KRISE BEI VW - DIE GRÜNDE

von Thomas Röper (Anti-Spiegel, 3. November 2024)

Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Die Krise bei VW macht weltweit Schlagzeilen, auch in Russland, wo man traditionell eine hohe Meinung von deutschen Autos hat. Allerdings kommen russische Experten zu sehr eindeutigen Gründen für die Krise. Bei der Gelegenheit erfahren wir auch, wie VW weiterhin "an den Sanktionen vorbei" Autos in Russland verkauft.

Die Krise bei VW kommt nicht unerwartet und sie betrifft ja nicht nur VW, sondern die gesamte europäische Automobilindustrie. Die Krise hat viele Gründe, aber der wichtigste dürfte die Entscheidung der EU-Kommission sein, Verbrenner-Motoren, die die Kernkompetenz europäischer Autohersteller waren, zu verbieten.

Hier übersetze ich die Analyse eines russischen Experten für den internationalen Automobilmarkt über die Krise bei VW. Und quasi nebenbei erfahren deutsche Leser dabei auch, über welchen Umweg VW nach wie vor Autos in Russland verkauft, auch wenn der Konzern behauptet, sich an die Sanktionen zu halten.

Beginn der Übersetzung:

"Schließt die Fabriken!" Warum die Situation mit Volkswagen für ganz Europa wichtig ist

Igor Morzharetto, Partner der Analysegruppe Avtostat, über die Gründe, die den Autokonzern zur Schließung von Werken zwingen und wie sich das auf die europäische und globale Automobilindustrie auswirkt, sowie was China und Russland damit zu tun haben

Das Management des größten deutschen Autokonzerns Volkswagen hat seine Entscheidung bekräftigt, in seinem Heimatland mehrere Werke zu schließen. Jetzt heißt es, es seien mindestens drei (früher war von zwei die Rede). Die VW-Mitarbeiter haben bereits einen einstündigen Warnstreik abgehalten und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sagte, die Absicht des Unternehmens sei auf die Fehler der Konzernleitung selbst zurückzuführen.

Klären wir, wer die Schuld trägt, was zu tun ist und was das alles in einem viel größeren Maßstab als nur für Deutschland oder Volkswagen bedeutet.

Chronik der Schließungen

Also, am 28. Oktober gab mehrere ernste Äußerungen der Chefs des VW-Konzerns, in dessen Fabriken allein in Deutschland etwa 300.000 Menschen arbeiten. Europas größter Autohersteller gab bekannt, daß „aufgrund des scharfen Wettbewerbs in China“, wegen des nachlassenden Verkaufs auf anderen wichtigen Märkten und wegen des Übergangs zu Elektroautos, der „erhebliche Kosten erfordert“, „radikale Maßnahmen“ notwendig seien. Das erfordere die Schließung von drei Werken, die Entlassung von mehr als 15.000 Mitarbeitern (auch in der Zentrale) und die Kürzung der Gehälter aller verbleibenden Mitarbeiter um 10% (das Unternehmen plant außerdem, die Gehälter für mindestens die nächsten zwei Jahre nicht zu erhöhen). Unter anderem sollen viele Sozialleistungen gestrichen werden. Im September 2024 hat VW bereits die seit mehr als 30 Jahren geltende Beschäftigungsgarantie gekündigt (betriebsbedingte Kündigungen sind dann allerdings erst ab Mitte 2025 möglich).

Überhaupt wird das in der fast 90-jährigen Geschichte des Unternehmens das erste Mal sein, daß Werke in Deutschland, dem Heimatland des Konzerns, geschlossen werden. Verständlich, daß das nicht einfach wird. So wird es beispielsweise zu einem ernsthaften Kampf mit den mächtigsten deutschen Gewerkschaften (einschließlich der IG Metall) kommen. Darüber hinaus haben sich die Regierungschefs des Landes Niedersachsen (ein Großaktionär von Volkswagen, der 20% der stimmberechtigten Aktien kontrolliert) und sogar, wie ich bereits erwähnt habe, der deutsche Bundeskanzler bereits auf die Seite der Arbeitnehmer gestellt. Die Vertreter der Regierung haben sich unmissverständlich gegen den Abbau von Arbeitsplätzen ausgesprochen. Sie sagten, wenn die Schuld an der gegenwärtigen Situation bei den Managern des Unternehmens liege, dann sei es unangemessen, daß die einfachen Mitarbeiter dafür zahlen müssten. Und die Argumente der Konzernleitung, es handele sich um eine Zwangsmaßnahme, der Gewinn sei aufgrund des „schwierigen Marktumfelds“ rückläufig und das Unternehmen befinde sich generell in einer „kritischen Lage“, blieben ungehört.

Daniela Cavallo, Betriebsratsvorsitzende (sie vertritt dort die Interessen der Gewerkschaften), stellte der VW-Geschäftsführung ein Ultimatum: Sie solle ihre Pläne so schnell wie möglich überarbeiten, andernfalls würden am 1. Dezember massenhafte Streiks beginnen. „Wir werden die Verhandlungen abbrechen und das tun, was die Arbeiterschaft tun muß;, wenn sie um ihre Existenz fürchtet“, so Cavallo.

Einerseits muß; man die Entschlossenheit der deutschen Arbeiterklasse unterstützen, die mutig für ihre Rechte in den Kampf zieht. Aber wir müssen uns auch mit der Wurzel des Problems befassen, das eine ernste Angelegenheit ist.

Die drei Komponenten der Krise

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß heute alle deutschen Konzerne (und nicht nur sie) in China mit sinkenden Gewinnen konfrontiert sind, weil die Verkäufe zurückgehen und die Konkurrenz durch chinesische Marken (wie BYD) zunimmt, das betrifft auch Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen.

Letzterer erwartet, daß seine operative Gewinnmarge im Jahr 2024 bei 5,6% liegen wird, während er zuvor von 7% ausgegangen war. Und die „Alarmglocken“ läuten immer öfter. So meldete Porsche (an dem Volkswagen eine Mehrheitsbeteiligung hält) erst kürzlich einen Rückgang des Quartalsgewinns um 41%. Unterdessen hat Mercedes-Benz am 25. Oktober seinen Bericht für das dritte Quartal vorgelegt, aus dem hervorgeht, daß der Umsatz des Unternehmens um 7% (auf 34,5 Milliarden Euro), der Reingewinn um 54% (auf 1,7 Milliarden Euro) und die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 1% (auf 503.600 Stück) gesunken ist. Die Erklärung des Autokonzerns stellt fest, daß die wirtschaftliche Situation in China, wo „die Marktsituation im Mittel- und Premiumsegment schwach blieb“ (Mercedes-Benz verkaufte in China 13% weniger Autos als ein Jahr zuvor), einen starken Einfluss hatte. Auch im dritten Quartal sind die Verkäufe von Elektroautos stark zurückgegangen: um 31% auf 42.500. Übrigens: Nach der Vorstellung der neuen Berichte fiel die Mercedes-Benz-Aktie um 2,9%, in den letzten sechs Monaten sogar um 23%.

Worin sehe ich die Gründe für diese Situation bei den europäischen Automobilunternehmen insgesamt? Grund Nummer eins: der Rückgang der Verkäufe von „Europäern“ auf dem chinesischen Markt, der offensichtlich bereits zum wichtigsten Markt der Welt geworden ist (ein Drittel aller Verkäufe). Chinesische Marken werden immer beliebter (ihr Anteil ist in China innerhalb von fünf Jahren von 40 auf 60% gestiegen) und die Käufer bevorzugen es, „ihr eigenes“ Auto zu nehmen. Während Mercedes-Benz auf diesem Markt einen Rückgang von 13% zu verzeichnen hat, sank der Absatz von BMW im dritten Quartal 2024 um 30%. Übrigens ist der Nachfragerückgang nicht nur bei europäischen Autos zu beobachten, sondern auch bei japanischen und amerikanischen Fahrzeugen.

Grund Nummer zwei ist ebenfalls bekannt. Das sind Versuche europäischer Beamter, alle Autohersteller und Autofahrer buchstäblich in die „glückliche elektrische Zukunft“ zu treiben. Es wurden grausame Fristen gesetzt, innerhalb derer die Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren eingestellt und die Produktion von Elektroautos eingeführt werden muß;. Nur die Autofahrer glauben aus irgendeinem Grund nicht an ihr Glück und wollen trotz der Vorteile nicht massenhaft auf Elektroautos umsteigen. Dennoch sahen sich die Autokonzerne gezwungen, auf die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren zu verzichten (obwohl sie hier maximal kompetent sind und die Effizienz von Benzin- und Dieselmotoren noch nicht voll ausgeschöpft ist). Damit haben sie den Rückstand gegenüber den Chinesen nicht aufgeholt (die vor 20 Jahren alle Anstrengungen und Ressourcen in die Entwicklung von Elektroautos gesteckt haben und damit sehr erfolgreich waren), und neue Modelle mit den üblichen (und beliebten) Verbrennungsmotoren wurden nicht vorgestellt. Mitte Oktober sagte BMW-Chef Oliver Zipse auf dem Pariser Autosalon, daß „die Idee der europäischen Regierung, den Verbrennungsmotor bis 2035 abzuschaffen, für die europäischen Autohersteller katastrophal ist“. Er ist überzeugt, daß das zu einem „massiven Niedergang der gesamten Branche“ führen und die europäische Autoindustrie als solche gefährden wird.

Die massenhafte Umstellung auf die Produktion von Elektroautos bedeutet einen totalen Wechsel der Lieferanten und von Materialien und Komponenten, was bedeutet, daß alle Teilnehmer der bisherigen Lieferketten nicht mehr gebraucht werden. Darüber hinaus, so der BMW-Chef, seien die Pläne der europäischen Regierung, nur auf Elektroautos umzustellen, „unrealistisch“. Die europäischen Autohersteller „sind nicht in der Lage, Elektroautos ohne Verluste für sich selbst zu produzieren und mit chinesischen Herstellern zu konkurrieren“.

Infolgedessen werden einige europäische Konzerne die Anforderungen der EU-Kommission an den Anteil der verkauften Elektroautos schon im nächsten Jahr nicht erfüllen können. Volkswagen (Deutschland), Stellantis (Niederlande) und der Renault-Gruppe (Frankreich) drohen wegen der Nichterfüllung der Anforderungen der Regulierungsbehörde hohe Strafen von jeweils bis zu 15 Milliarden Euro. Um sie endgültig zu erlegen, wie es aussieht?

Dabei steigt die Zahl der weltweit verkauften Elektroautos weiter an. So fanden im September 2024 1,7 Millionen Elektroautos ihre Käufer (wobei wir hier nicht nur reine Elektroautos zählen, sondern auch sequenzielle Hybride, bei denen der Verbrennungsmotor als Energieerzeuger arbeitet und nicht direkt mit den Rädern verbunden ist). Allerdings muß; man bedenken, daß diese Verkäufe in mehrere Richtungen gehen. Während auf dem chinesischen Markt in diesem Monat 1,12 Millionen Elektroautos verkauft wurden (90.000 mehr als im August), stiegen die Verkäufe in den USA und Kanada im September nur um 4,3% (auf 150.000 Elektroautos), und in den meisten europäischen Ländern gingen die Verkäufe generell zurück (nur Großbritannien und Deutschland verzeichneten ein Wachstum, insgesamt wurden im September 300.000 europäische Elektroautos verkauft).

In dieser Situation hat die EU-Kommission „zum Schutz ihres Marktes“ eine sehr umstrittene Entscheidung getroffen: die Einführung von hohen Zöllen (bis zu 35,3%) auf die Einfuhr von chinesischen Elektroautos in die EU für fünf Jahre. Die EU-Kommission ist der Ansicht, daß diese für einen „fairen Wettbewerb“ auf dem Markt notwendig sind.

Dabei haben die größten deutschen Autohersteller die Entscheidung bereits kritisiert. Die BMW-Gruppe sprach von einem „fatalen Signal für die gesamte europäische Autoindustrie“. Mercedes-Benz sagte, daß die Importzölle „die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie langfristig verringern“. Volkswagen forderte die EU auf, den Dialog mit China fortzusetzen, um „einen Handelskonflikt zu verhindern“.

Man kann die Vertreter der größten deutschen Unternehmen verstehen, denn sie produzieren die modernsten Modelle ihrer Elektroautos gemeinsam mit Partnern aus China in chinesischen Fabriken. Und nun müssen diese Modelle bei der Einfuhr nach Europa teuer „verzollt“ werden. In der Zwischenzeit droht China als „Vergeltungsmaßnahme“ mit hohen Zöllen nicht nur auf europäische Autos, sondern auch auf andere Produkte. Und was passiert, wenn China beschließt, Ausfuhrzölle auf Komponenten für Elektroautos zu erheben? Immerhin ist China in einigen Bereichen ein weltweiter Monopolist.

Gleichzeitig erinnere ich daran, daß chinesische Unternehmen erwägen, ihre Fabriken in Europa zu errichten. So hat der Chery-Konzern erklärt, daß er in Spanien mit der Produktion von Autos beginnen wird, und BYD hat den Bau einer Fabrik in Ungarn angekündigt.

Der dritte Grund für die derzeitige Situation in der europäischen Autoindustrie sind die hohen Löhne (insbesondere in Deutschland) sowie die Sozialleistungen und Garantien. Im Moment ziehen diese Sozialleistungen die Fabriken nach unten. Es ist klar, daß hier Kompromisse gefunden werden müssen.

Eine Umgehung?

Da namhafte Autofirmen mit einem drastischen Rückgang der Verkäufe in China konfrontiert waren, nach meinen Daten sind die Lager der Händler mit unverkauften Autos überfüllt, kam merkwürdigerweise Russland zur Hilfe. Ein Beispiel dafür ist das Erscheinen der Marke Jetta auf unserem Markt. Unter dieser Marke produziert der größte Partner von VW, der Konzern FAW, in einem der Werke „günstige“ Varianten von Volkswagen-Modellen. Sie wurden vor anderthalb Jahren vorsichtig per Parallelimport zu uns gebracht. Als das russische Importunternehmen „FAW - Osteuropa“ den Versuch unternahm, die Marke völlig offiziell zu machen (mit allen dazugehörigen Attributen in Form von Händlern, offiziellen Websites und mit Herstellergarantie), folgte sofort die Reaktion der deutschen Seite, und zwar ziemlich harsch: „Der Konzern hält sich strikt an die Sanktionspolitik, hat keine Autos nach Russland geliefert und liefert auch keine“.

FAW erklärte, der Konzern werde sich „den Entscheidungen seiner deutschen Partner nicht widersetzen“. Aber die Einfuhr von Jetta-Autos in unser Land hat zugenommen und die Modelle werden mit einer kleinen, aber offiziellen Garantie (2 Jahre und 100.000 Kilometer Laufleistung) verkauft. Und es gibt sogar eine Website.

Die chinesischen Hersteller westlicher Marken überlegen nun, was sie mit dem Überschuss an Autos machen sollen, die auf dem chinesischen Markt nicht verkauft werden. Und es ist nicht ausgeschlossen, daß diese „übriggebliebenen“ Autos nach einiger Zeit auf den Märkten der Nachbarländer landen. Eine interessante Option, nicht wahr?

Und natürlich wird der VW-Konzern die aktuelle Krise überstehen, wenn auch nicht ohne Verluste. Ich denke, daß die geplanten Werke nach komplizierten Verhandlungen höchstwahrscheinlich geschlossen werden, aber gleichzeitig müssen sie sehr hohe Entschädigungen an ihre Mitarbeiter zahlen. In den Werkshallen ist bereits die Rede davon, daß je nach Position und Dienstalter des Mitarbeiters zwischen 50.000 und 450.000 Euro für eine freiwillige Entlassung gezahlt werden sollen. Man muß; ja irgendwie einigen…

Ende der Übersetzung


LESERPOST
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

Dr. Mabuse (03.11.2024):
M.E. sind die Fahrzeugindustrie, die Politik und auch die Gewerkschaften verantwortlich für den Niedergang dieses systemrelevanten Industriezweiges.
Die Fahrzeugbranche, weil sie die letzten Jahrzehnte ohne Notwendigkeit nur nach der Pfeife der Politik getanzt und Gewinne ausgeschüttet statt reinvestiert hat.
Die Politik, weil sie nur ideologische Ziele verfolgt, keine Ahnung von Marktwirtschaft hat und trotzdem die Wirtschaft kontrollieren will bzw. kontrolliert.
Die Gewerkschaften, weil ihnen Politik und Lohn wichtiger als der eigene Arbeitgeber und die Zukunft ist.
Die Arbeitnehmer/innen (und auch die Vorstände) in der Autoindustrie haben schon seit vielen Jahrzehnten deutlich mehr Lohn bzw. Gehalt erhalten als der Durchschnitt. Dieses Geld (viele Milliarden) hätte großteils in die Zukunft investiert werden müssen [...]

cui bono (03.11.2024):
Die Schuld an der Misère tragen vorrangig die USA mit ihrem Wirtschaftskrieg auch gegen ihre eigenen Vasallen Europa und gleichrangig die grünen, hirnlosen Flagellanten in allen Ländern an der Seite des „organisierten Versprechens“ namens Democratic Party im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Es wurde eine Lawine des wirtschaftlichen Niedergangs ausgelöst, die jetzt alle Träume des verblödeten Westens unter sich begraben wird.

dr.listemann (03.11.2024):
[...] Die deutschen Automobilkonzerne haben sich in ihrem Wachstumswahn weltweit ausgebreitet und erfahren nun Gegenwind, und zwar nicht nur direkt von ihren Konkurrenten, sondern auch indirekt von der international verflochtenen Politik - und hier kommt die widerwärtige EU als verlängerter Arm der USA ins Spiel, die unter fadenscheinigen ideologischen Gründen starke Konkurrenten platt machen will ("America first").
[...] Die Infrastruktur für E-Autos in Europa ist (noch sehr lange) nicht leistungsfähig genug, das zeitlich lange "Auftanken" gegenüber Verbrennern ist eine Lachnummer. Aber nicht nur das - Energie kann man niemals herstellen, sondern immer nur umwandeln, und daher ist die Substitution von Kraftstoffen durch E-Energie lediglich eine technisch-technologische Verlagerung [...] Die von den USA in den 1970-er Jahren initiierte weltweite Ölkrise führte dazu, daß bisher mit Dieselöl betriebene Schiffe auf Schweröl umstellen muß;ten, was aber wiederum eine umfangreichere Ausstattung der Schiffsmaschinenanlagen zu Lasten der Laderaumkapazitäten ging. Der (Schweröl-)"Dreck" wurde also nicht mehr an Land durch Raffinerien zu hochwertigem Dieselöl umgewandelt, hingegen das Problem auf die Reedereien abgeschoben. Und heute verurteilt man die Reedereien, mit Schweröl betriebene Schiffe auf die Reise zu schicken [...]
Die Deutschen sind also nicht so dumm und unbeweglich, wie es uns die ("fuck the...") EU vormachen will. Es geht hier nur darum, die gesamte Industrie und Weltwirtschaft umzubauen, damit die Geschäfte weiterlaufen - nur eben für andere Leute als die Deutschen. An ein Mißmanagement der deutschen Konzernchefs kann man daher nur eingeschränkt glauben.

Goldmann (03.11.2024):
Die Kernkompetenz der deutschen Auto-Industrie, die Verbrennermotoren, wurde durch die EU-Kommission in Luft aufgelöst. Die deutschen Autokonzerne haben die Weiterentwicklung und Optimierung der Verbrennermotoren komplett aufgegeben. Beendet. Die Weiterentwicklung und Optimierung der Verbrennermotoren wird jetzt in China von chinesischen Konzernen weitergeführt. Die Nachfrage nach Autos mit Verbrennermotoren wird noch viele Jahrzehnte weitergehen, in Asien, Afrika, Lateinamerika - und Nordamerika. Die Motorisierung im Globalen Süden wird mit Verbrennermotoren ausgeweitet werden, vermutlich ohne die (ehemalige) Kernkompetenz der deutschen Auto-Industrie. Da könnte man die Frage stellen, wessen Interessen vertritt die EU-Kommission?


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