Israel - der Frontstaat des Westens

von Vera Lengsfeld (Die Achse des Guten, 16.08.2025)

Bilder, Anmerkungen und Links: Nikolas Dikigoros

Falls Israel als Frontstaat des Westens fallen sollte, bliebe ihm nur der Rückzug in eine immer kleiner werdende Wagenburg. Die Flammenschrift an der Wand ist überdeutlich.

Nach der verheerenden Entscheidung von Noch-Bundeskanzler Merz, ohne Einverständnis seiner Partei und vor allem der Bundestagsfraktion die deutschen Waffenlieferungen nach Israel zu stoppen, habe ich das Bedürfnis, noch einmal klarzumachen, worum es im Gaza-Krieg jenseits der Hamas-Propaganda geht. In diesem Krieg wird von Israel die westliche Zivilisation gegen die zur Barbarei verkommene Kultur des Islamismus verteidigt. Der Existenzkampf Israels geht dem Existenzkampf des Westens voraus. Nur: Der Westen, vor allem seine Politiker und die meinungsmachenden Medien, haben dies immer noch nicht begriffen. Diese These wird seit 2024 im Buch von Chaim Noll und Heinz Theißen "Verteidigung der Zivilisation - Israel und Europa in der islamistischen Bedrohung" vertreten und belegt.

Als Samuel Huntington in den 1990er Jahren den Zusammenprall der Kulturen "als Übergang zum Kulturkrieg" beschwor, setzte er noch voraus, dass sich der Westen diesem Kampf auch stellen würde. Israel tat es, der Westen nicht. "Heute droht Europa weniger ein Clash mit seinen von innen operierenden Zerstörern als eine freiwillige Selbstauflösung."

Dies sind die Folgen einer verhängnisvollen indirekten Allianz von Islamisten und westlichen Linken (Anm. Dikigoros: und Zerstreuungsjuden*), die immer den Kapitalismus und seine positiven Folgen für die Bevölkerung bekämpft haben und nach dem Untergang des Kommunismus im Islamismus einen Verbündeten sehen. "Drei Jahrzehnte nach Huntington stehen wir vor einem längst globalisierten Krieg von Islamisten, der neben dem Westen auch Staaten wie Russland und China und zugleich die säkularen Akteure in der islamischen Welt bedroht." Der islamistische religiöse Fundamentalismus kämpft weltweit gegen die Ausdifferenzierung der modernen Zivilisation an.

Der gesamte Nahe Osten inmitten heftiger Kulturkämpfe

Die westliche Politik scheint aber immer noch im Irrtum von Zbigniew Brzezinski, dem Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter, befangen zu sein, der behauptete, es gebe keinen globalen Islamismus und damit keine Notwendigkeit, eine Politik gegen ihn zu entwickeln. Allerdings hatte Brzezinski am Entstehen dieses globalen Islamismus mitgewirkt, indem er im Afghanistan-Krieg die Taliban gegen die Sowjetunion unterstützte und aus einer Regionalmacht zum Global Player machte.

Bis heute hat die westliche Politik nicht realisiert, dass sich der gesamte Nahe Osten inmitten heftiger Kulturkämpfe befindet, "nicht nur zwischen Muslimen und Juden, sondern auch im konfessionellen Rahmen zwischen Sunniten und Schiiten, zudem in ethnischen Kategorien, etwa zwischen Türken und Kurden."

Am 7. Oktober 2023 hat die Hamas der Welt unmissverständlich demonstriert, was Juden zu erwarten haben, die den jüdischen Staat verteidigen: Verstümmelung, Vergewaltigung, Verbrennung.

Wobei die Staatsgründung Israels gemäß dem UN-Teilungsplan von 1947 aus georeligiösen Gründen immer umkämpft war. "Es beginnt damit, dass man die Existenz der modernen arabischen Nationalstaaten im Nahen Osten - Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Irak, Syrien und Libanon - für selbstverständlich und natürlich hält, während man Israel bestenfalls ein ominöses 'Existenzrecht' zugesteht, mit dem Zusatz, dass es nach wie vor umstritten sei. Dabei sind alle diese Staaten etwa im gleichen Zeitraum entstanden, und wie es vor 1920 keinen neuzeitlichen jüdischen Staat gab, so gab es auch keinen einzigen arabischen."

Latenter Antisemitismus der westlichen Linken

Auf den ersten Blick erscheint der Kampf Israels gegen den Islamismus wie der Kampf Davids gegen Goliath. Weltweit stehen den 16,8 Millionen Juden knapp zwei Milliarden Muslime gegenüber. Aber diese Muslime sind zerstritten. Stark macht sie nur die Schwäche des Westens. In Israel sind die elementaren Strukturen, auf die es in Krisen- und Kriegszeiten ankommt, vor allem die der Familie und der Nation, noch intakt, während sie in den westlichen Ländern durch die Linke immer mehr aufgelöst werden.

Auf den Westen und seine angeblichen Werte ist kein Verlass mehr. Merz hat demonstriert, dass auch die deutsche Staatsräson, Israel mit allen Mitteln zu unterstützen, zur Disposition steht, wenn der Noch-Kanzler meint, damit das Wohlwollen seines Koalitionspartners absichern zu können. Die hastig nachgeschobene Erklärung, mit dem Waffenlieferungs-Stopp wäre das grundsätzliche Verhältnis zu Israel nicht berührt, glauben höchstens er selbst und seine Paladine.

Das Abrücken von Israel findet den Beifall der SPD und Grünen, die bald mehr von Merz verlangen werden. Dass sie damit demonstrieren, auf die asymmetrische Kriegsführung der Hamas durch Desinformationspropaganda hereingefallen zu sein, schert sie nicht. Die Hamas hat nicht nur den Krieg der Bilder gewonnen, sie hat den latenten Antisemitismus der westlichen Linken sichtbar gemacht, der sich jetzt in Resolutionen von "Kulturschaffenden" und auf den Straßen Europas austobt.

Die Flammenschrift an der Wand ist überdeutlich. Der Westen sollte sie endlich zur Kenntnis nehmen.


Vera Lengsfeld, geb. 1952 in Thüringen, war Bürgerrechtlerin und Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. 1990-2005 war sie Mitglied des Bundestags, zunächst bis 1996 für Bündnis 90/Die Grünen, ab 1996 für die CDU. Seitdem betätigt sie sich als freischaffende Autorin. 2008 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. (Anm. Dikigoros: auf Betreiben ihrer Busenfreundin Sarah Dorothea Sauer, geb. Kasner - welch eine Ehre!)


*Dies ist Dikigoros' eigene Wortschöpfung. Er übersetzt damit das, was andere (z.B. H.-J. Gille im 1. Leserbrief, s.u.) auf Griechisch als "Diaspora-Judentum" bezeichnen, nämlich diejenigen Angehörigen des "auserwählten Volkes", die es als ihre Berufung ansehen, sich als Schmarotzer über alle anderen Völker der Welt zu "zerstreuen" - mit der verlogenen Begründung, von diesen dazu gezwungen worden zu sein -, um sich ihnen wie Läuse in den Pelz zu setzen und sie auszusaugen. Sie sind die Todfeinde der "Zionisten", die es - angeregt von einigen osteuropäischen Juden, vor allem dem aus Österreich-Ungarn stammenden Benjamin Theodor Herzl und seiner Schrift "Der Judenstaat" - unternommen haben, sich im Land ihrer Vorfahren ("Erez Israel", "Zion") mit ihrer Hände Arbeit eine neue Heimstätte zu schaffen und aus den Wüsten, die arabische Eroberer im Laufe der Jahrhunderte geschaffen haben, wieder blühende Gärten zu machen. Dieses Unterfangen ist den "Zerstreuten" ein Dorn im Auge, da es ihre eigene Existenzberechtigung in Frage stellt. Ihr sehnlichster Wunsch ist die Zerstörung des Staates Israel und die Ausrottung der "Zionisten", weshalb sie stets auf der Seite seiner arabischen und sonstigen muslimischen Feinde stehen.

[Jüdische Volksverräter in New York City]


LESERPOST

(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros, aber ausnahmsweise nicht kommentiert, woraus seine Leser keine falschen Schlüsse ziehen mögen. Er teilt durchaus nicht alle Ansichten von H.-J. G., K.-H. B. und I.G.!)

Hans-Joachim Gille (16.08.2025)
[...] Auch Herr Noll [...] hat nicht immer Recht. Die Denkfehler liegen in der eigenen Geschichte, die das (für alle anderen) paradoxe Verhältnis zwischen einstigen Zionisten (heute Israelis) & dem Diaspora-Judentum begründen. Aus David Goodharts (selbst Jude) Anywheres wurden in Israel Somewheres mit den dazu gehörenden Konflikten. Systemisch ist Israel nationalistischen Staaten näher als dem Westen. Auch der jetzige Krieg ist dem letzten Weltkrieg näher, als vielen lieb ist, wenn man diesen Weltkrieg nicht aus der westlichen Propaganda-Brille liest. Glauben Sie ernsthaft, Chaim Noll hat verstanden, daß der Überlebenskampf Israels vor allem ein Kampf gegen das links-liberale Diaspora-Judentum (Lerner-Spectre) beschreibt, an dem die gesamte Linke im Westen hängt? Empfehle Ihnen das Gespräch auf Kubitscheks YouTube-Kanal zwischen Götz Kubitschek & Outdoor-Illner über den nach links gerutschten Maximilian Krah zu verfolgen & die 50 Minuten zu investieren. Auch wenn Outdoor-Illner in dieser Debatte nicht Seinen besten Tag erwischt hat, gibt es entscheidende Aussagen nicht nur für den Existenz-Kampf Deutschlands & des Westens, sondern auch für den Israels. Unter der gesichert linksradikalen Herrschaft im Westen (in Deutschland von Merz bis Gysi, in den USA die Dems), ist nicht nur der Ethnos (ethnische Identität) verboten, sondern vor allem die Ungleichheit. Das Verbot der Ungleichheit führt zur Masseninvasion Europas durch Muslime & der Verbindung zwischen Islam & Linken, für die Israel, als Prototyp eines rechten Nationalstaat-Models (Ethnokratie), der Dorn per se im linken Auge darstellt & weg muß [...]

Karl-Heinz Böhnke (16.08.2025)
Regierungen, die ihre Bürger mit Giftspritzen drangsalieren, verteidigen die Zivilisation nicht, sondern greifen sie an. Daß Israels Führung hier eifrigst voranging, läßt unaussprechbare Vermutungen aufkommen. Die Staatslenker verteidigen nur sich selbst und ihre Auftraggeber, und zwar koste es, was es wolle. Ob das Volk dabei zugrunde geht, interessiert nicht, das einzige, was zählt, ist, daß sie selbst dabei gut und besser wegkommen [...]

Ilona Grimm (16.08.2025)
Nackte Verzweiflung packt mich, wenn ich von „Islamisten“ und „Islamismus“ etc. lese. Nach Chaim Noll von gestern nun auch von Vera Lengsfeld heute. Meine Bitte an alle Skribenten aus dem „alternativen“ Spektrum: Lest doch endlich mal den Koran, den gesamten Koran. Und beachtet dabei erstens das Prinzip der Abrogation und zweitens taqiyya. Was taqiyya / muda'rat bedeutet, hat sich möglicherweise herumgesprochen. Abrogation bedeutet, dass „mildere“ Vorschriften (in Medina entstanden) durch strengere, brutalere, eindeutigere Vorschriften (in Mekka entstanden) ersetzt werden. Deshalb ist es hilfreich, zuerst zu ermitteln, wo welche Suren entstanden sind. Der Koran besteht aus 114 Suren mit insgesamt 6.236 Versen: 19 Suren mit 1.345 Versen „offenbart“ in Medina 610-621 n.Chr. | 95 Suren mit 4.891 Versen „offenbart“ in Mekka 622-632 n.Chr., wobei die Anzahl der Verse in den Suren von vier bis 228 variiert. Medina-Suren:→ 2, 3, 4, 5, 8, 9, 24, 33, 47, 48, 49, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 65, 66 || Aufschluss über die Chronologie oder Prioritätsfolge erlaubt die Nummerierung der Suren nicht Der Koran setzt sich zusammen aus den so genannten „Ur-Offenbarungen“, die Mohammed fast 600 Jahre nach den ältesten Schriften des Neuen Testaments (Briefe des Paulus) und mindestens 1.400 Jahre nach den ersten Schriften des Alten Testaments vom Erzengel Gabriel (Dschabril) erhalten haben will. [Sechs Jahrhunderte zuvor hatte der Erzengel Gabriel Maria angekündigt, dass sie den Erlöser Jesus Christus zur Welt bringen würde! Und durch den Engel Gabriel geschahen dem Islam zufolge auch die Offenbarungen an Mohammed, wodurch dieser sich mit Jesus Christus gleichsetzte.]
Zunächst – in Medina - war Mohammed wohl lediglich bestrebt, den verschiedenen arabischen Stämmen um ihn herum eine gemeinsame Identität zu vermitteln und ihnen auf diese Weise gegenüber Juden und Christen größere Bedeutung zu verleihen. Zwar hätte Mohammed die arabischen Stämme auch unter dem Christentum vereinigen können. Die christliche Lehre - von Schuld und Vergebung, Nächsten- und Feindesliebe, vom Gottessohn, der sich am Kreuz opfert zur Sühne aller menschlichen Schuld - schien Mohammed jedoch zu abwegig und zu unverständlich. Zudem versprach sie keinerlei weltliche Macht. Daher entschied sich Mohammed für ein eigenes politisches System, dem er Religionsinsignien verpasste, um sich als Religionsstifter und Prophet bestätigen zu lassen. Und dafür brauchte er göttliche Offenbarungen. [...] In Mekka konnte Mohammed nur wenige Menschen für seine neue Lehre beigeistern: Feindliche arabische Clans verlachten, bekämpften und verjagten ihn, und er floh nach Medina. Dort erweiterte Mohammed wegen der demütigenden Erfahrungen aus Mekka die Offenbarungen um den Faktor Gewalt, um unbegrenzte Macht erlangen und ausüben zu können. Ab da funktionierte seine religiös verbrämte Ideologie und Strategie: Von Medina aus führte Mohammed ab 622 mehr als 80 Kriege und Feldzüge, die den gewünschten - auch wirtschaftlichen - Erfolg für Mohammed und seine Unterstützer brachten. Dazu bediente sich Mohammed diverser in ganz Arabien gefürchteter Banden (Saa’alik, Wegelagerer, Gauner und Verstoßene), die in Kampfverbänden auftraten, Karawanen überfielen, Auftragsmorde begingen und Angst und Schrecken verbreiteten: Religionsverbreitung durch blutige Kriege, Folter, Terror, Willkür, sexuelle Gewalt, Unterdrückung und Entmenschlichung im Namen des fiktiven Allah.
Der Koran wird ergänzt durch rechtsverbindliche „Hadithe und „Tafsire“ und andere Schriften. Zehntausend (10.000) Hadithe sind als „echt“ klassifiziert, da deren Überlieferungskette als lückenlos anerkannt ist. Sinn und Logik oder Wahnwitz und Absurdität sind kein Kriterium. Stimmt die Überlieferungskette, muss der Muslim glauben, was der Hadith postuliert. Kostproben der Gewalt-Suren oder Hadithe erspare ich mir, denn die würden eh der Zensur zum Opfer fallen (was ich sogar verstehen würde). Vor zehn Jahren war es noch leichter, sich Informationen über den Islam aus vielen verschiedenen Quellen zu beschaffen. Heute sind die meisten, auf die ich einst problemlos zurückgreifen konnte, „irgendwo“ im Finsteren verschwunden und für den Normal-Nutzer des Internets nicht mehr greifbar. Vor rund 10 Jahren habe ich geschrieben, dass unsere Nachkommen uns dereinst fragen würden: „Warum habt ihr nichts getan?“ Heute stelle ich die Frage nicht mehr. Es ist längst zu spät, um „etwas“ zu tun.

Elias Hallmoser (16.08.2025)
Israel als "Frontstaat des Westens" zu bezeichnen, war Teil der aussenpolitischen Propaganda der UdSSR und der Staaten des Warschauer Pakts. Das wurde nur zu gern und begierig von islamisch/radikalislamisch beherrschten Staaten übernommen. Ebenso aber auch von Teilen der SPD, und zwar schon in den 1960ern. Das Ziel des Islams/Radikalislams war, ist und wird immer sein, eine theokratische Herrschaft über die ganze Welt zu errichten, egal, wie lange das dauert. Das wurde/wird in vielen nicht vom Islam/Radikalislam beherrschten Staaten noch nicht verstanden. Islam/Radikalislam sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.