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DIE ZEIT 08.06.2006 Nr. 24 |
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» leben
» Kundenverhalten |
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Selbst
schuld! |
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Ob Niedriglöhne,
Stellenabbau oder Umweltzerstörung:
Was uns als Bürger empört, fördern wir als Kunden. |
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Von Sven
Hillenkamp |
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Politiker und
Manager sind an allem schuld. Wenn es in der westlichen Welt einen
Grundkonsens gibt, dann diesen. Jahr für Jahr ermitteln Umfragen, auf
welchen historischen Tiefststand das Vertrauen der Deutschen in ihre
Einrichtungen und Eliten wieder gefallen ist. Das verwundert nicht. In
einer Demokratie arbeiten sämtliche Systeme ohne Unterlass daran, das
Vertrauen ins Spitzenpersonal zu untergraben. Tagtäglich berichten die
Medien über Korruption und Unfähigkeit. Die Justiz ermittelt. Eine
Partei beschuldig die andere. Wenn die Politik sich rühmt, winken wir ab. |
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Die Wirtschaft
schaltet Werbung. Vielleicht kaufen wir das Zeug. Doch von der Meinung,
dass die Hersteller verkommene Subjekte seien, lassen wir uns nicht
abbringen. |
| So scheint es nur
folgerichtig, dass eine Institution in allen Umfragen zu unserem Vertrauen
fehlt. Es ist die wichtigste, alles entscheidende: der Souverän, das Volk.
Wir selbst. Haben wir denn Vertrauen zu uns? Vertrauen wir darauf, dass
wir – meist – das Gute tun, das Schlechte lassen werden, das Böse
ohnehin? Dass wir das Richtige kaufen werden, das Falsche nicht? Trauen
wir uns genug Engagement zu und Kraft zum Verzicht – um die Schwachen zu
stützen und die Zerstörung der Natur zu stoppen? |
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Natürlich nicht.
Der Mensch ist schlecht. Ein Homo oeconomicus. Und noch viel Schlimmeres.
Wir wissen von unseren Vergehen. Vor allem in dem Bereich, in dem wir täglich
wählen: dem des Konsums. |
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Unsere aktuelle
Versuchung heißt Discounter. Es sind die Billiganbieter aller Branchen.
Die Geschichte geht in Kürze so: In den vergangenen Jahrzehnten wuchs
stetig unser Bewusstsein für die Umwelt, die Grenzen des Wachstums und
die weltweite Ungerechtigkeit. Doch just in dem Moment, da wir unserem
Denken Taten folgen lassen wollten und im Begriff waren, zu Helden eines
ethischen Konsums zu werden, stand plötzlich der billige Jakob vor uns
und bot uns die Welt zum Schnäppchenpreis. Es war die letzte Prüfung,
und wir haben sie nicht bestanden. Lidl, Mediamarkt, Ryanair – das sind
Chiffren eines unerwarteten historischen Rückschritts, unserer
verhinderten Wandlung. Saulus wollte Paulus werden – und blieb doch
Saulus. |
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Natürlich ist
das Unfug. Auch ohne Discounter wären wir heute keine Heiligen. Doch
scheint es, als täten wir nun das Gegenteil dessen, was wir eigentlich
wollten: Wir buchen Flüge zu Preisen, von denen wir wissen, dass sie auf
Niedriglöhnen und Stellenabbau beruhen. Wir kaufen ein in Supermärkten,
deren Preise angemessene Gewinne für die Produzenten ausschließen –
ebenso wie eine umwelt- und tiergerechte Produktion. Wir haben gelesen,
dass den Angestellten hinter der Kasse landesübliche Rechte vorenthalten
werden. Wir wissen, dass Hosen und Pullover, Computer und DVD-Player, die
wir zu Spottpreisen kaufen, nicht in Deutschland, sondern im Ausland
gefertigt werden, in so genannten Niedriglohnländern. |
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Sozialdumping,
Stellenabbau, Verlagerung der Produktion ins Ausland – als Kunde fördern
wir alles, was uns als Bürger empört. Wir tun genau das, was wir
Politikern und Managern vorwerfen. Wie die Manager an der Spitze der
Konzerne treiben wir Globalisierung und Deregulierung voran. Die Manager
schauen auf jeden Cent und nehmen nur das Billigste? Genau das tun wir,
als fortwährend rechnende und vergleichende Kunden, als knallharte
Manager unserer Lebenshaltung. Wir drücken die Preise, bis als
Produktionsstandort unserer Waren nur noch Fernost infrage kommt. Wir
selbst sind die globalen Heuschrecken. Volk und Elite sind sich einig in
ihrem radikalen Ökonomismus. Und wie die Elite sind wir teils getrieben,
teils Treibende. Arbeitslose und Geringverdiener müssen auf jeden Cent
schauen. Der Rest hat aus seinem Portemonnaie einen Fetisch gemacht wie
die Manager aus dem Shareholder-Value. |
Es ist eine Persönlichkeitsspaltung:
Wir schimpfen über die Schließung deutscher Standorte und kaufen am
selben Tag eine Hose für 30 Euro, die in Bangladesh genäht wurde. Auch
die französischen Studenten, die gegen die Globalisierungsscheiße, die 'merde
mondialiste', auf die Straße gehen, die jetten billig durch die
Welt und kleiden sich von Kopf bis Fuß in H&M. Der Protestwähler ist
im Zivilstand Schnäppchenjäger. Wir sind Schizophrene. Die Diagnose
trifft die Völker aller westlichen Demokratien. Als Bürger sind wir
Sozialisten – Verfechter der alten sozialen Errungenschaften. Als Kunden
sind wir Neoliberale. Marktradikale. Uns ist Recht, was billig ist. »Für
19 Euro nach Barcelona.« Noch nie war Doppelmoral so preiswert. So sieht
sie aus, unsere Bonusmeilen-Affäre. Und wenn es uns dennoch an Geld
mangelt, nehmen wir Kredite auf. Deficit spending.
Unsere
Haushalte sind belastet wie noch nie. Rekordverschuldung. |
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Das ist unsere Bilanz. |
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Wäre es da
nicht besser, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein neues? |
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Was treibt uns,
das Volk, in diese Schizophrenie, diese groteske Spaltung zwischen
Konsumverhalten und Bürgerzorn? Was ist neu an unserer Situation? Eines
ist sicher: Es ist nicht die Billigproduktion. Denn Billigproduktion war
immer. Sie ist keine Erfindung der Discounter. Der Kolonialismus, der
unsere flugschnelle Entwicklung zur Industrie- und Überflussgesellschaft
erst möglich gemacht hat, war vor allem eines – Billigproduktion.
Sklaverei und Rohstoffraub. Menschen, Hölzer, Metalle – alles gab es
fast zum Nulltarif. Die Länder, die noch heute Niedriglohnländer sind,
waren lange Kein-Lohn-Länder. Lange vor Lidl gab es Edeka, ursprünglich
EDK, die Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhändler. Und auch
die Produktion daheim war ausschließlich Billigproduktion.
Manchester-Kapitalismus. Was bekanntlich hieß: Hungerlöhne, 14-Stunden-Schichten,
Kinderarbeit – die Verelendung der arbeitenden Massen. |
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Jahrzehntelang kämpften
die europäischen Arbeiter dafür, dass sie an einem Wohlstand teilhaben
konnten, der auch auf Ausbeutung der nichteuropäischen Arbeiter beruhte.
Das war die Schizophrenie des Frühkapitalismus. Die Grundlage unseres
Lebensstils. |
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Lange Zeit war
die Mehrheit der Bevölkerung zugleich Verlierer und Gewinner des Systems.
Erst in den fünfziger und sechziger Jahren wechselte das Volk ganz auf
die Gewinnerseite – jedenfalls gemessen an der Armut der restlichen Welt,
unserer Zulieferer. Aus den proletarischen Massen wurden die Massen der
Konsumenten. Die goldenen Jahre begannen. Aus Schizophrenie wurde Identität
– die Identität des Wohlstandsbürgers. Die Not verschwand nicht, aber
sie wurde eine Randerscheinung. Die Unterschiede waren erträglich, weil
es allen besser ging. Massenhaft lagerten wir – als Manager unserer
Freizeit – unseren Urlaub ins Ausland aus. In Länder, wo die Dinge »nichts
kosten« und wir fremde Natur verbrauchten. Wir gewöhnten uns daran, die
Welt als Schnäppchen zu betrachten. |
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An der Identität
des Wohlstandsbürgers halten wir bis heute fest. Obwohl sie sich längst
überlebt hat. |
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Zum ersten Mal
seit Jahrzehnten sind wir wieder Gewinner und Verlierer zugleich. Immer
mehr Menschen müssen wieder für Niedriglöhne arbeiten – jedenfalls
gemessen an den »Normallöhnen« unserer Breiten. Zum ersten Mal machen
wir wieder die Erfahrung der Entrechtung. Es ist die Schutzlosigkeit derer,
die keine Wahl haben, die schweigen müssen, wenn sie Arbeit haben wollen.
Wir verlieren unsere Arbeit. Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze
weg. Jetzt stimmt der Satz, doch sind es nicht die Ausländer im Inland,
sondern die Ausländer im Ausland. Da gibt es auch viel mehr. In Polen,
Tschechien, Rumänien, in der Ukraine, Irland, Bangladesh, Indien, China,
Taiwan, Japan, Korea… |
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Eigentlich geht
ja ein Traum in Erfüllung. Ein alter Traum der Linken. Immer mehr Länder
nehmen teil an der industriellen Produktion, teil auch an den Segnungen
des Wohlstands. Was aber macht der aufrechte Linke? Er wettert gegen die
Auslagerung der Produktion ins Ausland. So hatte er sich das nicht gedacht.
Den Menschen in aller Welt soll es besser gehen – aber nicht auf seine
Kosten. Proletarier aller Länder, die Jobs bleiben hier! Tatsächlich ist
es heute vor allem die Linke, sind es linke Parteien und Gewerkschaften,
die dagegen protestieren, dass die Ausländer uns die Arbeitsplätze
wegnehmen, die Ausländer im Ausland. |
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Das ist die Schizophrenie
des Spätkapitalismus. Ein vergeblicher Kampf. |
| Auch aus ökologischen
Gründen. Unser Lebensstil ist bekanntlich nicht globalisierbar. Also empören
wir uns gegen die US-Regierung, die kurzsichtige Industriepolitik macht,
gegen die multinationalen Konzerne, die ihren Profiten nachjagen. Doch die
großen Wirtschaftssektoren, Industrie und Landwirtschaft, reduzieren seit
Jahren ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß
– nur ein Wirtschaftssektor tut das nicht, im Gegenteil, er verbraucht
mehr Energie und produziert mehr CO2:
Es sind die privaten Haushalte. Wir sind es. Das Volk. Wir leben, in
unseren Wohnungen und Vorstadthäusern, auf immer mehr Platz pro Person.
Wenn uns friert, heizen wir sämtliche Räume. Abends brennt überall
Licht. Wir haben immer mehr elektrische Geräte. Statt kleiner deutscher,
kaufen wir große amerikanische Kühlschränke. Wenn wir irgendwo sparen,
geben wir das Gesparte an anderer Stelle wieder aus. Unser Konsum bleibt,
unter dem Strich, der gleiche. Gewiss, unsere Autos verbrauchen im Schnitt
mittlerweile weniger Kraftstoff, doch ein großer Teil der Modelle, die
wir heute kaufen, verbraucht noch immer zwischen zwölf und 18 Litern. Und
wir fahren mehr Kilometer. Wir fliegen auch mehr. Nicht nur von Berufs
wegen, wo wir vielleicht keine Wahl haben, sondern auch als Touristen, 'just
for fun'. |
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Wären wir eine
Regierung, man sollte uns abwählen. |
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Wären wir ein Konzern,
mansollte uns boykottieren. |
| Doch die Wut geht
immer in die andere Richtung. Wenn die Preise für Energie wieder mal
steigen – für Benzin und Kerosin, Gas und Strom –, reicht die Front
des Protests von Bild bis zu den Verbraucherzentralen.
Verbraucherschutz heißt: Schutz des Verbrauchers vor der Regierung und
der Wirtschaft. Wer aber schützt uns vor dem Verbraucher, vor uns selbst? |
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Dabei mangelt es uns in
unserer Schizophrenie ja keineswegs an Moral. Geiz ist geil? Keineswegs.
Unser Verantwortungsbewusstsein war noch nie so groß wie heute. So
allumfassend weltumspannend. Und wo das Gute einfach ist, da tun wir es
auch. Wir boykottieren Konzerne, die Menschenrechte und Umweltschutz
missachten. Wie oft sind wir an Shell vorbeigefahren und haben bei BP oder
Aral getankt. Es hat uns viel gebracht – das Gefühl, Gutes zu tun,
etwas zu bewirken –, aber nichts gekostet. |
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Wollen wir das
Gute also nur gratis oder gar nicht? Nein. Wir spenden großzügig – da
wissen wir, was mit unserem Geld geschieht. Wir engagieren uns, mehr denn
je, in Vereinen und Initiativen – wo greifbar ist, was wir erreichen.
Tatsächlich gehen mit dem Billig-Boom ein Bio-Boom und ein Luxus-Boom
einher. Das zeigt, dass wir nicht plötzlich geizig, sondern nur agiler
geworden sind. Wir bewegen uns hin und her, zwischen dem Billigen, Besten
und Bio-Produzierten – im Gegensatz zu den Großeltern, die beim
Einkaufen nur wenig zu wählen hatten und markentreu und markenblind immer
dasselbe kauften. Wir wissen: Die Qualität bei Aldi und Lidl, Ikea und
H&M ist oft nicht schlechter als bei den teureren Konkurrenten. Wir
wissen auch: Bei Marken bezahlen wir häufig vor allem – die Marken.
Auch die Teuren produzieren billig. Gleich neben den Sweatshops, die für
H&M nähen, stehen die Sweatshops, deren Produkte die großen Logos
tragen werden. Oft fehlt eine klare Alternative, die die Mehrkosten lohnt.
– »Du, ich habe heute bei Edeka eingekauft und einen Flug bei Lufthansa
gebucht!« – ist das der Auftritt eines Helden? Auch auf einem
Lufthansa-Ticket klebt kein Biosiegel. |
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Was gibt es noch
zu unserer Entschuldigung zu sagen? Natürlich: Vielen fehlt es an Geld,
auch an Zeit und Kraft, immer bio zu kaufen, dauernd das Beste zu suchen.
In der Konsumgesellschaft ist auch Moral ein Privileg. Doch selbst wer
Geld, Zeit und Kraft hat, hat davon nie genug. Denn wir wissen stets mehr
über das Schlechte, das wir verursachen, als über das Gute, das wir tun
– oder tun könnten. Das Ergebnis: Wir fühlen uns ohnmächtig, egal,
was wir tun. Die Nachrichten, die uns mobilisieren sollten, lähmen uns.
Dabei hat sich die Frequenz der Horrormeldungen über Konzerne und
Produkte in der Vergangenheit ständig erhöht. Längst ist die Apokalypse
nicht mehr angewiesen auf philosophische Schriften und eng bedruckte
Flugblätter. Sie ist täglich im Fernsehen und im Kino zu sehen. Auf
jeden Werbeblock kommt eine Reportage über die tägliche Katastrophe. Die
Bewusstseinsindustrie überflutet uns nicht nur mit Affirmation, sondern
auch mit Kritik. |
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| Demgegenüber
ist die Nachrichtenlage, was das Gute betrifft, äußerst dünn. Berichte
von Lösungen und Fortschritten dringen kaum zu uns durch. Das Gute bleibt
oft abstrakt und als Abstraktion, als Öko- oder Fairtrade-Siegel, reicht
es vielen nicht als Kompensation ihrer Kosten. Wie geht es denn den Pflückern
fair gehandelter Biobananen? Geht es ihnen gut? Wir wissen es nicht. Wir
sehen es nicht. |
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So viel zu unserer
Entschuldigung. Das alles ist triftig – und ebenso billig. Wir müssen
unser Verhalten – und die Bedingungen unseres Verhaltens – trotzdem ändern. |
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Wir sollten uns
mehr für Lösungen interessieren. Es kann nicht sein, dass wir über die
Kata- strophe von Tschernobyl fast alles wissen und über den Betrieb einer
Solaranlage fast nichts.
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| Wir sind Experten
unseres Untergangs, aber Laien, wenn es darum geht, Energie zu sparen, ökologisch
zu bauen oder für wenig Geld gesund zu kochen. |
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Wir brauchen Routinen
des Guten, Gewohnheiten, die uns entlasten. Wir müssen uns grundsätzlich
entscheiden, wo wir mehr ausgeben wollen für Ökologisches und gerechte Löhne. |
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Da der Mensch
seine Bedürfnisse stets bis an die Grenzen seines Budgets ausdehnt, hat
er nie Geld übrig.
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| Einen einfachen
Weg gibt es nicht. |
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Wir müssen
einen anderen, einfacheren Lebensstil entwickeln. Doch geht es nicht
um die quasireligiöse Wandlung des Einzelnen zum guten Konsumenten, zum
Radfahrenden Vegetarier mit Heiligenschein. So, wie im 19. Jahrhundert
keine private Hilfsbereitschaft die Bismarcksche Sozialgesetzgebung überflüssig
gemacht hätte, macht heute kein Konsumverhalten eine globale Umwelt-
und Sozialgesetzgebung überflüssig. Ein Einkaufszettel ersetzt kein
Regierungsprogramm. |
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| Comentário
- Commentary - Kommentar - by EFN |
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Trocar de elite
ou de povo, eis a questão, quando falta ética, inovação e liderança. |
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Change the elite
or the folk, that is the question, by lacking ethics, innovation and
leadership. |
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Wechselt man die
Elite oder das Volk, das ist die Frage, wenn Ethik, Inovation und Führung
fehlt. |
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| Zum Thema |
| World
Trade Organization (WTO-News) |
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| Ein
wachsender Markt. Wie Discounter mit "Bio" Geld verdienen » |
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Aldi,
Lidl & Co. machen Lebensmittel aus Ökoanbau zum Massenprodukt.
Die Qualität könnte leiden » |
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Die
Europäische Union will die Kriterien für ökologische Lebensmittel überarbeiten.
Deutsche Biobauern wehren sich gegen allzu lasche Regeln » |
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