„Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber vergehen nicht.“

Das Neue Jahr lässt uns - immer wieder neu - in besonderer Weise voraus blicken. Vieles, das uns das Alte Jahr gebracht hat, wird im Neuen Jahr seine Fortsetzung finden. Doch auch neue Wegkreuzungen warten auf uns, an denen wir Entscheidungen treffen müssen. Manches, was kommt, versetzt uns in Vorfreude: Heirat, Geburt der Kinder, Wechsel der Arbeitsstelle. Anderes beunruhigt uns, ist mitunter auch bedrohlich: Prüfungen der verschiedensten Art, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ruhestand, Trennung, Scheidung, Trauer, letztlich auch der Tod. Nicht immer sind wir dazu bereit, unser Schicksal anzunehmen. Wissen wir doch tief in unserem Innern, dass nicht jeder Schritt, den wir gehen, uns auch Gewinn bringt.

»Himmel und Erde werden vergehen ...« Wir spüren: Nicht nur unser kleines Leben ist endlich. Nein, nichts hat Bestand auf dieser Welt. Das hat in den vergangenen Tagen besonders das Erdbeben im Iran gezeigt. Durch das zurückliegende Jahr begleitete uns die Angst vor nicht mehr beherrschbaren Konflikten. Wir erinnern uns an den Irak Krieg und die nicht enden wollenden Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern. So klingt der erste Teil der neuen Jahreslosung fast wie eine Weltuntergangsdrohung. Mittlerweile, im 21. Jahrhundert können wir uns die Zerstörung unserer Erde konkret vorstellen. Unsere bewohnte Welt – Himmel und Erde – ist angreifbar und zerbrechlich. Deshalb fragen und suchen wir gerade in diesen Tagen mehr als zu anderen Zeiten nach dem, was in unserem Leben Bestand hat und was uns Halt geben kann.
Die Jahreslosung nimmt unsere Gedanken auf. Sie spricht auf der einen Seite von der Vergänglichkeit allen Lebens, auf der anderen Seite weist sie aber auf das hin, was Bestand hat. Und das ist genau das, was wir uns ersehnen: Beständigkeit und Sicherheit, Worte, die mehr als „Schall und Rauch“ sind. Keine leeren Worte, sondern Versprechen und Zusagen, die nicht nur gegeben, sondern auch eingelöst werden.
So viele Worte, geflüstert oder geschrieen, liebevolle oder lieblose, bei der Arbeit oder in der Freizeit gesprochen, haben nur für kurze Zeit Gültigkeit. Deshalb sehnen wir uns nach Worten, die Versicherungen sind, dass mein Leben, dass unser Leben Sinn hat und einem Ziel entgegen geht.

„Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber vergehen nicht.“
Dieser Satz versichert uns bis an das Ende der Welt, dass die Worte Jesu ewigen Bestand haben. Sie haben ein ganz anderes Gewicht, als unsere eigenen Worte: Jesu Worte haben ewige Gültigkeit. ER selbst ist das Wort Gottes, dem wir im Leben und im Sterben vertrauen können. Und das gilt für alle Stunden, alle Tage und das Neue Jahr, das wir an Gottes Hand erleben.
»Jesu Worte« umfassen nicht nur Jesu »Lehre«, sondern das gesamte Reden und Handeln Jesu, einschließlich seines Leidens und Sterbens. Es meint letztlich Gottes Leben schaffendes und erhaltendes Wort, das auch den Tod besiegt.
Das ewige Leben, das Gott uns durch Jesus Christus schenkt. Es reicht über alle Grenzen unseres irdischen Lebens hinaus, und es umfasst und birgt unser Leben im Hier, im Jetzt, im Heute.

Jesu Worte verstehe ich als Einladung zu neuem Vertrauen und zu neuer Hoffnung. Eine andere Art von Vertrauen und Hoffnung, als wir sie üblicherweise kennen. Wir setzen auf unsere eigene Kraft, auf die Fortschritte in der Wissenschaft, auf ein erneutes Wachstum der Wirtschaft, auf Stärke und Macht.
Jesus aber schenkt uns eine neue Sichtweise. Er ermutigt uns, das eigene Leben, das Zusammenleben, ja, die ganze Schöpfung im Lichte Gottes zu sehen, der Leben schafft und Leben schenkt. Wenn wir glauben, wenn wir mit dem Kommen Christi rechnen, dann überlassen wir diese Welt nicht tatenlos den Kräften des Todes. Stattdessen folgen wir den Spuren von Gottes Gegenwart und setzen selbst Zeichen seiner Liebe.
Wenn wir Jesu Worten glauben, dann werden wir unsere Mitmenschen dazu ermutigen, sich mit Seinen Worten, also mit IHM selbst auseinander zu setzen. Denn Jesus spricht von dem, was bleibt – trotz unserer Vergänglichkeit, trotz unserer Schuld. Seine Worte sind eine große Verheißung: Sie sind die Verbindung zwischen der sichtbaren und der unseren Augen unsichtbaren Welt. Sie sind unsere Sicherheit inmitten großer Verunsicherung. Nichts ist endgültiger als sein Wort, weil ER selbst das Wort ist! Deshalb bleiben die Worte Jesu Christi. Folgerichtig behalten mit ihnen alle Verheißungen ewige Gültigkeit. Wir können ihnen vertrauen und auf sie bauen – zu und in jeder Zeit.

Lesen wir die Worte Jesu in der Bibel, bedenken wir sie in der Stille, in Gottesdiensten und gemeinsamen Gesprächen! Denn sie sind uns Orientierung und Hilfe in unseren verschiedenen Lebenssituationen. Sie helfen uns, uns selbst zu erkennen. Sie ermutigen uns, sich auf Gottes Liebe einzulassen, um den Kreislauf von Rache und Vergeltung, den Teufelskreis von Angst, Drohung und Gewalt zu verlassen. Sie trösten, mahnen und warnen uns, je nach dem, was gerade Not tut. Von daher sind Jesu Worte nach 2000 Jahren noch genauso aktuell, wie für die Menschen der ersten Gemeinden. Sie hatten und haben zu allen Zeiten Bestand.
Gott hat uns in Jesus Christus, durch sein Leben, Sterben und Auferstehen seine Liebe zugesagt, ja bewiesen. Diese Zusage lässt sich durch nichts und niemanden außer Kraft setzen!
Darum ist die Jahreslosung 2004 eine Ermutigung, auf allen Wegen des Neuen Jahres auf das zu hören, was trotz aller Gefahren, trotz aller Unsicherheit bleibt. „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber vergehen nicht.“
Amen.

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