Kalenderprobleme im Mittelalter
Die Menschheit begann in der Vergangenheit das Kontinuum "Zeit" zu gliedern und in verschiedene Einheiten zu unterteilen. Im Laufe der Geschichte entstanden jedoch mehrere Kalender.
Der mittelalterliche Kalender folgt im ungefähren dem römischen, julianischen Kalender in der Jahreszählung. Die Zählung der Wochentage wurde aus dem christlichen bzw. jüdischen Kalenders übernommen. Zusätzlich existierten verschiedenen Datierungsmuster nach Regierungsjahren von Kaiser und Königen (Indikationsjahren) Diese Datierung stammt aus der Zeitmessung der Kanzleien, die sich um Steuerangelegenheiten kümmerten.
Die Zeitdatierung wird im Mittelalter heilsgeschichtlich ausgerichtet. Die Datierung beginnt mit "vor" und "nach" Christi Geburt, also mit der Incarnationsära (Menschwerdung Christi) Diese Berechnung, die Einzug in die großen Weltchroniken fand, stellte Dionysius Exigius (6.Jh.) auf . Regional änderten sich die Jahresanfänge, die zwischen 25. Dezember und Ostern lagen. Der heutige Kalender wurde erst im Jahre 1582 durch Papst Georg XIII. angeordnet.
In der jüngeren Vergangenheit gab es mehrere Versuche (z.B. franz. Revolution) einen neuen Kalender aufzustellen, was jedoch nie sonderlich erfolgreich war. Neben dem gregorianischen Kalender gibt es noch den jüdischen Kalender der mit der Erschaffung der Welt 3700 v. Chr. beginnt. Ferner gibt es noch den islamischen Kalender, der 622 n.Chr. nach der Flucht des Propheten Mohammeds aus Mekka beginnt.
Im Mittelalter beschränkten sich die Menschen mangels chronologischer Hilfsmittel auf signifikante Daten ihrer Lebenszeit. Dies waren Naturkatastrophen oder auch die Jahreszeiten. In Schlesien beispielsweise orientierte man sich am Mongoleneinfall des Jahres 1241.
Die Menschen selbst besaßen kein genaues Wissen über ihren eigenen Geburtstag. Die Familienchroniken kamen erst im 15. Jahrhundert bei den Stadtbürgerlichen Familien auf.