Obrona Glywic opisou roz we 1940 roku Hermann Ehren we od niego
ksionzce pt „Um der Väter Erbe“. Sam som fragmynty tyj ksionzki.
Wybrouch te kere opisujom samo obrona miasta Glywice.





"Schon hatten die Geschütze ihr Feuer eingestellt. Die erste Welle der Feinde
hatte den Graben erreicht. Die Vermutung des Stadthauptmanns hinsichtlich der
Angriffspläne des Gegners hatte sich bestätig. Wenn bei der Anzahl der Gegner
der Sturm auch von allen Seiten unternomen wurde, so zeigte es sich doch bald,
daß es sich hierbei nur um Täuschungsmanöver handelte. Diese Täuschung
wäreohne die Achtsamkeit des jungen Kommandanten auch sicher gelungen.
Die ersten Reihen der Stürmenden hatten den Wall überstiegen und den Graben
erreicht. Schon flogen Stroh- und Reisigbündel haufenweise in das Wasser,
und immer noch nicht gab der Kommandant den Befehl zum Feuern."





"Erstaunt schauten die Landsknechte des Mansfelders zu den Mauern empor.
Diese Ruhe war ihnem unheimlich. Sie stach ab von dem sonst Gewohntem. Wo
immer sie auch stürmten, ob in Böhmen, Welschland, Italien oder Deutschland;
auf den Mauern standen die Verteidiger, schossen und schrien, was das Zeug
hielt. Hier aber war kein Verteidiger zu sehen. Kein Schuß war gefallen. Doch
ihre Verwunderung sollte nur von kurzer Dauer sein. Plözlich zerriß ein scharfer
Kommandoton die unheimliche Stille, die auf den Mauern lastete.Kaum war er
verklungen, da fegten mehr als fünfhundert Musketen und Hakenbüchsen Feuer
und Tod auf die Stürmenden hinunter. Bei der geringen Entfernung und bei der
Menge der Gegner war die Wirkung dieses wohlgezielten Feuers gerade zu
furchtbar. Fast die ganze erste Reihe der Anstürmenden wurde niedergemäht.
Viele Dutzende sanken mit ihrem Weidenbündeln sterbend in den Wallgraben,
dadurch noch im Tode ihre Aufgabe erfüllend."





"Mit lauten Freudenrufen quittierten die Gleiwitzer dieses erste Ergebnis
ihrer Verteidigung. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Ehe sie ihre
Musketenund Hakenbüchsen ein zweites Mal laden und abfeuern konnten, hatten
die massenhaft nachdrängenden Angreifer den Wallgraben an zwei Stellen, wenn
auch nur notdürftig, ausgefüllt. Es genügte aber, um in wenigen Augenblicken
Hunderten der Feinde den Übergang über den Graben zu ermöglichen. Im Nu
hatten die gerade in diesen Kämpfen geschulten Landsknechte mit ihrem Beilen und
Sturmböcken die Palisaden, die den Zugang zu der Mauer versperrten,beseitigt und
ihre Sturmleitern an die Mauer angesetz. Und nun kletterten sie auch schon tollkühn,
das Schwert oder die Hellebarde in der Faust, auf den Leitern empor. Zwar schossen
nun die Verteidiger unaufhörlich in die Reihen der über den Wallgraben drängenden
Feinde. Doch wieviele auch blutend niedersanken, die Zahl der Vorstürmenden wuchs
von Minute zu Minute. Nun standen schon viele Hunderte an Zahl im Zwinger."





"Sowie eine Sturmleiter angesetz wurde, versuchten die Verteidiger, diese
umzustürzen. Und es wäre sicher keinem Feinde gelungen, die Leitern zu
erklettern, wenn es sich nicht um ein so erprobtes Kriegsvolk wie das des
Mansfelders gehandelt hätte. Bei jeder Sturmleiter standen drei Landsknechte.
Während einer von ihnem sich anschickte, die Leiter zu erklettern, nahmen die
beiden anderen mit schußfertigen Musketen daneben Aufstellung. Ihre Kugeln
streckten jeden nieder, der versuchte, die Leitern umzustoßen. Als ersten
erwischte es des Schmiedes Wisor Altgesellen Schymura. Er trug keine Büchse.
Als einziege Waffe hielten seine schweren Fäuste den Schmiedehammer. Er
hatte gleich zu Beginn des Sturmes als einer der ersten die schützende Brustwehr
verlassen und erwartete auf dem Wehrgang den Feind. Als die erste Leiter
gerade bei ihm angesetz wurde, warf er den Hammer beiseite, um die Leiter
umzustoßen. Schon hatte er sie gefaß und hochgezogen. Der Landsknecht,
der sie bestiegen hatte, fiel wie ein Mehlsack herunter. Aber in demselben
Augenblick ließ der Schmiedgeselle auch schon die Leiter fahren; steil richtete
er sich in der Höhe und fiel dann lautlos zurück in der Wehrgang. Der Schmied
Wisor, der hinzusprang, hatte nichts anders mehr zu tun, als seinen treuen
Altgesellen die Augen zu schließen. In dessen Stirn saß ein kreisrundes großes
Loch, das ihm die Kugel des feindlichen Landsknechtes geschlagen. >>Verfluchte
Schweine<<,knurrte der Meister, >>ich werde euch nichts schuldig bleiben<<."





"Düster war sei Antlitz. Die Bürger machten ihm mehr zu schaffen, als er
geglaubt. Seine Auffassung, daß das Bombardement schon den Widerstand
brechen würde, hatte sich als trügerisch erwiesen. Und nun wehrten sich diese
Kerle auf der Mauer wie die Teufel! Zornig stampfte er mit dem Fuße auf und
wandte sich an die ihn umgebenden Offiziere:

>>Habe ich feige Memmen und Weiber oder Soldaten angeworben?
Ich muß die Herren bitten, den Angriff persönlich zu leiten!<<

Schweigend entfernten sich die Offiziere und begaben sich zu ihren Fähnlein
und Regimentern. Und nun setzte wild und erbarmungslos die neue Angriffswelle
ein! Endlich war es einer Anzahl Mansfeldischer gelungen, über die Mauer zu
kommen und dort Fuß zu fassen. Ein furchtbarer Kampf entspann sich. In demselben
waren die waffengeübten Landsknechte den Verteidigern überlegen."





"Wohl fochten die Gleiwitzer mit Mut und Todesverachtung. Doch was halfen
Hämmer und Dreschflegel und all die andere altertümliche Wehr, nachdem die
Feinde die Mauern erstiegen hatten und ihnen Brust an Brust gegenüberstanden.
Jetzt entschieden Mut und wildes Draufgängertum nicht mehr allein. Jetzt kam
es entscheidend auf die Art der Waffe und der Waffenführung an. Nicht mehr als
zwölf Meter vom Turm des Ratiborer Tors entfernt, hatte eine Rotte des
feindlichen Kriegsvolkes die Mauern genommen und die Verteidigung trotz
tapferster Gegenwehr nieder- und kampfunfähig gemacht. Und nun drängten sie
gegen den Turm vor. Wenn es ihnen gelang, an das Stadttor heranzukommen und
dasselbe zu öffnen, so war die Stadt verloren. Entsetzen überfiel die Verteidiger,
die aus dem weiten Rund der Mauern das Vordringen beobachtet konnten. Nun
schienen alle Opfer und Tapferkeit umsonst. >>Heilige Jungfrau hilf!<<
So stiegen aus Hunderten von Herzen flehende Hilferufe zum Himmel!"





"Ungestüm drängten die Feinde in der Richtung zum Turm vor. An ihrer Spitze
war ein junger Lieutenant. Triumpf leuchtete aus seinen Augen! Hier vor Gleiwitz
würde er sich seine Sporen verdienen und Sieg und Ruhm an seinen Namen
knüpfen. Noch einige Schriette, und dann war der Turm erreicht. Hier war die Stiege
angebracht, die zum Ratiborer Tore niederführte. Er würde mit seinen Leuten
das Tor öffnen und die Stadt wird seinem Feldherrn gehören. Da, plötzlich wurde
sein Siegeslauf gehemmt! Vor ihm stand der Stadthauptmann, Herr von Welczek,
den Degen in der Faust. Schon sauste derselbe durch die Luft. Der Mansfeldische
schien verloren zu sein; allein gedankenschnell warf dieser die Faust, die das
Schwert führte,hoch und parierte leicht und elegant den wuchtigen Schlag. An diesem
Parieren merkte der Stadthauptmann, daß er einem Meister der Fechtkunst vor sich
hatte. Blitzschnell holte er zum zweiten Hieb aus. Doch auch diesen parierte der
Offizier leicht und sicher. Der Kommandant wußte, daß es bei diesem Kampfe
nicht nur um sein Leben oder Sterben, sondern um die Stadt ging. Er verstand
etwas von der Fechtkunst. An den Höfen von Wien und Florenz hatte er den
größten Meistern gegenüberstanden und von ihnen gelernt. Wenn nicht anders,
dann mußte er den Gegnern mit einer Finte beikommen! Unter anderen Umständen
hätte er das sicher verschmächt, aber jetzt war keine Zeit zu verlieren. Er sprang
gleich nach dem zweiten Schlage einige Schritte zurück, als wollte er sich dem
Kampfe entziehen. Was nun folgte, hatte er vorausgesehen und beabsichtigt.
In vielen Schaukämpfen hatte er diese Finte angewandt und erprobt. Wie fast
alle Gegner, fiel auch dieser darauf herein. Mit einem gewaltigen Satze sprang
der Lieutnant mit erhobenem Degen auf ihn zu. Ein solcher Sprung war gegen alle
Regeln der Fechtkunst und ein sicherer Hieb hierbei unmöglich. So auch in diesem
Falle. Noch während der Offizier auf ihn eindrang, stand der Stadtkommandant schon
wieder unbeweglich mit gespreitzten Füßen fest auf dem Boden. Sein scharfes Auge
hing am Gegner, und noch ehe der fest auf seinenFüßen stand, fuhr die Klinge, von
des Kommandanten sicherer Hand geführt, durch die Luft. Ein klingender Ton, und
in weitem Bogen flog der Degendes Offiziers über die Mauer. Und ein zweites Mal
blitzte die Klinge auf! Und als sie sich niedersenkte, glitt der tapfere Gegner zur Erde.
DerStadtkommandant hatte diesen zweiten Hieb nicht mit voller Wucht geführt.
Er hatte nicht die Absicht, seinen Gegner zu töten. Er wollte ihn nur kampfunfähig
machen. Mit einem leichten Hieb über den Kopf des Offiziers hatte er dies erreicht."





"Während noch an der dem Stadtturm zu gelegenen Seite des Wehrganges der
Stadtkommandant mit dem Offizier kämpfte, griff der Ratsherr Martin Strzoda,
der die gefährliche Situation auf dieser Stelle der Stadtmauer erkannt hatte,
die eingedrungenen Gegner von der anderen Seite des Wehrganges an. Bei der
Enge des Umlaufs war er im Vorteil, da immer nur ein einziger Gegner sich gegen
ihn wenden konnte. Mit seinem breiten Ritterschwert schlug er dem ersten
Landsknecht die Hellebarde aus der Hand, und beim zweiten Hieb sank, zu Tode
getroffen, hin. Dem nachfolgenden erging es nicht anders. Ehe er nur die Hellebarde
erhoben hatte, bohrte sich das Schwert des Ratsherrn in seine Brust, so daß er mit
ersterbenden Röcheln seinen hinter ihm stehenden Kameraden in die Arme fiel.
Diese ließen es auf einen weiteren Kampf erst gar nicht ankommen. Graues
Entsetzen war in ihren Augen zu lesen. Sie warfen ihre Hellebarden fort und
baten flehentlich um ihr Leben. Sowohl der Kampf des Stadtkommandanten
als der des Ratsherrn mit den Landsknechten hatte sich vor den Augen des
feindlichen Heeres abgespielt. Auch die Gleiwitzer Bürger waren mit größter
Sorge den Kämpfen gefolgt. Für einen Augenblick ruhte der wilde Kampfeslärm.
Alles schaute gebannt zu den Männern auf, die im Wehrgang einen Kampf auf
Leben und Tod ausfochten. Die Mansfelder glaubten fest an den Sieg des jungen
Lieutenants, der als Fechter im ganzen Heere einen glänzenden Namen hatte."





"Mit ganz anderen Gefühlen schauten die Belagerten diesem Kampfe zu. Von
seinemAusgang hing vieles, nein, beinahe alles für sie ab. Siegte der Lieutenant mit
seiner Rotte, so war nicht nur das Tor auf das äußerste gefährdet, die noch größere
Gefahr lag in der moralischen Wirkung, die eine solche Niederlageauslösen würde.
Als nun fast zu gleicher Zeit der Lieutenant sowie seine Landsknechte die Waffen
streckten mußten, brauste heller Jubel die Mauernentlang. Neuer Mut zog in die
Herzen der Verteidiger; fester umkrampftenihreFäuste die Waffen, und noch inniger
wurde das Gelöbnis, die Stadt bis zumlezten Blutstropfen zu verteidigen. Bei den
Mansfeldern löste das Ergebnis dieser Einzelkämpfe gleichzeitig Beschämung und Wut
aus. Diese armseligen Bürger wagten es, alten in Waffen ergrauten Landsknechten,
die auf allen Kriegsschauplätzen Europas Siege errungen hatten, einen solchen
Widerstand zu leisten? Aufs neue erdröhnten die Landsknechrstrommeln, wilder
und heißer noch als zuvor setzte der Sturm von neuem ein. Und sicher wäre den
Mansfeldern bei ihrer Übermacht ein Erfolg nicht versagt geblieben, wenn den
Verteidigern nicht durch die einbrechende Dunkelheit ein mächtiger Bundgenosse
erstanden wäre. Gegen acht Uhr abends beendete der Mansfelder den für ihn
aussichtslosen Kampf. Der Abbruch desselben wurde von den Belagerten mit
Freuden begrüßt. Er gab ihnem aber keine Veranlassung, nun der wohlverdienten
Ruhe zu pflegen. DerStadtkommandant wußte, daß der Angriff am nächsten Tage
mit erneuter Wucht einsetzen würde."





"Tiefe Sorge um das Schicksal der ihm anvertrauten Stadt verdüsterte sein
Gemüt. Wohl hatte er heute den Sieg errungen; aber um welchen Preis? Achtzig
Tote hatte der blutige Kampf die Verteidieger gekostet. Die doppelte Zahl war
durch mehr oder minder schwere Verwundungen kampfunfähig geworden. Und die
Mauer wies an einzelnen Stellen doch größere Schäden auf, als er zuerst
angenommen hatte. Dieser Sachlage galt es Rechnung zu tragen. Die erste

Aufgabe war, den lezten waffenfähigen Mann für den morgigen schweren

Kampf heranzuholen. Daß das geschah, oblag dem Bürgermeister. Er hatte
vollauf zu tun, alles für die weitere erfolgsversprechende Verteidigung
vorzubereiten. Nur die ältesten Männer entließ er für die Nacht. Alle anderen aber
schafften unermüdlich an der Ausbesserung der Mauern oder schleppten neues
Verteidigungsmaterial, wie Steine und Sandsäcke, herbei. Eine große Ermutigung
für den jungen Kommandanten war die vorzügliche Stimmung, in der sich die
Verteidiger befanden. Sie glaubten zuversichtlich an den Sieg ihrer gerechten
Sache. Dieser Glaube besselte auch die gesamte Bürgerschaft. Frauen und
Kinder halfen mit, soweit es nur möglich war. Wer aber durch seiner Hände Arbeit
nicht helfen konnte, der ging in die Pfarrkirche, wo der Vikarius in flehentlichem
Gebet den Himmel um den Sieg der Gleiwitzer Waffen bestürmte."




(Die Abendandacht bei "Allen Heiligen") fragmynty:





"Und nun schilderte der Pfarrverweser in begeisterten Worten, wie die
Himmelsmutter sich einer reinen Jungfrau, die bald vor Gottes Thron stehen
würde, geoffenbart und ihr tröstliche Gewißheit gegeben habe, daß sie die
Stadt beschirmen würde."





"Eine reine Seele, durch Krankheit und Leid geläutert, hat den Himmel
bezwungen. Lasset uns kämpfen, daß wir dieses großen Gnadenerweises würdig
werden!"





a na drugi dziyn:

"Wie bei dem gestriegen Kampfstand der Stadthauptmann wieder am Ausguck des
großen Turmes am Ratiborer Tor und beobachtete gespannt jede Bewegung des
Feindes. Auch heute hatte er seinen Leuten genaueste Verhaltungsmaßregeln
gegeben: Alle haben gute Deckung zu nehmen; es wird nicht eher geschossen,
bis die Gegner den Wallgraben überstiegen haben. Besonders ausführlich waren
seine Anweisungen für die Frauen. Den Augenblick für ihren Einsatz hatte er genau
festgelegt."





"Gleich, als die erste Angriffswelle der Feinde heranbrauste, erkannte der
Stadthauptmann, daß es dieses Mal noch schwerer und blutiger hergehen würde als
am gestrigen Tage. An acht verschiedenen Stellen versuchten die Gegner, über den
Wallgraben zu kommen. Kaum hatten sie ihn erreicht, da gab der Stadthauptmann
den Befehl, die Musketen abzufeuern. Und wieder sank eine froße Anzahl der
Angreifer tot oder verwundet in den Wallgraben. Doch größer war die Menge derer,
die den Zwinger erreichten und die Leitern zum Sturm ansetzen konnten. Aber
glaubten nun die Angreifer, heute beim zweiten Sturm ein leichtes Spiel zu haben,
ja, eine verzweifelte und müde Verteidigung anzutreffen, so lehrte sie die Wirklichkeit,
daß sie einem fruchtbaren Irrtum verfallen waren. Begeisterte, todesmutige Männer,
die durch den Kampf am Tage zuvor vieles gelernt hatten, standen geduckt hinter der
Brustwehr, und sobald die Feinde die Leitern erstiegen hatten, sausten Schwerter und
Hämmer mit wuchtigen Schlägen auf sie hernieder. Als aber nach einer Stunde ein
großer Teil der feindlichen Truppen im Zwinger stand, wurde die Lage der Verteidieger
wieder sehr ernst."





"Doch noch immer nicht gab der Kommandant den Befehl zum Einsatz der Frauen.
Erst im Augenblick der Entscheidung sollten sie auf den Plan treten. Schon hatten
einzelne Angreifer auf der Mauer festen Fuß gefaßt. Und wieder entspann sich ein
mörderischer Kampf, Mann gegen Mann. Die Männer, die für ihre Stadt und ihre
Heimat kämpften, verrichteten Wunder an Tapferkeit. Besonders der Ratsherr
Martin Strzoda kämpfte wie ein Löwe. Wenn sein breites Schwert in der Luft blitzte,
sank jedesmal ein Gegner zu Boden, um sich nimmer zu erheben. Der Ratsherr war
schreklich anzusehen. Eine Kugel hatte seine Stirn gestreift. Gesicht und Wams
waren blutüberströmt. Er ...."





"Seine Todesverachtung und seine Tapferkeit rissen auch die anderen mit. Schon
war es acht Uhr geworden. Und die Mansfelder hatten noch keinen entscheidenden
Erfolg zu verzeichnen. Aber die bange Frage lautete: Wie lange noch? Die Zahl der
Angreifer wurde nicht geringer. Immer wieder wurden die Lücken durch frische,
unverbrauchte Kräfte ausgefüllt. Ganz anders sah es bei den Verteidigern aus!
Alle Männer, die eine Waffe handhaben konnten, standen auf der Mauer. Reserven
waren keine mehr vorhanden. Die Lücken konnten nicht mehr aufgefüllt werden.
Und noch waren sie in dem nun schon zwei Stunden lang tobenden Kampf sehr
groß geworden. Die Schumacher- und die Bäckerinnung, die Schulter an Schulter
kämpften, hatten bereits siebzehn Männer durch Tod oder Verwundung verloren."





"Auf den übrigen Mauerteilen sah es nicht besser aus. So manchem tapferen
Verteidiger, der siegesfroh in den Kampf gezogen, waren die Waffen für immer
aus der Hand gefallen."





"Er (der Stadtkommandant-moj dopisek) sah, daß nun der Augenblick gekommen
war, in dem die Frauen zeigen konnten, daß es ihnen ernst war mit ihrem Einsatz.
Der Stadtkommandant gab seinem Adjutanten einen Wink. Der entfernte sich eiligen
Schrittes. Kurz darauf erdröhnten die Glocken der Allerheiligenkirche. Kaum
war der erste Ton verklungen, da eilten aus allen Straßen und Gassen viele
humdert Frauen und ..."





"... und Mädschen zu den Mauern. In ihren Händen trugen sie die seltsamen
Behälter. Alle waren bis an den Rand mit kochendem Hirsebrei gefüllt. Mit
Windeseile hatten sie die Leitern erkletert. Schon standen sie im Wehrgang,
und wo immer nur eine Leiter über die Zinnen ragte oder gar ein feindlicher Kopf
zu sehen war, verrichteten die Frauen fink die Arbeit. Wie ein Lavastrom ergoß
sich der kochendheiße Hirsebrei auf Köpfe, Schultern und Hände der Anstürmenden,
so daß sie schreiend und heulend von den Leitern herunter in den Zwinger sanken.
Dieser ebenso plötzliche wie gewaltige Einsatz der vielen hundert Gleiwitzer
Frauen hatte die Lage mit einem Schlage zugunsten der Belagerten verändert.
Während noch vor kurzem die Sache der Gleiwitzer schier hoffnungslos schien,
war nun der Sieg so gut wie sicher. Der feindlichen Kriegshaufen bemächtigte sich
eine große Panik. Sie dachten an kein Stürmen und Kämpfen mehr. Alle Drohungen
und Verwünschungen der Hauptleute blieben fruchtlos. Ja, selbst das Eingreifen
der Obristen war umsonst. Was von den Angreifern heil und unversehrtgeblieben
war, rannte den Zwinger entlang, um einen Weg über den Wallgraben ins Freie
zu finden. Doch noch mancher der Fliehenden mußte den Fluchtversuch mit
dem Leben bezahlen. Denn von der Höhe der Mauer herab fiel unaufhörlich das
Verderben auf den Feind. Alle Männer und Frauen der Stadt, die nur irgendwie die
Hände rühren konnten,standen auf der Mauerzinne und schleuderten Steine,
Balken und kochendes Wasser oder Brei auf die Landsknechte hinab. Bereits
um zrhn Uhr war der Zwinger von Feinden gesäubert. Was sich noch dort
befand, war tod, verwundet oder jämmerlich verbrannt.
Ein unbeschreiblicher Jubel erfüllte die Stadt. "





"Mit frohem Hertzen ging der Stadthauptmann durch die Reihen der Männer und
Frauen. Er fand für alle ein Wort der Anerkennung und des Dankes. Doch immer
wieder verband er mit diesem Dank die Mahnung, weiterhin wachsam und
kampfbereit zu bleiben. Der Stadthauptmann rechnete mit einem nochmaligen
Angriff des Mansfelders. Er kannte den alten Haudegen genau und wußte, daß
derselbe aus Ehrgeiz alles daransetzen würde, die Stadt doch noch zu bezwingen.
Aber er sollte auch beim dritten Versuch, sie zu nehmen, auf Granit beißen. Viel Zeit
würde er nicht mehr haben. Der Herzog von Friedland konnte nicht mehr fern sein.
Noch einige Tage galt es auszuhalten, koste es, was es wollte! Um so schöner würde
dann der endgültige Sieg sein! So traf denn der Stadthauptmann ruhig und voller
Zuversicht alle Vorbereitungen zur Abwehr eines weiteren Angriffs. Doch sieses Mal
mußte er all seineAutorität aufbieten, um Bürger und Soldaten zu veranlassen, auf
ihren Posten zu bleiben. Sie glaubten nämlich, daß alle Gefahr beseitigt und der Sieg
endgültig sei. Und diesen Sieg wollten sie feiern, wie das Brauch war bei jedem
rechten Kriegsmann. Als nun aber auch der Bürgermeister der Auffassung des
Stadthauptmannes beipflichtete, da fügten sie sich ein wenig enttäuscht, jedoch
willig den Befehlen des Stadthaupmannes."





A take zdania usuyszou Jorgus Strzoda (syn od Martina) we lagrze od Mansfelda:

"Gestern abend hat mir ein Knecht aus dem Franziskanerkloster - nachdem ich
ihm genügend gezwickt hatte - verraten, daß vom Kloster aus ein unterirdischer
Gang zur Stadt führt. Die klugen Gleiwitzer haben wohl das Ende des Ganges in der
Stadt verschüttet. Sie haben aber nicht bedacht, daß wir vom Franziskanerkloster
in einem Augenblick ungesehen bis unter die Stadtmauer gelangen und die Bresche
schlagen können. Hier legen unsere Leute kunstgerecht eine Ladung Pulver, und
was dann folgt, könnt Ihr Euch ja selbst ausmalen." I uciyk Jorgus i przedostou sie
do miasta Glywice coby to couke opedziec i uratowac kochane miasto, familia i
wszysko inksze. Szafno to, ale bou ranny i krepnou zanim go do fatrow prziniysli.
A pedziou burmistrzowi przodki tak:

"ZHerr Bürgermeister, das hat keinen Sinn. Mit mir geht ess zu Ende. Ich bin
von drüben geflohen, um meine Heimatstadt zu warnen. Die Mansfelder haben
den geheimen Gang zwischen dem Kloster und der Stadt entdeckt. - - - Unter ....
der .... Stadtmauer ... legen .. sie eine Sprengladung. ... Um sechs Uhr ...
wird ... sie entzündet."





"Jubelnd klangen die Glocken der Allerheiligenkirche am nächsten Morgen über
Stadt und Land. Sieg! Sieg! kündete diesmal ihr eherner Mund. Der Feind hatte
fluchtartig die Belagerung abgebrochen. Die heißgeliebte Heimat war frei!
Der letzte Plan des Feindes, in die Stadtmauern mit Pulver eine Bresche zu
sprengen, war elendig gescheitert. Nun wußten es alle Bürger der Stadt: Daß
dieses Vorhaben mißlungen war, dankten sie dem jüngsten Strzoda, ihm, dem
Verkannten und Vielgeschmächten! Er hatte sein Leben eingesetz, um die Heimat
zu retten."





Teuflisch schlau war der Plan der Mansfelder gewesen. Den unterirdischen Gang,
der zur Stadt führte, wollten sie zur Ausführung desselben benutzen. Ungehindert
hätten sie unter der Stadtmauer ihr tödliches Werk verrichtet können, wenn Georg
Strzoda nicht gewesen wäre. Er überbrachte den fein eingefädelten Plan den
Verteidigern der Stadt. So konnten diese noch rechtzeitig eingreifen. In einem
schneidigen Handstreich hatte der Stadthauptmann mit seinen Reitern die völlig
überraschten Söldner, die ihre Minierarbeit bereits begonnen hatten,verjagt und
den unterirdischen Gang gänzlich verschüttet.Dem allmächtigen Gott und der
allerseligsten Jungfrau, der Schutzpatronin der Stadt, sei Dank!





"Das Fest Maria Himmelfahrt wurde von den Gleiwitzern seit altesher feierlich
begangen. Nach dem Hochamt begann in der Stadt ein emsiges Leben und Treiben.
Auf dem Ringe standen zahllose Buden. Sie bargen alles, was Herz eines Bürgers -
des kleinen sowohl wie des großen - erfreuen konnte. Nützliche Dinge für Haus und
Hof, Spielzeug und Pfefferkuchen für die Buben und Mädchen. Aus allen Dörfern der
Umgebung kamen an diesem Tage die Bewohner, die Edlen und Freisassen wie die
Hörigen, um mit den Gleiwitzern lustig und vergnügt zu sein. Manch harter Taler,
der das ganze Jahr sorgfältig behütet worden war, sprang an diesem Tage aus
den Taschen und landete unbesorgt und leichtsinnig in den großen Taschen der
Krämer und Kretschmer. Einmal im Jahr mußten alle Sorgen vergessen werden! Das
galt erst für das heurige Fest. Ein übermächtiger Gegner war aufs Haupt geschlagen,
die Stadt befreit worden. Die Bürgerschaft war vor Tod, Verderben und Armut gerettet.
Ursache genug, das schöne Fest nach Väter Weise würdig zu begehen!"





"Die Gleiwitzer Bürger aber haben am sechzehnten August ihr Fest gefeiert,
wie noch nie zuvor. Bis spät in die Nacht hinein klang das Singen und Jauchzen
der Burschen und Mädschen durch die Stadt. Aber die Gleiwitzer haben auch das
Versprechen, das sie gemacht, eingelöst. Sie sind Jahr für Jahr, bei Hitze und Regen,
bei Wind und Kälte, zur heiligen Gnadenstätte gepilgert. Dreihundertundvierzehn Jahre
sind seit jenen kriegerischen Tagen vergangen. Die Männer und Frauen, die dieses
Gelöbnis abgelegt haben, sind längst nicht mehr. Aber ihre Kinder und Kindeskinder
achten das Wort und Gelöbnis der Väter. Alljährlich zur Sommerzeit rüstet das katolische
Volk von Gleiwitz zur Gelöbniswallfahrt, pilgert zur heiligen Gnadenstätte Oberschlesiens,
zum St. Annaberg, um im Sinne der Väter dem Herrgott zu danken, >>denn groß ist sein
Erbarmen, und seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht..."


























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