„SEID GETROST, ICH HABE DIE WELT BESIEGT“ oder „SEID GUTEN MUTES“ wie es in anderen Übersetzungen heisst.

Liebe Gemeinde,
Wenn man nicht wüsste, dass diese Aussage in der Bibel steht, könnte man meinen, sie stammt von einem Krieger, der seine Soldaten moralisch ausrüstet. „Seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden“.
Warum muss Jesus den Jüngern Mut machen, wenn er den Sieg doch schon errungen hat? Jesus informiert seine Jünger - kurz vor diesen Worten - über seinen baldigen Abschied und macht sie auf kommende Gefahren aufmerksam. Er weiß, der Gedanke, allein in der Welt züruck zu bleiben, versetzt sie in Angst und Unruhe.
Jesus will, dass sich seine Jünger immer wieder an seinen Sieg erinnern. Diesen Sieg sollen sie weiter tragen. Zu den Menschen der ganzen Welt. Durch diese Worte Jesu und seinen Sieg schöpfen die Jünger damals und wir heute neue Krafte und Mut.
Denn auch Christen verlieren oftmals den Mut auf ihrem Weg. Innerlich oder äusserlich, manchmal sogar beides! Manche Tage scheinen so, wie unser Sommer. Alles grau in grau, ohne Hoffnung auf Änderung! Die Seele ist niedergeschlagen und das geistliches Leben beinhaltet auch nur Leiden und Trübsal!

Liebe Gemeinde,
nichts lähmt so sehr wie Entmutigung. Das Geheimnis von Erfolg oder Misserfolg liegt vor allem an der inneren Haltung unserer Seele. Unser innerer Mensch trägt mehr als der äussere Mensch zur Konfliktlösung bei. Mut kann als „Glaube an Gutes“ und Entmutigung als „Glaube an Negatives“ bezeichnet werden: Mut öffnet die Tür zum Guten, Entmutigung führt zum Pessimismus.
„SEID GETROST“, „SEID GUTEN MUTES“ - diese oder ähnliche ermutigende Worte sind 366 Mal in der Bibel zu lesen. Selbst in einem Schaltjahr versichert uns der Herr an 366 Tagen: „Ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendug des Zeitalters“. Diese Verheißung Gottes schliesst jegliche Entmutigung aus: ER! unser Schöpfer und Erlöser, unsere Stärke und Weissheit, unser allgegenwärtiger und allwissender Herr ist mit uns, ER behütet uns alle Zeit vor dem Bösem. Seine Gegenwart ist unser Schutz und Schild! Und das gilt auch, und vielleicht gerade dann, im Alter.
Wir könnten Grund haben, entmutigt zu sein, wenn wir den Kampf allein führen müssten. Aber da der Herr für uns kämpft, ändert das unsere Situation. Unsere eigene Schwachheit ist kein Nachteil mehr. Mit Jesus Christus an unserer Seite können wir stark sein, auch wenn wir selbst schwach sind. Unsere Schwäche ist in Wirklichkeit unsere grösste Stärke! Wir sind manchmal so belastet, entmutigt oder verängstigt, dass wir vergessen welch große Verheissungen wir von Jesu haben.

Er sagt uns jeden neuen Tag zu, für uns zu kämpfen und uns den Sieg zu geben! „Habt Mut“ ruft Jesus seinen Jüngern in allen Zeiten, also auch uns heute Nachmittag zu. Denn ER hat die Welt besiegt, so daß es keinen Grund mehr gibt, entmutigt zu sein.
Unsere Medizin gegen Entmutigung ist unser Glaube an diese Verheißung. Ist unsere Fähigkeit, sich in schwierigen Situationen auf Jesus zu berufen und sich an seine Worte zu erinnern: „Ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt!“ Wir sind aufgerufen Jesus Christus beim Wort zu nehmen!
Und wenn wir selbst es kaum glauben können, dann helfen uns vielleicht die Erfahrungen derer, die vor uns geglaubt haben: Abraham, Mose, David, Hiob, Johannes und Jesus selbst. Vielleicht denken wir auch an viele Menschen unseres Zeitalters: Allen voran Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King, Mahathma Gandhi, Mutter Teresa und wie sie alle heißen mögen. Jeder, Jede von ihnen hat Mut, Kraft, und Geduld bewiesen. Mit Gottes Hilfe haben sie Hindernisse überwunden, die sich ihnen in den Weg stellten. Und Jesus selbst hat sogar Folter und Tod auf sich genommen, um uns den Weg zu Gott zu ebnen.
Mit diesem Wissen können wir Schwierigkeiten überwinden, anstatt uns über sie zu beklagen. Wir können Hoffnung haben, wo sich Hoffnungslosigkeit breit macht. Ja, selbst im Schmerz werden wir die Fähigkeit zu glauben, von Gottes Geist geschenkt bekommen. Er hilft uns zu spüren, dass Gott unser Leben ordnet und lenkt. Deshalb bleibt unser aller Auftrag: Mutig an die Macht Gottes und den Sieg Jesu zu glauben und in seinem Auftrag vorwärts zu gehen, bis wir selbst am Ziel unseres Lebens angelangt sind.
Amen.

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