Home > History > Antike > Römische Geschichte > Die Anfänge der römischen Geschichte


Die Anfänge der römischen Geschichte

Nach der vergilschen Sage setzte die Geschichte Roms nach der Zerstörung Trojas ein. Der trojanische Held Aeneas, Sohn des Anchises und der Göttin Aphrodite, landet nach langer Irrfahrt in Latium in Italien und gründet die Stadt Lavinium. Sein Sohn Julus gründet eine zweite Stadt, Alba Longa, wo seine Nachfahren bis ins 8. Jh. vor Chr. regieren. Zwischen den beiden letzten Königen von Alba Longua, den Brüdern Amulius und Numitor, entsteht Streit um die Thronfolge. Amulius vertreibt den Rechtmäßigen Herrscher und drängt dessen Tochter ins Vestalinnenamt. Doch der Zweig der Familie stirbt nicht ab, denn die Tochter, Rea Silva, wird von Kriegsgott Mars geschwängert. Sie gebärt Zwillinge, Romulus und Remus, die ausgesetzt werden. Anstatt zu sterben, werden sie von einer Wölfin gesäugt und später von einem Hirten aufgezogen. Nach einigen Jahren erfahren sie von ihrer Herkunft, kehren nach Rom zurück, töten Amilius und setzen ihren Großvater Numitior wieder ein. Am 21.3.753 v. Chr. gründen sie selbst eine Stadt, Rom, wobei es zu einem Streit kommt, nach welchem Romulus seinen Bruder tötet. Da die neugegründete Stadt am Anfang unter Frauenmangel litten, entführten die Römer die Frauen des benachbarten Stammes der Sabiner. Nach Romulus kamen noch 6 weitere Könige, ehe Tarquinius Superbus mit Tyrannei sein Volk gegen sich aufbringt, und nach Schändung der vornehmen Römerin Lucretia von Lucius Iunius Brutus 521 v. Chr. verjagt wird. Dies war die mythisch überlieferte Geburtsstunde der römischen Republik.

In der geschichtliche Wirklichkeit ging die Entstehung Roms anders vonstatten. Im Zuge der indogermanischen Wanderung siedelten sich 1200 v. Chr. auf der Apenninenhalbinsel italienische Stämme an. Auf dem Palatinhügel wurde 1000 v. Chr. die erste dörfliche Siedlung im Gebiete Roms gebaut. Ungefähr zur selben Zeit wandern die Etrusker ein, die vermutlich aus Kleinasien stammten, und besiedelten das Gebiet der heutigen Toskana ( lat. tusci = Etrusker) Die Küstengebiete im Süden und auf Ostsizilien geraten im Zuge der griechischen Kolonisation unter griechische Herrschaft, während die Inseln im Osten unter Einfluß der phönikischen Karthager stehen. Die kulturell und technisch überlegen Etrusker erreichen die Herrschaft über das latinische Gebiet und bauen Rom zu einer Stadt aus. Der Name Rom wurde wahrscheinlich abgeleitet von dem königlichen Geschlecht der Ruma. Die Könige, die in Übereinstimmung mit den Sagen bis ins 5. Jh. regieren sind in Wirklichkeit etruskischer Herkunft. Nach weiterer Ausdehnung der Etrusker bekommen sie Konflikte mit den griechischen Kolonien und erleiden 474 v. Chr. eine vernichtende Niederlage in einer Seeschlacht vor Cumae. Schon einige Jahre zuvor begann ihre Vorherrschaft zu bröckeln, was zu einer Loslösung der lateinischen Gebiete führt, darunter auch die Stadt Rom. Der Einfluß der Etrusker bleibt jedoch bestehen, denn etruskische und römische Familien sind längst zusammengeschmolzen, und hat auch Eindruck auf die Kultur der Römer. Die Etrusker, selbst von griechischer Kultur beeinflußt, brachten kulturelle Fortschritte nach Rom. Neben vielen religiösen Ritualen sind es die große Entwässerungsanlage (cloaca maxima), Gladiatorenspiele, das Namenssystem und auch die Weissagung mit Eingeweidenschau und Vogelflug.

Hosted by www.Geocities.ws

1