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Schreckliche Anschläge in den USA.

16 Uhr. Das World – Trade Centre bricht zusammen. Pentagon bombardiert. Außenministerium attackiert?Der Aufenthaltsort der US – Regierung ist zur Zeit Nebraska.

Alois Kück

Gerade bricht ein Turm zusammen. Wie viele Menschen werden in diesem Moment wohl sterben? Wer wird gleich die arrogante und scheinheilige Verantwortung übernehmen. Wer saß alles in den drei Maschinen, die den Turm und das Pentagon heute morgen gegen acht Uhr mit Flugzeugen voller Menschen bombardierte? Wenig später faltet sich der andere Turm wie eine Ziehharmonika zusammen und endet als gigantischer Staubpils, der sich über den Grund ausbreitet.

In Berlin wurde ein Krisenstab gebildet. Die Börsen in Chicago und Washington sind geschlossen. Der gesamte Flugverkehr in den USA wurde gesperrt. Nur noch Airforce One ist in der Luft. Niemand weiß, wo sich die Amerikanische Regierung sich trifft. Der Zustand des Pentagon ist ungewiss. Süd – Manhattan wurde völlig evakuiert.

Die Bilder, die CNN von den Straßen zeigt, erinnern an die Bilder aus dem Kosovo. Menschen ziehen verdreckt und geschockt an den Kameras vorbei.

Im CNN – TV berichtet eine Augenzeugin, wie ein großes Flugzeug sich in das Pentagon grub.

In Berlin herrscht Sicherheitsstufe Eins. Otto Schily spricht sein Bedauern aus und erklärt seine Sympathie mit den Amerikanern.





16:16 Uhr. CBS meldet gerade einen Brand im Außenministerium. Auch hier wird evakuiert.

16:17 Uhr. Kleinere Explosion auf dem Kapital wird gemeldet. Noch keine Bestätigung.

Alle Flughäfen sind gesperrt. Nur noch die Maschine des Präsidenten, Airforce One, ist in der Luft.

Politische Bewertung der Katastrophe.

Ein solcher Anschlag ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer Nationalen Abwehr (NMD). Doch was könnte ein Raketenschirm gegen Terroristen bewirken? Offenbar gar nichts, denn hier schickte niemand irgendwelche Flugkörper, sondern lebende Menschen an Bord von Linienflugzeugen. Sicherer wäre es wohl gewesen, in der Nähe des Pentagon und des Trade Centers keinerlei Flugverkehr zu erlauben. Doch waren die wirtschaftlichen Bedürfnisse größer als die Einsicht nach dem letzten Anschlag auf das Hochhaus 1993, das zeitweise bis zu 50 000 Menschen beherbergt.

Ein Raketenschild würde nur eine Eskalation heraufbeschwören. Eine Abwehr funktioniert wie der Vergeltungsschlag, der vom Pentagon ausgelöst würde, bekäme es von NORAD ein Meldung über einfliegende Raketen aus dem Osten. Der Gegenschlag würde innerhalb von wenigen Minuten erfolgen. Der NMD wäre in der gleichen Weise seine Marschflugkörper und was sonst noch in Richtung Naher Osten schicken. Ein Krieg wäre dann wohl unvermeidlich.

Auch jetzt wird Washington harte Töne anklingen lassen. Freundschaftliche Beziehungen, wie sie aus wirtschaftlichen Gründen von vielen amerikanischen Politikern herbeigesehnt werden, sind nach solchen Ereignissen auf absehbare Zeit mit keinem Staat im Nahen Osten denkbar. Groß ist die Gefahr, das ein Präsiden Bush, dessen Umfrage -Ergebnisse absinken (nur 48% unterstützen sein Wirtschaftspolitik, 80 bis 90% der Amerikaner sind dagegen, das die Sozialversicherung - Überschüsse für andere Zwecke eingesetzt werden) und der darauf angewiesen ist, seine Billionen – Steuerersparniss – Pläne durch Anleihen bei den Überschüssen aus den Beiträgen zur Sozialversicherung zu finanzieren, den starken Mann machen muss und will. Dann gibt es Konflikte im Nahen Osten, die auch Auswirkungen für Europa und die BRD haben würden. Flüchtlinge und wirtschaftliche Probleme wären unvermeidlich. Die innenpolitische Lage würde sich nicht nur in den USA verschlechtern.

Der Islam – Experte Andreas Rieck (Hamburg) meinte in der Tagesschau, nur die Islamische Internationale könne dahinter stecken. Dies sei eine Gruppe von Fanatikern, die in den 80ern mit Hilfe der USA gegen die Russen in Afghanistan gekämpft haben und danach die USA als neues ziel des Fundamentalismus entdeckten.

Wie wird es weitergehen?

Der Amerikanische Präsident wird bei aller ehrlicher Bestürzung versuchen, sein Image zu verbessern. Das kann er mit starken Gesten. Er wird also möglichst früh in das Weiße Haus zurück kehren, falls es seine Berater nicht für eindrucksvoller halten, ihn von einer Militärbasis aus handeln zu lassen. Die Krisenstimmung könnte das Volk hinter ihrem Präsidenten versammeln und Unstimmigkeiten überspielen.

Das Flugverbot kann nicht tagelang aufrechterhalten werden, die Kosten wären zu groß und der Anschlag damit auch ein Schlag gegen die Wirtschaftkraft der USA. Alleine schon, um die Börsen zu beruhigen, muss der Präsident so schnell wie möglich sein Amt mit der gebotenen Deutlichkeit am angestammten Platz aufnehmen.

Doch zuerst muss sich noch herausstellen, das es sich um eine Gruppe aus dem Nahen Osten handelt. Spinner gibt es auch bei allen möglichen politischen (rechten) und religiösen oder esoterischen Gruppen in den USA. Vielleicht wollen die Sekten in Zukunft nicht mehr nur klonen. Wie auch immer, die USA lernen wieder einmal mehr, das sie näher an den Zuständen der Welt beteiligt sind, als sie gerne wahrhaben möchten. Seit Jahren sinkt die Sehbeteiligung bei Auslandsnachrichten im Fernsehen und liegt bei etwa 24 %. Vor zehn Jahren waren das noch um die 40%!

Doch egal wer der Urheber dieser Scheußlichkeit auch sein mag und ob man ihn jemals zur Verantwortung wird ziehen können. Es darf kein Anlass sein, Freiheit und Demokratie zu beschädigen, indem man sich an den Terror anpasst durch Maßnahmen, die weder innenpolitisch noch außenpolitisch akzeptabel sind.

Links

Spiegel

Washington Post

New York Times

CNN

ABC

BBC

Tagesschau





















 

 

 

 

 



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