|
Wer wissen will, wie es in Deutschland in zehn Jahren aussieht, der schaue in die Türkei. Dort ist die syrische Massenmigration schon viel weiter fortgeschritten. Und die politische Korrektheit längst tot. Wer wissen will, wie es in Deutschland in zehn Jahren aussieht, wenn man weiterhin zwischen Wunschdenken und Durchwinken pendelt, der schaue nach Osten, genauer: in die Türkei. Nicht, weil sie alles falsch macht, sondern weil sie mit denselben Problemen kämpft, nur unter anderen Bedingungen. Und in einem entscheidenden Punkt der Entwicklung voraus ist: dem Punkt, an dem die Stimmung kippt. So weit muss man es in Deutschland nicht kommen lassen - aber man ist auf bestem Weg dorthin. Schwarzarbeit als StaatsprinzipRund 99% der syrischen Geflüchteten im arbeitsfähigen Alter arbeiten in der Türkei schwarz, belegt eine Studie der Universität Ankara. Also ohne Verträge, ohne Rechte, ohne Absicherung, dafür mit Zwölf-Stunden-Schichten in Textilfabriken, auf Baustellen oder als Tagelöhner auf dem Gemüsefeld. Und ja: Das ist legal. Nicht im Gesetzestext, aber in der Praxis. Kontrolliert wird kaum. Das Jobcenter, wie wir es aus Deutschland kennen, gibt es in der Türkei nicht. Dafür gibt es die Genehmigung zum Stillhalten. Der Staat schaut weg, die Bevölkerung nicht mehr. Deutschland - das andere Modell: "Bleib, solange du willst"Der Unterschied zu Deutschland? In Deutschland muss niemand arbeiten, der nicht will - aber auch ohne Arbeit kann man gut leben. In der Türkei muss jeder arbeiten, auch wenn's nur für einen Hungerlohn ist. Wer in Deutschland einreist, kann sich bei geschickter Planung bis zur Mindestrente durchhangeln - keine Ironie, nur eine Zustandsbeschreibung. Das Modell heißt: Nicht Integration durch Arbeit, sondern Integration durch Bürokratie. Man sitzt es aus. Und das funktioniert. Noch. Vom Invasoren-Image zur RealitätIn der Türkei ist das Wort "Invasion" längst kein Tabu mehr, wenn es um syrische Geflüchtete geht. Die politische Korrektheit ist tot - erdrückt von der Realität in Städten wie Istanbul, wo 505.000 (2024) registrierte Syrer leben. Inklusive der Nichtregistrierten sollen es eine Million sein. In Kilis, nahe der syrischen Grenze, stellen sie inzwischen 30% der Bevölkerung. Der soziale Sprengstoff liegt längst offen auf der Straße. Und nein, das ist kein rechter Slogan, sondern eine schlichte Demografiefrage. Die Geburtenrate syrischer Frauen liegt in der Türkei bei 5,6 Kindern - in Deutschland immerhin noch bei rund 3,9. Noch. Islamisierung als NebenwirkungEine unbeabsichtigte Nebenwirkung: Die Moscheen sind plötzlich wieder voll. 85.000 Moscheen gibt es in der Türkei - früher oft leer, heute mit Zulauf. Jährlich kommen 1.000 Moscheen hinzu. Nicht weil die Türken religiöser geworden wären - im Gegenteil: Viele besuchen die Moschee nur zum Freitagsgebet, wenn überhaupt. Es sind die neuen Bürger, die wieder fünfmal täglich beten, ganz traditionell. Auch das ist Teil der Realität - auch das wird hierzulande ignoriert. Von Wahlstimmen und ParallelparteienUnd dann ist da noch der Punkt, den niemand laut aussprechen will: In beiden Ländern werden massenhaft Staatsbürgerschaften vergeben - an Menschen, die (noch) gar nicht wählen, aber künftig wahlentscheidend sein könnten. Neue Parteien mit starkem Migrationshintergrund entstehen, gespeist von einer Community, die sich nicht mehr als Gäste, sondern als Mitgestalter sieht. Das ist nicht per se schlecht. Aber es ist ein Machtfaktor, den bisher nur eine Seite wirklich versteht. Die Justiz schweigt - die Zahlen nichtIn der Türkei ist es wie in Deutschland: Die Kriminalstatistik differenziert ungern nach Herkunft. Doch das türkische Justizministerium selbst lieferte Zahlen: 2022 standen über 411.000 Personen vor Gericht - deren Nationalitäten wurden sehr wohl erfasst.* Die Kleindelikte, von Diebstahl bis Körperverletzung, dürften in die Millionen gehen. Nur: Offiziell spricht man nicht darüber. Man will keine Ressentiments schüren. Dabei ist die Realität längst zum Ressentiment geworden. Fazit: Die Warnung liegt im OstenDie Türkei ist kein Vorbild. Aber ein Vorgeschmack. Sie hat vieles falsch gemacht - weil sie keine Wahl hatte. Deutschland hat noch eine. Aber nicht mehr lange. Wer glaubt, dass Integration ohne klare Regeln funktioniert, hat den Elefanten im Raum nicht nur übersehen - er serviert ihm auch noch Tee. *Die Zahlen wurden auf X von Umit Özdağ am 20. Dezember 2023 geteilt. Die Statistik stammt vom türkischen Justizministerium. Ümit Özdağ, der Vorsitzende der türkischen Zafer Partisi ("Partei des Sieges"), wurde am 20. Januar 2025 in Ankara festgenommen Anlass war eine Rede, die er am 19. Januar 2025 bei einem Parteitreffen in Antalya hielt. Darin äußerte er sich kritisch über Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die regierende AKP. Er sagte unter anderem, dass in den letzten tausend Jahren kein Kreuzzug dem türkischen Staat und Volk so viel Schaden zugefügt habe wie Erdoğan und seine Partei. Ihm wird die öffentliche Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit vorgeworfen. Also ist er ein politischer Gefangene des Erdogan Regimes. LESERPOST
|