Und so sahen die letzten 20 Jahre des Rock nach Angaben von MTV aus:
1981-84 The Early Years
Als der MTV auf Sendung ging, sah es noch relativ ruhig aus. Dennoch begannen sofort einige Interpreten von der Promotion durch den Sender zu profitieren, wie beispielsweise Pat Benatar oder auch U2.
·
·
· Interpreten:
· U2
· The Pretenders
· David Bowie
· Def Leppard
· Songs und Videos:
· 'Love Is A Battlefield' Pat Benatar
· 'Radio Clash' The Clash
· 'Photograph' Def Leppard
· 'New Years Day' U2
1984-85 MTV Rocks On
In diesen Jahren kamen beispielsweise auch Billy Idol und Van Halen in den Mainstream. Und die Einstellung zur Rockmusik veränderte sich drastisch, durch U2, die mit ihren Videos das politische Bewusstsein förderten und nicht zuletzt durch das 'Live Aid', das erste Rock-Benefiz-Konzert, bei dem Spendengelder für die Hungersnot in Afrika erspielt wurden. Hier standen unter anderem Mick Jagger, Phil Collins, The Pretenders, Bryan Adams, Dire Straits, Elton John, Sting, U2, Queen, Tom Petty and the Heartbreakers, Eric Clapton and many more auf der Bühne.
· Interpreten:
· Van Halen
· Billy Idol
· The Police
· Bruce Springsteen
· Songs und Videos:
· 'Born In The USA' Bruce Springsteen
· 'Jump' Van Halen
· 'Rebel Yell' Billy Idol
· 'Dancing In The Streets' Mick Jagger & David Bowie
1985-91 Hard Rock Explodes
Van Halen und Billy Idol waren schon da, aber betrachtet man sich die Bands, die jetzt noch so auf der Bildfläche erschienen, kann man nur sagen: es wurde härter. Da kamen Metallica, Guns N'Roses und wie sie nicht alle heißen. Und so startete MTV den 'Headbanger's Ball'. Andererseits wurden viele Videoclips immer innovativer. Bei Peter Gabriel's 'Sledgehammer' gab es das erste Mal die Animationstechnik im Clip und Tom Petty konnte Schauspieler wie Kim Basinger und Johnny Depp für seine Videos mit den Heartbrakers gewinnen.
· Interpreten:
· Metallica
· Guns N'Roses
· Aerosmith
· Bon Jovi
· Tom Petty
· Peter Gabriel
· Songs und Videos:
· Livin' On A Prayer' Bon Jovi
· 'Welcome To The Jungle' Guns N' Roses
· 'Talk Dirty To Me' Poison
· 'Don'T Come Around Here No More' Tom Petty
1991-94 Rock Goes Grunge
Mit der Grungebewegung wurden nun viele Underground-Bands dieser Richtung salonfähing und verdienten noch dazu plötzlich Geld. R.E.M. kamen mit 'Losing My Religion' in den Mainstream, Nirvana wurde mit "Smells Like Teen Spirit" DIE Band der Alternativen Bewegung.

· Interpreten:
· Nirvana
· R.E.M.
· Pearl Jam
· Soul Asylum
· Songs und Videos:
· 'Jeremy' Pearl Jam
· 'Runaway Train' Soul Asylum
· 'Loser' Beck
· 'Smells Like Teen Spirit' Nirvana
1995-97 Alternativ Rock
So richtig am Leben war die eigentliche Alternative-Bewegung nicht mehr, aber die Bands waren noch immer aktuell und on Top. Einige, wie die Nine Inch Nails zeigten sich in diesen Jahren von ihrer dunkleren Seite. Und die Rockszene wurde nun von den Kommentaren von Beavis and Butthead erschüttert.

· Interpreten:
· Red Hot Chilli Peppers
· Nine Inch Nails
· Foo Fighters
· Smashing Pumpkins
· Songs und Videos:
· 'Doll Parts' Hole
· 'You Oughta Know' Alanis Moisette
· 'Sabotage' Beastie Boys
· 'Self-Esteem' The Offspring

1997-99 A Motley Crew
Spätestens jetzt spaltete sich die Rockszene in die unterschiedlichsten Genres auf, von No Doubt's Ska Rock bis Marilyn Manson's Alternative Industrial. Außerdem entschied sich bald, wer sich immer wieder neu erfand (und zwar Leute wie Beck oder die Foo Fighters) oder wer im traditionellem Mainstream hängen blieb (etwa Bush).

· Interpreten:
· Marilyn Manson
· Prodigy
· No Doubt
· Rage Against The Machine
· Songs und Videos:
· 'Take A Picture' Filter
· 'Beautiful People' Marilyn Manson
· 'All The Small Things' Blink 182
· 'Firestarter' Prodigy

und ab 2000...
Rock goes on! Es tauchen immer wieder neue Rock-Acts auf, wie Limp Bizkit und Papa Roach. Der Rock beeinflusst in der letzten Zeit auch die Pop- und sogar die Hip-Hop-Szene.

· Interpreten:
· Korn
· P.O.D.
· Limp Bizkit
· Papa Roach
· Songs und Videos:
· 'With Arms Wide Open' Creed
· 'Last Resort' Papa Roach
· 'One Step Closer' Linkin Park
· 'Wait And Bleed' Slipknot

Zu meinen, man könne die Geschichte der Rock- und Pop-Musik der letzten 50ig Jahre durch ein paar Songbeispiele und Kommentare erläutern, scheint dreist zu sein. So sind wir halt. Wer Ahnung von Musik hat, weiß eben welche Songs und Gruppen epochal waren!

The Roots

Die Roots sind das, mit dem alles begann. Ist doch klar, oder? Also, die Rock- und Pop-Musik findet ihren Ursprung in den traditionellen Volksliedern aus Europa, dem Blues, Jazz und amerikanischen Folk. Klar, in den 70ern sehen wir dann noch, daß alles schon bei Bach begonnen hat. Aber dazu später.
Irish Pub Music
Hier braucht kein Interpret genannt werden.Der Sound wird heute noch in Irland genau so gespielt. Kleiner Vorgriff auf die 80er: Man kann zu den Songs erstklassig Pogo tanzen. Geht auf ein Dubliners Konzert und Ihr wißt was wir meinen.
Elmore James
Ein Großer des Blues. Alle wichtigen Gitarristen berufen sich heute noch auf Elmore. Während anfangs Bottelneck noch mit Messern bzw. Flaschenhälsen gespielt wurde, kann man heute sogar schon Slides im Geschäft kaufen. Echter Fortschritt!
Woody Guthrie
Der Mann war pc. Sozialist, Freund der Gewerkschaften und sein Lebensstil war Vorlage für viele schlechte Filme: Der ist nämlich wirklich noch mit der Gitarre "On the Road" gewesen. Also ohne Woody hätte Jack Kerouac niemals seine tollen Bücher schreiben können.
Duke Ellington
Duke, der eigentlich Edward Kennedy hieß, war einer der ganz wenigen schwarzen Big Band Leader. Hört euch die Nummer an: 1 A, supertoll und klasse. Wenn man da einen anständigen HipHop Beat drunter legen würde, wäre das wahrscheinlich ein Hit.

The 50´s

Aus all dem bisher durchgenommenen (ihr werdet ja wohl hoffentlich nicht gemogelt und die Roots übersprungen haben) entsteht jetzt der Rock´n´Roll. Da wißt ihr ja sowieso alles drüber: Die Weißen räumten die Hits der Schwarzen ab (dies bleibt übrigens eine Konstante in der Musikgeschichte), Teenager bettelten um Papis Auto - Stichwort: Rückbank - und alle schmierten sich eckelhafte Pomade ins Haar bzw. schwangen ihre Petticoats.In Deutschland wurde kulturell der Zweite Weltkrieg beendet: Aufmüpfige Teenager rebellierten - wie wir heute wissen, nur in den engen Grenzen des Spießertums - gegen ihre Eltern. (Ab jetzt, wird immer mit Hilfe der Rockmusik gegen die Eltern rebelliert - auch das eine Konstante )Unsere Beispiele:
Little Richard
Tolle Aufnahme: Live und mit Bläsern: Wahre Power! Little Richard ist ein schwarzer, ziemlich durchgeknallter Pianist. Erstaunlich: Der spielt immer noch!
Chuck Berry
Klar kennt man. Einer oder der schwarze Väter/Vater des Rock´n´ Roll. Sein Gitarrenstil hat Generationen gepägt. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt mit Eric Clapton, the Edge (U2) oder Slash (Guns and Roses) zu reden, werde die Euch das bestätigen.
Elvis Presley
Was soll man zu dem schreiben? Erstens: Tolle Band. Zweitens: Guter Entertainer. Drittens: Der Hüftschwung!! Wenn er in den 70ern nicht seine glitter Las Vegas Shows gemacht hätte, säße er heute im Himmel wahrscheinlich auf dem Schoß von Petrus. Also erinnern wir uns am besten nur an seine 50er Zeit, die unglaublich war.
Fats Domino
1928 geboren, als 10 jähriger zum ersten Mal aufgetreten. Mitte der 50er dann zum Shooting-Star des R´n´R geworden. Nicht nur Chuck Berry, Elvis Presley und Jerry Lee Lewis haben seine Songs gecovert: Wenn ihr eine Band habt, habt Ihr das wahrscheinlich auch schon getan, ohne es zu wissen. Übrigens: Nach einer Diät, hätte Fats richtig cool aussehen können.
Link Wray
Pete Townsend (The Who) und andere haben immer an Link Wray erinnert. Der Arme hat nur einen Hit: Eben Rumble. Er hat früh angefangen, den Vibratoarm an der Gitarre zu benutzten (Wer nicht weiß was das ist, hört sich "All along the watchtower" von Jimi Hendrix an). Und wer in dem Film " Pulp Fiction " war und unser Hörbeispiel tüchtig gehört hat, weiß wo die Filmmusik geklaut worden ist.
Buddy Holly and the Crickets
1959 bei einem Flugzeugunglück zusammen mit Richie Valents (Donna, La Bamba) abgestürzt. In den 50ern (zusammen mit Bill Haley) solange der King, bis der besser aussehende Mr. Presley ihn ablöste.
Dion and the Belmonts
Da möchte man nochmal jung sein: A teenager in love! Es wurde nicht nur Pomade in den 50ern in die Haare geschmierte, sondern auch so mancher Song tropfte vor Schmalz. Hier das Song-Beispiel.

The 60´s

Die 60er sind verwirrend. Es fängt mit biederen Anzügen und kurzen Haaren an, steigert sich in Drogenrausch und Experimentalmusik, wird über Vietnam politisch und hat von allem etwas: Die 60er sind Stichwortgeberin für die Popmusik in den 80ern und 90ern. Oder kann sich einer Oasis ohne Lennon/McCartney vorstellen?
Unsere Hörbeispiele: Whites:
Beatles
Die Beatles: Die absoluten, unvergleichlichen Könige des Beat und Taufpaten der Popmusik. Aus Liverpool stammend, revolutionierten die Beatles die gesamte Popmusik: Sie brachten pfiffige Arrangements mit guten Songs zusammen. Misery soll allerdings die Ursprünge verdeutlichen: Es ist ein bescheidener Beat-Song.
The Who
Die Ankündigung aus "My Generation" "I hope I die before I get old" hat nur der Trommler Keith Moon wahrgemacht. Alle anderen leben noch. In den 60ern haben die Who formvollendet ihr gesamtes Equiment bei Live-Auftritten zerlegt. Neben solchen Post-Pubertären-Anwandlungen hatte Pete Townsend (Gitarrist, Songschreiber und Kopf von The Who) einen großen Einfluß auf Punk und New-Wave Bands wie The Clash und The Jam.
Doors
Jim Morrison ist "The Doors". Wer´s nicht glaubt, kann heute noch nach Paris zu seinem Grab fahren und die Fangemeinde dort bewundern. Weiß den irgendeiner, wie der Schlagzeuger von den Doors hieß? (Wir wissen das natürlich: John Densmore)Die Zeilen "Father I want to kill you, Mother I want to fuck you" soll Morrison angeblich unter hartem Drogeneinfluß improvisiert haben. Dies führte gleich zur Zensur des Textes. Das sollte den Doors (eine Band ohne Baß!!) nicht mehr schaden: Sie waren da schon Kult. Nachdem 1971 mit "L.A. Woman" das letzte sehr erfolgreiche Album der Doors erschienen war, und sich Jimi als Literat und Filmemacher vom Rockgeschäft verabschieden wollte ("Mit 27 ist man zu alt für eine Rock´n´Roll-Sänger"), verstarb der Charismatiker am 3. Juli 1971.
Rolling Stones
Die Antipoden der Beatles. Alles was die Beatles machten (z.B. Geigen in "Yesterday"), machten die Stones auch ("Angie"). Nur immer etwas später und rüder. Da die Stones noch immer Live spielen und Platten rausbringen, sind sie wahrscheinlich die dienstälteste bekannte Band der Rockgeschichte. Zu ihren Roots (Chuck Berry, Little Richard etc.) stehen sie noch heute - das ist unschwer zu überhören, was für die einen konstante Stagnation bedeutet, für die anderen extrem ehrlich ist. Aber wen interessiert diese Debatte eigentlich?Street figthing man wurde natürlich unter dem Eindruck Studetenunruhen geschrieben.
Bob Dylan
Ja, die Zeiten hatten sich geändert: Nicht mehr Love, Peace und Happines regierten in den vollgequalmten Köpfen, vielmehr hatte Vietnam das Bewußtsein vieler erreicht und die Hells Angels ermordeten in Altamont einen Rock-Fan unter den Augen der Stones: Mit anderen Worten, der Friedenstraum war zerplatzt. Dylan hat Generationen von Songschreibern geprägt. Gute Texte und gute Musik. Wer nicht auf Accostic-Gitarre steht, hört sich einfach die unzähligen Cover-Versionen von Dylan-Songs an.Blacks:
B.B.King
B.B. King zählt zu den wenigen Schwarzen im Bluesbuisness, die richtigen Erfolg haben. Schon in den 60ern legte er tolle Studio- und Live-Platten hin. Als in den 90ern U2 zusammen mit B.B. einen Song aufnahmen ( "When loves comes to town") , wurde der Blueser und seine Gitarre "Lucille" einem größern Publikum bekannt. Wer´s noch mal richtig besorgt bekommen möchte, geht am besten noch mal Live hin und guckt sich diese Legende an. Unser Tip: Sehr sehenswert!
Wilson Pickett
Während die meisten weißen Bands in den 60ern noch übten, wie man die 12-Takte im Blues und Rock ´n´ Roll in eine sinnvolle Reihenfolge bringt, powerten die schwarzen Bands und Entertainer, was das Zeug hielt: Ein Beispiel Wilson Pickett, der mit dem weißen Gitarristen und Produzenten Steve Cropper (Booker T. and the MGs und Blues Brothers), unvergängliche Soul-Hits einspielte.
Jimi Hendrix
Das Genie auf der Gitarre. Die Aufnahme stammt vom legendären Woodstock-Festival. Der Ehrlichkeit halber muß zugegeben werden, daß Hendrix morgens um 5:00 Uhr spielte und das die wenigen Leute, die um die Zeit noch auf waren, offensichtlich mit Hendrix überfordert waren. Star Spangled Banner, die amerikanische Nationalhymne so zu spielen (und noch von einem Schwarzen), wie auf der vorliegenden Aufnahme, grenzte damals schon an Blasphemie und war mindestens Hochverrat. Der Mann war halt einfach seiner Zeit voraus und ist deshalb noch immer einflußreich geblieben. Seine Platte "Electric Ladyland" zählt zu den Platten des Jahrhunderts. Auch Jimi ist leider schon sehr früh - 1970 - gestorben. Keine Macht den Drogen! ;- )

The 70´s

Das sozialdemokratische Jahrzehnt: Willi Brandt fiel in Warschau (Gott-Sei-Dank) auf die Knie. Ein paar Ideen aus den 60ern wurden ausprobiert. Neue Wohn-, Schul- und Erziehungsformen. Aus heutiger Sicht sind diese 68er allerdings an allem Schuld. Deshalb werden viele Errungenschaften aus den 70ern wieder korrigiert. In Berlin fanden Häuserkampfe statt, die RAF bombte vor sich hin und der Rechtsstatt zeigte Zähne.Musikalisch beginnt es orchestral, wird dann punky und danach groovy. Hier die Beispiele:
Deep Purple
"Child in time" zählt zu den Nummern, die man nur selten im Radio oder auf Parties hört, weil sie einfach sehr lang ist. Das Stück ist aber fast schon eine Rock-Oper. Klassisch durcharrangiert (vgl.Bach), zauberhafte Soli und erschütternde Schreie. Der Streit zwischen John Lord (Keyboards) und Richie Blackmoore (Gitarre) ist geradezu sprichwörtlich. Deep Purples Einfluß auf alles was mit Hardrock und Heavy Metall zu tun hat, kann nicht überschätzt werden.
Velvet Underground
Velvet ist - nach Maßstäben der 80er und 90er - eine Independent-Band. Die Fachpresse reagierte auf die Band - bevor sie nach ihrer Auflösung zu einer der meistgefeiersten Band aller Zeiten wurde - mit ratloser Zurückhaltung. Ihre Verbindung mit Andy Warhol ist bekannt und hat sich nicht nur in dem legendären Bananen-Cover niedergeschlagen. Großen Einfluß haben die Velvets vor allem auf die Punk und später New-Wave Bewegung gehabt.
Carole King
Hippie-Sound ist angesagt. King, die zusammen mit ihrem Mann Jerry Goffin, unzählige Hits für Künstler wie Byrds, Animals, Temptations und Linda Ronstedt komponierte, verkaufte in den 70ern selbst Millionen Platten. Seit den 80ern ist es ruhig um sie geworden.
Led Zeppelin
Led Zeppelin, 1968 gegründet, sind für den Bereich Hardrock von ähnlicher Bedeutung, wie Deep Purple. Jimi Page, Gründer und Gitarrist von Zeppelin, versammelte zunächst unter dem Namen "New Yardbirds", später "Yardbirds" einen Vorläufer von Zeppelin. Mit seinen Mitmusikern Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones stand dann die Besetzung. Textlich stark beeinflußt von mittelalterlicher Mythologie und Okkultismus produzierten L.Z. ewige Rockhämmer. Dies führte allerdings auch dazu, daß in dem Film "Waynes World" in einem Gitarrenladen ein Schild steht mit dem Spruch: "No Stairway to Heaven!!" Jeder, der sich schon mal länger als eine Stunde in einem Musikgeschäft aufgehalten hat, weiß wieso.
Pink Floyd
Weil Syd Darrett, ein längstvergessenes Gründungsmitglied von Floyd, von seinem (LSD)Drogentrip nicht mehr runterkam, probierte die Band Ende der 60er unzählige Stile aus. Erst mit dem Aushilfsgitarristen (!, der natürlich später festes Bandmitglied war) Dave Gilmore, der "Darkside of the Moon" einspielte, kam der Durchbruch. Textlich wird es psychodelisch, paranoid und schizophren. Mit "Wish you were here" war die Band dann im Rockhimmel vorgemerkt. Die Band, die bis in die späten 80er durch ausgefeilte Bühnenshows ("The Wall" am Potsdamer Platz in Berlin) von sich Reden machte, hat mit dem Film und Album "The Wall" auch noch mal schulmüde Kids beeindruckt. ("Another brick in the Wall" war in der BBC zensiert.)Unser Tip: Der Film "Pink Floyd live at Pompeii" zeigt all das, was wir hier aus Jugendschutzgründen nicht aufschreiben können.
Creedence Clearwater Revival
Es wird wieder braver. CCR sind nette Jungs mit netten Songs. 20 oder 30 Top Ten Hits zu landen, ohne eine Nummer 1 dabei, ist schon eine beeindruckende Leistung in den 70ern. Alle Bandmitglieder stammen aus Californien und symbolisieren den West-Cost-Rock, ähnlich wie Jackson Browne und die Byrds. Man stelle sich einen US-amerikanischen Highway vor, 5 Liter Hubraum, Tempomat und 600 Meilen stur geradeaus: Das ist der Sound dazu.
Sex Pistols
Die Definition von Punk-Musik. Die These der Pistols: Weg mit den pseudo-klassik Bands (Deep Purple, Pink Floyd, Barclay James Harvest etc.), weg mit endlosen Soli und weg mit der Künstler-Attitude. Jeder kann spielen, jeder soll spielen und wer was anderes sagt lügt. Politisch radikal - ästhetisch radikal. Die Punk-Bewegung hat die Welt erträglicher gemacht. Nach nur einer echten Pistols-Platte ("Never mind the bullocks") nahm spätestens mit dem Tod des Bassisten Syd Vicious der Punk-Traum ein jähes Ende. Die Punk Bewegung feiert zwar ca. alle 5 Jahre ein Revival, doch wird wohl kaum noch die Radikalität der 77er Bewegung erreicht werden. Früher war eben alles besser!
Moon Martin
Für diesen Sound der 70er hätte man auch "The Sweet", "T. Rex" (beide aus GB) oder "Suzi Quatro" nehmen können. Haben wir aber nicht, weil Moon Martin einfach besser ist. Die Beschreibung der Musik nehmen wir wie folgt vor: Glitter-Hard-Pop-Sound. Irgendwelche Fragen?"Hot nite in Dallas" war ein Hit in den 70ern, was dazu führte, daß alle Welt glaubte, mit Martin hätte man einen neuen Superstar. Wurde er dann doch nicht. Macht ja nichts.
Frankie Valli
Der Film "Grease" repräsentiert zusammen mit "Saturday Night Fever" die Disco-Periode schlechthin. Angefangen in New York und da als Untergrundmusik von Schwulen, konnte Disco sich Ende der 70er Jahre weltweit durchsetzten. Produzenten und Discjokeys rückten zum ersten Mal in das Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit; die Künstler selbst waren nicht unbedingt so wichtig (mal ehrlich: wer hätte gewußt, daß "Grease" von Frankie Valli gesungen wurde). Dies alles wird sich dann in den 90ern wiederholen. John Travolta, Hauptdarsteller in "Grease" (an seiner Seite Olivia Newton John) war der Schwarm aller pupertierenden Mädchen und neidvolles Vorbild für die Jungs, die weder so gut aussahen, noch so tanzen konnten. Jetzt ist Johny nicht mehr pc, da er sich ja - nach seinem Comeback durch "Pulp Fiction" - mit den Scientologen eingelassen hat.Der Sound, geschrieben von den Bee Gee Brüdern Gibb (die auch schon bei "Saturday Night Fever" mitmischten), soll zum tanzen anregen. Hat er auch unbeschreitbar getan. Die Bee Gees, die schon in den 60ern 4 Nummer 1 Hits hatten, wurden nicht zuletzt wegen der schon genannten beiden Filme/Platten, bei denen sie die Hits schrieben, zu Superstars. 20 Millionen Platten wurden allein von "Saturday Night Fever" verkauft. Und: Damals war die Weltbevölkerung noch nicht so groß
.Elvis Costello
In Liverpool geboren, in Deutschland weitgehend unbekannt, steht Costello für einen Singer/Songwriter, der großen Einfluß auf die Punk-und New Wave-Bewegung ausgeübt hat. Gute Songs, gute Texte. Unvergeßlich bleibt Costellos Auftritt beim Live Aid (1985, Boris Becker gewann gerade das erste Mal Wimbeldon!), wo er ein wunderschöne Version von "All you need is love" von den Beatles trällerte.


The 80´s

In den 80ern wurden die schlimmsten Befürchtungen der New Wave Generation wahr. Mit Ronald Reagan und Maggi Thatcher konnte einem schon der Weltuntergang in den Sinn kommen. Als in Deutschland dann noch unser Helmut dazu kam, schien die Alternative nur zwischen Emigration nach Neuseeland und Rückzug ins Private zu bestehen. Musikalisch waren die 80er aber interessant: Der Wave einerseits und Ikonen wie Michael Jackson, Bruce Springsteen und U 2 anderseits dominierten. Hier unsere Auswahl:
Police
Die Verbidung von Punk/New Wave und Pop Musik. Sting, der Kopf der Band, spielte nicht nur in erfolgreichen Filmen mit (Quadrophenia von The Who) , sondern schreibt auch noch heute gute (etwas gesetztere) Songs. Police war eine Band mit exquisiten Musikern: Andy Summers (Gitarre), Stuart Copeland (Drums) und Sting (Bass & Vocals).
Echo and the Bunnyman
Eiszeit ist angesagt: Waren die Punks noch aggressiv gegen Dinge und Ideen, richtet sich im Wave die Aggression gegen sich selbst. Wave ist depressiv, melancholisch und zum Teil maschinell. Wave Bands haben in aller Regel gute Texte. In Deutschland haben nur wenige Bands diese Atmosphäre transportieren können. Die "Neue Deutsche Welle" sah alles eher von der lustigen Seite. Darüber aber später mehr.Ab den 80ern wurde dann alles mit Wave gemischt: Die Stray Cats mischten mit Rockabilly, Blondie mit Pop, Sisters of Mercy mit Rock.
Michael Jackson
Was soll man zu dem Menschen noch sagen, was nicht schon gesagt wurde. Er ist ein brillianter Sänger, Tänzer und Songschreiber. Mit den Jackson 5 feierte klein Michael schon in den 70ern erste Erfolge.Michael Jackson schreibt dumm-naive Texte und er selbst ist es auch. Produziert wurde Jackson lange Zeit von Quincy Jones. Das hat sicherlich zum Erfolg beigetragen.Bei "Beat it" spielt Eddie van Halen das Gitarrensolo. Mit dem Solo löste er eine wahre "tapping-Welle" aus. (Die rechte Hand tippt Melodien auf dem Gitarrenhals) Eddie konnte das wenigstens, die meisten anderen, die es damals versuchten, konnten es nicht.
Madonna
Tüchtig Streit gibt es immer um Madonna: Einige Schlagabtausche zwischen ihr und Curtney Love (Sängerin von Hole und Freundin von Nirvana Sänger Curt Cobain) sind bekannt geworden. Madonna macht was sie will, mal Sexsymbol, dann wieder ernsthaft oder wild. Sie sagt, daß sie die Regel mache und sie über ihre Rolle bestimme: Ihre Form von Feminismus. Seit Mitte der 80er ist Madonna, immer mal wieder, ganz oben dabei.
Prince
Wie schon bei den Beatles und Stones (und später bei Oasis und Pulp) gab es in den 80ern einen kindischen Streit darüber, wer besser sei: Prince oder Michael Jackson. Natürlich ist Prince besser. Dieser Mensch kann wenigsten drei Sätze hintereinander sagen, ohne daß man, wie bei Jackson, vor Scham erötet oder sich an den Kopf faßt. Nein, halt: Vor Scham erötet man auch, aber aus anderen Gründen als bei Jackson.Prince spielt zauberhaft Gitarre, tanzt und singt klasse, schreibt tolle Songs und ist ein brillianter Arrangeur. In den 90er ist er ein wenig abgetaucht, bringt allerdings immer mal wieder eine nette Platte raus.
Bon Jovi
Der Glimmer-Heavy der 80er. Endlich durften auch Popper auf Heavy Konzerte, ohne das sie ordentlich verprügelt wurden. In ihrem Aussehen glichen sie ohnehin den Musikern auf der Bühne. Bon Jovi sind noch eine erträglich Variante. Bands wie "Europe" führten dann doch dazu, daß die Autoren dieser Seiten an der Musik verzweifelten.Bon Jovi gehören zu einer Generation von Musikern, die richtig auf ihren Instrumenten ausgebildet wurden. Der Gitarrist spielt alles was verlangt wird: Hier mal einen Country Blues, ein kleines Jazz Lick und er beherrscht natürlich alle Heavy Tricks.
U 2
Ursprünglich stark vom New Wave geprägt, entwickelte sich U 2 zu einer der epochalen Bands der 80er. Aus Irland kommend, revolutionierten sie die Musik mit einem Breitwandsound, der dann von vielen Bands nachgeahmt wurde. U 2 sind immer sehr bemüht gewesen, ihren Sound zu verändern. So gibt es unterschiedliche Generationen von Fangemeinden. Auch sie sind mittlerweile in den Rock-Olymp aufgenommen worden.
Smith
Die englische Band wurde Mitte der 80er Jahre berühmt. Der Sound stellt eine Mischung von Pop und Wave dar. Sie haben ein paar gute Platten hingekriegt. In den 90ern wird es dann ruhig um die Band
.Michelle Shocked
Mitte der 80er kamen Singer(innen)/Songwriter(innen) schwer ins Geschäft: Tracy Chapmann, Susan Vega, Eddie Brickel und eben Michelle Shocked. Musikalisch wird an die alten Barden aus den 60ern und 70ern angeknüpft. Aus dieser Zeit gibt es wunderschöne Songs mit wirklich guten Texten.

The 90´s

In den 90ern ist entweder alles Independent oder Crossover. Damit verlieren diese Begriffe natürlich auch ihre Bedeutung. Man darf alles hören, alles kreuzen, die alten Dogmen zählen nicht mehr. Während die Bundeswehr wieder kämpfen darf - ohne ideologische Einwände - rappen Rudi Carell und Roberto Blanko mit schlechten deutschen Bands über die Fernsehkanäle - natürlich auch ohne irgendwelche ideologischen Vorbehalte. Heavy Fans stehen in kopfschüttelnder Eintracht mit Yuppies bei Crossover-Bands "Faust in Faust". Im Feuilleton nennt man das dann Postmoderne. Aber: Die 90er sind ja noch nicht zu ende ...
Living Colour
Mit Living Colour sind wir in den 90ern angekommen. Das ist Crossover. Was wird gekreuzt? Heavy, Funk, Punk, Soul und Rock ´n´Roll. Der Text, "Elvis id dead", ist das postmoderne Äquivalent zu Nietzsches "Gott ist tot". Daß bei dem Stück im Hintergrund noch Little Richard und Mick Jagger mitsingen, ist ein besonderes Bonbon. In gewisser Weise kann man die Colours mit Mother´s Finest vergleiche, die oftmals die erste schwarze Heavy Band genannt werden. Damit ist auch klar: Living Colour ist eine schwarze Band. Über die Bandmitglieder erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar: Sie sind eine Band für Musiker, da jeder, der schon mal eine Trommelstock oder ein Plektrum in der Hand hatte, verzweifelt, wenn er diese Band hört: Entweder übt man dann tüchtig, oder man gibt es einfach auf.
Nirvana
Curt Cobain ist wohl der einflußreichste Musiker der 90er geworden. Wie immer bei solchen Personen, geht es nicht nur um sein musikalisches Werk (darum natürlich auch), sondern um all das wofür der Mensch steht. Aus Seattle kommend eröffneten Nirvana mit ihrem Album "Nevermind" den Reigen zum "Grunge". Aber nicht nur das: Jeder der gefragt wird oder auch nicht, betont, daß Cobain einen Einfluß auf die jeweils eigenen Songs gehabt hat. Bekannt ist: Curt hat sich leider den Kopf mit einer Schrottflinte weggeschoßen. Die Drogen bleiben halt eine gewisse Konstante in unserer kleinen Erzählung.
Red Hot Chilly Peppers
Da ja alle beim Crossover kreuzen, kreuzen die Peppers auch. Angefangen als wirkliche Insider-Band (wer kennt niemanden, der Stolz behauptet, er habe die Peppers schon vor 10 Jahren gesehen), haben die Peppers mit dem Album "Blood, Sugar, Sex, Magic" den totalen Durchbruch geschafft. Eine Mischung aus Funk und Heavy, alles sehr tanzbar, ist das Erfolgsrezept der Peppers. Besonders charismatisch ist natürlichlich der Sänger (muß er ja sein, sonst wäre er ja nicht der Sänger), der sich auch schon als Schauspieler versucht hat ("Gefährliche Brandung").Ach ja: Berühmt geworden ist natürlich auch das Foto, auf dem die Band, ihrer damaligen Show entsprechend, ihren Schniddelwutz mit einem Socken überstülpen. Süß ne´?
Rage against the machine
Jetzt wird es richtig heftig. Linke (wenn es das noch gibt) und kompromißlose Texte, harter Sound und eine atemberaubende Live- Show. Der Sänger, Zack de la Rocha, macht manchmal einen etwas verwirrten Eindruck. Bei aller Kompromißlosigkeit in der Musik und den Texten kann man sich bei Rage manchmal nicht des Eindrucks erwehren, daß die Musiker nette Mittelschichtkids waren, die vor allem tüchtig auf ihren Instrumenten geübt haben. Trotzdem bleibt die erste Rage-Platte ein Meisterwerk und ist ein wichtiges Statement in den 90ern.
Oasis
Oasis sind auch schon von allen tüchtig gelobt worden: Wichtigste Band des Brit-Pop und son´ Zeug. Man kann feststellen: Nicht schlecht bisher. Zwei wirklich gute Platten, alles klingt zwar nach den Beatles, aber die Beatles hätten ja ruhig noch zwei Platten mehr machen können. "Wonderwall" ist natürlich der Frühjahreshit 1996 gewesen. Keine Frage. Ansonsten sind vor allem die Gallagher-Brüder (Sänger & Gitarrist) ziemlich unsympathische Jungs, die immer behaupten sie wären besser als Pulp. Das stimmt zwar, muß aber doch nicht in aller Öffentlichkeit diskutiert werden.. Dafür sind sie - wie sich das für quasi-Beatles gehört - sehr britisch und können angeblich bemerkenswert viel saufen; wie eben alle Engländer.
Counting Crows
Die Counting Crows beweisen, daß man nicht unsympathisch sein muß, um gute Songs zu schreiben. Die Platte, aus der das vorliegende Beispiel ausgesucht wurde (ihre Erste), wurde in ihrem Haus in L.A. aufgenommen. "August and everthing after" ist in jedem Fall die Platte des Jahre 1993: Das haben die Autoren einstimmig (von zwei möglichen Stimmen) beschlossen.
Spearhead
Michael Franti ist der Boß, Produzent, Sänger und Songschreiber von Spearhead. Die Band symbolisiert wunderbar den musikalischen meltingpot im Bereich Tanzmusik der 90er: HipHop, Soul, Funk und Reggae. Spearhead sind Schwarze, wobei man ähnlichen Sound auch von (weißen) Bands wie Galliano hören kann.
South Central Cartel

Sonst noch Fragen über Gangster-Rap? Rap ist die Musik zu den L.A. Riots. Schwarze schlagen zum Teil mit bitterem Rassismus gegen die Weißen zurück (Public Enemy), Tipper Gore, die Frau des Vizepräsidenten, will nordamerikanische Kids vor den bösen Rappern schützen. Die Musik polarisiert, ist politisch und dabei noch extrem tanzbar. Als ein Zweig des Rap verbrüdern sich jene Protagonisten mit weißen Heavys. Das Ergebnis ist auf der Filmmusik von "Judgment Night " zu hören.
Underworld
Es ist viel von Tanzmusik in den 90ern hier geschrieben worden. Alle Fragen: War da nicht noch irgendwas? Ja, da war noch irgendwas:House und Techno!! Wie das jetzt zu unterscheiden ist, überlassen wir dem geneigten Leser. Man kann sich ja nicht alles wissen. Sicher ist, daß für diese Musikrichtung der Einfluß von "Kraftwerk" und "Tangering Dream" (beides deutsche Band der 70er) nicht zu unterschätzen ist. Jene wurden dann in Detroit zu Techno verarbeitet. Der Interpret spielt bei House und Techno keine Rolle mehr, oder genauer: der DJ ist der Interpret. Einen kleinen Schnellkurs über Techno macht Ihr am besten bei der Berliner Loveparade. Wir geben Euch den Termin noch bekannt.
R.E.M.
Ne´ richtig nette Studentenband. Selbst das REM plötzlich mit "Loosing my religion" zu Superstars wurden, kann man den Jungs nicht übel nehmen. Und: Trotz ihres Erfolgs, machen sie immer noch gute Platten und sind eine extrem gute Live-Band.
Hier endet die Geschichte der Rockmusik. Wir sind uns sicher, daß wir uns viele Feinde gemacht haben, daß ihr mit der Auswahl nicht zufrieden seid und daß ihr überhaupt alles besser wißt. So ist das wohl bei Musik (und Sport). Aber wir sollten eines nicht vergessen: Musik soll die Welt vereinen, friedlicher machen und Verständnis wecken. Rock ´n´ Roll macht die Welt netter.


Hosted by www.Geocities.ws

1