Auszug aus einer Chronik aus der Zeit April 1945 ... Die ebenfalls zu FlakKampftrupps zersplitterte RAD-Batterie Rodaun (7./ 355) wurde in drei Gruppen aufgeteilt. Im Wiental, Kierlingtal und bei Kritzendorf wurden diese jeweils aufgerieben. Währenddessen schossen die Geschütze von den Flaktürmen, bis ihnen die Munition ausging. Bei allen militärischen Operationen griffen die Russen selbst kleine Orte jeweils von zwei Seiten an. Am 3. April 1945 erreichten die sowjetischen Truppen Baden. Dort teilten sie sich, indem ein Teil durchs Helenental in Richtung Heiligenkreuz und Alland vorstieß und der andere Keil den Angriff über Pfaffstätten fortsetzte. In Baden wurden mehrere hohe russische Kommandostellen und das Militärgericht eingerichtet. Zahlreiche Gebäude, Hotels und Kurhäuser wurden beschlagnahmt. Am 4. April 1945 wurde Mödling besetzt. Die letzten Verteidiger am Eichkogel setzten sich ab oder wurden getötet. Mödling wurde nur mäßig verteidigt, da das Gros der Truppen nach Wien abgezogen wurden. Schwere Schäden entstanden durch einen vorhergegangenen Artilleriebeschuß. Am 5. April wurde Gießhübel eingenommen. Von dort aus beschoß russische Artillerie die Stellungen der Rodauner Flak-Batterie. Die deutschen Einheiten zogen sich nach Kaltenleutgeben zurück. Am 6. April 1945 wurde der Hochberg in Perchtoldsdorf besetzt. Widerstand leisteten in den umliegenden Weingärten befindliche deutsche Geschütze. Von Brunn am Gebirge her beschossen die Russen den Marktplatz und die Hochstraße. Mehrere Häuser gerieten in Brand und 50 Bewohner büßten ihr Leben ein. Die deutschen Truppen zogen sich nach Mauer und Liesing zurück. Sie wurden von den Russen unter Beschuß genommen. Kaltenleutgeben erlebte schwere Tage. Deutsche Truppen sollten den Ort in den umliegenden Hangwäldern verteidigen. Doch durch das rasche -Vordringen der Russen, welche über den Gaisberg und dem Eisgraben in den Ort vordrangen, mußte das Vorhaben aufgegeben werden. Dennoch hielten sich die Verteidiger der Ortsmitte und stützpunktweise zu beiden Seiten in den Hangwäldern oberhalb des Ortes. Von der Sulzerhöhe beschossen die Russen den Ort. Nur schrittweise gaben die Deutschen ihre Positionen auf. Die Kämpfe dauerten vom 5. bis zum 7. April. 69 Zivilisten fanden den Tod. Darunter Dechant Wolf und seine Schwester. Ebenso 13 Männer, welche im Luftschutzbunker im Eisgraben von den Russen gefangengenommen wurden. Viele Bewohner machten aus Angst oder Verzweiflung ihrem Leben selbst ein Ende. Die abziehenden deutschen Truppen zogen sich nach Rodaun zurück. Die Polsterer-Mühle wurde in Brand gesteckt. Die nachrückenden russischen Truppen gerieten bei dieser Mühle in einen Hinterhalt und hatten große Verluste. In der Mühle gingen die Getreide- und Mehlvorräte zugrunde. Über Hochrotherd und Breitenfurt wurde Wolfsgraben erreicht. In Breitenfurt gab es ein kurzes Gefecht, bei dem 14 Zivilisten den Tod fanden. Mehrere Häuser wurden zerstört oder beschädigt. In Kalksburg wurden die vorrückenden Truppen der Roten Armee laut Kriegstagebuch der HG-Süd in der Ortsmitte zwischen dem 7. und 8. April aufgehalten. Ob durch Kampfhandlungen oder wegen der gesprengten Brücken, geht daraus leider nicht hervor. Am 9. April 1945 erschienen die ersten Soldaten der sowjetischen Garde-Panzertruppen in Mauer. Sie erkundigten sich nach Volkssturmangehörige, da sie den Auftrag hätten, alle diese Männer zu erschießen, da sie keine Soldaten seien. ...