MILTOS SACHTURIS -  GEDICHTE 

ISBN 3-923728-45-X / 1990 / 102 S. 
Ubersetzt von Andrea Kapsaski.









"Meine Gedichte treiben das Uebel aus."
Der exzentrische Schreibstil von Sachturis laesst oft Anleihen an den Surrealismus -griechischer Praegung- erkennen. Fuer ihn ist Dichtung die Voraussetzung fur das Gedicht.    


Miltos Sachturis trat erst nach dem Zweiten Weltkrieg an die Oeffentlichkeit und hat seit 1945 viele kleine Gedichtsammlungen veroeffentlicht, in denen immer mit gleicher Beharrlichkeit dieselben Motive und Symbole wiederkehren.
Sachturis' Welt ist eine geschlossene und verbarrikadierte Welt, deren Grundgedanke ein bitteres Lebensgefuehl ist; eine existentielle Trauer, die sich vorzugsweise der Parabel und kleiner Mythen bedient, sowie raetselhafter Bilder und Symbole, die bis hin zum Sonderbaren, Schrecklichen und Verzerrten reichen. Er ist stark beeinflusst von der surrealistischen Sprache und Technik, sparsam in seinen Ausdrucksmitteln und erfinderisch in der Auswahl neuer Worter.
Miltos Sachturis hat mit seinem Werk der neugriechischen Dichtung neue Dimensionen gegeben, ueber die Bedeutung der Nachkriegsgeneration hinaus. Da er bereits in viele Sprachen uebersetzt worden ist, stellte die Vorstellung seines Werkes im deutschsprachigen Raum ein dringendes Anliegen dar.  


Leseprobe: 

WIE DIE ROSEN

Schwierige Jahre 

verschreckte Kinder 

machen aus Papier kleine Haehne 

malen sie schwarz an 

wie erloschene Kerzen 

malen sie rot an 

wie blutige Blumen 

und die Muetter wundern sich 

wenn danach 

der grosse Freund kommt 

der rabenschwarze Freund 

mit den goldenen Haenden 

und sie mitnimmt
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