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Die Tyrannis der Peisitratiden

Die Reformen Solons führt nicht zu einer wirklich stabilen Ordnung. Es gibt auf Seiten der Aristokraten und der Kleinbauern Oppositionen. Die konservativen Adligen beklagen ihren Einflußverlust, und für die Kleinbauern gab es keine Landneuverteilung. In Athen entsteht auch nicht das allgemeine Zusammengehörigkeitsgefühl, was zu vielen Verfassungsbrüchen bei der Wahl der Archonten führt. Die Bevölkerung zerfällt in rivalisierende Gruppen, von denen es Peisistratos schafft, von 560 v. Chr. an eine Tyrannis aufzubauen. Seine Herrschaft beruht auf seiner Leibwache, doch ansonsten verhält er sich nicht wie man es von einem Tyrann erwartet. Der damalige Ausdruck Tyrannis war wertungsfrei und bedeutete lediglich die Herrschaft eines Mannes. Er achtet die solonische Verfassung, setzt aber seine Wunschkandidaten bei Wahlen durch, und bestimmt somit die athenische Politik. Er baut eine starke Exekutive auf, und setzt sich für die Interessen der Bürger ein. Er sorgt für günstige Darlehen für die Kleinbauern und vergibt viele öffentliche Aufträge, was zu zunehmenden Wohlstand Athens führt. Nach seinem Tode 528/27 übernehmen seine beiden Söhne Hippias und Hipparch die Regierungsgeschäfte. Hipparch wird 514 Opfer eines Attentats, das nicht auf ihn, sondern auf seinen Bruder gerichtet war. Danach verschärft sich das politische Klima, und es entsteht eine Gewaltherrschaft. Im Jahre 510 v.Chr. gelingt es Kleisthenes aus der Familie der Alkmaioniden (Rivalen der Peisistratiden) mit Hilfe der Spartaner Athen zu erobern, und die Tyrannis zu beenden.

Die Tyrannis wird später in der griechischen Geschichte negativ beurteilt, doch man darf nicht vergessen, daß sie die Übergangsform zwischen Aristokratie und Demokratie darstellt. Zur Zeit der Tyrannis waren die Hopliten politisch nicht stark genug, um sich gegen den Adel auseinandersetzen zu können. Bis auf Sparta und Aigina hatte fast jede griechische Polis eine Tyrannis. Diese Zeit führte nicht selten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, weil die Tyrannen meist eine recht volksfreundliche Politik betrieben, und zugleich versuchten, den Einfluß des Adels zu begrenzen. Dieser gesunkene Einfluß des Adels kann später von der Demokratie genutzt werden.




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