Liebe Gemeinde,
die Nachrichten der Terroranschläge von London und des erneuten Selbstmordanschlags in Israel erinnern uns einmal mehr daran, wie wenig wir die Dinge in unserem Leben in unserer Hand haben. Zum anderen leben wir in einer Zeit der Schwarz- und Hellseher, die jeder für sich eine apokalyptische Zukunft beschwören. Prophezeiungen, die das Ende der Welt verkünden, haben momentan Hochkonjunktur. Wir sehnen uns nach innerer Zuversicht, die uns hilft positiv in die Zukunft zu blicken. Von daher ist es gut sich bewusst zu machen, dass Gott uns nicht alleine lässt. Die Bibel erzählt uns immer wieder, dass ER uns einen Engel zur Seite stellt, der uns auf unserem Weg begleitet. Auch die Psalmbeter wissen davon. Wir haben es selbst vorhin in Psalm 91 gebetet: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“.
Mit dieser Zuversicht bekommen wir Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft geschenkt. Wenn ich von Zuversicht rede, meine ich das Vertrauen, dass Gott alles lenkt und leitet, dass er seine Engel aussendet, um diese Welt und uns Menschen nicht dem Unheil zu überlassen sondern alles zum Guten zu wenden. In einem solchen Vertrauen setze ich auch keine rosarote Brille auf, um der Wirklichkeit aus dem Weg zu gehen. Es geht nicht darum sich Illusionen über den Zustand der Welt zu machen. Denn wir erkennen ja wie es um unsere Welt bestellt ist. Wenn wir aber wissen, dass diese Welt in Gottes Hand ist, dann wissen wir auch das wir Menschen nicht die letzte Macht über diese Welt haben. Zuversicht in die Zukunft sieht mehr als das bloß Vorhandene. Wenn wir mit Zuversicht ausgerüstet sind, sehen wir zu allem Äußeren die innerste Wirklichkeit aller Dinge. Dann spüren wir in uns, dass Gottes Engel mit uns durch diese Welt gehen und ihre schützende Hand über unser Leben und unser Land, ja die ganze Erde halten.
Marie Luise Kaschnitz erzählt uns eine Geschichte, die uns diese Zuversicht veranschaulicht. Es ist die Geschichte vom Schiffs Besitzer Giovanni di Mata. Dieser gab den Korsaren sein ganzes Geld, um Gefangene frei zu kaufen. Als er mit den Ausgelösten in See stechen wollte, forderten die Seeräuber noch mehr Geld. Und da er ihre Forderungen nicht erfüllen konnte, zerschlugen sie im Mast und Steuer und rissen die Segel in Fetzen. Trotzdem gab Giovanni di Mata das Signal zur Abfahrt. Zum großen Erstaunen der Korsaren setzte sich das Schiff auch ohne Mast, ohne Segel und Steuer langsam in Bewegung und erreichte das offene Meer.
Ich bin sicher, dass wenn sie ihr Leben bis zu diesem Moment wo wir jetzt zusammen sind bedenken, können Sie viele Momente solcher Bewahrung entdecken. Gerade sie, die sie den Zweiten Weltkrieg erlebt und durchlitten haben.
Amen.
Den Zuversichtlichen, den Vertrauenden, letztlich den Glaubenden wird das Wissen geschenkt, dass ein Engel uns wie ein Schirm umgibt. Ja, dass er uns auf Händen trägt, so dass wir sicher über Löwen und Nattern schreiten können. Mit diesem Wissen lebt es sich anders! Was immer auch um uns herum geschieht - der Glaubende weiß, dass ein Engel in schützt, damit ihm nichts Böses widerfährt.
Wir gehen nicht blind durch die Welt, wir sehen durchaus, welche Gefahren lauern. Aber als Glaubende vertrauen wir darauf, dass wir von Gottes Engel begleitet, umschirmt und getragen sind. Denn im Vertrauen auf Gott wissen wir, dass sich Jeder, Jede unter uns keine bloße Nummer ist, die der Willkür des Schicksals ausgesetzt wäre, sondern dass mit jedem von uns ein Engel mit geht. Dieser Engel sorgt für jeden Menschen persönlich und befreit ihn aus allen seinen Ängsten.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen dass sie diese Zuversicht jeden Tag neu geschenkt bekommen. Und dass sie die Aussage des Psalm 91 immer wieder im Gedächtnis behalten: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“.