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Faltblatt

Wir k�nnen etwas bewegen! Ein nachahmenswertes Beispiel

Melanie schrieb mir folgendes:

Ich hatte im letzten Jahr zwei Fehlgeburten und wurde von meinem Frauenarzt nach der ersten auch direkt zur Ausschabung geschickt. Deine Homepage habe ich erst einige Tage sp�ter entdeckt und f�hlte mich betrogen. Versuche mit ihm dar�ber zu sprechen sind gescheitert.
Ich habe ihm Ende letzten Monats dann geschrieben - war mir wichtig! Den Brief f�ge ich mal an (s.u.). Ich habe ihm neben Kopien aus dem Buch "Gute Hoffnung - j�hes Ende" auch dein Faltblatt und einen Auszug deiner Homepage zugeschickt. Jetzt hatte ich gestern wieder einen Termin bei ihm und war ganz aufgeregt, was er wohl dazu sagt. Habe erstmal meine befreundete Sprechstundenhilfe gefragt, ob sie meinen Brief auch gesehen h�tte und sie sagte mir "Ja, und ich sollte auch schon etwas davon mehrfach kopieren, weil der Dr. es Patientinnen mitgeben wollte." Toll - oder?! Ich habe ihn dann selber auch noch mal darauf angespochen. Er sagte mir, dass er immer f�r Kritik und Anregungen offen ist und das er die Informationen auch schon weitergegeben hat!
Mensch, diese Reaktion hatte ich mir gew�nscht und erhofft aber nicht erwartet.

Ich bin schon ein kleines bi�chen Stolz auf uns beiden!

Melanies Brief:

Lieber Herr Dr. Z,

ich sch�tze Sie als Arzt sehr und habe mich bei Ihnen immer gut aufgehoben gef�hlt, auch wenn ich mich erst an Ihre wortkarge Art gew�hnen musste. Sie haben auch ein ganz tolles Team, zu dem man Ihnen echt gratulieren muss!

Wie Sie vielleicht noch wissen, hatte ich im letzten Jahr zwei Fehlgeburten. Als ich am 06.02.2007 bei einer Kontrolluntersuchung erfahren habe, dass das Herz von meinem Baby nicht mehr schl�gt, habe ich Sie gefragt wie es jetzt weiter geht. Sie haben gesagt, dass es heute schon zu sp�t w�re; ich w�rde in der ambulanten Klinik jetzt niemanden mehr erreichen. Ich sollte morgen fr�h n�chtern bleiben, mich bei der ambulanten Klinik telefonisch anmelden und dann zur Ausschabung dort hin fahren. Das habe ich gemacht. Einige Tage sp�ter bin ich im Internet auf die Seite einer Frau gesto�en, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dar�ber zu informieren, dass nach dem Tod in der Fr�hschwan-gerschaft auch oft eine �kleine Geburt� m�glich ist und dass eine Ausschabung nicht zwingend sofort oder direkt am n�chsten Tag gemacht werden muss (ein Auszug dieser Seite und das Faltblatt liegen bei).
Nachdem ich das gelesen hatte, war ich sehr w�tend auf Sie! Sie hatten mir diese f�r mich so wichtigen Informationen nicht gegeben und mich so um die M�glichkeit gebracht, in Ruhe zu �berlegen, wie der Weg f�r mich und mein totes Baby aussehen k�nnte.
Ich habe versucht bei der Nachuntersuchung und auch noch mal sp�ter � als festgestellt wurde, dass auch die n�chste Schwangerschaft viel zu fr�h endete � mit Ihnen dar�ber zu reden. Ich habe Sie nach Ihrer Meinung zur �kleinen Geburt� gefragt und schnell gemerkt, wie wenig Sie davon halten. Sie sagten so etwas wie �Manche Frauen wollen immer alles ganz nat�rlich machen (mit leichtem ironischen Unterton), aber die Natur ist nicht immer gut, sie kann auch grausam sein.�
Das mag so sein, trotzdem habe ich Ihre Praxis zweimal mit dem frustrierenden und depri-mierenden Gef�hl verlassen nicht ansatzweise verstanden worden zu sein. Vielleicht hatte ich mich auch nicht klar genug ausgedr�ckt. Damals hatte ich mir gesagt � �lass� gut sein � es �ndert ja doch nichts mehr.�

Heute sehe ich das anders � deshalb dieser Brief.

Vor kurzem hatte eine gute Bekannte von mir auch eine Fehlgeburt und ich wollte ihr das Buch �Gute Hoffnung � j�hres Ende� von Hannah Lothrop � welches mir damals von vielen Seiten empfohlen wurde, leihen. Als ich noch mal einige Passagen durchgelesen hatte, musste ich wieder an die Gespr�che mit Ihnen denken. Wie Sie in den beiliegenden kopierten Seiten nachlesen k�nnen, bin ich keine �sonderbare Frau, die alles immer ganz nat�rlich machen will�, sondern einfach jemand, der gerne selber nach entsprechenden Informationen, den f�r sich passenden Weg gew�hlt h�tte.

Ich habe im letzten Jahr von mehreren Frauen gelesen, die sowohl eine Ausschabung sowie eine �kleine Geburt� in der fr�hen Schwangerschaft erleben mussten. Alle berichteten, dass sie den Tod ihres Babys nach der �kleinen Geburt� besser verarbeiteten konnten. Ich h�tte mich bei meiner dritten Schwangerschaft auch daf�r entschieden, aber leider sprach zu der Zeit etwas anders dagegen. Aber es war meine Entscheidung und das war ok so. Ich hatte vier Tage um zu begreifen was wieder passiert war und um mich zu verabschieden. Bei der ersten Fehlgeburt im Februar war ich an einem Tag noch schwanger und himmelhoch jauchzend und am n�chsten Tag war mein Bauch leer.

Sie haben mir auch mal als �Gegenargument� gesagt, dass es Frauen bei denen Sie den Tod ihres Babys an einem Freitag feststellen, oft unertr�glich erscheint, bis Montag mit der Ausschabung zu warten. Auch das ist, wie Sie ebenfalls nachlesen k�nnen, eine ganz normale erste Reaktion.
Ich denke, es ist Ihre Aufgabe den Frauen, die grade ihre Babys verloren haben �ber alle evtl. M�glichkeiten und deren Risiken neutral zu informieren, damit jeder den f�r sich passenden Weg finden kann. Nat�rlich ist das f�r Sie zeitaufwendiger, aber es ist so wichtig f�r die Trauerarbeit!

Ich habe von etlichen Frauen gelesen, die nach der schrecklichen Diagnose so geschockt waren dass das, was der Arzt ihnen anschlie�end gesagt hat, gar nicht durchdringen konnte. Vielleicht w�re es hilfreich ein Infoblatt mit den wichtigsten Informationen zu erstellen und mitzugeben.

Ich hoffe sehr, dass Sie die Zeit finden, die beiliegenden Seiten in Ruhe zu lesen. Sie werden es nicht �richtig� verstehen k�nnen, da Sie das Gef�hl ein Kind zu verlieren, zu dem Sie von Anfang an eine starke Bindung f�hlen, nicht kennen. Aber Frau Lothrop hat es sehr gut beschrieben. Sie sprach mir in vielen Dingen aus der Seele.

F�r alle Ihre Patientinnen, die noch ein Baby verlieren werden, w�nsche ich sehr, dass Sie die Anregungen aufnehmen und umsetzen.

Viele Gr��e,
Melanie

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