Der Charakter der hellenistischen Monarchie
Die hellenistische Monarchie besteht aus zwei verschiedenen Formen der Königsherrschaft. Einerseits das makedonische Heereskönigtum, zu dessen Vertretern anfangs Alexander der Große zählte, und die orientalische Herrschaft, die das Heer auf ihrem Zug kennenlernte. Aus Griechenland kamen keine monarchischen Einflüsse, weil es dort keine richtige Monarchie gab, auch das spartanische System kann man nicht als typisch monarchisch beschreiben. Es werden also die Elemente der europäischen und der orientalischen Welt verknüpft. Dies sollte nicht unproblematisch sein, weil das beherrschte Gebiet verschiedene Herrschaftstraditionen besaß. In Makedonien war die militärische Stärke von besonderer Bedeutung für einen Herrscher. Im Orient waren die Herrscher sich eher einer vergöttlichten Lage, und hoben sich von ihren Untertanen ab. Der griechische Raum war von poleis überzogen, die sich gegen jegliche Form der Monarchie stemmten.
In der Praxis wurde die Monarchie nicht durch Erbfolge verliehen, sondern durch die militärischen Fähigkeiten erworben. Die Herrscher standen unter starkem Erfolgszwang, denn die Gebiete besaßen keine homogene Bevölkerung, was Unruhen begünstigt hätte. Die jeweiligen Herrscher versuchten jedoch wieder das dynastische Prinzip einzuführen, das die Fähigkeit zu Erfolgen vererben soll. Eine andere Möglichkeit der Vererbungslegitimation war dann die Zurückführung der Vorfahren auf Heroen oder Götter. Dieser Umstand führte zu einem Herrscherkult und besonderen Feierlichkeiten.