Der athenisch – spartanische Dualismus
Die anwachsende Macht Athens durch den attischen Seebund führt zu Spannungen mit Sparta, das an der Spitze des peloponnesischen Bund steht. In der athenischen Führungsschicht spalten sich die Meinungen. Themistokles, Bezwinger der Perser zu Salamis, betrachtet die Konfrontation mit Sparta als unvermeidlich, und will deshalb Athen militärisch absichern. Er möchte die Befestigungen ausbauen, und den Streit mit den Persern beilegen. Sein Kontrahent Kimon, Sohn des Miltiades (Sieger der Schlacht bei Marathon), will am Bündnis mit Sparta festhalten. Der Innenpolitische Streit führt 471 zu Ostrakisierung von Themistokles. Dieser geht zuerst nach Argos, dem alten Feind Spartas, aber als ihm auf Drängen der Spartaner der Prozeß wegen Hochverrat gemacht wird, flieht er nach Persien. Vom dortigen König wird er ehrenvoll aufgenommen, und erhält ein Vasallenfürstentum.
Als Sparta 464 v. Chr. durch ein Erdbeben geschwächt wird, und anschließend in einen Helotenaufstand verwickelt wird, erbittet es Waffenhilfe von Athen. Die eintreffenden Truppen bringen ihre demokratischen Ideen mit, und werden von Sparta 462 v. Chr. zurückgeschickt. Die Zurückweisung der Truppen verschlechtert die athenische Stimmung gegenüber Sparta. Im Jahre 461 v. Chr. wird der Spartafreund Kimon auch durch das Ostrakismus in die Verbannung geschickt. Athen sucht nun die Anlehnung an die spartanischen Feinde Argos und Megara und baut derweil seine Befestigungsanlagen aus. Der Hafen Piräus wird mit den "langen Mauern" mit der Innenstadt Athen in einem gemeinsamen Verteidigungsring geschützt. Der geschützte Hafens soll die Wichtigkeit der athenischen Seeüberlegenheit demonstrieren. Dies zeigt auch 455 v.Chr. die Flottenexpeditition des Tolmides. Er umrundet die Peloponnes, und unterwirft Inseln im spartanischen Einflußgebiet vor der peloponnesischen Küste. Die Spartiaten und ihre Verbündeten demonstrieren ihre Überlegenheit auf dem Lande. In mehreren Schlachten wird Athen geschlagen, bis es schließlich dem spartanischen Heer gelingt unter der Führung des Königs Pleistonax die Stadt Athen einzunehmen. Es wird 446 ein auf dreißig Jahre festgesetzter Friede geschlossen, der jedoch die Beziehungen nicht verbessern. Der Dualismus zwischen Athen und Sparta mündet 431 im Peloponnesischen Krieg, der die gegenseitige Vernichtung beider poleis bewirkt, und es Makedonien ermöglicht später die stärkste Macht in Griechenland zu werden.