CARLO  PEDERSOLI
["BUD  SPENCER"]

(31.10.1929 - 27.06.2016)

[Carlo Pedersoli alias Bud Spencer 1973]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1929
31. Oktober: Carlo Pedersoli wird als Sohn des Unternehmers Alessandro Pedersoli und seiner Ehefrau Rosa, geb. Facchetti, in Napoli (Neapel) geboren.
(Genauer gesagt in dem oft besungenen und daher auch in Deutschland bekannten Viertel Santa Lucia. Beide Elternteile stammen jedoch aus der Lombardei.)


1940
Familie Pedersoli zieht nach Rom, wo Carlo das Gymnasium besucht und Mitglied der Schwimmabteilung von Lazio Rom wird. (Nebenbei betreibt er Boxen, Rugby und Fußball.*)


1940-45
Familie Pedersoli kommt heil durch den Zweiten Weltkrieg. (Alessandros Fabriken sind freilich alliierten Bombenangriffen zum Opfer gefallen; und er kommt geschäftlich nicht wieder auf die Beine.)

1946
Carlo - der ein brillanter Schüler ist und eine Klasse übersprungen hat - legt das Abitur ab und beginnt ein Studium der Chemie an der Universität La Sapienza - bzw. dem, was die Terror-Bombardements der Alliierten auf die "offene Stadt" Rom davon übrig gelassen haben.


(Die berühmte Statue der Weisheit vor dem Hauptgebäude existiert vorläufig nur noch stilisiert auf dem Wappen der Universität. Über ihr Wiederauftauchen schreibt Dikigoros an anderer Stelle)

1947-1949
Alessandro Pedersoli tritt in den diplomatischen Dienst ein. Dadurch bedingt lebt die Familie in Recife (Brasilien), Buenos Aires (Argentinien) und Montevideo (Uruguay). Carlo bekommt erste Jobs in den italienischen Konsulaten, lernt Portugiesisch und Spanisch.
Für jemanden, der fließend Napolitanisch spricht, ist das nicht gar so schwierig. (Er sprach zeitlebens mit so starkem napolitanischen Akzent, daß man selbst die italienischen Fassungen seiner Filme synchronisieren ließ - meist von Glauco Onorato, später auch von Sergio Fiorentini.) Allerdings verstand er auch Deutsch; wann und wo er das erlernt hat, entzieht sich Dikigoros' Kenntnis; wer es weiß kann ihm ja mal mailen.)

1949
Familie Pedersoli kehrt nach Italien zurück.
Carlo nimmt ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universtität Rom auf.
Auf einer viel zitierten - aber selten zuverlässigen - Webseite wird behauptet, daß er dieses Studium nie abgeschlossen habe. Ein Kollege - der ihn persönlich kannte - hat Dikigoros jedoch glaubhaft versichert, daß Pedersoli seine juristische Ausbildung sehr wohl abgeschlossen und sogar eine Zulassung als Advokat gehabt habe. Allerdings habe er nicht als solcher praktiziert, da er anderweitig voll ausgelastet war. (Nachtrag: Die deutsche Wikipedia räumt inzwischen immerhin ein, daß er sein Jurastudium abgeschlossen hat; auf der italienischen wird das jedoch nach wie vor bestritten. Grund ist möglicher Weise ein Fernseh-Interview anno 2012, in dem Pedersoli selber behauptete, er habe "nie ein Studium abgeschlossen", sei also "ein völliger Idiot" - und das nicht im Scherz, durchaus ernsthaft. Aber man sollte einem Allround-Genie nicht jede Tiefstapelei abnehmen :-)
September: Carlo nimmt erstmals an den italienischen Schwimmeisterschaften teil.
Er siegt über 100 m Freistil und mit Lazios 3x100-m-Lagen-Staffel. (Die erstere Strecke wird er bis 1956 7x gewinnen; 1955 und 1957 wird er "nur" Zweiter; danach wird er seine Karriere als Schwimmer beenden.)

1950
19. September: Bei der Verteidigung seines Titels über 100 m Freistil stellt Carlo in 0:59,5 einen neuen italienischen Rekord auf.
(Heute nichts besonderes mehr; aber damals war er der erste Italiener, der diese Strecke unter einer Minute schwamm. Er sollte diesen Rekord später noch auf 0:58,9 ausbauen.)


Er nimmt an den Schwimm-Europameisterschaften in Wien teil, verpaßt jedoch zweimal knapp die Medaillenränge (5. über 100 m Freistil, 4. mit der 4x200-m-Staffel).

ab 1950
Da man damals als Sportler - jedenfalls wenn man an Olympischen Spielen pp. teilnehmen will - noch Amateur sein muß, finanziert Carlo sein Studium durch kleinere Nebenrollen in diversen Spielfilmen.

1951
Bei den Mittelmeerspielen in Alexandria (Ägypten) gewinnt Carlo zweimal Silber (über 100 m Freistil und mit der 3x100-m-Staffel).


1952
Bei den Olympischen Spielen in Helsinki verpaßt Carlo über 100 m Freistil knapp den Endlauf.


1954
Carlo wird mit Lazio Rom italienischer Meister im Wasserball.
Wasserball ist von allen Mannschaftssportarten, die mit bloßen Händen ausgeübt werden, die härteste - und brutalste, da die Schiedsrichter die Unterwasser-fouls meist nicht sehen können. (Für Leser, die noch nie einem Wasserballspiel beigewohnt haben: Nein, da kann das Wasser noch so klar sein; wenn zwei Mannschaften vom Schlage eines Carlo Pedersoli es durchpflügen, dann sieht man vor Wellen und Schaum nichts mehr :-)

1955
Bei den Mittelmeerspielen in Barcelona gewinnt Carlo mit der italienischen Nationalmannschaft die Goldmedaille im Wasserball.


(falls ihn jemand nicht erkannt haben sollte: mittlere Reihe, zweiter von links)

1956
Dezember: Bei den Olympischen Spielen in Melbourne verpaßt Carlo über 100 m Freistil erneut knapp das Finale. Auch die italienische Wasserballmannschaft geht leer aus.


1957
Nachdem Carlo bei den italienischen Meisterschaften "nur" Vizemeister über 100 m Freistil geworden ist, beendet er seine Karriere als aktiver Sportler. Er macht auch keinerlei Anstalten, als Trainer oder Funktionär "im Geschäft" zu bleiben.
(50 Jahre später entblödet beehrt sich der Italienische Schwimmverband F.I.N. nicht, ihm eine Trainerlizenz für Schwimmen und Wasserball ehrenhalber zu verleihen erteilen - das wird ihn sicher sehr gefreut haben :-)


1957/1958
Carlo spielt kleinere Nebenrollen in Filmen wie "Un eroe dei nostri tempi [A Hero of Our Times/Ein Held unserer Tage]", "Addio alle armi [A Farewell to Arms/In einem andern Land]" (nach einem Roman von Hemingway) und "Il cocco di mamma [Mamma's Boy]".


In seinen Memoiren behauptet Carlo allerdings, er habe diese Jahre in Venezuela zugebracht, habe dort als Vorarbeiter im Straßenbau und Autoverkäufer für Alfa Romeo gearbeitet und sei erst 1959 nach Italien zurück gekehrt.
Eine der beiden Versionen muß wohl falsch sein - Dikigoros überläßt es seinen Leser[innen], welcher sie glauben wollen. (Über die zeitlichen Ungereimtheiten kann man zur Not hinweg kommen, wenn man die Entstehungszeit der Filme um 1-2 Jahre vorverlegt - wer weiß schon so genau, wann die gedreht wurden? [Dikigoros referiert ja nur, wann sie in die Kinos gekommen sind, und da könnten einige der Länder, auf die er hier abstellt, "nachgehinkt" haben - vom zweiten Film z.B. gibt es über zwei Dutzend Fassungen - alle fein säuberlich aufgelistet beim verlinkten Videoclip.] Daß Alfa Romeo damals eine Zweigstelle in Caracas unterhielt trifft zu. Aber Carlo behauptet auch, daß er am Bau der Panamericana mitgewirkt habe - und die berührt Venezuela überhaupt nicht!)

1959
Carlo spielt den Räuberhauptmann Stammeshäuptling Rutario in "Annìbale [Hannibal]". Dabei lernt er den Deutsch-Italiener Mario Girotti kennen, der den Senatorensohn Quintilius spielt.
(Daß er diesen bereits Jahre zuvor im Schwimmbad getroffen habe, dürfte ein Märchen sein.)


Beides sind nur bessere Nebenrollen - obwohl Girotti immerhin als Nr. 7 der Besetzungsliste geführt wird. Erst Jahre später - als beide schon unter anderem Namen berühmt sind - tut man auf den Videokassetten so, als seien sie Hauptdarsteller - Juristen nennen das "Irreführung der Verbraucher".
Die beiden verlieren sich jedoch vorerst wieder aus den Augen.

1960
Februar: Carlo heiratet seine Jugendfreundin Maria, geb. Amato. (Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.)


Der Verdacht liegt nahe, daß Carlo, nachdem er seine Sportler-Karriere beendet hatte, seiner bisher eher bescheidenen Schauspieler-Karriere einen Schub geben wollte und die Tochter des erfolgreichen Filmproduzenten Giuseppe Amato aus Berechnung heiratete. (Der englische Wikipedia-Eintrag suggeriert dies indirekt, indem er die Heirat kurzerhand nach den Olympischen Spielen von 1960 statt finden läßt und den Eindruck erweckt, als habe Pedersoli noch an diesen teilgenommen - böser Wille oder bloße Schlampigkeit?) Dieser Verdacht scheint jedoch unbegründet zu sein, denn Carlo hatte seine Sportler-Karriere bereits 1957 beendet; und seine großen Erfolge als Schauspieler feierte er erst Jahre später mit anderen Produzenten, als sein Schwiegervater schon verstorben war. Allerdings soll Maria noch Kontakt zu Giuseppe Colizzi, einem Freund ihres Vaters, gehabt haben. Carlo bestreitet das in seinen Memoiren nicht, behauptet jedoch, daß Colizzi ihm völlig unabhängig davon zu einer Filmkarriere verholfen habe, da er ihn als Sportler und ob seiner Fysis bewundert habe. Wie dem auch sei, die Ehe hielt, bis der Tod sie schied. (Wie ein indischer Bekannter Dikigoros mal erklärte, halten aus "Berechnung" geschlossene Ehen ja grundsätzlich länger und besser als so genannte "Liebesehen" :-)


September: Carlo muß mit ansehen, wie die italienische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Rom ohne ihn die Goldmedaille im Wasserball gewinnt.

1960-64
Carlo arbeitet als Komponist und Texter für RCA.
Er schreibt Schlager auf Italienisch Fiorentinisch und Napolitanisch, u.a. für Ornella Vanoni** und Nico Fidenco - darunter das Titellied zum Kultfilm Cleopatra.


1965
Carlo gründet eine Filmgesellschaft, die hauptsächlich Tierfilme für das italienische Fernsehen produziert.

1967
Carlo übernimmt eine der beiden Hauptrollen - den "Hutch Bessy" - in dem "Spaghetti"-Western "Dio perdona... io no [God forgives... I don't/Gott vergibt - Django nie!]" von Giuseppe Colizzi - für eine Gage von 2 Millionen Lire [12.000.- DM] (um die er auch noch feilschen muß - man will ihm erst nur die Hälfte zahlen).


Die andere Hauptrolle - den "Django" - übernimmt Mario Girotti, der inzwischen als Schauspieler einigermaßen bekannt geworden ist - auch in Deutschland, u.a. durch mehrere Winnetou-Filme, vor allem aber als Giselher in der Verfilmung des Nibelungenlieds durch Harald Reinl im Vorjahr.
Auf dem deutschen Filmplakat wird denn auch zunächst nur M.G. abgebildet. (Erst Jahre später erhält der Film einen neuen Untertitel - "wir beide nie" - und ein neues Poster, auf dem Carlo "gleichberechtigt" ist.)

Da der Film auch international vertrieben werden soll (ursprünglich unter dem weniger harmlosen - und weniger originellen - Titel "Blood River") haben die Hauptdarsteller auf Anraten des Produzenten englische Künstlernamen angenommen: "Bud Spencer" und "Terence Hill".***


Völlig überraschend wird der Film ein Kinokassenrenner.

1968/69
Colizzi erkennt die Gunst der Stunde und schiebt zwei Filme ähnlicher Machart mit dem neuen "Traumpaar" nach: "I quattro dell'Ave Maria [Ace Hight/Vier für ein Ave Maria]" und "La collina degli stivali [Boot(s****) Hill/Hügel der blutigen Stiefel]". (Nota bene: Wieder wird auf dem alten deutschen Filmplakat nur "Terence Hill" groß geschrieben!)

[Uwe Beyer als Siegfried]

Die Nur-Schauspielerin Hildegard Knef ätzte wenig später in ihren Memoiren (Der geschenkte Gaul): "Einige Filmschauspieler, die während der letzten Jahre weltbekannt wurden, scheinen aus Sport- und nicht aus Schauspielerschulen gekommen." Sie meinte damit wohl nicht nur Carlo Pedersoli und Mario Girotti - der immerhin drei Jahre lang eine Schauspielschule besucht hatte -, sondern auch deren Schwimmer-Kollegen Johnny Weissmuller alias "Tarzan", den Bodybuilder Sean Connery alias "James Bond" und vielleicht auch den Hammerwerfer Uwe Beyer, der in dem vorgenannten Nibelungenfilm den "Siegfried" spielte. Es waren ja schon früher populäre Sportler[innen] ins Filmgeschäft eingestiegen. Aber etwas hatte sich doch geändert: Weissmuller schwamm in seinen Filmen, Max Baer boxte, Sonja Henie lief Schlittschuh und Toni Sailer Ski - d.h. sie spielten im Grunde genommen sich selber. Dagegen spielte Carlo Pedersoli in keinem seiner Filme Wasserball und verkörperte auch nie einen Schwimmer, ebenso wenig wie Connery einen Bodybuilder oder Beyer einen Hammerwerfer.

1970-73
Unter der Regie des ehemaligen Kameramanns Enzo Barboni alias "E. B. Clucher" feiert Carlo einige seiner größten Kino-Erfolge in "Lo chiamavano Trinità [They Call me Trinity/Die rechte und die linke Hand des Teufels]", die Fortsetzung "Continuavano a chiamarlo Trinità [Trinity is still my Name/Vier Fäuste für ein Halleluja]" und "Anche gli angeli mangiano fagioli [Even angels eat beans/Auch Engel essen Bohnen]".


Dikigoros hat von einer Abbildung der englischen Kinoplakate abgesehen. Nicht nur wegen der identischen Titelbilder, sondern - jedenfalls beim dritten Film - auch wegen der schlechten, da fast wörtlichen Übersetzung. Das ist kein gutes Englisch, sondern Schul-Englisch. Was echtes Englisch wäre? Ganz einfach, kurz und bündig: "Angels and Beans" - so heißt denn auch der Titelsong!
Aber Dikigoros will nicht einseitig kritisieren. Auch das deutsche DVD-Cover ganz rechts ist schlecht gemacht: Die Namen der Hauptdarsteller sind vertauscht - und somit falsch zugeordnet -; und der Filmtitel ist wörterbuchmäßig - man ist versucht zu sagen: "KI-mäßig" - übersetzt. In gutem Deutsch stünde kein "die"! Dikigoros erwähnt das, weil sich die deutschen Titel sonst oft durch besonders originelle, z.T. freie Übersetzungen auszeichneten, die nicht unwesentlich zum Erfolg der Filme beigetragen haben dürften - die Leute müssen ja erstmal ins Kino gelockt werden. Das gilt ganz besonders für das folgende Opus - das ursprünglich den Titel "Due super escroci" [Zwei Super-Gauner] tragen sollte.


1972
Carlo spielt - wieder unter der Regie von Colizzi und wieder an der Seite von "Terence Hill" - die Hauptrolle in "... più forte, ragazzi! [All the Way, Boys!/Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle]". Es wird der kommerziell größte Erfolg des Trios in Deutschland. Der Song "Flying Through the Air" (der als englischer Filmtitel viel besser gepaßt hätte) von Guido & Maurizio de Angelis ("Oliver Onions") wird - trotz musikalisch eher bescheidener Qualität - zum Welthit.


Carlo stinkt es gewaltig, daß für die Flugszenen ein Stuntman als Pilot engagiert wird. Er glaubt das ebenso gut - oder besser - zu können und nimmt das zum Anlaß, selber fliegen zu lernen. Er erwirbt erst den Pilotenschein für Hubschrauber, dann den für Flugzeuge und gründet schließlich sogar eine eigene Fluggesellschaft ("Mistral Air") - die er indes nach einigen Jahren wieder verkauft.

1973-80
Carlo findet eine neue Parade-(und nach eigenem Bekunden Lieblings-)Rolle als Inspektor "Piedone [Flatfoot/Plattfuß]" Rizzo, den er unter der Regie von Stefano Vanzina ("Steno") viermal spielt.
(Nein, nicht fünfmal! "I due superpiedi quasi piatti [Crime Busters/Zwei außer Rand und Band]" sind nur quasi-Plattfüße - aber dafür echte; das italienische "Piedone" bedeutet ja gar nicht Platt-, sondern vielmehr Großfuß :-)


1975
Carlo wird - zusammen mit "Terence Hill" - der deutsche Fernsehpreis Bambi verliehen für die Filme "... altrimenti ci arrabbiamo [Watch Out, We're Mad/Zwei wie Pech und Schwefel]" und "Porgi l'altra guancia [Two Missionaries/Zwei Missionare]". Das ist umso merkwürdiger bemerkenswerter, als noch keiner der beiden Filme im deutschen Fernsehen gelaufen ist. Der Titelsong des ersteren - "Dune Buggy", wieder von "Oliver Onions" und wieder kein musikalisches Glanzstück - wird ebenfalls zum Hit.


Falls sich jemand über den scheinbar merkwürdigen zweiten Originaltitel wundert: Das ist ein verkürztes Zitat aus dem Evangelium nach Matthäus [Mt 5,39], das im damals noch christlich-frommen Italien jeder Kinogänger kannte. Als im Film jemand dem Missionar Carlo alias "Pater Pedro" eine Backpfeife gibt, sagt der ihn vollständig auf: "Wenn Dich jemand auf die eine Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Bittesehr" - und tut's. Nachdem er sich so die zweite Backpfeife eingefangen hat, fährt er fort: "Aber in der Bibel steht nicht, was danach kommt" - und schlägt seinen Gegenüber brutal zusammen... Anschauungsunterricht in praktischer Bibelauslegung?!? Man beachte, daß die US-Amerikaner hier erstmals mit der Tradition brechen, für Kinoplakate keine Standbilder aus dem Film, sondern Zeichnungen zu verwenden.

1978-82
Carlo spielt - unter der Regie von Michele Lupo - die Hauptrollen in "Lo chiamavano Bulldozer [They Called Him Bulldozer/Sie nannten ihn Mücke]", "Uno sceriffo extraterrestre [The Sheriff and the Satellite Kid/Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen]", "Chissà perché... capitano tutte a me [Everything Happens to Me/Buddy haut den Lukas]", "Occhio alla penna [Buddy Goes West/Eine Faust geht nach Westen]" und "Bombardero [Bomber]".



Da das deutsche und das englische Kinoplakat des ersten Films das italienische so einfallslos nachäffen bildet Dikigoros ausnahmsweise auch das spanische mit ab - nicht ohne zu erwähnen, daß der ursprüngliche Titel fast ebenso einfallslos "Lo llamaban Pegafuerte" [Sie nannten ihn Haudrauf] lautete. Erst Jahre später wurde er geändert in "El demoledor" [Die Abrißbirne] - vielleicht zu Ehren von Sarah Dorothea Sauer, geb. Kasner, der Abrißbirne aus der Uckermark? (Zu erwähnen ist noch, daß in diesem Film erstmals zwei Schauspieler auftraten, die Carlo fysisch beinahe ebenbürtig waren und später wiederholt neben ihm auf der Leinwand zu sehen waren, nämlich der Schwergewichtsboxer Joe Bugner - der 1973 Cassius Clay alias "Muhamad Ali" nur knapp nach Punkten unterlegen war - und der "Seewolf" Raimund Harmstorf.) Der 2. Halbsatz auf dem Plakat des zweiten Films hat nichts mit "Kapitän" zu tun - das würde auf dem 2. "a" betont -, sondern ist die 3. Person Plural von "capitare" [auf jemanden zukommen, jemandem passieren - nach "tutte" ist ein gedachtes "cose" zu ergänzen] und wird auf dem "i" betont - der englische Titel trifft das ziemlich genau. Beim Originaltitel des vierten Films ist natürlich nicht gemeint, daß jemand auf seinen Füllfederhalter stiert, sondern daß er nach Indianern Ausschau hält, die eine Feder im Haar tragen - das Kinoplakat bildet nicht von ungefähr einen solchen ab.

1978-83
Parallel dazu spielt Carlo unter der Regie von Sergio Corbucci Hauptrollen in "Pari e dispari [Odds and Evens/Zwei sind nicht zu bremsen]", "Chi trova un amico trova un tesoro [Who Finds a Friend Finds a Treasure/Zwei Asse trumpfen auf]" und "Cane e gatto [Thieves and Robbers/Bud, der Ganovenschreck]".


1980
Carlo wird der deutsche Filmpreis Jupiter verliehen für seine Rolle als "Tom" alias "Nilpferd" in "Io sto con gli ippopotami [I'm for the Hippopotamus/Das Krokodil und sein Nilpferd]" aus 1979.
Für den selben Streifen erhält er überdies eine Goldene Leinwand - wie fast jedes Jahr seit den "Trinità"-Filmen.*****
Beides sind Auszeichnungen, die höchstens zweit-, wenn nicht sogar nur drittrangig sind. Erstere erinnert überhaupt nicht an den altrömischen Göttervater Jupiter, sondern vielmehr an den altgriechischen Möchtegernflieger Ikaros (lat. Icarus; nur die Dummdeutschen nennen bzw. schreiben ihn "Ikarus" - was in beiden Sprachen falsch ist :-) Was letztere darstellen soll ist völlig rätselhaft - vielleicht eine farblose Karnevalsmütze?!?


Zu erwähnen ist noch, daß Carlo auch den Titelsong komponierte und sang - mal alleine, mal zusammen mit "Oliver Onions". Allerdings konnten sie damit den Erfolg von "Flying Through the Air" und "Dune Buggy" nicht wiederholen. (Da half es auch nichts, daß die weibliche Hauptperson den Namen "Mama Leone" erhielt - nach dem gleichnamigen Welthit von Bino aus dem Jahr zuvor :-)

1982
In "Banana Joe" - wieder unter der Regie von "Steno" - spielt Carlo nicht nur die Titelrolle, sondern versucht sich auch - zum ersten und letzten Mal - als Drehbuchautor.
(Die Frage, ob dieses Drehbuch besser oder schlechter ist als die seiner anderen Filme überläßt Dikigoros seinen Leser[innen].)


1983-86
Auch unter der Regie von Clucher dreht Carlo noch einmal zweimal. Er spielt Hauptrollen in "Nati con la camicia [Go for it/Zwei bärenstarke Typen]" und "Non c'è due senza quattro [Double Trouble/Vier Fäuste gegen Rio]" (sein vorerst letzter Film an der Seite von "Terence Hill"). Außerdem absolviert er seine beiden vorerst letzten Kinofilme überhaupt - als "Cop [Bulle]" in "I poliziotti dell'8a strada [Miami Supercops/Die Miami-Cops]" und als Flaschengeist ("Genie") in "Superfantagenio [Aladdin]".
Wie man auf eine derart abstruse Rolle wie die letztere kam? Ganz einfach: Im Vorjahr war gerade "I Dream of Jeannie... Fifteen Years Later" herausgekommen - eine Fortsetzung der Kultfernsehserie der 1960er Jahre (die auch in der BRD gelaufen war als "Bezaubernde Jeannie") mit Barbara Eden als Flaschengeist:in Flaschengeisternde.


1988/1989
Carlo steigt - zusammen mit "Steno" - wieder ins Fernsehgeschäft ein.
Nachdem der italienische Verfassungsgerichtshof bereits 1976 das staatliche Fernsehmonopol aufgehoben hat (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr), graben private Sender den Kinos zunehmend das Wasser ab.
In der Serie "Big Man [Anruf genügt]" spielt Carlo in sechs Folgen den "Professore" Jack Clementi.


Der Untertitel auf dem Plakat oben rechts meint den Preis für eine Unze Feingold: 395 US$. Bis 1971, als US-Präsident Richard Nixon den Vertrag von Bretton Woods aufkündigte, hatte der Preis 35 US$/oz betragen. (Genauer gesagt umgekehrt: Die USA hatten sich verpflichtet, für je 35 Papierdollar eine Unze Feingold heraus zu geben - was sie längst nicht mehr konnten. Nach der Vertragskündigung schoß der Goldpreis in die Höhe, d.h. der US$ verlor dramatisch an Wert. Die USA zwangen jedoch die Öl exportierenden Staaten, ihr Rohöl nur noch gegen US$ zu verkaufen und stabilisierten diesen dadurch wieder halbwegs - der Volksmund sprach nun vom "Petrodollar".) 395 US$/oz schien Ende der 1980er Jahre ein abenteuerlich hoher Preis zu sein.

[Karikatur von Ben Garrison, m.f.G.]

Doch nun, da Dikigoros diesen Nachtrag schreibt, die USA es sich mit fast allen Erdöl produzierenden Ländern verdorben haben und selbst diejenigen, mit denen sie noch über einigermaßen intakte Beziehungen verfügen, ihr Öl auch gegen andere Währungen verkaufen, nähert sich der kontinuierlich steigende Preis der Marke von 5,000 [fünftausend] US$/oz, und die Regierungen nicht nur der USA, sondern fast aller Staaten des so genannten "Wertewestens" erwägen ernsthaft, ob sie nicht dem leuchtenden Vorbild des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt folgen sollten, der den Privatbesitz von Gold verbot und alle Untertanen unter Androhung drakonischer Strafen zwang, ihr Gold gegen lächerlich geringe Beträge an Papiergeld beim Staat abzuliefern. Die Voraussetzungen dafür sind durch Registrierungspflicht beim An- und Verkauf bereits seit Jahren geschaffen. Und wer so dumm ist, sein fysisches Gold etwa in einem Bankschließfach zu lagern... Aber Dikigoros will nicht allzu weit vom Thema abschweifen; er will nur noch betonen, daß die Steuern auf Dividenden seiner Goldminenaktien stets ordnungsgemäß gezahlt werden - die ersteren zieht ihm die Bank nämlich schon vor Gutschrift der letzteren ab. Ach, noch etwas: Als Roosevelt - bereits ein Menschenalter vor Trump - auf die goldige glorreiche Idee kam, Grønland zu besetzen befreien, konfiszierte befreite er die Eisbären Eskimos von den alten dänischen Goldmünzen und ließ dafür neue aus goldfarbenem Messingblech prägen:


Und um auch das noch nachzutragen: Zur selben Zeit ließ die dänische Regierung Papierscheine drucken, auf denen in goldfarbenen Lettern die goldenen Worte zu lesen waren, daß die Nationalbank jene Lappen bei Vorlge in Gold einlösen würde.


Die beiden krummen Hunde, die jenes Versprechen - das nie gehalten werden sollte - unterschrieben hatten, wurden nach dem Krieg nicht etwa hingerichtet - wie viele der armen Schweine, die auf die Werbung ihrer Regierung für den Kampf gegen den Bolschewismus herein gefallen waren -, sondern sie blieben in Amt und Würden. Und besagtes Menschenalter später wußten die Dänen nicht mehr, gegen wen sie sich bzw. die Eisbären von Grønland eigentlich verteidigen sollten. (Mußten sie auch nicht, denn sie hatten gerade all ihre Waffen an das Kijiwer Regime verschenkt und standen so oder so blank da :-)

1990-93
In der Serie "Detective Extralarge [Zwei Supertypen in Miami]" spielt Carlo in 12 Folgen den "extradicken" Jack Costello.


1994
Mario Girotti - inzwischen zum Regisseur und [Co-]Produzenten aufgestiegen, aber noch immer auch als Schauspieler aktiv - holt Carlo zurück vor die Kinofilm-Kamera. Sie spielen die beiden Hauptrollen in "Botte di Natale [The Fight Before Christmas/Die Troublemaker]". Der kommerzielle Erfolg hält sich jedoch in Grenzen. (Auch und vor allem in der BRDDR - wo offenbar noch nicht jeder Kinogänger Germenglish versteht :-)


Der italienische Originaltitel ist natürlich eine Anpielung auf "Notte di Natale" [Weihnacht] - der englische Titel drückt das wiederum ziemlich genau aus, einschließlich des Wortspiels ("Fight" statt "Night").

1997/1998
Carlo spielt in drei weiteren Filmen mit, deren kommerzieller Erfolg ähnlich enttäuschend ist. (Wer will schon noch einen alten weißen Mann sehen, der sich nicht mal mehr ordentlich prügelt?!?)

2000-2009
Nach drei weiteren mehr oder weniger erfolglosen Comeback-Versuchen - allesamt außerhalb Italiens unternommen - hängt Carlo seine Kinokarriere an den Nagel und kehrt zum Fernsehen zurück.

[Hijos del viento] [Söhne des Windes] [Singin behind screens] [Cantando dietro i paraventi auf Siamesisch] Mord ist mein Geschäft, Liebling]

Der erste Film - "Hijos del viento [Söhne des Windes]" - ist ein völliger Flop. Anno 2000 haben die Spanier die Nase gestrichen voll von verlogenen Pseudo-Dokumentationen über die Eroberung Mexikos durch Cortés & Co. (Wie es wirklich war schreibt Dikigoros an anderer Stelle.) Als vier Jahre später eine deutsch synchronisierte Fassung hergestellt wird, kommt diese nicht mal mehr in die Kinos, sondern nur noch auf den DVD-Markt. Erst 2019 erbarmt sich auch ein privater Fernsehsender, den Streifen auszustrahlen. Und die einzige Internet-Plattform, auf der das Original kostenlos zu sehen ist, verzeichnet nach fünf Jahren noch immer nur eine zweistellige Zugriffszahl (nicht pro Tag, sondern insgesamt :-(
Dikigoros erinnert noch den geradezu rührenden Versuch des Berliner Tagesspiegels, den zweiten Film - "Singing behind screens" (wieder mal ein schlampig gemachtes Kinoplakat, auf dem das Plural-s fehlt) -, der auf der 54. Berlinale Premiere hatte, zu seinem besten, ja "ersten wichtigen" hoch zu jubeln. Doch der in Frankreich und England mit überwiegend japanischen Schauspieler[inne]n auf Englisch gedrehte "Italo-Eastern" - die abstruse Geschichte einer chinesischen Piratenanführerin im 18. Jahrhundert - wurde zwar mit einem Dutzend mehr oder weniger wertloser Filmpreise überschüttet, aber der kommerziellen Erfolg blieb aus. Wo hätte er den auch haben sollen? In China wurde er nicht gezeigt, eine deutsche Fassung wurde nicht hergestellt; und der Kinomarkt in Thailand war halt nicht so ergiebig wie er es anderswo gewesen wäre.
In seinem letzten Kinofilm - der Kriminalkomödie "Mord ist mein Geschäft, Liebling" -, spielt er (wiederum entgegen dem, was das Bild oben rechts suggeriert) nur eine kleine, wenngleich nicht ganz unwichtige Nebenrolle. Zu den vielen alten Schlagern, die dort verwurstet werden, zählt auch "The man who plays the mandolino" von Dean Martin (für alle, die sich den albernen Streifen nicht in voller Länge antun wollen: bei 11:59), eine Coverversion von "Guaglione" [napolitanisch für "Straßenjunge"], womit Aurelio Fierro 1956 das Festival von Neapel gewonnen hatte (die deutsche Fassung sang Udo Jürgens), und das so erfolgreich war, daß es 1957 zur Titelmusik des gleichnamigen Films gemacht wurde, in dem der damals 17-jährige Mario Girotti seine letzte kleine Nebenrolle als Noch-nicht-Erwachsener spielte. (Das dürfte jedoch nur ein kurioser Zufall sein :-)

2010
In zehn Folgen seiner letzten TV-Serie - "I delitti del cuoco [Recipe for Crime/Ein Koch für alle Fälle]" - spielt er den bösen Koch "Carlo Banci" (eine Rolle, die man ihm ohne weiteres abnimmt :-).


2011/2012
Carlo veröffentlicht seine Memoiren in zwei Bänden. Für den ersten wählt er den vom Plural in den Singular versetzten Titel eines seiner bekanntesten Kinofilme: "... altrimenti mi arrabbio" [sonst werde ich böse], für den zweiten - der zuerst in Deutschland erscheint - "In 80 Jahren um die Welt [Il giro del mondo in 80 anni]" (frei nach Jules Verne :-).


Wer hätte ihm den ersteren Titel mit dem pomadigen Foto auf dem italienischen Buchcover ganz links abkaufen sollen? Das schrie doch förmlich nach einem neuen Einband!

2014
Carlo veröffentlicht "Mangio ergo sum" [dts.: "Ich esse, also bin ich"].

[Taschenbuchausgabe]

(Auf den Vorhalt einer Reporterin, daß dies doch eine ziemlich ketzerische Verdrehung des alten Spruchs "Cogito ergo sum" [Ich denke, also bin ich] sei, antwortet er - der inzwischen mehr als drei Zentner wiegt: "Ganz im Gegenteil. Der Mensch ist, was er ißt, nicht was er denkt. Und ohne Essen kann er überhaupt nicht sein oder denken!" :-)

2015
März: Der Stadtrat von Napoli entblödet sich nicht beehrt sich, Carlo die Ehrenbürgerwürde zu verleihen - die bekanntlich mit dem Tode des Trägers erlischt; es ist also abzusehen, daß man nicht mehr allzu viel an Eintrittsgeldern für städtische Museen und Schwimmbäder oder Fahrkarten für städtische Busse und Straßenbahnen verlieren wird - zumal Carlo ja längst in Rom lebt.

2016
Carlo veröffentlicht sein letztes Buch: "Del resto..." [dts.: "Was ich euch noch sagen wollte..."].


Kurz vor Toreschluß erscheint auch Carlos letztes Musik-Album, das - durchaus passend - den selbstironischen Titel "Futtetenne" trägt.
(Laut GEMA-Eintrag hat er das napolitanische Titellied selber komponiert und getextet. Französische Muttersprachler erkennen unschwer den Ausdruck: "Fous l' camp [Mach dich vom Acker]" wieder, englische etwas weniger unschwer "Fuck off". Der entsprechende deutsche Ausdruck lautet: "Verpiß dich!" :-)
Man achte auf seine - bereits vom Tode gezeichneten - Unterschriften, vor allem die auf der Rückseite als "Carlo Pedersoli"; er hat darauf verzichtet, sie durch "jüngere" zu ersetzen, wie das Andere tun.


27. Juni: Carlo Pedersoli alias "Bud Spencer" stirbt in Rom. Die Grabrede hält Mario Girotti alias "Terence Hill".


2018
Posthum werden Carlos Memoiren für Lesefaule noch einmal als Hörbuch veröffentlicht unter dem leicht abgewandelten Titel eines anderen seiner Erfolgsfilme: "Mi chiamavano Bud".


2020
Carlos Tochter Cristiana veröffentlicht "Bud - un gigante per papà" [Bud - einen Riesen zum Papa].


*Angehörige von Dikigoros' Generation kennen wahrscheinlich - wenigstens dem Namen nach - Carlos Vetter Giacinto Facchetti. Der langjährige Kapitän - und kurzzeitige Präsident - des FC Inter Mailand und der italienischen Fußball-Nationalmannschaft ("Squadra azzurra") [...] Über die traurige Geschichte von "Inter" nach Facchettis Tod schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.

**Deutschsprachige Biografen - denen die langjährige Moderatorin der Deutschlandfunk-Sendungen für italienische Gastarbeiter offenbar unbekannt ist - schreiben statt dessen gerne, daß er für "Rita Pavone" komponiert habe, wohl weil das die einzige italienische Sängerin ist, die sie kennen, so wie Adriano Celentano der einzige ihnen bekannte italienische Sänger ist. (Caterina Valente, als Tochter spanischer Immigranten in Paris geboren, war französische - und später durch Heirat auch deutsche - Staatsbürgerin, und Vico Torriani Schweizer.) Aber Dikigoros hat das Repertoire der jüdischen Wahlschweizerin und Deutschenhasserin durchgesehen: Der Name Pedersoli taucht dort kein einziges Mal auf.

***Angeblich Nach eigenem Bekunden wählte Carlo jenen neuen Vornamen nach seiner bevorzugten Biermarke.

Er hatte das Glück, nicht mehr mitzuerleben, wie aus jenem "Getränk für harte Männer" unter neuem - jüdischen - Management eine Marke wurde, zu deren Bewerbung die Firma bevorzugt TTT - Tunten, Transen und Tittenlose - einsetzte und dadurch einen Verbraucherboykott auslöste, der sie an den Rand des Ruins brachte. (Wer es diesseits des Atlantiks nicht mitbekommen haben sollte, google unter "Mulvaney" oder unter "Conservative Political Action Conference".) Wer weiß, vielleicht hat er sich schon im Grabe umgedreht und einen neuen Künstlernamen im Jenseits angenommen? Er stand nämlich politisch ziemlich weit "rechts", hatte sogar einmal (2005) bei einer Regionalwahl für "Forza Italia" kandidiert - allerdings ohne Erfolg, da Berlusconis Partei überraschend schlecht abschnitt, so daß sein Listenplatz nicht für ein Mandat ausreichte.

****Dikigoros hat oben bewußt das magyarische Kinoplakat abgebildet - nicht nur, weil der Filmtitel dort korrekt (mit den Stiefeln im Plural) übersetzt ist, sondern auch, weil "Bud Spencer" und seine Filme in Ungarn so populär waren und sind wie in kaum einem anderen Land. (Seine Bücher erschienen nicht nur auf Italienisch, Englisch und Deutsch, sondern auch auf Ungarisch.) 2017 wurde ihm in Budapest ein überlebensgroßes Denkmal auf den Namen "Carlo Pedersoli" errichtet. (Er ging also nicht nur nach Westen, sondern auch nach Osten :-)

Für Neugierige: Der schlecht leserliche Satz unter dem Namenszug ist ein Zitat aus Girottis Grabrede im Jahr zuvor. Auf Deutsch: "Wir haben uns nie gestritten." (Nur im Film - als "Krokodil" und "Nilpferd" :-)

*****Über den Erfolg jener anspruchslos-primitiven Klamauk-Filme - wohlgemerkt nicht beim durch Zwangsgebühren finanzierten Staatsfernsehen, sondern auf dem "freien Markt", in Kinos und Videotheken - haben sich viele Psychologen und andere kluge Leute den Kopf zerbrochen. Darf Dikigoros - der jene Zeit ja auch miterlebt hat - ganz laienhaft seinen Senf dazu geben? Bittesehr:
Die 1970er Jahre waren eine Zeit, in der es den Leuten noch viel zu gut ging - jedenfalls im Westen. (Da hatte Franz-Josef Strauß - von dem dieser Satz stammt - gar nicht so Unrecht.) Nirgendwo längere Kriege (außer in Vietnam, aber das war j.w.d. weit weg, irgendwo im Osten - viele Zeitgenossen hätten es kaum auf der Landkarte gefunden), nicht mal ernsthafte Krawalle oder "Studenten-Unruhen" auf den Straßen. Kurzum, man konnte damals fast gefahrlos um die ganze Welt reisen. Wen wundert es da, daß die Leute ihren Aggressionstrieb anderweitig befriedigten, sozusagen passiv, daß es zur beliebtesten Sportart für erwachsene Zuschauer wurde, wenn zwei Bimbos einander in die Fresse schlugen, daß Kinder am liebsten Comics von Uderzo lasen, in denen sich Astérix und Obélix durch die Weltgeschichte prügelten, und daß Jung und Alt am liebsten Filme sahen, in denen "Bud Spencer" und "Terence Hill" ein Gleiches taten?!?
Vielleicht war das ja auch gut so: Besser Gewalt im Boxring, im Comic und im Kino als "draußen", im echten Leben in real life, wie heute, da einem die staatlich lizensierten Lügen- Qualitäts-Medien mit [un]schöner Regelmäßigkeit Mord und Totschlag in großem Stil vorführen, sei es in der Tagesschau oder sonstwo. (Ausgenommen der von Millionen Rapefugees Migranten unserer lieben "Flüchtis" verursachte Bürgerkrieg, versteht sich - der wird von Staats wegen eisern totgeschwiegen.) Wer keine echten Probleme hat, thematisiert halt irgendwelche Banalitäten, wie den Tierschutz in Rhodesien (der Völkermord an den weißen Menschen unter dem Terror-Regime des DrecksäckerWeizsäcker-Freundes Robert Mugabe - mit tatkräftiger Beihilfe der britischen Premierministerin Margaret Thatcher und des UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim - hatte noch nicht begonnen), dem Aufspüren des letzten japanischen Weltkriegssoldaten auf einem einsamen Inselchen, wo sich zufällig auch der sagenhafte Schatz des Generals Yamashita befindet (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr - ebenfalls in einer Fußnote) oder den Kampf eines tapferen kleinen Bananenpflanzers gegen die übermächtige Bananen-Industrie in Mittelamerika.
1979 ging diese schöne Zeit des beinahe weltweiten Friedens zuende mit der Machtergreifung der Ayatullahs im Irân und dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afģānistān - womit u.a. die Lieblingsroute der reisefreudigen Hippopotami Hippos "Hippies" von Europa nach Indien - und darüber hinaus nach Hinterindien und Südostasien - de facto gesperrt wurde. Entsprechend änderten sich auch die Befindlichkeiten im "Kulturbetrieb". Wenn Dikigoros oben geschrieben hat, daß die deutsche Fassung von Carlos erstem "Spaghetti"-Western später einen neuen Titel und ein neues Kinoplakat bekam, so ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich wurden seit den 1980er Jahren fast alle - nicht nur die deutschsprachigen - Fassungen seiner Filme****** radikal umgearbeitet, mit z.T. völlig neuen, auf lustig-harmlos getrimmten Texten, unter Herausschneiden der brutalsten Prügel-Szenen. (Von einigen bleiben einem mehr die Freßorgien in Erinnerung als die Schlägereien :-) Dikigoros hat sich bemüht, die alten Originalfassungen zu verlinken - leider hat er sie nicht immer gefunden - nicht mal in Rußland -; offenbar sind sie allgemein der Internet-Zensur zum Opfer gefallen. Er bleibt aber "am Ball" und wird sie, wenn er doch noch welche finden sollte, nachtragen. Er ist auch für jeden Hinweis auf solche per E-mail dankbar.

******Nur seiner Filme? Nein, dann wäre Dikigoros' These über die Ursachen kaum haltbar. Es war vielmehr ein Zug der Zeit. Erinnert sich noch jemand an die britische Fernsehreihe "The Persuaders"? Sie wurde Anfang der 1970er Jahre gedreht, mit dem Ex-Heiligen ("The Saint") Roger Moore alias "Simon Templar" und dem Zerstreuungsjuden******* (und erklärten Deutschenhasser) Bernie Schwartz alias "Tony Curtis" in den Hauptrollen. Wie "Bud Spencer" und "Terence Hill" schlugen sie sich durch die bisweilen recht zähe Handlung, wenngleich weniger klamaukig und entgegen dem Titel oft wenig überzeugend. Auch dem deutschen Staatsfernsehsender ZDF wurde die Serie angedreht verkauft, aber sie kam beim Publikum nicht so recht an und wurde nach gut der Hälfte der Folgen abgesetzt. Doch in den 1980er Jahren kam jemand auf die Idee, den ganzen Mist um die dümmlichsten Szenen zu kürzen und neu zu synchronisieren, ebenfalls auf lustig-harmlos getrimmt, so daß die Zuschauer etwas zu lachen hatten; und in den 1990er Jahren stieg dann auch das Privatfernsehen ein und strahlte alle Folgen mit mehr oder weniger klugen Sprüchen noch einmal aus. Was wäre dagegen zu sagen? An sich nichts, wenn nicht zur selben Zeit die weniger lustigen Ereignisse in real life statt gefunden hätten, nicht nur in Form von auswärtigen Kriegen (auch in Europa, auf dem Balkan!), sondern auch von inneren Gefahren - man (und vor allem frau) konnte sich abends kaum noch auf die Straße wagen. Aber darauf will Dikigoros an dieser Stelle nicht weiter eingehen, sondern nur noch seine persönliche Meinung zum besten geben, daß ein guter Film nicht allein vom Dialog leben kann - sonst täte es ja ein Hörspiel -, sondern auch eine halbwegs gescheite Handlung haben muß; und daran hapert es - nicht nur in Italien, Großbritannien und Deutschland, sondern weltweit - schon seit langem ganz gewaltig.

*******Dies ist Dikigoros' eigene Wortschöpfung, die er für besser hält als den üblichen Ausdruck "jüdische Diaspora". Er bezeichnet damit diejenigen Angehörigen des "auserwählten Volkes", die es als ihre Berufung ansehen, sich als Schmarotzer über alle anderen Völker der Welt zu "zerstreuen" - mit der verlogenen Begründung, von diesen dazu gezwungen worden zu sein -, um sich ihnen wie Läuse in den Pelz zu setzen und sie auszusaugen. Sie sind Todfeinde der "Zionisten", die es - angeregt von einigen osteuropäischen Juden, vor allem dem aus Österreich-Ungarn stammenden Benjamin Theodor Herzl und seiner Schrift "Der Judenstaat" - unternommen haben, sich im Land ihrer Vorfahren ("Erez Israel", "Zion") mit ihrer Hände Arbeit eine neue Heimstätte zu schaffen und aus den Wüsten, die arabische Eroberer im Laufe der Jahrhunderte geschaffen haben, wieder blühende Gärten zu machen. Dieses Unterfangen ist den "Zerstreuten" ein Dorn im Auge, da es ihre eigene Existenzberechtigung in Frage stellt. Ihr sehnlichster Wunsch ist die Zerstörung des Staates Israel und die Ausrottung der "Zionisten", weshalb sie stets auf der Seite seiner arabischen und sonstigen muslimischen Feinde stehen.

[Jüdische Volksverräter in New York City - Abschaum der Untermenschheit]


weiter zu Toni Sailer

zurück zu Sportler des 20. Jahrhunderts

heim zu Von der Wiege bis zur Bahre