TAGEBUCH
Zentralamerika

Panama

Panama-Stadt war wahnsinnig schwuel und sah aus wie in einem amerikanischen Film, mit den typisch alten, amerikanischen Autos. Hier traf ich meinen besten Freund Martin aus Deutschland, der mich fuer 3 Wochen besuchen kam. Wir schauten uns zusammen den Panama-Kanal an, wo wir die Durchfahrt eines riesigen Fracht-Schiffes durch eine Schleuse miterleben konnten. Der Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Panama gibt es noch nicht sehr lange, denn das Land gehoerte frueher zu Kolumbien. Amerika hatte jedoch Interesse am Kanal, marschierte in Kolumbien ein und gruendete ein neues Land, Panama, wodurch sie die Kontrolle ueber den Kanal bekamen.

Wir liessen es uns gutgehen, testeten die panamaischen Biere und sonstigen Getraenke.. dann fuhren wir in den Norden Panamas, an das Karibische Meer, nach Bocas del Torro. Dort fuhren wir per Boot auf eine kleine Insel, wo wir in einer netten, lebhaften Herberge unterkamen. Per Boot fuhren wir tagsueber an Straende, wo wir uns dann in die Sonne legten und relaxten :-) Abends gab es kleine Bars, in denen viel Salsa und Raggae gespielt wurde.
Eines Abends wollten wir mit zwei Freunden aus der Herberge zu einer Party auf einer Nachbarinsel fahren. Hierzu nahmen wir wie ueblich ein Boottaxi. Das Boot hatte jedoch kein Licht und es war rabenschwarze Nacht. Der Bootsfahrer fuhr jedoch sehr langsam, das beruhigte uns und wir verliessen uns auf seine Kenntnisse des Gewaessers. Niemand dachte zu dem Zeitpunkt daran, dass ein Boot von hinten kommen koennte das uns nicht sah....Wir hoerten es nicht kommen, es war ploetzlich da, und zwar fuhr es direkt ueber uns drueber. Es war ein mittelgrosses Motorboot, das mit sehr hoher Geschwindigkeit ueber unser Boot schanzte. Unser Bootsfahrer wurde aus dem Boot geschleudert. Das Boot fuhr die ganze Lange nach, gottseidank etwas seitlich, ueber uns hinweg und traf uns von der Seite an den Koepfen. An Martins Kopf schwoll sofort eine riesige Beule, wie ich es noch nie gesehen hatte. Das Maedchen vor mir blutete am Kopf und unser Bootsfahrer war nicht zu sehen. Mir selber war ausser dem Schreck und dem Schlag gegen den Kopf nichts passiert. Das Boot das uns ueberfahren hatte, kehrte (gottseidank) um und nahm uns auf, denn unser Boot begann sehr schnell zu sinken. Unser Bootsfahere kam dann auch angeschwommen, er wollte jedoch auf seinem Boot bleiben und versuchte das eindringende Wasser rauszuschoepfen. Wir wurden ins Krankenahus gebracht, wo Martin ein paar Spritzen bekam und das Maedchen am Kopf genaeht wurde. Wie wir spaeter hoerten, war der Bootfahrer dann auf eine naheliegende Insel geschwommen und sein Boot war untergegangen. Wir hatten naemlich die Polizei informiert, damit sie ihm zu Hilfe kaemen. Es war schon ein ziemlicher Schreck, wir hatten aber alle sehr Glueck.  Die Tage danach mussten wir etwas langsamer angehen, Martin durfte nichts trinken, wegen der Tabletten.
Besonders gefallen hat mir eine Segeltour, die wir an einem Tag machten.Wir kreuzten mit einem Katamaran den ganzen Tag durch die karibische Inselwelt und hielten an verschiedenen Korallenbaenken zum Schnorcheln an. Die Korallenbaenke sehen aus wie Phantasiewaelder und es schwimmen die seltsamsten, bunten Lebewesen um einen herum. Wir fuhren auch in eine Gegend wo wir etliche Delphine sahen, die sehr nah ans Boot kamen.

Wir verliessen Bocas del Toro und fuhren nach Boquete, wo wir eigentlich vorhatten einen Vulkan zu besteigen. Aber als wir erfuhren dass die Tour 10 Stunden dauerte und es die meiste Zeit regnete, liessen wir das bleiben und schauten uns nur zu Fuss die Gegend an. Wir besichtigten auch eine Kaffeefabrik und machten dort auch eine Tour mit, in der wir alles erklaert bekamen. Die letzten zwei Tage fuhren wir noch an einen einsamen, 20 Kilometer langen Strand an der Pazifikkueste. Dort war es eigentlich zu still fuer uns, denn wir waren die einzigen Personen in einer der Huetten die nur wenige Meter vom Meer entfernt standen. Aber es war schoen, sich abends die Gewitter ueber dem Meer anzuschauen und wir schliefen draussen auf der Terasse und unterhielten uns bis spaet in die Nacht.
Wir trennten uns dann und Martin nahm einen Bus zurueck nach Panama City, von wo aus er zurueck nach Deutschland flog. Ich fuhr mit dem Bus gleich nach Costa Rica, wo ich auch nur zwei Tage in San Juan verbrachte und dann gleich weiter nach Nicaragua fuhr.

Granada, Nicaragua

hier bin ich hier vor drei Tagen angekommen. Die Stadt ist die aelteste Kolonialstadt Zentralamerikas und die alten Haeuser sind alle im typischen Kolonialstil gebaut. Die Stadt liegt direkt an einem riesigen See.

Hier werde ich am Donnerstag anfangen Freiwilligenarbeit in einem angrenzenden Dorf zu leisten. Ich hatte die Arbeit von Panama aus im Internet gefunden und war bereits mit den Organisatoren in Kontakt getreten, die mich herzlich willkommen hiessen. Gestern war hier Independence Day , wo die  Unabhaengigkeit von Grossbritannien gefeiert wird. Fuer morgen bin ich auf einer Party der Organisation eingeladen. Ich werde dort die anderen Helfer kennenlernen und freue mich schon darauf. So, das wars vorerst. Ich hoffe zu Hause ist alles in Ordnung.  Bis bald, Soeren

25.09.03 Granada, Nicaragua
Seit einer Woche arbeite ich nun als Freiwilliger in einer Schule, die in einem Dorf ca. 3 km von der Stadt entfernt liegt. Ich fahre jeden Tag mit dem Bus aus der Stadt heraus und muss dann noch ca. 2 km durch die Felder zur Schule laufen. Bei diesem Spaziergang komme ich an einigen Haeusern des Dorfes vorbei, das eigentlich kein Dorf ist, dadie Haeuser einfach ueberall verstreut in den Feldern aufgebaut sind. Sie wiederum sind eigentlich keine Haeuser, denn sie aehneln eher der Art von Bretterbude die wir uns frueher als Jungs zum Spielen zusammengenagelt haben. Die Bewohner werfen Draehte ueber die Stromleitungen, die an ihren Haeusern vorbeifuehren, um kostenlos an den Strom zu kommen. Die etwas wohlhabenderen haben eine Kuh, ein Schwein, oder eine Ziege und ein paar Huehner, die einfach frei ueberall herumlaufen. Auf den Feldern passen auf Pferden reitende Jugendliche auf kleine Kuhherden auf. Eine Herde besteht dort so aus 5 Kuehen...  Die meisten Bewohner kennen uns und wissen was wir machen. Die meisten gruessen uns herzlich und haben immer Zeit fuer ein paar Worte. Viele der Kinder koennen nur zur Schule gehen, da die Organisation sie finanziell unterstuetzt, sprich, sie bezahlen die Schuluniform, Stifte und Buecher. Nicht alle Kinder koennen jedoch zur Schule gehen, denn das Geld reicht einfach nicht fuer alle.
Nach etwa 2 Minuten zu Fuss komme ich an der Schule an. Sie ist mit einer Betonmauer mit Stacheldraht obendrauf umgeben, damit nachts nicht eingebrochen wird, um das wenige zu stehlen das die Schule hat. Einige Buecher, Kreide..., ein paar Spielsachen und das war es auch schon.


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