PAPIER IST GEDULDIG
(und der Leser noch viel mehr . . .)
Bücher, die Geschichte machten
"Der Umgang mit schlechten Büchern ist oft gefährlicher
als der mit schlechten Menschen." (Wilhelm Hauff)
"Habent sua fata libelli"* (römisches Sprichwort)
*[Sie haben ihr eigenes Schicksal, die Bücher]

[Bücher]

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT
GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

Nanu, schon wieder eine Seite über Bücher - hat Dikigoros seine Leser damit nicht schon mehr als reichlich versorgt? Nun, das kommt drauf an, aus welchem Blickwinkel man das sieht. In "Reisen, die Geschichte machten" geht es gar nicht um geschriebene oder gedruckte Bücher, sondern, wie schon der Untertitel sagt, um Sagen, die ursprünglich mündlich weiter gegeben und erst später zu Pergament oder Papier gebracht wurden. In "Es steht geschrieben" geht es nicht so sehr um die Bücher, als um die aus ihnen sprechende Entwicklung des Lebens und Denkens ihrer Verfasser. In "Als es noch kein Internet gab" geht es um die darin beschriebenen Fahrten einiger großer Reiseschriftsteller und ihre Reiseziele. Hier soll es nun in erster Linie um die Bücher gehen, nicht um ihre Verfasser - die auf die Wirkung z.T. gar keinen Einfluß hatten, weil diese oft erst nach ihrem Tode voll zum Tragen kam, so daß sie etwaige Mißverständnisse und schräge Interpretationen nicht mehr gerade rücken konnten. Man mag das altmodisch "Schicksal" nennen, oder etwas moderner davon sprechen, daß Bücher eine Art "Eigendynamik" entwickeln; auf jeden Fall ist etwas dran, daß Bücher Geschichte machen können, mal im Guten, mal im Bösen - leider trifft meist das letztere zu. [Dikigoros glaubt freilich nicht, daß Bücher die Welt verändern können; wenn ein Verlag behauptet, daß dies z.B. auf "The Wealth of Nations" von Adam Smith, die "Relativitätslehre" von Albert Einstein oder "Demokratie in Amerika" von Alexis Tocqueville zuträfe, so kann er nur herzlich lachen, erst recht wenn derselbe Verlag meint, "Common Sense" von Thomas Paine habe die Amerikanische Revolution von 1775 ausgelöst: Diese Bücher haben die Welt bestenfalls neu beschrieben - schlimmstenfalls falsch, wie wir heute (zu) wissen (glauben) -, aber das ändert sie noch nicht; überhaupt wurden sie nur wenig gelesen, und zwar nicht nur von der breiten Masse (wenn die denn jemals "Geschichte gemacht" hat - aber manche glauben das ja), sondern auch von denjenigen, die wenn schon nicht die Welt verändert, so doch jedenfalls die entscheidenden Impulse für den "Fortgang der Geschichte" (der nicht immer auch ein Fortschritt gewesen ist) gegeben haben.]

Exkurs: Dikigoros meint hier Bücher, deren Inhalt tatsächlich gelesen wurde, nicht Bücher, von denen lediglich die Titel zu Schlagworten wurden und die als solche gewirkt haben. Kaum jemand von denen, die diese Schlagworte im Munde führ[t]en, wußten oder wissen, was sich dahinter ursprünglich, d.h. als Buch, verbarg bzw. verbirgt. Wer von Euch, liebe deutsche Leser, hat denn z.B. "Das Dritte Reich" von Arthur Möller van den Bruck, "Der Untergang des Abendlandes" von Oswald Spengler oder "Mein Kampf" von A.H. gelesen? Eben - die Generationen vor Euch auch nicht; und nach ausländischen Titeln und den dahinter stehenden Büchern wagt Dikigoros Euch gar nicht erst zu fragen. Exkurs Ende.

In der sechsten Zeile der Überschrift hat Dikigoros einen Satz zitiert, den er aus Schulzeiten erinnert. Freilich war er in seinem "Lehrbuch der lateinischen Sprache" falsch zitiert (was er aber damals noch nicht wußte), wie so viele andere römische Redensarten, von "non vitae sed scholae discimus" bis "pecunia non olet". Richtig, d.h. vollständig lautete er nämlich: "pro captu lectoris habent sua fata libelli", und damit war einfach nur gemeint, daß Erfolg und/oder Mißerfolg (fas et nefas) eines Buches davon abhingen, wieviel Grips die Leser hatten (oder nicht :-) - da etwas "Schicksalhaftes" hinein lesen zu wollen, wäre weit übers Ziel hinaus geschossen, denn Terentianus Maurus, auf den dieser Satz zurück geht, war kein Filosof, sondern ein schlichter Lateinlehrer, der Grammatik-Lehrbücher schrieb. Dennoch stand in Dikigoros' Schulbuch die verkürzte Form dieses Satzes über der "schicksalhaften" Geschichte von den neun Bücherrollen der Sybille von Cumae. Diese alte Hexe wollte eines Tages den König von Rom, einen gewissen Tarquinius, um 100.000 Teuros erleichtern und bot ihm jene neun Rollen dafür zum Kauf an. Der König wollte aber nicht die Steuergelder seiner Untertanen für so einen Mist verplempern, deshalb heizte Sybille mit drei der alten Fetzen den Ofen an - und besaß die Frechheit, die sechs restlichen weiterhin für 100 Mille anzubieten. Der König sagte immer noch nein, und so wanderten weitere drei Rollen ins Feuer. So weit so gut; aber dann kam der König auf die Schnapsidee, seine Keksperten um Rat zu fragen. Die bildeten einen Ausschuß mit der Lizenz zum Töten, schlachteten einige Opfertiere, in deren Eingeweiden sie zu lesen vorgaben, und während einige von ihnen dem tumpen König diesen Schmu vormachten, verabredeten ihre Kollegen mit der cleveren Sybille das, was noch heute ein jeder cleverer Anbieter von Schund und Schrott mit korrupten Parteipolitikern vereinbart, die in Bund, Ländern und Gemeinden an den Töpfen mit der Staatsknete ("Öffentliches Auftragswesen" heißt das auf Amtsdeutsch) sitzen: "Ich verlange den doppelten Preis, Ihr befürwortet den Ankauf - es ist ja nicht Euer Geld, sondern das der Steuerzahler -, und wir machen halbe-halbe." Gesagt, getan, der entsprechend "beratene" König stimmte am Ende dem Ankauf der drei restlichen Rollen zu, 100 Mille wechselten den Besitzer, und das Zeug wanderte ins Archiv des Jupiter-Tempels. Das soll irgendwann im 7. oder 6. Jahrhundert v.C. gewesen sein. Später verschwanden die Rollen (einige Historiker meinen, sie seien im römischen Bürgerkrieg zwischen Marius und Sulla verbrannt), so daß wir heute nicht mal mehr Spaßes halber nachlesen können, was eigentlich drin stand.

Aber so weit will Dikigoros gar nicht zurück gehen - er glaubt nicht daran, daß so alte Bücher noch Einfluß auf unsere heutige Zeit ausüben können. (A propos glauben: Für die "heiligen" Bücher, auf die sich die heutigen Religionen noch immer pro forma berufen, gilt das auch und erst recht: Wenn die von allen Gläubigen richtig gelesen würden, könnten die Religionsführer ihre Läden bald dicht machen - nicht nur in den so genannten christlichen Ländern! Da wirken nicht die Bücher, sondern die falschen Lehren derer, die sie nicht richtig gelesen - oder nicht richtig wieder gegeben - haben.) Deshalb stammen die hier vorgestellten Bücher überwiegend aus dem 19. Jahrhundert - welches offenbar eine Zeit war, in der noch so viele Leute so viel lasen, daß damit Weltgeschichte gemacht werden konnte. Jedenfalls sagt man z.B. dem "Contract social" nach, daß es die Amerikanische Revolution von 1775 und die Französische Revolution von 1789 inspiriert habe, "Uncle Tom's Cabin", daß es zum amerikanischen Sezessionskrieg führte, den "Protokollen der Weisen von Zion" will man den Anti-Semitismus anhängen, dem "Kapital" den Kommunismus, dem "Origin of Species" den Rassismus und dem "Willen zur Macht" gar den National-Sozialismus. Unabhängig von der Frage, was da Ursache und was Wirkung war, und ungeachtet aller Dementis (das von Karl Marx hat Euch Dikigoros gleich in den Titel gestellt, weil es besonders kraß ist) glaubt Dikigoros, daß darin sogar mehr Wahrheit liegen könnte als heute allgemein angenommen und anerkannt wird. Man muß diese Bücher freilich sehr genau lesen und vor allem die geschichtlichen Ereignisse, zu denen sie geführt haben, sehr genau kennen, wenn man die Kausalkette wiederfinden will, die inzwischen tief im "Wissenschafts"-Sumpf versunken ist. Wer glaubt, das wichtigste an der Französischen Revolution seien der Sturm auf die Bastille und der Gang auf die Guillotine gewesen, wer glaubt, daß die Soldaten der Nordstaaten die wahren Hintergründe durchschaut hätten, ob derer ihre Bürgerkriegs-Politiker sie in den "Kampf gegen die Sklaverei" schickten, wer glaubt, daß Darwin den Darwinismus erfunden hat, daß "Der Wille zur Macht" von Friedrich Nietzsche geschrieben wurde und "Das Kapital" von Karl Marx, oder wer gar glaubt, daß irgendein russischer Durchschnitts-Revoluzzer von 1905 oder 1917 (oder danach :-) auch nur einen Satz aus jenem komplizierten volkswirtschaftlichen Buch gelesen - geschweige denn verstanden - hat, der wird da große Schwierigkeiten haben.

Andere Leute, die sich Gedanken über den Einfluß von Büchern auf den Gang der Weltgeschichte gemacht haben, sind zu anderen Ergebnissen gelangt als Dikigoros. Vor allem Verfassungs-Historiker, Philosophen, Politologen und andere Theoretiker meinen, daß man neben den Werken von Marx und von Rousseau noch viele andere nennen müsse, die sich grundlegend mit Staat und Gesellschaft, Recht und Unrecht, Moral und Unmoral beschäftigten, z.B. was Machiavelli als Anleitung für regierende Fürsten schrieb, Kant über den "kategorischen Imperativ", Hobbes über die Zähmung des "Leviathan" oder Locke über die "Gewaltenteilung", die Repräsentation des Mehrheitswillens und den "Rechtsstaat" (eine Übersicht findet Ihr hier). Tja, das wäre schön, wenn all das wirklich mal gelesen (und vor allem beherzigt) worden wäre, sei es von deren Zeitgenossen, sei es von unseren heutigen Politikern! Leider war das nie wirklich der Fall, und heute ist es noch viel schlimmer: Kein Außenminister folgt den klugen (aber leider in einem ganz anderen Ruf stehenden) Empfehlungen Machiavells (ohne deshalb weniger skrupellos zu sein); keiner derjenigen, die ihren Meineid auf die Verfassung leisten, empfindet noch so etwas wie einen kategorischen Imperativ seines Gewissens, wirklich zum Besten seines Volkes zu wirken; der Staat hat sich längst zu einem Moloch entwickelt, vor dem selbst dem "Leviathan" die Haare zu Berge gestanden hätten, und von all den schönen Dingen, über die John Locke schrieb, kann heuer schon gar nicht mehr die Rede sein: Es gibt nirgendwo mehr eine mehr als funktionale Trennung der drei "klassischen" Gewalten (Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung); die tatsächliche Macht, die über die Besetzung der Ministerposten, Abgeordnetensitze und höchsten Richterstellen bestimmt, hat eine kleine Clique von Parteibonzen, die verhindert, daß das Parlament etwa noch die Verwendung der Steuergelder durch die Regierung kontrolliert (in der BRD ist das schon deshalb nicht möglich, weil die Parteibonzen zugleich Abgeordnete und Minister sein können - und nur die Parteibonzen, denn unabhängige, d.h. parteilose Abgeordnete und Minister gibt es schon lange nicht mehr -, die sich also selber kontrollieren müßten). Auch die Justiz ist bis ins Mark verfault - was das so genannte Bundesverfassungsgericht von sich gibt, ist allenfalls noch geeignet, an Witzblätter weiter gereicht zu werden, obwohl es ja eigentlich gar nicht zum lachen, sondern vielmehr zum weinen ist: Von A wie Kindermord, pardon Abtreibung bis Z wie Überfremdung, pardon Zuwanderung nicht integrierungswilliger Asylanten u.ä., hat es all das abgesegnet, was den Rechtsstaat zum Unrechtsstaat macht. Repräsentation des Wählerwillens? Eine Partei, die das versuchte, würde sofort als "populistisch", ja "verfassungsfeindlich" verboten. Nein, liebe Leser, daran kann kein Buch etwas ändern; wir leben in einem Staat von Parteibuchhaltern, und diese Ein- oder (je nach Wahlausgang) Mehr-Parteien-Herrschaft ist schlimmer als jede Diktatur eines einzelnen; denn den einzelnen Diktator kann man stürzen oder tot schlagen, wenn er eine schlechte Politik macht (nicht, weil er ein Diktator ist - das allein wäre kein Grund); aber den Repräsentanten einer Partei (und etwas anderes repräsentieren die Partei-Bonzen ja heute nicht mehr) kann man nicht einfach beseitigen, denn an seiner Stelle präsentiert die Partei gleich einen neuen, der genauso weiter macht wie sein Vorgänger), sondern allenfalls mehrfach, d.h. indem man gleich die ganze Parteienwirtschaft mit Stumpf und Stiel ausrottet. (Nein, einfach abwählen hilft nichts, denn die Parteien sind am Ende, d.h. wenn sie einmal an die Fleischtöpfe mit der Staatsknete gelangt sind, alle gleich, das haben die so genannten "Grün-Alternativen" schlagend unter Beweis gestellt.) Doch wer hätte dazu schon den Mut und die Mittel? Und wer könnte darauf eine Erfolgs-Garantie geben? Ihr, liebe ältere deutsche Leser, habt ja gesehen, was bei solchen Versuchen heraus kommen kann.

Die Inhalte der Bücher, die Dikigoros hier ausgewählt hat, sind zwar durchweg interessant, aber nicht unbedingt solche, die er persönlich für besonders gut oder richtig oder sonstwie empfehlenswert hielte - doch darauf kommt es nicht an. Gewiß, es gab und gibt noch heute Bücher, die es viel eher verdienten, gelesen, überdacht und befolgt zu werden - eine Liste aktueller Werke, die auch Dikigoros unterschreiben würde, findet Ihr hier. Doch leider werden diese Werke, wenngleich sie nicht offiziell verboten sind, von den staatlichen und halb-staatlichen "Meinungsmachern" bekämpft, die darauf achten, daß sie in den Medien nicht allzu breit getreten werden - und mangels einer solchen Unterstützung werden sie wohl Geheimtips ohne großen Einfluß bleiben. Dagegen waren die im folgenden vorgestellten Bücher zum Zeitpunkt ihrer größten Wirkung nicht nur wohl gelitten (und einige sind das bis heute), sondern geradezu "von oben" als vorbildliche Lektüre empfohlen - wobei die amtliche Auslegung oft gleich mitgeliefert wurde (und wird). Und da diese mit dem tatsächlichen Inhalt, wie ihn die Autoren meinten, in den nachfolgenden Werken besonders wenig zu tun hatte, will Dikigoros an dieser Stelle ein kleines Gegengewicht bilden, um Euch zu zeigen, daß man sie auch anders lesen kann, und wie sie vielleicht einen besseren Einfluß auf den Gang der Geschichte nehmen könnten als sie es bisher getan haben.

DER LEHRER UND SEIN GESCHICHTSBILD
Jean-Jacques Rousseau, Le contract social

HERRENHÄUSER UND SKLAVENHÜTTEN
Harriet Beecher-Stowe, Uncle Tom's Cabin

. . . UND MORGEN DIE GANZE WELT
Die Protokolle der Weisen von Zion

VON AFFEN, WILDEN UND ANGELSACHSEN
Charles Darwin, On the Origin of Species

"JE NE SUIS PAR MARXISTE"
Karl Marx, Das Kapital
mit einem aktuellen Nachtrag zum
"Kapital im 21. Jahrhundert"


VON MENSCHEN UND ÜBERMENSCHEN
Friedrich Nietzsche, Der Wille zur Macht

DIE DEUTSCHEN UND DIE LAGER
McKinley-Kantor, Andersonville

* * * * *

[empfohlene Links]

UND DIESE SEITEN EMPFIEHLT DIKIGOROS ZUR VERTIEFUNG:
(was nicht heißen muß, daß er ihren Inhalt für gut oder richtig hält; einige führt er nur
um zu zeigen, wie die hier vorgestellten Bücher mißverstanden wurden und werden)

Nachgedanken - ein Literaturportal (von Christian v. Montfort)

The Philosophy of Jack London (von Joseph Sciambra)
(eine hübsche Übersicht, nur vordergründig am Aufhänger Jack London festgemacht)
Moderne Verfassungsideen - Entwicklungen seit dem Mittelalter (anonym, wohl von einem Marxisten verfaßt, denn er läßt die Ideengeschichte mit Marx enden)

Jean-Jacques Rousseau (von James Delaney)
Links und Rechts (Teil 1) Links und Rechts (Teil 2) (von Dieter Grillmayer)
The Triumph of Political Correctness (von William B. Fankboner)
(behandelt u.a. Francis Bacon, Jean-Jacques Rousseau und Baruch Spinoza als "Utopisten")
Zur Abwehr des ethischen, des sozialen, des politischen Darwinismus (von Oscar Hertwig)
(nur vordergründig ein Aufsatz über Darwin; vielmehr eine vergleichende Hommage an Rousseau)

The Harriet Beecher Stowe Center
African-American Mosaic - Influence of Prominent Abolitionists (Library of Congress)
Die amerikanische Frage in England (Karl Marx über Harriet Beecher-Stowe)
Die größte Schlacht auf Amerikas Boden (von Klaus Gröbig/PAZ 2003)
(über "Onkel Toms Hütte", den Bürgerkrieg und die Schlacht von Gettysburg)
Jenseits von Autonomie und Widerstand oder: Was ist eine politische Tat? Frauenpolitik und Weltveränderung
(beide Artikel von Antje Schrupp - der erste aus dem Jahre 2000, der zweite aus dem Jahre 2001 - handeln u.a. von Harriet Beecher-Stowe und Jean-Jacques Rousseau. Manche Passagen stimmen wörtlich überein. Auch so kann man "wissenschaftliche Themenbreite" vortäuschen!)

Die Quelle allen Übels? (von Urs Hafner/NZZ, 23.12.2005)
("Ein Berner Gericht fällte vor siebzig Jahren das Urteil, die Protokolle der Weisen von Zion seien gefälscht. Dennoch sind sie so verbreitet wie nie zuvor.")

Charles Darwin. Ein Wendepunkt - davor und danach (von Peter v. Sengbusch)
USA, Moral Darwinism (von Jane Lampman)
("The fittest conscience: new take on evolution")
Darwin und die Zivilisation (von Henning Ritter)
Why evolution breeds monsters like Hitler, Trotsky, and Stalin (von Robert Doolan)
(Entgegen dem Wortlaut des Titels meint der Autor damit nicht, warum die Evolution die drei genannten "Monster" hervor gebracht hat - das wäre ja mal eine interessante Frage -, sondern er unterstellt vielmehr, dass der Glaube an Darwins Evolutionslehre "schuld" an ihren Verbrechen sei. Einen dümmeren Aufsatz zum Thema hat Dikigoros nicht gefunden - seine Leser sollen ja bei soviel schwerer Kost auch mal etwas zu lachen haben!)
The Holocaust: Why did it happen? (von Wayne Jackson)
(Haut in die gleiche Kerbe: Darwin beeinflußte Nietzsche beeinflußte Hitler war schuld am Holocaust)
Die Konsequenz einer Idee. Die sozialen Auswirkungen des Darwinismus im 20. Jahrhunderts
(Jeff Myer's Thesen - zur Abwechslung mal die Schiene Darwin-Haeckel-Hitler - besprochen von Helen Fryman)
Das Unglück das der Darwinismus über die Menschheit brachte (von "Harun Yahya" - was immer das sein mag)
(Fazit: Das Allheilmittel gegen Darwin und seine bösen Lehren ist der Islam!)
On the Theory of Evilution (von Kenneth Riven)
(der Schreibfehler - "Evilution" statt "Evolution" - ist gewollt und weist auf die satirische Absicht des Autors hin)
Survival of the Un-Fittest or How Darwin Has Failed Me (von Jill Waldbieser)
(natürlich auch als Satire geschrieben - weil einige traurige Wahrheiten nicht mehr anders erscheinen dürfen?)

The Nietzsche Channel
Was ist "Der Wille zur Macht"? (von Johann Prossliner)
(eine Seite des Nietzsche-Online-Projekts der Universität Saarbrücken)
Um Nietzsches Willen. Das unverdaute Erbe des Philosophen (von Theo Roos)
Der Wille zur Macht und seine Wurzeln. Von Julius Caesar über Napoleon zu Bill Gates (von W. Baudisch)
Der Wille zur Macht. Nietzsche-Rezeption 1939 Nietzsche - Mensch und Übermensch (beide von H. Walther)
Wir Hasardeure des Lebens. Gedanken über den Zufall (von Peter Kamber/Basler Zeitung 43/1994)
Der Wille zur Macht (von Ernst Tugendhat, DIE ZEIT 38/2000)
("Macht und Antiegalitarismus bei Hitler und Nietzsche - gegen den aktuellen Versuch einer Verharmlosung")
[Welch ein Wort - ob Hitler das überhaupt verstanden hätte? Gemeint ist der - in der Tat auch heute noch (oder wieder) aktuelle - Kampf gegen die sozialistische Gleichmacherei, die das genaue Gegenteil der verfassungsmäßig garantierten Gleichheit vor dem Gesetz ist: Artikel 3 Grundgesetz gebietet, Gleiches gleich, aber Ungleiches ungleich zu behandeln - und genau daran fehlt es heute wieder.]
Mit Friedrich Nietzsche weiß man in Weimar nichts anzufangen (von Matthias Kamann/DIE WELT, 2000)
("Weil der Philosoph 'problembehaftet' sei, wurde er zum 100. Todestag außerhalb der Friedhofsmauern verscharrt - und Peter Sloterdijk hielt dazu die holzbanale Grabrede")
Der Wille zur Macht - Anleitung (von O. Seemann)
Nietzsche/Marx: Unversöhnlicher Gegensatz statt "spannendes Gespann" (von Hartmut Krauss)
Eine Widerrede zu A. Csongárs "Nietzsche-Bild" (Neues Deutschland vom 12./13. August 2000)
Blonde Bestie umarmt Droschkengaul. Zum 100. Todestag Friedrich Nietzsches (von Gerhard Scheit/JW 2000)
100 Jahre 'Nietzsche ist tot' (Linksammlung von Gunnar Anger/Münsterraner Forum für Theologie und Kirche
[leider seit Dezember 2000 nicht mehr aktualisiert, so daß viele Links inzwischen tot sind]
Nietsche, Friedrich, Prophet der Übermenschen (von Karl Josef Durwen/Bibliothek Ureda, 2001)
[auch da funktionieren einige Links leider nicht mehr]
Nietzsches Übermensch (von Richard Beiderbeck/Gesellschaft zur Demokratisierung aller Lebensbereiche 2001)
[Wieder jemand, der zu beweisen sucht, daß Nietzsche "durch seine unseligen Gedanken... den Holokaust... in Gang gesetzt hat", also das war, was Orwell in 1984 einen "Gedankenverbrecher" nannte.]
Friedrich Nietzsche - ein anti-semitischer Freund der Juden oder ein Wegbereiter des Holocaust? (von Armin Pfahl-Traughber)
Rousseau, Nietzsche, Marx: on Aryanism, Judaism, and "equalism" (von Peter Myers)
[Da hat jemand gezielt die einzige Übereinstimmung zwischen Rousseau und Nietzsche gesucht und gefunden :-)]
Wie frei sind wir wirklich? Möglichkeiten und Grenzen (von Werner Huemer)

Andersonville: A Legacy of Shame... But Whose? (von Gary Waltrip)
Andersonville & Other Civil War Prisons, North & South (von C. T. Clyne)
The True Story Of Andersonville Prison: A Defense of Major Henry Wirz (von James Madison)
("This book wasn't popular in 1908, nor will it be popular in 2001")
[Rezension der 2001 neu aufgelegten Memoiren eines Nordstaatlers, der Kriegsgefangener in Andersonville war.]
Vae Victis (von Serge Thion)
(Besprechung des Buches "Other Losses [Der geplante Tod]" von James Bacque)
Eisenhower's Death Camps (von Martin Breech)
Living Skeletons (von Ian Cobain - dazu die gekürzte deutsche Übersetzung)
Descendant of Andersonville's Commander Wants Justice (von Pasty M. Boyette)


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