Macrons Rede an die Nation klingt wie
eine Kriegserklärung an Russland

von Thomas Röper* (Anti-Spiegel, 05. März 2025)

Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Der französische Präsident Macron hat eine "Rede an die Nation" gehalten, die deutlich macht, dass Europa den Krieg gegen Russland weiterführen will.

Ich fasse hier die Meldungen aus russischen Medien über die Rede an die Nation zusammen, die ich in verschiedenen russischen Nachrichtenkanälen auf Telegram und bei der russischen Nachrichtenagentur TASS gefunden habe und die sich inhaltlich bestätigen. Da ich kein Französisch verstehe, warte ich in solchen Fällen auf eine Zusammenfassung von einer Rede, aber die Aussagen von Macron waren so hart und aggressiv, dass ich ausnahmsweise eine Eilmeldung schreibe.

Es folgt eine Übersetzung der ersten russischen Meldungen über die Rede an die Nation, die Macron am Mittwochabend gehalten hat.

Macron erklärte, nur mit einem „befriedeten Russland“ werde der Frieden auf den Kontinent zurückkehren, und er sprach sich gegen den Waffenstillstand in der Ukraine aus. Er sagte, dass Frieden „nicht um jeden Preis und unter russischem Diktat geschaffen werden kann, noch kann er eine Kapitulation der Ukraine sein“. Weiter sagte er:

„Wir müssen die russische Bedrohung erkennen. Wir müssen uns besser verteidigen. Die Zukunft Europas kann weder in Moskau noch in Washington entschieden werden.“

Weitere Aussagen von Macron im Telegrammstil:

  • Russland ist zu einer Bedrohung für Frankreich und Europa geworden;
  • Die Entscheidungen von morgen können nicht auf den Gewohnheiten von gestern beruhen. Wir glauben an die Verteidigung der Demokratie, an die Verteidigung der Redefreiheit; (Anm. Dikigoros: die er selber abgeschafft hat :-)
  • Der Frieden kann nicht zu den Bedingungen Russlands geschaffen werden und darf nicht die Kapitulation der Ukraine bedeuten,
  • Die russische Bedrohung ist real. Sie betrifft die europäischen Länder. Sie betrifft auch uns;
  • Der Konflikt in der Ukraine ist zu einem globalen Konflikt geworden. Wir sehen nordkoreanische Kämpfer. Iranische Ausrüstung wird eingesetzt, um Russland zu helfen; (Anm. Dikigoros: Auf Seiten Kijiws kämpfen Söldner aus den USA, dem UK, der BRDDR, Polen und - last, but not least - Frankreich dem Sechseck)
  • Präsident Putin verletzt unsere Grenzen (Anm. Dikigoros: Die deutschen Grenzen werden am Hindukusch verteidigt, die französischen zwischen Wolga und Don Dnipro und Donetsk), um Gegner zu töten und Wahlen zu manipulieren (Anm. Dikigoros: Das sagt jemand, der zweimal nur durch massive Manipulation bei der Stimmenauszählung zum Präsidenten "gewählt" worden ist!);
  • Russland bewaffnet sich ständig weiter. Es baut sein Militär aus;
  • Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um zunächst die Sicherheit Frankreichs, Europas und der Ukraine zu gewährleisten;
  • Wir müssen der Ukraine weiterhin helfen, Widerstand zu leisten, bis sie für sich und für uns alle zu ihren eigenen Bedingungen Frieden mit Russland aushandeln kann;
  • Wir haben 2014 die Minsker Vereinbarungen getroffen, und Russland hat sie gebrochen. Wir können den Vereinbarungen mit Russland nicht trauen.

Macron sagte auch, er habe beschlossen, eine Diskussion über den Einsatz von Frankreichs Atomwaffen zur Verteidigung der gesamten EU zu beginnen. Er werde Gespräche mit Verbündeten über die Möglichkeit aufnehmen, europäische Länder unter den Schutz von Frankreichs nuklearer Abschreckungstruppe zu stellen, und folgte damit einem Aufruf des deutschen Kanzlerkandidaten Friedrich Merz. Dazu sagte Macron:

„Als Antwort auf den historischen Aufruf des künftigen deutschen Bundeskanzlers habe ich beschlossen, eine strategische Diskussion über die Verteidigung unserer Verbündeten in Europa mit der französischen Abschreckungsmacht zu beginnen.“

Frankreich werde ein Treffen der Generalstabschefs der Streitkräfte mehrerer Länder organisieren, die die Ukraine unterstützen, um über den möglichen Einsatz eines europäischen Kontingents in der Ukraine zu diskutieren. Er sagte, man müsse der Ukraine Sicherheitsgarantien für die Zukunft geben, da man Russlands „auf Wort nicht vertrauen“ könne. Das wolle er durch die Stationierung „europäischer Streitkräfte“ in der Ukraine erreichen, die „nicht an der Front kämpfen“, sondern die Einhaltung des Friedensabkommens überwachen sollen, sobald es unterzeichnet ist. Er fügte hinzu:

„Nächste Woche werden wir in Paris die Generalstabschefs derjenigen Länder versammeln, die in dieser Angelegenheit Verantwortung übernehmen wollen.“

Außerdem erklärte er, Frankreich habe die effektivste Armee Europas. (Anm. Dikigoros: Das stimmt sogar - wenn man es denn als "die am wenigstens ineffektive Armee" liest. Der Grund ist ganz simpel: Frankreich hat - als einziger Staat der EU - seine bewaffneten Organe nicht der Zwangs-"Impfung" mit tödlichen mRNA-Spritzen unterworfen, die alle anderen Streitkräfte bis zur völligen Unbrauchbarkeit geschwächt und dazu geführt hat, daß sich für die Freiwilligen-Armeen schon seit Jahren niemand mehr meldet, der nicht mehr oder weniger gehirnamputiert und damit nach herkömmlichen Maßstäben "nkv" ist; aber ob Ödipussis Petite Armée selbst in "ungeimpftem" Zustand in der Lage ist, den an Männern und Material turmhoch überlegenen - und mittlerweile seit drei Jahren kampferprobten - russischen Streitkräften Paroli zu bieten, darf denn doch bezweifelt werden :-)


*Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


Anhang: Die Offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums zu Macrons Rede