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Nach dem Tod der Studiogründer übernahmen Roy E. Disney, ein Sohn von Roy Disney, Ron Miller, ein Schwiegersohn von Walt Disney, und Card Walker die Leitung der Firma. Sie erwiesen sich jedoch als unfähig, auf den veränderten Medienmarkt der siebziger Jahre zu reagieren. Zeichentrickfilme wie Robin Hood (Robin Hood • USA 1973) und Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei (The Rescuers • USA 1977) und Realfilme wie Das schwarze Loch (The Black Hole • USA 1979), Der Drachentöter (Dragonslayer • USA 1981) und Tron (Tron • USA 1982) liefen nur mit mäßigem Erfolg im Kino. Im Oktober 1982 wurde das EPCOT Center in Orlando eröffnet, eine Stadt der Zukunft, die noch von Walt Disney konzipiert worden war, aber immense Kosten verursachte. 1983 entstand der erste Disney-Themenpark außerhalb der USA in der Nähe von Tokio. Am 18. April 1983 ging der Disney Channel in den amerikanischen TV-Kabelnetzen auf Sendung. 1984 kaufte der Milliardär Sid Bass einen großen Anteil an den Walt Disney Productions, und die neue Firmenleitung aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Eisner, dem Generaldirektor Frank Wells und dem Studiochef Jeffrey Katzenberg brachte frischen Wind in das Unterhaltungsimperium. Bereits ein Jahr zuvor war die Filmfirma Touchstone gegründet worden, mit der man sich vom »Kinderfilm-Image« des Namens Disney distanzieren wollte. Die erste Produktion Splash - Jungfrau am Haken (Splash • USA 1984) war ein großer finanzieller Erfolg. In den folgenden Jahren entstanden das Dinosaurierabenteuer Baby - das Geheimnis einer verlorenen Legende (Baby - Secret of the Lost Legend • USA 1985) und Kassenschlager wie Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who Framed Roger Rabbit? • USA 1988), Pretty Woman (Pretty Woman • USA 1990), Dick Tracy (Dick Tracy • USA 1990) oder Pearl Harbor (Pearl Harbour • USA 2001). Auch im reinen Zeichentrick ging es mit Arielle - Die Meerjungfrau (The Little Mermaid • USA 1989), Die Schöne und das Biest (Beauty and the Beast • USA 1992), Aladdin (Aladdin • USA 1992), Der König der Löwen (The Lion King • USA 1994) und Fantasia 2000 (Fantasia 2000 • USA 2000) wieder kräftig bergauf. In Tron (Tron • USA 1982) hatte das Studio Pionierarbeit geleistet und erstmals Filmbilder am Computer hergestellt. Doch in der folgenden Entwicklung der Computeranimation spielte Disney neben George Lucas' ILM und anderen nur eine untergeordnete Rolle. Der erste vollständig am Computer entstandene Film Toy Story (Toy Story • USA 1995) wurde zwar von Disney produziert und vertrieben, aber von der Firma Pixar realisiert. Erst 1996 wurde nach zweijähriger Bauzeit das neue Digitalstudio »The Secret Lab« für 80 Millionen Dollar fertiggestellt. Nachdem TSL die Tricks für Brian de Palmas Mission to Mars (Mission to Mars • USA 2000) geliefert hatte, kam nach fast sechsjähriger Produktionszeit das Urzeitspektakel Dinosaurier (Dinosaur • USA 2000) in die Kinos, mit dem das Studio den technischen Vorsprung wettmachen konnte. In den neunziger Jahren setzte das Disney-Imperium weiter auf Expansion. 1990 wurde das neue Spielfilm-Label Hollywood Pictures gegründet, das unter anderem The Rock - Fels der Entscheidung (The Rock • USA 1996) auf die Leinwand brachte, und 1993 kaufte Disney die Produktionsfirma Miramax. Weniger erfolgreich war die Firmengründung Disney Movietoons, der es nicht gelang, nach DuckTales - Der Film - Jäger der verlorenen Lampe (DuckTales: The Movie - Treasure of the Lost Lamp • USA 1990) weitere billig produzierte und »respektlosere« Zeichentrickfilme in die Kinos zu bringen. Außerdem hat der Konzern den amerikanischen Fernsehsender ABC aufgekauft und besitzt 75% des deutschen Kanals SuperRTL. Im April 1992 eröffnete Dick Nunis, der Chef der Disney-Vergnügungsparks, das Euro Disneyland in der Nähe von Paris. Literatur:
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