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:: musik - Die Toten Hosen
Zu den ersten Auftritten danach reiste die
Band nach Australien. Das erste Album
danach, Warten aufs Christkind, erschien
Ende 1998 unter dem erprobten Pseudonym
Die Roten Rosen. Campino: "Wir wollten mal
wieder �ber uns selbst lachen k�nnen und
alles ein bi�chen easy nehmen. Und die
Roten Rosen waren immer schon easy -
eine ideale Seitensprungm�glichkeit oder
auch eine Art Selbstbetrug. Wenn im Studio
irgend etwas nicht perfekt war, konnten
wir leicht sagen: Das sind ja nicht wir,
also schei� drauf."
Ein total trunkenes Konzert im Herbst 1998
in der Berliner Wuhlheide, das sechs von
sieben Zeitungen mit vernichtenden Kritiken
quittiert hatten, war nicht so leicht zu �bergehen.
Campino: "Das war desastr�s, und ich habe
mich gesch�mt, weil ich einen Harald-Juhnke-
m��igen Vollausfall hatte. Das war f�r mich
�rgerlich, aber man ist eben keine Maschine."
Die Ober-Hose bewies es um so mehr, als Campino
auf der CD Unsterblich (1999) zwischen den
fetten Gitarrensounds der Band unerwartet
melancholische, besinnliche T�ne zu Piano-
Intros und Drum-Loops anschlug. Im Song Helden
und Diebe wurde die Frage nach einer m�glichen
Endlichkeit der Toten Hosen gestellt, Unser
Haus handelte von der Kindheit und dem Tod
des Vaters. Campino im Gespr�ch mit Hagen
Liebing f�r "Tip": "Seit ich 16 war, stehe ich
irgendwo auf der B�hne und schreibe Lieder -
allein oder mit anderen. Wenn die Band dabei
unter sich bleibt, hat man nur ein begrenztes
Reservoir an Geschmack und an Sicht der Dinge.
Du mu�t dir also immer neue Tricks einfallen
lassen, nur in Regionen in dir selbst vorzusto�en,
die du noch nicht abgegrast hast. Das Schreiben
hat nichts von unbeschwerter Lockerheit, es ist
ein schwieriger, anstrengender Proze�."
Die Kritik reagierte auf Unsterblich herablassend
("Stereoplay": "Schicksal des �lterwerdens,
dem auch die Hosen nicht zu entgehen scheinen")
oder respektvoll: In der Streicherballade Unser
Haus, dem tr�umerischen Titelsong oder dem
tiefgr�ndigen Die Unendlichkeit nutzten die
Toten Hosen den Punk Rock, so Bj�rn D�ring
in der "Berliner Zeitung", "bestenfalls noch
als R�ckendeckung, als stilistisches Fundament
f�r ihre Ausfl�ge in unbekannte Welten, mit
denen sie ihrer bisher mutigsten Platte zu
ungeahnter Vielfalt verhelfen". Drummer "W�lli"
Rohde hatte nach einem Bandscheibenvorfall das
Spielen aufgeben m�ssen und war durch seinen
Drum-Roadie Vom Ritchie ersetzt worden, blieb
aber dennoch Bandmitglied. Campino:
"Wir haben eben noch 'ne Menge andere
Ebenen des Umgangs miteinander als nur
das Musikmachen und den Proberaum."
Auf Ausw�rtsspiel (2002) konnten sie nicht
die f�r fr�here Alben charakteristische
Pr�gnanz im Zusammenspiel von Wort und
Musik halten. Doch die Credibility der
D�sseldorfer war unver�ndert hoch. In ihrer
Heimatstadt punkteten sie zus�tzlich mit
dem nicht unerheblichen finanziellen Support
des unter Druck geratenen Fu�ball-Zweitligisten
Fortuna.
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