The Thracian World at the Crossroads of Civilisations

 

The 7th International Congress of Thracology

 

Reports and Summaries

 

The Romanian Institute of Thracology

 

P. Roman (Hrsg.)

 

Bucharest

 

1996

 

 

 

OSTKELTISCHE MIGRATIONEN IM SPIEGELBILD DER HELMFUNDE

 

Gisela BURGER

 

 

Die aus Suedwestdeutschland und dem Mittelrheingebiet stammenden Kelten wurden von den griechischen Geographen zu den westlichen "Barbaren" - im Gegensatz zu den oestlichen, den Skythen, gezaehlt.

Im Unterschied zu den westlichen keltischen Migrationen, vor allem nach Nordwestfrankreich und zu den Britischen Inseln, wo die Kelten eine geschlossene ethnische Einheit bildeten mit zum Teil noch heute gesprochenen Keltisch, wurden die Ostkelten von der autochtonen Bevoelkerung assimiliert, was am Beispiel der Galater besonders deutlich wird.

Die keltischen Migrationen, hinter denen vor allem die Suche nach besseren Lebensbedingungen stand, darf nicht als "Voelkerwanderung" im Rahmen grosser Massen aufgefasst werden, denn sie vollzogen sich wellenartig in Sippenverbaenden.

Ab Ende des fuenften, Anfang des vierten Jahrhunderts v.Chr. begannen die keltischen Migrationen in Richtung der Balkanhalbinsel, wobei zwischen Durchzuegen durch einzelne Gebiete und laenger fristigen Besiedlungen mit Nekropolen als Folge (wie z.B. in Westrumaenien) unterschieden werden muss.  Kriegerische Vorstoesse, wie der von Nordost ueber das Balkangebirge bis nach Delphi (279 v.Chr.), muessen von den Migrationen ausgenommen werden.

Die Nachvollziehbarkeit ostkeltischer Migrationen stuetzt sich nicht nur auf archaeologische Zeugnisse - in unserem Fall Helmfunde aus Kriegergraebern sondern auch auf - leider oft widerspruechlichen - Berichten antiker Autoren.

Ostkeltische Helmfunde stammen aber nicht nur aus Graebern, sondern auch aus Heiligtuemern mit kultischen Waffenopfern, wie die sechs keltischen Helme aus Gailtal, Kaernten, bezeugen.

Folgende Probleme muessen erwaehnt werden:

 

1. von allen keltischen Waffen sind Helme am spaerlichsten, da sie als Statussymbol herausragender kriegerischer Anfuehrer galten.

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2. kann es sich bei den Helmfuden, wenn sie nicht aus geschlossenen keltischen Nekropolen stammen, wic die Siebenbuergener Helme aus Apahida, Silivaş und dem mit einem Raubvogel (?) geschmueckten Helm von Ciumeşti, stammen, um Beutstuecke oder Gastgeschenke handeln.

 

3. ein Problem stellen die Helmfude aus dcm Suedostalpinen Gebiet dar, das nicht von Kelten besiedelt war, die aber Beweise fuer Kontakte zwischen der suedostalpinen Bevoelkerung und den sich in Etrurien festgesetzten Kelten waren.

 

4. da die ostkeltischen Helme vielfaeltigen Einfluessen, wie den etruskischen, thrakischen, griechischen und skythischen, um nur einige zu nennen, unterworden waren, ist oft eine genauere Zuweisung zu einem rein ostkeltischen Heimtypus problematisch.

 

 

Obwohl, wie allgemein bekannt, die Kelten Traeger der La Tène-Kultur waren, ist es nicht immer leicht, eine Trennungslinie zwischen Spaethallstatt und frueh La Tène zu ziehen, wie es das Beispiel des "Keltenfuersten von Hoechdorf zeigt.

        Von grosser Bedeutung ist die bildhafte Darstellung keltischer Helme.

Ein interessanter, in der Literatur nicht erwaehnter, Einfluss ist der urartische auf die aeltesten, spitzkonischen keltischen Helme (Typ Berru), wie es der Helmfund aus dem Grab 28/4 im Duernberg verdeutlicht.

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