In den USA tobt eine Auseinandersetzung um männliche Spieler im Damen-Volleyball. Von einer "Invasion des Frauensports" ist die Rede. Im Mittelpunkt der Debatte steht derzeit der Volleyballspieler Blaire Fleming.Die Höhe eines Volleyballnetzes beträgt 2,43 Meter für Männer. Bei den Frauen sind es nur 2,24 Meter. Für einen durchschnittlichen männlichen Volleyballspieler ist es nicht sonderlich schwer, den Ball so über dieses 19 cm niedrigere Netz zu schmettern, dass er für die Gegnerinnen unerreichbar ist. In den USA ist das für viele Spielerinnen im Schul- und Hochschulsport bereits Alltag. Frauenrechte waren darum ein zentrales Thema im zurückliegenden US-Präsidentschaftswahlkampf. "Und natürlich werden wir Männer aus dem Frauensport heraushalten, das verspreche ich", sagte Donald Trump drei Tage vor der Wahl bei einem Wahlkampfauftritt in Virginia unter tosendem Jubel (hier ab Minute 1:50). Es ist eine Botschaft, die er bei seinen Reden immer wieder betont hat. Eine vielbeachtete Wahlwerbung Trumps zeigte im ersten Teil, wie Vizepräsidentin Kamala Harris fordert, dass der Staat jedem Häftling in einem Staatsgefängnis eine Geschlechtsumwandlung bezahlen müsse, wenn dieser das wünsche. (Anm. Dikigoros: Wer sie da nur beraten hat... Wie viele Transen im Knast, denen das imponieren mag, gibt es wohl unter den Wahlberechtigten?) Im zweiten Teil heißt es: "Kamala unterstützt sogar, dass biologische Männer gegen unsere Mädchen in deren Sport antreten." Der Clip endet mit den Worten: "Kamala is for they/them. President Trump is for you." They/them sind die Pronomen der 3. Person Plural. Sie werden von Personen benutzt, die damit ausdrücken, dass sie mehreren Geschlechtern angehören. Die Reklame dürfte eine der erfolgreichsten dieses Wahlkampfes gewesen sein. Eine 23-Jährige, die nach der Wahl von der New York Times befragt wurde, sagte: Die Harris-Kampagne hat herausgefunden, dass diese eine Wahlwerbung die Wahl um 2,7 Prozentpunkte zu Trump Gunsten verschoben hat. Wenn das wirklich stimmt, würde das bedeuten, dass Trump wegen dieses Themas die Wahl gewonnen hätte. Wie die New York Times schreibt, sei es von Trump ein "großes Wagnis" gewesen, Transpolitik zu thematisieren, denn: Es zahlte sich aus: Invasion des FrauensportsUmfragen zeigen, dass fast 70% der Amerikaner Männer im Frauensport ablehnen. (Anm. Dikigoros: Und mehr als 30% sollen dafür sein? Wer's glaubt...) Von einer "Invasion des Frauensports" ist in den USA die Rede. Im Mittelpunkt der Debatte steht derzeit der Volleyballspieler Blaire Fleming (dessen Name in den etablierten US-Medien nicht genannt werden darf). Vor wenigen Tagen wies ein von Präsident Joe Biden berufener Richter die Klage ab, die mehrere Spielerinnen und Teams - darunter Mitspielerinnen - angestrengt hatten, um Fleming, einen biologischen Mann, von der Teilnahme an den Spielen der Hochschulteams der Mountain West Conference auszuschließen. Der 1,86 Meter große Fleming spielt für die San José University Spartans. Auch einige seiner Mitspielerinnen und die Co-Trainerin wollten ihn ausschließen lassen, die Co-Trainerin wurde deshalb suspendiert. Die New York Times berichtet: Die San José State University als Beklagte sagte, sie habe sich an alle geltenden Regeln des Verbands gehalten; laut einem Urteil des Supreme Court von 2020 erstrecke sich das im Bürgerrechtsgesetz von 1964 ausgesprochene Verbot von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auch auf Transgender-Menschen. Deshalb dürfe ihnen die Teilnahme am Frauensport nicht verwehrt werden. Richter S. Kato Crews vom US-Bezirksgericht Colorado teilte diese Auffassung. Zudem sei die Klage zu spät eingereicht worden. Ein Berufungsgericht lehnte den Antrag auf Berufung ab. Geschlecht und Name unbekannt?Der Richter, die San José University und viele Journalisten sind sehr geheimnistuerisch, was Fleming und/oder sein Geschlecht betrifft. Die New York Times erwähnte in dem zitierten Artikel kein einziges Mal seinen Namen. Dies ist auch die redaktionelle Regel anderer großer Zeitungen und Fernsehsender. USA Today schrieb: Dan Zaksheske von der Sport-Website Outkick kommentierte: Und das, so der Journalist weiter, obwohl Flemings Teamkollegin Brooke Slusser behauptet hatte, Fleming sei Transgender und OutKick habe verifizieren können, dass Fleming als Mann geboren wurde. Dies sei, so Zaksheske, Flemings Privatangelegenheit, wenn er denn ein privates Leben führen würde. Doch Fleming habe das Recht auf "Privatsphäre" - soweit es sich auf sein Geschlecht und seine "Geschlechtsidentität" beziehe -, verwirkt, "als er beschlossen hat, einen Platz in einer College-Volleyballmannschaft anzunehmen, der zuvor einer Frau vorbehalten war". Richter Crew wiederum nannte Fleming namentlich - das lässt sich vor Gericht nicht vermeiden -, bezeichnete ihn aber laut NBC als "angeblichen Transgender-Athleten". Er gab damit also indirekt zu, dass nicht einmal bekannt ist, welches Geschlecht Fleming für sich selbst reklamiert. OutKick berichtete, dass Fleming selbst sich nie als "Transgender" bezeichnet hat. Laut OutKick benutzt auch seine Familie den Begriff nicht; seine Großmutter soll ihn als ihren "Enkelsohn" bezeichnet haben. OutKick spekuliert, dass Fleming sein Geschlecht einfach "verheimlicht" habe, um im Frauenteam spielen zu können. "Die San José State University wird ihre studentischen Athleten weiterhin unterstützen und Diskriminierung in jeglicher Form ablehnen", sagte die Universität in einer Erklärung gegenüber OutKick nach dem Urteil. "Alle studentischen Athleten der San José State University sind gemäß den Regeln der NCAA und der Mountain West Conference berechtigt, an ihren Sportarten teilzunehmen. Worüber die New York Times in ihrem - sehr ausführlichen - Bericht über das Urteil ebenfalls nicht berichtetet: was Spielerinnen zu der Klage bewog. Neben dem Argument der Fairness führen sie die Sorge um die Gesundheit an. Warum, ist in diesem Video zu sehen, wo die Gegenspielerin Keira Herron kurzzeitig zu Boden geht, nachdem er ihr den Ball mit voller Wucht ins Gesicht geschmettert hat. Sofort dreht Fleming sich weg, ohne irgendeine Anteilnahme zu zeigen oder sich zu entschuldigen. Verschwörung gegen MitspielerinNoch schwerer wiegen Anschuldigungen, die seine ehemalige Co-Trainerin Melissa Batie-Smoose erhebt. Bei einem Spiel in Fort Collins, das am 3. Oktober stattfand, soll sich Fleming mit der Gegenspielerin Malaya Jones von der Colorado State University verschworen haben, die Gesundheit von Flemings Teamkollegin und Co-Kapitänin Brooke Slusser zu schädigen, die sich zuvor öffentlich kritisch über Flemings Spielberechtigung geäußert hatte. Laut Batie-Smoose verließen Fleming und eine ungenannte Mitspielerin von den San José University Spartans am Vorabend des Spiels heimlich und unerlaubt das Teamhotel und trafen sich mit einer Gegenspielerin des nächsten Tages, der 21-jährigen Malaya Jones. Fleming soll Jones zugesichert haben, er und seine Mitspielerin würden die Mitte des Feldes offen lassen und ihre Schmetterbälle nicht blocken, wenn sie auf Slusser ziele. Mitspielerinnen sollen über das Internet gewarnt worden sein, sich von Slusser fernzuhalten, da dieser während des Spiels "etwas Unerfreuliches passieren" werde. Die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet: Batie-Smoose gibt an, von dem Plan erfahren zu haben, als die ungenannte Mitverschwörerin sich dem Trainer offenbart habe. Batie-Smoose wurde suspendiert, nachdem sie sich der Klage angeschlossen hatte. In einem Interview mit dem Moderator Harris Faulkner von Fox News sagte sie: "Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen." Brooke Slusser und andere junge Frauen im Team seien "schlecht behandelt" worden, weil sie ihre "Gedanken und Meinungen hatten". "Ihnen wurde gesagt, dass wir diese nicht haben dürfen." Faulkner bemerkte, dass die Beteiligten selbst bei offener Kontroverse äußerst vorsichtig zu sein scheinen, was die Einhaltung verschiedener Regeln und Gesetze angeht. "Wir dürfen definitiv nicht darüber sprechen", antwortete Smoose. "Mir wurde immer wieder gesagt, dass ich von meiner Suspendierung aus gefeuert würde, wenn ich mich dazu äußere. Also schweigen sie weiterhin über mich und die übrigen Frauen im Team." "Aber Sie sprechen", bemerkte Faulkner. "Sie riskieren alles. Deshalb ist Ihnen das wichtig." - "Für mich ist das gesunder Menschenverstand", antwortete die Trainerin. Smoose lobte auch jene Teams, die sich weigern, gegen San José zu spielen. Zu diesen Teams, die sich in dieser Saison geweigert haben anzutreten - woraufhin das Spiel als Niederlage für sie gewertet wurde - gehören die Mannschaften von Boise State, Southern Utah, Wyoming und Utah State. Die Spielerin Sia Liilii von der Universität Nevada hat öffentlich gemacht, dass sie und die Mehrheit ihrer Mitspielerinnen aus Gründen der Fairness und der Sorge um ihre Gesundheit ebenfalls nicht gegen San José spielen wollten, solange dort ein biologischer Mann spielt. Die Universität habe sie aber dazu gezwungen. Liilii sagte, als ihre Teamkolleginnen die Universitätsleitung kontaktierten und ihren Wunsch äußerten, das Spiel aufzugeben, wurden sie belehrt, dass sie "keine Ahnung von Wissenschaft" hätten: Die Universität Nevada sagte in einer Stellungnahme: Sanktionen wegen BuhrufenBei einem Volleyballspiel des Highschool-Sports in Kalifornien wurde ein biologischer Mann, der in der Mädchenmannschaft spielt, ausgebuht. Dem Team der katholischen Half Moon Bay High School, dessen Fans buhten, drohen nun Sanktionen. Präsident Joe Biden hat sich zu Beginn seiner Amtszeit persönlich dafür eingesetzt, dass an Schulen und Universitäten, die Bundesmittel erhalten, jeder Junge und Mann bei den Sportwettbewerben der Mädchen und Frauen mitmachen darf, wenn er das will. Achgut hat damals darüber berichtet. Das Repräsentantenhaus - in dem die Republikaner damals wie heute die Mehrheit hatten bzw. haben - hat 2023 einen Gesetzesentwurf verabschiedet, in dem es heißt: Wegen der bisherigen Mehrheit der Demokraten im Senat und dem zu gewärtigenden Veto von Präsident Biden ist dieser bislang nicht Gesetz geworden. Nach Trumps Amtsübernahme im Januar könnte das schnell gehen. Daraufhin wird es Klagen wegen einer angeblichen Diskriminierung von Transgender-Personen geben, mit denen sich wohl letztlich der oberste Gerichtshof wird befassen müssen. Erster Dissens bei den DemokratenNachdem Kamala Harris die Präsidentschaftswahl krachend verloren hat, äußerten zwei Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus Kritik an dem realitätsfremden Kurs ihrer Partei - beide hatten diesen bislang ohne zu murren mitgetragen, sind nun aber aufgewacht. Thomas Suozzi aus New York sagt: Der Abgeordnete Seth Moulton aus Massachusetts sagte der New York Times: Wie um die Wahrheit seiner Worte zu beweisen, wurde Moulton daraufhin von der Gouverneurin seines Staates gerügt, ebenso von Mitarbeitern und Praktikanten, wie die Website Rolling Stone berichtet. Forderungen nach seiner Abwahl wurden erhoben. Die Tennislegende Martina Navratilova, eine bekannte Unterstützerin der Demokratischen Partei, die aber auch bekannt dafür ist, den Frauensport für Frauen erhalten zu wollen, äußerte sich auf dem Kurznachrichtendienst X zum Fall Fleming: In einem anderen Tweet erklärte sie, wer aus ihrer Sicht die Schuldigen an der Misere seien: Unterdessen hat die Mountain West Conference, in der Blaire Fleming spielt, ihn auf ihrer Website als eine herausragende Spielerin der vergangenen Saison geehrt. Gloria Nevarez, Kommissarin der Mountain West Conference, sagte, die "Kontroverse" habe ihr "das Herz gebrochen": *Stefan Frank, geb. 1976, ist unabhängiger Publizist und schreibt u.a. für Audiatur online, die Jüdische Rundschau und MENA Watch. Buchveröffentlichungen: Die Weltvernichtungsmaschine. Vom Kreditboom zur Wirtschaftskrise (2009); Kreditinferno. Ewige Schuldenkrise und monetäres Chaos (2012). LESERPOST
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