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Kolonisation

Die Kolonisation bezeichnet allgemein die Inbesitznahme und auch Besiedlung fremder Gebiete, auf denen vom Mutterland leicht abhängige Siedlungen aufgebaut wurden. Der Zeitraum dieser Besiedlungspolitik erstreckte sich von 750 – 550 v. Chr. In dieser Zeitperiode entstanden an den Küsten des Mittelmeers und des schwarzen Meeres zahlreiche Siedlungen, deren Namen in der Landessprache umwandelt immer noch bestehen, wie Marseille (griech.: Massilia), Nizza (griech. Nikaia), oder auch Neapel (griech. Neapolis = neue Stadt). Die Siedlungen entstanden unabhängig voneinander, doch nicht alle griechische poleis betätigten sich so stark wie Milet, Chalkis oder auch Korinth. Athen und Sparta bildeten fast keine Kolonien. Die einzige spartanische Kolonie war Taras (heute Tarent). Die neuentstandenen Städte lagen fast ausnahmslos an Küstengebieten, pflegten einen regen Handel mit der Mutterstadt. Aber auch mit dem Hinterland wurde eifrig Handel getrieben. Dies belegen Funde von griechischen Vasen, die weit entfernt von griechischen Kolonien gefunden wurden.

Wichtig für den Erfolg der Kolonisierungsbewegung war die technische und kulturelle Überlegenheit. Die Hellenen gründeten fast nur Kolonien, wo eine primitivere Kulturstufe herrschte. Die Mitglieder dieser Kulturen kamen erst durch die Siedler mit einer Hochkultur in Verbindung. In Gebieten, die bereits von einer Hochkultur besiedelt waren fanden sich nur selten griechische Siedlungen, wie z.B. Kyrene an einer von den Phönikern beherrschtem Küste.

Die Kolonisation war jedoch keine Eroberungsbewegung, sondern diente lediglich als Ventil für innerpolitische Spannungen. Diese entstanden im 8. Jahrhundert durch den allgemeinen Mangel an Ackerboden, der durch das Bevölkerungswachstum und gelegentliche Mißernten verstärkt wird. Teilweise beginnen polisbewohner aus eigenem Willen ihre Heimatstadt zu verlassen, doch manchmal wird die Auswanderung auch von Regierungen organisiert und erzwungen. Das ursprüngliche Motiv der Landsuche weicht jedoch im Laufe der Zeit auch Handelsinteressen. Dann werden einige Kolonien nur angelegt, um Handelswege oder Rohstoffe zu sichern. Die Folgen der Kolonisierung sind für die griechische Geschichte recht bedeutend:

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