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Die Ausbreitung der römischen Herrschaft

Anfang des 5. Jahrhunderts spielt Rom nach dem Verschwinden der etruskischen Vorherrschaft keine gewichtige Rolle in dem politischen Gebilde Italiens. Doch innerhalb von 200 Jahren kann Rom die Vormacht in Italien ergreifen. Dieser Vorgang läuft in mehreren Phasen ab.

  1. Im 5. Jahrhundert sind ständige Auseinandersetzungen mit den Nachbarstämmen an der Tagesordnung. Um der ständigen Gefahr der Bergvölker zu entgehen, schließt Rom mit den anderen latinischen Städten den Latinischen Bund. Nach dem Sieg über die Bergvölker wird die etruskische Stadt Veii im Jahre 396 besiegt, und Rom übernimmt die Führung innerhalb des latinischen Bundes.
  2. Die nächste Phase am Anfang des 4. Jahrhunderts bringt den Einfall der Kelten nach Italien. Die Eindringlinge schlagen zuerst die Etrusker, und anschließend die Römer, welche der Zerstörung der Stadt nichts entgegenzusetzen haben. Anschließend tritt Rom in Krieg mit den alten Gegnern. Diese sind die Volsker und Etrusker, welche gegen 350 endgültig besiegt werden. Zur selben Zeit beginnt auch Rom eine Stadtmauer zu bauen, und sich zu befestigen.
  3. In der Mitte des 4. Jahrhunderts entsteht für Rom eine neue Bedrohung. Die Stämme im Süden schließen sich zu dem Samnitischen Bund zusammen, und kämpfen über 50 Jahre um die Vormachtsstellung in Mittelitalien. Drei Samnitenkriege (343 – 342, 326 – 302, 298 – 290) sind notwendig, bis Rom sich durchsetzen kann. Zur selben Zeit besiegen die Römer auch die Sabiner (304 – 290) und bringen das Land der Besiegten in römische Abhängigkeit.
  4. Nach dem 1. Erfolg gegen die Samniten bricht der Latinische Bund aufgrund der Hegemonialbestrebung Roms zusammen, und führt zu dem Latinischen Krieg (340 – 338), der mit der totalen Niederlage der Latiner endet, die fortan ihre Selbständigkeit verlieren.
  5. Der Sieg Roms über die Samniten bringt die Vorherrschaft über Kampanien (Mittelitalien). Im Süden treffen die Römer nun auf die griechische Kolonie Tarent, die ihre Hegemonialstellung in Süditalien bedroht sieht, und deshalb auf die Hilfe von Pyrrhos baut. Dieser möchte Sizilien und Norditalien unter seiner Herrschaft verbinden. Im Tarentischen Krieg von 282 – 272 stößt Rom zum ersten Male auf einen hellenistischen Gegner, der von Tarent und den restlichen Samniten unterstürzt wird. Die Römer erleiden bei Herakleia (280 v. Chr.) und Ausculum (279 v. Chr.) schwere Niederlagen, ohne das Pyrrhos seinen Sieg nutzen kann. Nach einer siegerlosen Schlacht im Jahre 275 v. Chr. bei Benevent zieht Pyrrhos sich aus Italien zurück. Jetzt kann Rom die Samniten vollständig unterwerfen, und in Bündnisverträge zwingen. Ab 272 hat Rom die Vormacht in Mittel- und Unteritalien erreicht.
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