Die USA und der 2. Weltkrieg
Die USA versucht nach dem japanischen Angriff auf China 1937 jeden Aggressor zu verurteilen. Der amerikanische Präsident Roosevelt läßt im Kongreß Gelder für eine "Zwei-Ozean-Flotte" für Atlantik und Pazifik durchsetzen. Zusätzlich gestattet man ihm die Anschaffung neuer Kampfflugzeuge.
Die nächsten potentiellen Eskalationen entstehen in Europa, wo Hitler Großdeutschland aufbaute, und auch Mussolinis Italien an Albanien Interesse zeigte. Dies beunruhigte die amerikanischen Politiker, weil man keine bedrohliche Entwicklung für die USA sah.
Bei Kriegsausbruch in Europa stimmt eine große Kongreßmehrheit für ein konjunkturbelebendes Gesetz. Man erlaubt England und Frankreich unbeschränkt Kriegsmaterial zu beziehen, solange sie bar bezahlt werden, und auf eigenen Schiffen abtransportiert werden würden. Dies nennt man "cash and carry"
Um den Frachtverkehr trotz deutscher U-Boote zu erleichtern errichtete man südlich von Kanada einen 300-1000 Meilen breiten Sicherheitsstreifen, in dem amerikanische Patroullien kreuzten.
Trotz der "Cash and carry"-Politik erlitten die europäischen Westmächte 1940 schwere Niederlagen in Europa. Das europäische Festland wurde von Deutschland besetzt. Während Hitler eine Bombenoffensive gegen Großbritannien beginnt man in Amerika mit einem gleitenden Übergang zur Wehrpflicht. Zudem unterstützt die USA Großbritannien mit Beständen aus dem Departement of War. Die USA gab 50 Kriegsschiffe an England ab, und erhielt Pachtmöglichkeiten auf britischen Karibikstützpunkten.
Nach Roosevelts Wiederwahl beginnen die ersten amerikanisch – britischen Konferenzen, die über die Grundzüge der gemeinsamen Kriegsführung nachdenken wollen. Dazu wird der "Combined chiefs of Staff Comitee", ein gemeinsames Oberkommando aufgebaut. "Germany first" heißt das Schlagwort, wonach man zuerst Deutschland und dann erst Japan niederwerfen will.
England hat keine Devisen mehr, so daß das "Cash and Carry" eingestellt werden muß. Die USA stand vor der Frage, die Hilfe für England einzustellen, oder dem Krieg gegen Hitler oberste Priorität einzuräumen.
Am 8./11. März wird für den amerikanischen Präsidenten Roosevelt das Lend Lease Act erlassen. Dies bevollmächtige ihn, jedes Land, das er für wichtig erachte mit Materialien aller Art zu unterstützen.
Amerika teilt sich zeitweise in zwei Lager. Es entstand das "Stop Hitler Now Committee" unter dem Vorsitz von Robert W. Sherwood, welches die Interventionen unterstützte. Ganz im Gegensatz dazu handelte das "America First Committee", das Roosevelt tadelt, dem Krieg hinterher zulaufen. Im April 1941 stehen jedoch 70 % der amerikanischen Bürger hinter den Interventionen.
Als Hitler seinen Pakt mit Stalin bricht, schickt Roosevelt einen Abgesandten nach Moskau, um den Materialbedarf der Sowjetunion zu kontrollieren. Letzendlich gewähren die USA der Sowjetunion einen Milliarden-Dollar-Kredit.
Vom 8.-12. August 1941 treffen sich Churchill und Roosevelt auf Schiffen vor Neufundland und verfassen die "Atlantic Charta"
Eine Änderung des Neutralitätsgesetzes erlaubt nun auch amerikanischen Handelsschiffen an Konvoys für die Lend and Lease –Ländern mitzuwirken. Amerikanische Kriegsschiffe geleiten die Schiffe bis nach Island. Die Verantwortung für Zwischenfälle mit deutschen U-Booten wurde der deutschen Führung zugeschoben.
Gleichzeitig verhängen die USA und England ein Handelsembargo gegen Japan. Verhandlungen mit Japan scheitern, auch deshalb, weil man in der amerikanischen Regierung nicht kompromißbereit ist. Zeitgleich betreiben Roosevelt und Berater eine bewußte Desinformationspolitik gegenüber der Öfentlichkeit, um einen zu befürchtenden japanischen Angriff als heimtückisch zu verurteilen. Am 9.12.1941 kommt der japanische Angriff auf Pearl Habour, dem hawaiianischen Hauptliegeplatz der amerikanischen Pazifik Flotte. Alle größeren Schiffe werden schwer getroffen. Es sterben 2403 Amerikaner. Weiter 1178 werden verletzt. Die amerikanische Öffentlichkeit drängt auf den Krieg. Der Kongreß erklärt mit nur einer Gegenstimme Japan den Krieg.
Im Juni 1942 kommt es bei Midway zu einer Seeschlacht, die den Japanern eine empfindliche Niederlage zufügt. Im August beginnt dann die amerikanische Gegenoffensive.
Roosevelt läßt sich nicht von seiner "Germany first" – Devise abbringen. Ein United Nations Declaration von Roosevelt erhält die Unterschrift von den Bevollmächtigten von 26 Staaten. Damit wird ein Kriegsbündnis geschlossen, das sich auf die Atlantic Charta beruft.
Schon bald drängt Stalin auf die Eröffnung einer zweiten Front in Europa. Die Aliierten landen 1943 in Nordafrika und reiben schnell das deutsche Afrika Corps auf.
Vom 14. – 24 Januar 1943 treffen sich Roosevelt und Churchill zu einer Konferenz in Casablanca. Es wird beschlossen, daß
Die Alliierten beginnen anschließend mit einer Landung auf Sizilien und Italien. Nach der Landung in Italien wird Mussolini gestürzt, was den Krieg in Italien sehr verkürzt. Auf russischer Seite hegt man jedoch die Befürchtung, daß die Alliierten von Italien aus nach Mitteleuropa in russisches Interessengebiet einfallen könnten.
Bei einer Außenministerkonferenz in Moskau im Oktober 1943 verspricht man den Russen die Eröffnung einer neuen Front an der europäischen Westküste. Danach erklärte der Kreml, den Amerikaner später beim Kampf gegen Japan einzugreifen.
Roosevelt verzichtete bei der Konferenz in Teheran vom 23.11.- 1.12. 1943 Stalin auf Punkt 1 und 2 der Atlantic Charta hinzuweisen, die eigentlich den Verzicht auf die Okkupation fremder Länder festschrieb. Somit überließ man Stalin die von den Russen eroberten Länder und Gebiete. Stalins Zustimmung wurde andererseits von Roosevelt erhofft, der mit der Allianz eine Weltorganisation schaffen wollte mit den vier "global cops" Rußland, England, China und die USA.
Am 6. Juni 1944 D-Day, der Landetag der Allierten in Frankreich. Die Invasionstruppen können von der deutschen Wehrmacht nicht aufgehalten werden. Auch im Pazifik gelang es den Amerikanern immer mehr die Japaner zurückzudrängen.
Für den zukünftigen Friede beginnt man bereits Pläne zu schmieden. Man beschließt die Gründung eines Währungsfonds und konzipiert die United Nations Organization (UNO). In Quebec billigen Roosevelt und Churchill ein Memorandum von Morgenthau, der das deutsche Reich zerstückeln will, und sämtliche Schwerindustrie abbauen will, um keine Kriegsgefahr von Deutschland ausgehen zu lassen. Doch alle Konzepte stoßen auf Widerstand. Moskau will der UNO nur beitreten, wenn sämtliche 16 russischen Teilrepubliken einen Sitz bekommen. Der Währungsfond wird von New Yorker Finanzkreisen scharf kritisiert. Als durch Indiskretionen der Morgenthau-Plan an die Öffentlichkeit gerät und zum Wahlkampfthema wird, zieht Roosevelt seine Zusage zurück.
Am 7.12.1944 wird Roosevelt wiedergewählt. Sein Gesundheitszustand ist jedoch sehr bedenklich, weil er während des Krieges fast 30mal ein Marine-Hospital aufsuchen muß.
In der Zwischenzeit läuft das "Manhattan Project" weiter, denn auf dem Campus der Universität von Chicago glückt die erste Stabilisierung einer atomaren Ketten reaktion. Es werden schnell Industrieanlagen zur Herstellung von Uranium und Plutonium aufgebaut werden. Denn Roosevelt möchte in absehbarer Zeit die Atombombe auf Deutschland abwerfen lassen.
Die Atombombe bleibt kein Geheimnis mehr, denn Stalin gelangt durch Verrat in Baupläne.
Bei der Konferenz in Jalta gelingt es Roosevelt, Churchill und Stalin nicht, sich über die deutschen Reparationszahlungen einig zu werden. Der Sowjetunion wurde 3 Sitze im UNO-Sicherheitsrat zugesagt, und zudem ein großzügiges Vetorecht. Es wurde Frankreich gestattet, Besatzungszonen in Deutschland und Österreich zu übernehmen, auch weil die Alliierten dafür Gebietszugeständnisse machten. Stalin wollte mit der Sowjetunion 3 Monate nach Niederringung Deutschlands gegen Japan in den Krieg ziehen. In Fernost machte Roosevelt auch der Sowjetunion gegenüber territoriale Zugeständnisse.
Auf der Jalta-Konferenz wird beschlossen, daß man allen Völkern in Europa die Möglichkeit geben möchte, freie, demokratische Wahlen abzuhalten. Stalin verlangt zusätzlich, daß man die Reste des Faschismus beseitigen muß. Damit legitimiert er die Steuerung der Regierungsneubildungen im besetzten Rumänien und Bulgarien durch Sonderkommissare. Zudem kommt von russischer Seite das Gerücht auf, daß Amerika einen Sonderfrieden mit Deutschland aushandeln würde. Roosevelt bleibt wenig Zeit sich dieser Vorwürfe zu wehren, denn er stirbt am 12.4.1945 an den Folgen einer Gehirnblutung. Der Vizepräsident, Harry Truman, wird zum Nachfolger, kann jedoch ohne das Hintergrundwissen Roosevelts den politischen Kurs nicht ändern, und läßt deshalb Eisenhower freie Hand. Nach der Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht bekennt sich Stalin zur deutschen Einheit, aber überläßt Polen die Gebiete östlich der Oder und Neiße, anstelle der alliierten Vorstellung, Deutschland in den Grenzen von 1937 zu lassen.
Am 26. Juni 1945 wird in San Francisco die "Charter of The United Nations Organization" unterzeichnet. Das Regelwerk der UNO soll künftige Konflikte auf höherer Ebene bereinigen.
Bei Vorgesprächen zu der Potsdamer Konferenz vom 17.7. bis 2.8. 1945 erklärt Truman die Beendigung der Leih-Pacht- Lieferungen. Zudem versucht er Stalin mit der Nachricht der geglückten Zündung eines Plutoniumsprengsatzes durch die Arbeitsgruppe des Manhattan Projects zu überraschen.
Bei der Potsdamer Konferenz selbst versucht man die Grundprinzipien der Besatzungspolitik festzulegen. Rußland sollte Reparationen erhalten. Die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Gebieten soll in geregelten Bahnen ablaufen. Die Festlegung der deutschen Westgrenze soll auf einer Friedenskonferenz, die es nie geben wird, geregelt werden. Erst einige Zeit nach Kriegsende marschieren alliierte Truppen in Berlin ein, und bilden dort den gemeinsamen Kontrollrat der Siegermächte. In Potsdam zeigt Stalin, daß auch Rußland in den Krieg gegen Japan eingreifen will. Diese Hilfe wird jedoch von amerikanischer Seite aus nicht mehr benötigt.
Derweil wird Japan starken Bombenangriffen ausgesetzt. In Japan hat man keine Ahnung von der Atomgefahr. Die amerikanischen Ultimaten zur Kriegsbeendung werden von Japan nicht zielstrebig angenommen. Die amerikanische Führung gerät unter Zeitdruck, weil man russisches Eingreifen verhindern will. Als bis zum 5. August kein Einlenken Japans geschieht, werden über Hiroshima und Nagasaki 2 Atombomben abgeworfen.
Die Sowjetunion kann im Osten noch Gebietsgewinne verzeichnen. Die russische Armee marschiert in die Mandschurei, Südsachalin sowie Teile Koreas ein. Ein Freundschaftspakt mit der chinesischen Regierung hält die Russen nicht ab, Millionen chinesischer Kommunisten zu bewaffnen.
Am 2. September 1945 unterzeichnen die japanischen Bevollmächtigten auf einem amerikanischen Schlachtschiff in der Bucht von Tokio die Kapitulation.
Die amerikanischen Verluste im Krieg beliefen sich auf 322 596 Gefallene und 613 663 verwundete Soldaten. Die gesamten Kriegskosten betrugen ca. 350 Milliarden Dollar.