Was soll man zu dem schreiben? Erstens: Tolle Band. Zweitens: Guter Entertainer.
Drittens: Der Hüftschwung!! Wenn er in den 70ern nicht seine glitter Las
Vegas Shows gemacht hätte, säße er heute im Himmel wahrscheinlich
auf dem Schoß von Petrus. Also erinnern wir uns am besten nur an seine
50er Zeit, die unglaublich war.
Fats Domino
1928 geboren, als 10 jähriger zum ersten Mal aufgetreten. Mitte der 50er
dann zum Shooting-Star des R´n´R geworden. Nicht nur Chuck Berry,
Elvis Presley und Jerry Lee Lewis haben seine Songs gecovert: Wenn ihr eine
Band habt, habt Ihr das wahrscheinlich auch schon getan, ohne es zu wissen.
Übrigens: Nach einer Diät, hätte Fats richtig cool aussehen können.
Link Wray
Pete Townsend (The Who) und andere haben immer an Link Wray erinnert. Der Arme
hat nur einen Hit: Eben Rumble. Er hat früh angefangen, den Vibratoarm
an der Gitarre zu benutzten (Wer nicht weiß was das ist, hört sich
"All along the watchtower" von Jimi Hendrix an). Und wer in dem Film
" Pulp Fiction " war und unser Hörbeispiel tüchtig gehört
hat, weiß wo die Filmmusik geklaut worden ist.
Buddy Holly and the Crickets
1959 bei einem Flugzeugunglück zusammen mit Richie Valents (Donna, La Bamba)
abgestürzt. In den 50ern (zusammen mit Bill Haley) solange der King, bis
der besser aussehende Mr. Presley ihn ablöste.
Dion and the Belmonts
Da möchte man nochmal jung sein: A teenager in love! Es wurde nicht nur
Pomade in den 50ern in die Haare geschmierte, sondern auch so mancher Song tropfte
vor Schmalz. Hier das Song-Beispiel.
The 60´s
Die 60er sind verwirrend. Es fängt mit biederen Anzügen und kurzen
Haaren an, steigert sich in Drogenrausch und Experimentalmusik, wird über
Vietnam politisch und hat von allem etwas: Die 60er sind Stichwortgeberin für
die Popmusik in den 80ern und 90ern. Oder kann sich einer Oasis ohne Lennon/McCartney
vorstellen?
Unsere Hörbeispiele: Whites:
Beatles
Die Beatles: Die absoluten, unvergleichlichen Könige des Beat und Taufpaten
der Popmusik. Aus Liverpool stammend, revolutionierten die Beatles die gesamte
Popmusik: Sie brachten pfiffige Arrangements mit guten Songs zusammen. Misery
soll allerdings die Ursprünge verdeutlichen: Es ist ein bescheidener Beat-Song.
The Who
Die Ankündigung aus "My Generation" "I hope I die before
I get old" hat nur der Trommler Keith Moon wahrgemacht. Alle anderen leben
noch. In den 60ern haben die Who formvollendet ihr gesamtes Equiment bei Live-Auftritten
zerlegt. Neben solchen Post-Pubertären-Anwandlungen hatte Pete Townsend
(Gitarrist, Songschreiber und Kopf von The Who) einen großen Einfluß
auf Punk und New-Wave Bands wie The Clash und The Jam.
Doors
Jim Morrison ist "The Doors". Wer´s nicht glaubt, kann heute
noch nach Paris zu seinem Grab fahren und die Fangemeinde dort bewundern. Weiß
den irgendeiner, wie der Schlagzeuger von den Doors hieß? (Wir wissen
das natürlich: John Densmore)Die Zeilen "Father I want to kill you,
Mother I want to fuck you" soll Morrison angeblich unter hartem Drogeneinfluß
improvisiert haben. Dies führte gleich zur Zensur des Textes. Das sollte
den Doors (eine Band ohne Baß!!) nicht mehr schaden: Sie waren da schon
Kult. Nachdem 1971 mit "L.A. Woman" das letzte sehr erfolgreiche Album
der Doors erschienen war, und sich Jimi als Literat und Filmemacher vom Rockgeschäft
verabschieden wollte ("Mit 27 ist man zu alt für eine Rock´n´Roll-Sänger"),
verstarb der Charismatiker am 3. Juli 1971.
Rolling Stones
Die Antipoden der Beatles. Alles was die Beatles machten (z.B. Geigen in "Yesterday"),
machten die Stones auch ("Angie"). Nur immer etwas später und
rüder. Da die Stones noch immer Live spielen und Platten rausbringen, sind
sie wahrscheinlich die dienstälteste bekannte Band der Rockgeschichte.
Zu ihren Roots (Chuck Berry, Little Richard etc.) stehen sie noch heute - das
ist unschwer zu überhören, was für die einen konstante Stagnation
bedeutet, für die anderen extrem ehrlich ist. Aber wen interessiert diese
Debatte eigentlich?Street figthing man wurde natürlich unter dem Eindruck
Studetenunruhen geschrieben.
Bob Dylan
Ja, die Zeiten hatten sich geändert: Nicht mehr Love, Peace und Happines
regierten in den vollgequalmten Köpfen, vielmehr hatte Vietnam das Bewußtsein
vieler erreicht und die Hells Angels ermordeten in Altamont einen Rock-Fan unter
den Augen der Stones: Mit anderen Worten, der Friedenstraum war zerplatzt. Dylan
hat Generationen von Songschreibern geprägt. Gute Texte und gute Musik.
Wer nicht auf Accostic-Gitarre steht, hört sich einfach die unzähligen
Cover-Versionen von Dylan-Songs an.Blacks:
B.B.King
B.B. King zählt zu den wenigen Schwarzen im Bluesbuisness, die richtigen
Erfolg haben. Schon in den 60ern legte er tolle Studio- und Live-Platten hin.
Als in den 90ern U2 zusammen mit B.B. einen Song aufnahmen ( "When loves
comes to town") , wurde der Blueser und seine Gitarre "Lucille"
einem größern Publikum bekannt. Wer´s noch mal richtig besorgt
bekommen möchte, geht am besten noch mal Live hin und guckt sich diese
Legende an. Unser Tip: Sehr sehenswert!
Wilson Pickett
Während die meisten weißen Bands in den 60ern noch übten, wie
man die 12-Takte im Blues und Rock ´n´ Roll in eine sinnvolle Reihenfolge
bringt, powerten die schwarzen Bands und Entertainer, was das Zeug hielt: Ein
Beispiel Wilson Pickett, der mit dem weißen Gitarristen und Produzenten
Steve Cropper (Booker T. and the MGs und Blues Brothers), unvergängliche
Soul-Hits einspielte.
Jimi Hendrix
Das Genie auf der Gitarre. Die Aufnahme stammt vom legendären Woodstock-Festival.
Der Ehrlichkeit halber muß zugegeben werden, daß Hendrix morgens
um 5:00 Uhr spielte und das die wenigen Leute, die um die Zeit noch auf waren,
offensichtlich mit Hendrix überfordert waren. Star Spangled Banner, die
amerikanische Nationalhymne so zu spielen (und noch von einem Schwarzen), wie
auf der vorliegenden Aufnahme, grenzte damals schon an Blasphemie und war mindestens
Hochverrat. Der Mann war halt einfach seiner Zeit voraus und ist deshalb noch
immer einflußreich geblieben. Seine Platte "Electric Ladyland"
zählt zu den Platten des Jahrhunderts. Auch Jimi ist leider schon sehr
früh - 1970 - gestorben. Keine Macht den Drogen! ;- )
The 70´s
Das sozialdemokratische Jahrzehnt: Willi Brandt fiel in Warschau (Gott-Sei-Dank)
auf die Knie. Ein paar Ideen aus den 60ern wurden ausprobiert. Neue Wohn-, Schul-
und Erziehungsformen. Aus heutiger Sicht sind diese 68er allerdings an allem
Schuld. Deshalb werden viele Errungenschaften aus den 70ern wieder korrigiert.
In Berlin fanden Häuserkampfe statt, die RAF bombte vor sich hin und der
Rechtsstatt zeigte Zähne.Musikalisch beginnt es orchestral, wird dann punky
und danach groovy. Hier die Beispiele:
Deep Purple
"Child in time" zählt zu den Nummern, die man nur selten im Radio
oder auf Parties hört, weil sie einfach sehr lang ist. Das Stück ist
aber fast schon eine Rock-Oper. Klassisch durcharrangiert (vgl.Bach), zauberhafte
Soli und erschütternde Schreie. Der Streit zwischen John Lord (Keyboards)
und Richie Blackmoore (Gitarre) ist geradezu sprichwörtlich. Deep Purples
Einfluß auf alles was mit Hardrock und Heavy Metall zu tun hat, kann nicht
überschätzt werden.
Velvet Underground
Velvet ist - nach Maßstäben der 80er und 90er - eine Independent-Band.
Die Fachpresse reagierte auf die Band - bevor sie nach ihrer Auflösung
zu einer der meistgefeiersten Band aller Zeiten wurde - mit ratloser Zurückhaltung.
Ihre Verbindung mit Andy Warhol ist bekannt und hat sich nicht nur in dem legendären
Bananen-Cover niedergeschlagen. Großen Einfluß haben die Velvets
vor allem auf die Punk und später New-Wave Bewegung gehabt.
Carole King
Hippie-Sound ist angesagt. King, die zusammen mit ihrem Mann Jerry Goffin, unzählige
Hits für Künstler wie Byrds, Animals, Temptations und Linda Ronstedt
komponierte, verkaufte in den 70ern selbst Millionen Platten. Seit den 80ern
ist es ruhig um sie geworden.
Led Zeppelin
Led Zeppelin, 1968 gegründet, sind für den Bereich Hardrock von ähnlicher
Bedeutung, wie Deep Purple. Jimi Page, Gründer und Gitarrist von Zeppelin,
versammelte zunächst unter dem Namen "New Yardbirds", später
"Yardbirds" einen Vorläufer von Zeppelin. Mit seinen Mitmusikern
Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones stand dann die Besetzung. Textlich
stark beeinflußt von mittelalterlicher Mythologie und Okkultismus produzierten
L.Z. ewige Rockhämmer. Dies führte allerdings auch dazu, daß
in dem Film "Waynes World" in einem Gitarrenladen ein Schild steht
mit dem Spruch: "No Stairway to Heaven!!" Jeder, der sich schon mal
länger als eine Stunde in einem Musikgeschäft aufgehalten hat, weiß
wieso.
Pink Floyd
Weil Syd Darrett, ein längstvergessenes Gründungsmitglied von Floyd,
von seinem (LSD)Drogentrip nicht mehr runterkam, probierte die Band Ende der
60er unzählige Stile aus. Erst mit dem Aushilfsgitarristen (!, der natürlich
später festes Bandmitglied war) Dave Gilmore, der "Darkside of the
Moon" einspielte, kam der Durchbruch. Textlich wird es psychodelisch, paranoid
und schizophren. Mit "Wish you were here" war die Band dann im Rockhimmel
vorgemerkt. Die Band, die bis in die späten 80er durch ausgefeilte Bühnenshows
("The Wall" am Potsdamer Platz in Berlin) von sich Reden machte, hat
mit dem Film und Album "The Wall" auch noch mal schulmüde Kids
beeindruckt. ("Another brick in the Wall" war in der BBC zensiert.)Unser
Tip: Der Film "Pink Floyd live at Pompeii" zeigt all das, was wir
hier aus Jugendschutzgründen nicht aufschreiben können.
Creedence Clearwater Revival
Es wird wieder braver. CCR sind nette Jungs mit netten Songs. 20 oder 30 Top
Ten Hits zu landen, ohne eine Nummer 1 dabei, ist schon eine beeindruckende
Leistung in den 70ern. Alle Bandmitglieder stammen aus Californien und symbolisieren
den West-Cost-Rock, ähnlich wie Jackson Browne und die Byrds. Man stelle
sich einen US-amerikanischen Highway vor, 5 Liter Hubraum, Tempomat und 600
Meilen stur geradeaus: Das ist der Sound dazu.
Sex Pistols
Die Definition von Punk-Musik. Die These der Pistols: Weg mit den pseudo-klassik
Bands (Deep Purple, Pink Floyd, Barclay James Harvest etc.), weg mit endlosen
Soli und weg mit der Künstler-Attitude. Jeder kann spielen, jeder soll
spielen und wer was anderes sagt lügt. Politisch radikal - ästhetisch
radikal. Die Punk-Bewegung hat die Welt erträglicher gemacht. Nach nur
einer echten Pistols-Platte ("Never mind the bullocks") nahm spätestens
mit dem Tod des Bassisten Syd Vicious der Punk-Traum ein jähes Ende. Die
Punk Bewegung feiert zwar ca. alle 5 Jahre ein Revival, doch wird wohl kaum
noch die Radikalität der 77er Bewegung erreicht werden. Früher war
eben alles besser!
Moon Martin
Für diesen Sound der 70er hätte man auch "The Sweet", "T.
Rex" (beide aus GB) oder "Suzi Quatro" nehmen können. Haben
wir aber nicht, weil Moon Martin einfach besser ist. Die Beschreibung der Musik
nehmen wir wie folgt vor: Glitter-Hard-Pop-Sound. Irgendwelche Fragen?"Hot
nite in Dallas" war ein Hit in den 70ern, was dazu führte, daß
alle Welt glaubte, mit Martin hätte man einen neuen Superstar. Wurde er
dann doch nicht. Macht ja nichts.
Frankie Valli
Der Film "Grease" repräsentiert zusammen mit "Saturday Night
Fever" die Disco-Periode schlechthin. Angefangen in New York und da als
Untergrundmusik von Schwulen, konnte Disco sich Ende der 70er Jahre weltweit
durchsetzten. Produzenten und Discjokeys rückten zum ersten Mal in das
Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit; die Künstler selbst
waren nicht unbedingt so wichtig (mal ehrlich: wer hätte gewußt,
daß "Grease" von Frankie Valli gesungen wurde). Dies alles wird
sich dann in den 90ern wiederholen. John Travolta, Hauptdarsteller in "Grease"
(an seiner Seite Olivia Newton John) war der Schwarm aller pupertierenden Mädchen
und neidvolles Vorbild für die Jungs, die weder so gut aussahen, noch so
tanzen konnten. Jetzt ist Johny nicht mehr pc, da er sich ja - nach seinem Comeback
durch "Pulp Fiction" - mit den Scientologen eingelassen hat.Der Sound,
geschrieben von den Bee Gee Brüdern Gibb (die auch schon bei "Saturday
Night Fever" mitmischten), soll zum tanzen anregen. Hat er auch unbeschreitbar
getan. Die Bee Gees, die schon in den 60ern 4 Nummer 1 Hits hatten, wurden nicht
zuletzt wegen der schon genannten beiden Filme/Platten, bei denen sie die Hits
schrieben, zu Superstars. 20 Millionen Platten wurden allein von "Saturday
Night Fever" verkauft. Und: Damals war die Weltbevölkerung noch nicht
so groß
.Elvis Costello
In Liverpool geboren, in Deutschland weitgehend unbekannt, steht Costello für
einen Singer/Songwriter, der großen Einfluß auf die Punk-und New
Wave-Bewegung ausgeübt hat. Gute Songs, gute Texte. Unvergeßlich
bleibt Costellos Auftritt beim Live Aid (1985, Boris Becker gewann gerade das
erste Mal Wimbeldon!), wo er ein wunderschöne Version von "All you
need is love" von den Beatles trällerte.
The 80´s
In den 80ern wurden die schlimmsten Befürchtungen der New Wave Generation
wahr. Mit Ronald Reagan und Maggi Thatcher konnte einem schon der Weltuntergang
in den Sinn kommen. Als in Deutschland dann noch unser Helmut dazu kam, schien
die Alternative nur zwischen Emigration nach Neuseeland und Rückzug ins
Private zu bestehen. Musikalisch waren die 80er aber interessant: Der Wave einerseits
und Ikonen wie Michael Jackson, Bruce Springsteen und U 2 anderseits dominierten.
Hier unsere Auswahl:
Police
Die Verbidung von Punk/New Wave und Pop Musik. Sting, der Kopf der Band, spielte
nicht nur in erfolgreichen Filmen mit (Quadrophenia von The Who) , sondern schreibt
auch noch heute gute (etwas gesetztere) Songs. Police war eine Band mit exquisiten
Musikern: Andy Summers (Gitarre), Stuart Copeland (Drums) und Sting (Bass &
Vocals).
Echo and the Bunnyman
Eiszeit ist angesagt: Waren die Punks noch aggressiv gegen Dinge und Ideen,
richtet sich im Wave die Aggression gegen sich selbst. Wave ist depressiv, melancholisch
und zum Teil maschinell. Wave Bands haben in aller Regel gute Texte. In Deutschland
haben nur wenige Bands diese Atmosphäre transportieren können. Die
"Neue Deutsche Welle" sah alles eher von der lustigen Seite. Darüber
aber später mehr.Ab den 80ern wurde dann alles mit Wave gemischt: Die Stray
Cats mischten mit Rockabilly, Blondie mit Pop, Sisters of Mercy mit Rock.
Michael Jackson
Was soll man zu dem Menschen noch sagen, was nicht schon gesagt wurde. Er ist
ein brillianter Sänger, Tänzer und Songschreiber. Mit den Jackson
5 feierte klein Michael schon in den 70ern erste Erfolge.Michael Jackson schreibt
dumm-naive Texte und er selbst ist es auch. Produziert wurde Jackson lange Zeit
von Quincy Jones. Das hat sicherlich zum Erfolg beigetragen.Bei "Beat it"
spielt Eddie van Halen das Gitarrensolo. Mit dem Solo löste er eine wahre
"tapping-Welle" aus. (Die rechte Hand tippt Melodien auf dem Gitarrenhals)
Eddie konnte das wenigstens, die meisten anderen, die es damals versuchten,
konnten es nicht.
Madonna
Tüchtig Streit gibt es immer um Madonna: Einige Schlagabtausche zwischen
ihr und Curtney Love (Sängerin von Hole und Freundin von Nirvana Sänger
Curt Cobain) sind bekannt geworden. Madonna macht was sie will, mal Sexsymbol,
dann wieder ernsthaft oder wild. Sie sagt, daß sie die Regel mache und
sie über ihre Rolle bestimme: Ihre Form von Feminismus. Seit Mitte der
80er ist Madonna, immer mal wieder, ganz oben dabei.
Prince
Wie schon bei den Beatles und Stones (und später bei Oasis und Pulp) gab
es in den 80ern einen kindischen Streit darüber, wer besser sei: Prince
oder Michael Jackson. Natürlich ist Prince besser. Dieser Mensch kann wenigsten
drei Sätze hintereinander sagen, ohne daß man, wie bei Jackson, vor
Scham erötet oder sich an den Kopf faßt. Nein, halt: Vor Scham erötet
man auch, aber aus anderen Gründen als bei Jackson.Prince spielt zauberhaft
Gitarre, tanzt und singt klasse, schreibt tolle Songs und ist ein brillianter
Arrangeur. In den 90er ist er ein wenig abgetaucht, bringt allerdings immer
mal wieder eine nette Platte raus.
Bon Jovi
Der Glimmer-Heavy der 80er. Endlich durften auch Popper auf Heavy Konzerte,
ohne das sie ordentlich verprügelt wurden. In ihrem Aussehen glichen sie
ohnehin den Musikern auf der Bühne. Bon Jovi sind noch eine erträglich
Variante. Bands wie "Europe" führten dann doch dazu, daß
die Autoren dieser Seiten an der Musik verzweifelten.Bon Jovi gehören zu
einer Generation von Musikern, die richtig auf ihren Instrumenten ausgebildet
wurden. Der Gitarrist spielt alles was verlangt wird: Hier mal einen Country
Blues, ein kleines Jazz Lick und er beherrscht natürlich alle Heavy Tricks.
U 2
Ursprünglich stark vom New Wave geprägt, entwickelte sich U 2 zu einer
der epochalen Bands der 80er. Aus Irland kommend, revolutionierten sie die Musik
mit einem Breitwandsound, der dann von vielen Bands nachgeahmt wurde. U 2 sind
immer sehr bemüht gewesen, ihren Sound zu verändern. So gibt es unterschiedliche
Generationen von Fangemeinden. Auch sie sind mittlerweile in den Rock-Olymp
aufgenommen worden.
Smith
Die englische Band wurde Mitte der 80er Jahre berühmt. Der Sound stellt
eine Mischung von Pop und Wave dar. Sie haben ein paar gute Platten hingekriegt.
In den 90ern wird es dann ruhig um die Band
.Michelle Shocked
Mitte der 80er kamen Singer(innen)/Songwriter(innen) schwer ins Geschäft:
Tracy Chapmann, Susan Vega, Eddie Brickel und eben Michelle Shocked. Musikalisch
wird an die alten Barden aus den 60ern und 70ern angeknüpft. Aus dieser
Zeit gibt es wunderschöne Songs mit wirklich guten Texten.
The 90´s
In den 90ern ist entweder alles Independent oder Crossover. Damit verlieren
diese Begriffe natürlich auch ihre Bedeutung. Man darf alles hören,
alles kreuzen, die alten Dogmen zählen nicht mehr. Während die Bundeswehr
wieder kämpfen darf - ohne ideologische Einwände - rappen Rudi Carell
und Roberto Blanko mit schlechten deutschen Bands über die Fernsehkanäle
- natürlich auch ohne irgendwelche ideologischen Vorbehalte. Heavy Fans
stehen in kopfschüttelnder Eintracht mit Yuppies bei Crossover-Bands "Faust
in Faust". Im Feuilleton nennt man das dann Postmoderne. Aber: Die 90er
sind ja noch nicht zu ende ...
Living Colour
Mit Living Colour sind wir in den 90ern angekommen. Das ist Crossover. Was wird
gekreuzt? Heavy, Funk, Punk, Soul und Rock ´n´Roll. Der Text, "Elvis
id dead", ist das postmoderne Äquivalent zu Nietzsches "Gott
ist tot". Daß bei dem Stück im Hintergrund noch Little Richard
und Mick Jagger mitsingen, ist ein besonderes Bonbon. In gewisser Weise kann
man die Colours mit Mother´s Finest vergleiche, die oftmals die erste
schwarze Heavy Band genannt werden. Damit ist auch klar: Living Colour ist eine
schwarze Band. Über die Bandmitglieder erübrigt sich eigentlich jeder
Kommentar: Sie sind eine Band für Musiker, da jeder, der schon mal eine
Trommelstock oder ein Plektrum in der Hand hatte, verzweifelt, wenn er diese
Band hört: Entweder übt man dann tüchtig, oder man gibt es einfach
auf.
Nirvana
Curt Cobain ist wohl der einflußreichste Musiker der 90er geworden. Wie
immer bei solchen Personen, geht es nicht nur um sein musikalisches Werk (darum
natürlich auch), sondern um all das wofür der Mensch steht. Aus Seattle
kommend eröffneten Nirvana mit ihrem Album "Nevermind" den Reigen
zum "Grunge". Aber nicht nur das: Jeder der gefragt wird oder auch
nicht, betont, daß Cobain einen Einfluß auf die jeweils eigenen
Songs gehabt hat. Bekannt ist: Curt hat sich leider den Kopf mit einer Schrottflinte
weggeschoßen. Die Drogen bleiben halt eine gewisse Konstante in unserer
kleinen Erzählung.
Red Hot Chilly Peppers
Da ja alle beim Crossover kreuzen, kreuzen die Peppers auch. Angefangen als
wirkliche Insider-Band (wer kennt niemanden, der Stolz behauptet, er habe die
Peppers schon vor 10 Jahren gesehen), haben die Peppers mit dem Album "Blood,
Sugar, Sex, Magic" den totalen Durchbruch geschafft. Eine Mischung aus
Funk und Heavy, alles sehr tanzbar, ist das Erfolgsrezept der Peppers. Besonders
charismatisch ist natürlichlich der Sänger (muß er ja sein,
sonst wäre er ja nicht der Sänger), der sich auch schon als Schauspieler
versucht hat ("Gefährliche Brandung").Ach ja: Berühmt geworden
ist natürlich auch das Foto, auf dem die Band, ihrer damaligen Show entsprechend,
ihren Schniddelwutz mit einem Socken überstülpen. Süß ne´?
Rage against the machine
Jetzt wird es richtig heftig. Linke (wenn es das noch gibt) und kompromißlose
Texte, harter Sound und eine atemberaubende Live- Show. Der Sänger, Zack
de la Rocha, macht manchmal einen etwas verwirrten Eindruck. Bei aller Kompromißlosigkeit
in der Musik und den Texten kann man sich bei Rage manchmal nicht des Eindrucks
erwehren, daß die Musiker nette Mittelschichtkids waren, die vor allem
tüchtig auf ihren Instrumenten geübt haben. Trotzdem bleibt die erste
Rage-Platte ein Meisterwerk und ist ein wichtiges Statement in den 90ern.
Oasis
Oasis sind auch schon von allen tüchtig gelobt worden: Wichtigste Band
des Brit-Pop und son´ Zeug. Man kann feststellen: Nicht schlecht bisher.
Zwei wirklich gute Platten, alles klingt zwar nach den Beatles, aber die Beatles
hätten ja ruhig noch zwei Platten mehr machen können. "Wonderwall"
ist natürlich der Frühjahreshit 1996 gewesen. Keine Frage. Ansonsten
sind vor allem die Gallagher-Brüder (Sänger & Gitarrist) ziemlich
unsympathische Jungs, die immer behaupten sie wären besser als Pulp. Das
stimmt zwar, muß aber doch nicht in aller Öffentlichkeit diskutiert
werden.. Dafür sind sie - wie sich das für quasi-Beatles gehört
- sehr britisch und können angeblich bemerkenswert viel saufen; wie eben
alle Engländer.
Counting Crows
Die Counting Crows beweisen, daß man nicht unsympathisch sein muß,
um gute Songs zu schreiben. Die Platte, aus der das vorliegende Beispiel ausgesucht
wurde (ihre Erste), wurde in ihrem Haus in L.A. aufgenommen. "August and
everthing after" ist in jedem Fall die Platte des Jahre 1993: Das haben
die Autoren einstimmig (von zwei möglichen Stimmen) beschlossen.
Spearhead
Michael Franti ist der Boß, Produzent, Sänger und Songschreiber von
Spearhead. Die Band symbolisiert wunderbar den musikalischen meltingpot im Bereich
Tanzmusik der 90er: HipHop, Soul, Funk und Reggae. Spearhead sind Schwarze,
wobei man ähnlichen Sound auch von (weißen) Bands wie Galliano hören
kann.
South Central Cartel
Sonst noch Fragen über Gangster-Rap? Rap ist die Musik zu den L.A. Riots.
Schwarze schlagen zum Teil mit bitterem Rassismus gegen die Weißen zurück
(Public Enemy), Tipper Gore, die Frau des Vizepräsidenten, will nordamerikanische
Kids vor den bösen Rappern schützen. Die Musik polarisiert, ist politisch
und dabei noch extrem tanzbar. Als ein Zweig des Rap verbrüdern sich jene
Protagonisten mit weißen Heavys. Das Ergebnis ist auf der Filmmusik von
"Judgment Night " zu hören.
Underworld
Es ist viel von Tanzmusik in den 90ern hier geschrieben worden. Alle Fragen:
War da nicht noch irgendwas? Ja, da war noch irgendwas:House und Techno!! Wie
das jetzt zu unterscheiden ist, überlassen wir dem geneigten Leser. Man
kann sich ja nicht alles wissen. Sicher ist, daß für diese Musikrichtung
der Einfluß von "Kraftwerk" und "Tangering Dream"
(beides deutsche Band der 70er) nicht zu unterschätzen ist. Jene wurden
dann in Detroit zu Techno verarbeitet. Der Interpret spielt bei House und Techno
keine Rolle mehr, oder genauer: der DJ ist der Interpret. Einen kleinen Schnellkurs
über Techno macht Ihr am besten bei der Berliner Loveparade. Wir geben
Euch den Termin noch bekannt.
R.E.M.
Ne´ richtig nette Studentenband. Selbst das REM plötzlich mit "Loosing
my religion" zu Superstars wurden, kann man den Jungs nicht übel nehmen.
Und: Trotz ihres Erfolgs, machen sie immer noch gute Platten und sind eine extrem
gute Live-Band.
Hier endet die Geschichte der Rockmusik. Wir sind uns sicher, daß wir
uns viele Feinde gemacht haben, daß ihr mit der Auswahl nicht zufrieden
seid und daß ihr überhaupt alles besser wißt. So ist das wohl
bei Musik (und Sport). Aber wir sollten eines nicht vergessen: Musik soll die
Welt vereinen, friedlicher machen und Verständnis wecken. Rock ´n´
Roll macht die Welt netter.