Von der Zeit des Mittelalters bis 1995

Schon in der Zeit vor und nach Christus Geburt hat man sich Gedanken über ferne Planeten gemacht. Es sind die ersten Ansätze einer großen möglichen Zukunft, die wir selbst noch nicht kennen, doch es ist schon erstaunlich, obwohl man von Stand der heutigen Weltbildes in der tiefen Vergangenheit noch nichts wusste und deren damalige Wissenschaft nur auf Glauben basierte, hat man schon mit diesen Gedanken gespielt - mit Gedanken, ob es nicht andere Planeten (in der damaligen Zeit noch Götter gewesen) gibt, die sich von der Erde viel weiter entfernt befinden und dass es dort auf ihren festen Oberflächen ebenfalls Leben gibt.
Unsere Vergangenheit war eine Zeit, in der das egozentrische Weltbild gerade hochaktuell war und man einen Glauben an vielen Göttern (Polytheismus) noch pflegte. Früher hielte man die Planeten, die am Nachthimmel standen und es noch heute immer tun, für mächtige menschliche Geschöpfe. Aus unserer heutigen Sicht haben sie nichts mehr mit "mächtigen Göttern" gemeinsam. Nein! In einer bestimmten Betrachtungsweise erscheinen sie eher recht langweilig zu sein. Sie sind nur seelenlose Objekte, entstanden aus den Grundgesetzen der Physik und der Natur. Es sind feste oder gasförmige Körper, die sich aus den häufigsten und wichtigsten chemischen Elementen etwas gebildet haben. Und da erzähle einer einmal die Geschichte von mächtigen Göttern...
Doch unsere Planeten haben doch auch was Ansehnliches. Wenn man sie genau betrachtet, kreisen sie nicht "still und stumm um die Sonne herum". Zum Beispiel ihre Oberflächen haben etwas Aufregendes. Oder in ihrer Lage im Sonnensystem, ihrer Anzahl der Monde, durch das Dasein großen riesigen und wunderschönen Ringen...
Ich möchte nun nicht ins Detail gehen - obwohl ich es gern wollte, doch nun lieber dem eigentlichen Thema dieses Aufsatzes wieder widmen.
In Griechenland gab es zum Beispiel die ersten "Aufständigen", die schon zur damaligen Zeit eine andere Weltanschauung besaßen. Nicht die Erde sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Sonne. Zwei dieser Vertreter hießen Astistarchos von Samos und Heraklit. Später entstand sschließlich dank der Hilfe von Kopernikus das heutige heliozentrische Weltbild.
Neben diesen Andersdenkenden gab es einen weiteren griechischen Zeitgenossen. Er hieß Epikur. In einem Brief an Herodot auf dem 3. Jahrhundert vor Christus schrieb er folgendes: "Es gibt unzählige Welten, sowohl solche wie die unsere als auch andere. [...] nichts spricht gegen eine unendliche Anzahl von Welten. [...] Wir müssen akzeptieren, dass es auf allen Welten Lebewesen, Pflanzen und andere Dinge gibt, wie wir sie auf unserer Welt erblicken."
Klingt das nicht ein bisschen komisch? Da schreibt ein dahergelaufener Grieche, der vor mehr als 2000 Jahre gelebt hatte, einen Brief an seinen besten Freund, dessen Inhalt für diese damalige Zeit völlig merkwürdig. Und doch ist uns diese Aussage heute allgemein vertraut.
Übrigens findet man in der Bibel - ob man es glaubt oder nicht - eine ähnliche Andeutung. Man findet sie in xyz: ""
Die Zeit zwischen den all gelebten griechischen Historikern und Philosophen wie Erastosthenes, Aristoteles oder Pythagoras und dem Mittelalter verlief ein bisschen ruhig und nicht sehr spannend. In diesem Zeitraum hat man wenige neue Entdeckungen gemacht. Aber dafür wurde wieder das Mittelalter sehr spannend.
Ähnlich wie in im alten Griechenland tauchten mittelalterliche Wissenschaftler auf, die die Welt von damals sozusagen auf Kopf stellten. Nikolaus Kopernikus ist ein Beispiel: Er griff das Weltbild von Astistarchos von Samos und Heraklit wieder auf und verfeinerte es. Mit seiner Hilfe entstand daraus das heutige heliozentrische Weltbild. Die Menschen des Mittelalters vertraten allerdings diese neue Weltanschauung nicht und sträubten sich mit allen Widerständen gegen diese Behauptungen. Der Grund war der Glaube an die Kirche und das mächtigste, unantastbare Wesen mit dem Namen Gott. Seine verkündeten Worte standen alle in der Bibel. Die Bibel war das Wort Gottes. Alles was in der Bibel stand, stimmte; musste stimmen; sollte stimmen. Alle, die gegen diese "Tatsachen" waren, wurden als Ketzer bezeichnet und als Diener des Teufels deklariert. Wenn sie ihre "falschen" Behauptungen vor der Kirche nicht widerrufen hätten, wurden sie ansonsten als Todesurteil auf dem Scheiterhaufen des öffentlichen Marktplatzes verbrannt.
Diesem Schicksal entging auch Giordano Bruno nicht. Einst sagte die Worte: "". Das brachte ihn den Tod. Am Morgen des 17. Februars 1600 wurde er auf dem Campo di Fiori in Rom (zu deutsch: das Blumenfeld) am lebendigen Leibe verbrannt.
Doch Giordano Bruno war nur einer von vielen. Auf der langen "Liste der Ketzer" standen Namen wie Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler. Auf alle stand der Vorwurf der Ketzerei und ein Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben. Doch wir wissen heute nun, dass die Kirche Unrecht hatte.
Die Ketzer waren Menschen und Forscher der mittelalterlichen Wissens gewesen, die sozusagen ein Sprung voraus waren; um die Ecke dachten - sogenannte Querdenker. Mit diesem Menschen begann die Wende zum einem neuen Weltbild. Die Kirche griff zwar hart dagegen, doch war sie letztendlich gegen den Wandel machtlos.
Das Ende des Wandels zu einem neuen Weltbild war nun endgültig komplett, als Isaac Newton den Apfel aß, der vom Baum auf seinem Kopf fiel: Er entdeckte die Schwerkraft. In seinen langen Forschungen formulierte er 1687 in seinem Werke Philosophiae naturalis principia mathematica (Mathematische Prinzipien der Naturlehre) die 3 sogenannten Newtonischen Axiome der Mechanik und erklärte, wie sich die Gravitation zwischen Erde und Mond berechnen ließe. Durch diese neue Entdeckung war man in der Lage die Orte der Planeten auf ihren Bahnen vorauszuberechnen. Die Kirche hatte somit keine Vorwurf mehr, dass die die Astronomen der Mittelalters mit bösen Mächten herumtrieben.
Der Glaube an fremde Planeten blieb aber über all die Zeit weiter bestehen. An diesen Glauben festigte sich auch Bernand Le Bovier de Fontenelle. In seinem Werk Entretiens sur la pluralité des mondes ist er der Meinung, dass es viele weitere bewohnte Planeten gibt, die um andere Sterne kreisen. Sein Werk gibt es auch in einer deutschen Übersetzung mit dem Titel Gespräche von mehr als einer Welt - zwischen einem Frauenzimmer und einem Gelehrten.
Mit dem Beginn des neuen Weltbildes begann auch die Zeit der "neuen Entdeckungen": xxx erfand die Dampfmaschine, xxx baute den ersten Heißluftballon und die Gebrüder Wright konstruierte das erste Fluggerät, die dem sich auch später zum erstem Mal flogen. Alle diese Entdeckungen waren die ersten Ansätze von Dingen, Sachen, Prinzipien, Techniken und Systemen gewesen, die in der heutigen modernen Welt um täglichen Einsatz kommen. Ohne der Dampfmaschine würden wir noch alle mit der Kutsche fahren, ohne den ersten Fluggerät wären wir noch alle zu Fuß oder mit dem Schiff unterwegs und ohne Immanuel Kant und Pierre Simon de Laplace müssten wir heute nicht wie die Erde und die Planeten entstanden sind...
1755 machte Immanuel Kant erste Gedanken über die Entstehung des Planetensystems. Seine Gedanken gingen davon aus, dass sich das Planetensystem aus einer verdichteten Wolke aus Gas und Staub entstand. 1796 entwickelte Pierre Simon de Laplace eine ähnliche Theorie. In seiner Theorie bildeten sich Planeten demnach aus Gasringen eines Stern, der schon bereits existiert, die aus ihm herausgeschleudert worden. Diese sogenannte Nebularhypothese bildet die heutige Grundlage über die Entstehung des Planetensystems.
Grundlage für die Entdeckung der heutigen Exoplaneten war auch die Anwendung der ersten technischen Anwendungspraktiken zur Aufsuchung von kosmischen Objekten. 1782 beobachtete John Goodricke den Stern Algol im Sternbild Perseus. Er bemerkte, dass sich Algol's Helligkeit in x,x Tagen änderte. Daraus schloss er, dass es dort einem unsichtbaren kosmischen Begleiter gibt, der sich in diesem Zeitraum vor dem Stern befand und ihn somit etwas verdunkelte. Diesen Vorgang nennt man einen Transit. Solche Helligkeitsänderungen dienen heute als Indiz für Planeten. Zusammen ergibt die Transit-Suchmethode.
1841 fand der Bremer Arzt und Astronom Friedrich Wilhelm Bessel erste Hinweise auf den Sirius-Begleiter Sirius B (Weißer Zwergstern). Er misste einfach die Koordinaten des Sirius am Himmel. Daraus erkannte, dass Sirius periodische Stellungswechsel bezog. Daraus schloss er nun, dass es um Sirius einen Begleiter gab. Später konnte man ihn photographisch nachweisen. Die Methode, die Bessel angewandt hatte, wird auch heute bei der Suche nach Exoplaneten benutzt. Man nennt sie Astrometrie-Methode.
Ein Jahr später erkannte und erklärte Christian Johann Doppler den später nach ihm benannten Doppler-Effekt. Es ist dabei eine scheinbare Verschiebung der Wellenlänge von Licht und Ton, wenn sich eine Quelle einen Beobachter nähert oder entfernt. Armand Fizeau trug hier seinen entdeckenden Anteil mit bei. 1848 fand er heraus, dass bei kosmischen Objekten (z. B. ein Stern) seine Radialgeschwindigkeit bestimmen kann, indem man in seinem zerlegtem Spektrum die Verschiebung der Spektrallinien misst. Dies war die Basis für die Anwendung der Suchmethode mit Radialgeschwindigkeitsmessungen. Zudem ist es heute die häufig eingesetzte und erfolgreichste Suchmethode überhaupt.
Auf diese Weise entstanden nun die ersten Suchmethoden, die man später zur Suche und Entdeckung nach Exoplaneten benutzte. Was in der Frühgeschichte der Menschheit Gedanken und Philosophie war, über das Mittelalter zu manifesten Entdeckungen wurde und bis zum Beginn der Industrialisierung um den gesamten Erdglobus erste, routinenmäßige Anwendung wurde, zeigt, dass alles seinen richtigen Lauf und Platz hat und Ereignisse, Dinge, Entdeckungen reformiert, verändert, weiterentwickelt werden. Im frühen Griechenland machte man sich Gedanken war Planeten und Sterne sein könnten (Götter!). Im Mittelalter versuchte man den Glauben abzuschütteln und das wahre Wesen durch die Wissenschaft zu beweisen. Mit dem Beginn des 19. Jahrhundert war vom einstigen Glauben an die Götter keine Spur mehr geblieben und der neue Sieger namens Wissenschaft begann, in den komplexen Tiefe der Naturgesetze zu forschen.
Es ist schwer zu sagen, was es ist und wie man dieses Phänomen interpretieren kann. Man kann es als eine Art Kreislauf sehen, obwohl es keinen direkten Anfang und Ende gibt. Es ist wie ein unendliches Förderband, von dem nach nicht weiss, wo die Maschine steckt, die das Förderband antreibt. Man kann dieses dimensionslose Phänomen als eine Art Metamorphose ansehen, die pausenlos neue Veränderungen. Doch denkt man in menschlichen Maßen, bleiben nur Fragen, die man nicht beantworten kann, und widmet sich lieber den Dingen zu, deren Prinzip der Anwendung und dem Verständnis über die Wirkung kennt und zu Nutze machen will. Zum Beispiel dem Entdecken von fernen Planeten...
Mit der Zeit kannte man nun die Techniken der Methoden, um unbekannte Begleiter um Sterne aufzuspüren. Erste Astronomen versuchten, Planeten um anderen Sterne zu entdecken. Doch meist war am Ende nur Fehlmeldungen. Es gab einige Ursachen, die diese falschen Entdeckungen zustande brachten. Oft waren es ungenaue Messungen. Früher war es sehr schwierig eine Information exakt auf ihre Genauigkeit zu bestimmen. Es lag dabei man Stand der Technik. Heute sind beispielsweise Teleskope um vielfaches größer und leistungsfähiger. Sie können rational mehr entdecken, aufnehmen und dank Computerunterstützung mehr verarbeiten. Früher sah die Sache aber ganz anders aus.
Probieren geht über Studieren - nach diesem Motto könnte man sagen, versuchte man mögliche Exoplaneten zu entdecken. Den ersten frühen bekannten Versuch probierte 1897 Thomas See. Er behauptete, mehrere extrasolare Planeten entdeckt, doch keiner konnte seine Funde bestätigen. 1938 gab Erik Holmberg nach mehreren astrometrischen Messungen bekannt, dass es einen Planeten um den Stern Prokyon (Sternbild Kleiner Hund) entdeckt hätte. Doch er blieb mit seiner Entdeckung allein stehen; keiner konnte diesen Planeten ebenfalls entdecken. 1943 sagte Kai Strand, dass er bei dem bekannten Stern 61 Cygni (Sternbild Schwan) ebenfalls einen extrasolaren Planeten entdeckt hätte, doch später musste er mit der Gewissheit leben, dass seine Entdeckung das reinste Gegenteil war.
Doch der wahrscheinliche berühmteste Fall in der Geschichte der Astronomie unterlief Peter van de Kamp. Van de Kamp widmete seiner astronomischen Forschungen der astrometrischen Bestimmung von Sternen zu, maß etliche Sternhelligkeiten und entdeckte einige Doppelsterne. Und ein Stern hatte es ihm besonders angetan: Barnard Stern. Dieser rote Zwergstern, 1916 entdeckt von Edward Emerson Barnard, ist ein besonderer und vielen. Dass er der drittnächste Stern (~ 6 Lichtjahre entfernt) von unserer Sonne ist, ist er zudem ein Stern, der mit 10,3 Bogensekunden pro Jahr die höchste Eigenbewegung am Himmel aufweist.
Peter van de Kamp schenkte 40 Jahre seines Lebens den Forschungen nach möglichen Planeten um Barnards Stern. 1938 begann er seine Forschungen. Bald hatte er schon 2000 Fotoplatten gesammelt, auf denen dieser 9,55 mag helle Stern zu sehen war. Durch die Größe der Ortsänderungen an der Hemisphäre konnte ein erstes Modell über die Existenz eines Planeten um diesen Stern machen. demnach umkreiste dieser Stern ein Planet in einer Umlaufszeit von fast 24 Erdenjahre mit einer Masse, die 1.6 mal größer als von Jupiter. Jedoch schien dieser Planet nach Peter van de Kamp in seinen Maßen seiner Umlaufbahn etwas sehr exzentrisch zu sein. Seine Abstände zum Barnards Stern schwanken zwischen 1.8 und 7.1 AE.
Bis 1969 wuchs seine Sammlung von Fotoplatten von Barnards Stern auf ca. 3000 an. In dieser Zeit änderte sein Modell über den Planeten um Barnards Stern. Aus einem Planeten wurden nun zwei. Der innere Planet umkreiste den Stern in 12 Erdjahren und der äußere Planet in 26 Jahre. Später änderte er diese Umkreisung von 26 Jahre auf 20. Doch die Existenz dieser beiden Planeten sollte nicht auf Dauer bleiben.
Astronomen wie George Gatewood (heute sehr bekannt) beobachteten ebenfalls Barnards Stern. Sie hatten dabei Teleskope, die etwas leistungsfähiger waren, als das von Van de Kamp. Somit waren sie in der Lage, die Planetendaten beider Planeten um den roten Zwergstern besser und genauer bestimmen zu können. Doch man hatte Zweifel an die Existenz dieser Planeten. Der Grund war, dass einer der Studenten von George Gatewood einmal ihn darauf hinwies, dass alle Störungen, die Peter van de Kamp mass, durch ein Vielfaches von 8,3 teilbar waren. Das war der Augenblick, an den Gatewood ernsthafte Gedanken setzte, dass mit den Planeten bei Barnards Pfeilstern nicht stimmen konnte. Dann kamen die Ergebnisse der Aufnahmen ins Spiel. Die Aufnahmen zeigten leider das, was George Gatewood vermutet hatte. Man fand keine Ortsveränderungen von Barnards Stern an der Hemisphäre und somit keinen Hinweis auf mindestens einen Planeten um ihn.
Man begann zu recherchieren, weshalb es zu diesen Fehlerinformationen kam. Abgesehen davon, dass das Teleskop von Van de Kamp etwas leistungsschwächer war, als das von George Gatewood, wollte man andere mögliche Fehler ausschließen bzw. den richtigen Fehler finden. Dabei kam die Zahl 8,3 wieder ins Spiel und es dauerte nicht lange, da fand man die Ursache: Man fand heraus, dass Peter van de Kamp ca. alle acht Jahre Veränderungen an seinem Teleskop vornahm. Das seien u.a. Ortswechsel, Aufbau oder Austausch von Zusatzinstrumenten gewesen. Damit hatte man den Fehler gefunden und die Existenz beider Planeten um Barnards Stern erlosch allmählich.
Es ist schon eine traurige Geschichte aus der Astronomie, wenn nicht gar ironisch. Ein alter netter Knabe widmete seine halbes Leben und seine gesamte Forschungen nur einem einzigen Stern zu. Und am Ende wird seine Arbeit von Schicksal nicht einmal belohnt. Doch Peter van de Kamp war selbst an seinem Glauben beider Sterne um Barnards Stern bis zu seinem Tod 1995 daran verbissen, dass er nichts mehr losließ. Kann man eigentlich dies so interpretieren, dass er sein Leben für die Astronomie gab?
In Sachen "Staubscheiben & Bildung von Planetensystemen" hatte sich auch einiges getan. 1918 stellten Thomas Chamberlin und Forest Moulton die neue sogenannte Planetesimalhypthese auf. demnach wird, wenn ein Stern sehr nahe an einen anderen Stern vorbeifliegt, das Gas des ersten Stern herausgeschleudert. Dieses Gas kühlt sich ab und verteilt sich als feiner Ring um den ersten Stern herum. Dieser Staub- und Gasring beginnt an den kompaktesten Stelen sich zu verdichten und aus den Klumpen (man nennt sie Planetesimale), sich daraus entstanden, wird daraus ein neuer Planet.
1918 stellten James Jeans und Harold Jeffreys seine sehr ähnliche Theorie über die Entstehung eines Planetensystem mit den Planeten auf. Sie gingen ebenfalls von eines sehr engen Vorbeiflug eines Stern an einem andern Stern aus, doch wird das herausgeschleuderte Gasmaterial nicht um den Stern verteilt, sondern kondensiert sofort zu einem neuen Planeten.
Doch beide Theorien, die in dieser Zeit aufgestellt wurden sind, hatten einen großen Hacken: Sie waren realistisch gesehen nicht anwendbar. Das konnte 1935 Henry Russell beweisen. Hätten nämlich ein an ein anderem vorbeifliegenden Stern beide so nahe gekommen, würden sich beide Sterne gravitativ anziehen. Beide Sterne würden dann aus ihrer ursprünglichen Bahn um das Galaxiezentrum abtreiben und mit hoher Sicherheit ein Doppelsternsystem bilden. Es könnte auch sogar passieren, dass der massenschwächere Sterne auf den massereicheren Stern gestürzt wäre.
Trotzdem hatte besonders die Planetesimalhypothese zur endgültigen Aufstellung der heutigen, fast endgültigen Theorie über die Entstehung von Planetensystem mit beigetragen. In dieser Theorie bildeten sich spätere Planeten aus den Verklumpungen von Gas und Staub, die man Planetesimale nannte. Dieser Vorgang wird heute als allgemein anerkannt angenommen. Zwar konnte man diesen Vorgang der Verklumpung zu Planetesimalen nicht direkt beobachten oder irgendwelche sogenannte Proto-Planeten finden (die aus dieser Verklumpung hervorgingen), doch die logische Schlussfolgerung setzt nahe, dass dieser oder ein sehr ähnlicher Vorgang tatsächlich sich im Universum bei der Bildung von Planeten abspielt. 1944 konnte Carl Friedrich von Weizsäcker nämlich belegen, dass eine langsame Verklumpung der Planetesimale stattfand, damit später die heutigen Planeten entstanden, als er die Nebular-Theorie von Laplace wieder aufgriff.
1930 erfand Bernard Ferdinand Lyot einen sogenannten Koronographen. Das war ein astronomisches Instrument, das die leuchtende Scheibe der Sonne abdeckte, um ihre Korona besser zu beobachten. Die Sonne überstrahlt durch ihr Sonnenlicht sonst immer ihre Umgebung und der Mensch hatte bisher (abgesehen von Sonnenflecken fast) keine Chance gehabt, zu erforschen und zu beobachten, was sich eigentlich auf und um der Sonne herum abspielte.
Doch warum sollte man nur die Sonne abdecken, wenn diese neue Möglichkeit der Beobachtung auch auf andere Sterne anwendbar ist? Diesen Vorteil machten sich 1984 Bardford Smith und Richard Terrile zu Nutze. Sie richteten das Fadenkreuz des Koronographen einfach auf das Zentrum des Sterns, der am Nachthimmel stand. Das bestimmten sich die Größe und den Radius der "künstlichen" Verfinsterung und voila, der Stern war verdunkelt und man konnte die Gas-/Staubscheibe um diesen Stern nun erkennen. Mit dieser Technik entdeckten beide Astronomen sschließlich die Staubscheibe um den Stern Beta Pictoris (Sternbild bildhauer).
Eine ganz andere Beobachtungstechnik zur Entdeckung von Staubscheiben war das Einsetzen von Infrarotfiltern. Von einem Stern, bei dem man vermutete, dass er eine Staubscheibe besitzt bzw. auf eine Existenz einer Staubscheibe schließen wollte, beobachtete man den Stern nicht im normalen Sonnenlicht, sondern schaltete sozusagen in den Infrarot-Modus um. Fortan hatte man einem Teleskop eine Infrarot-Brille aufgesetzt und man sah am Sternhimmel jedes kosmische Objekt in seiner infraroten Ausstrahlung.
Von infraroter Strahlung weiß man her, dass sie von kosmischen Objekten kommen, die wie kälter sind als die Sterne und in gewissem Maße selbst Wärme produzieren. Sie haben im infrarotem Bereich einen sogenannten Überschuss, d.h. dass sie mehr Infrarotstrahlung abgeben als der Durchschnitt. Solche Kandidaten sind im Universum nun Planeten, Staubscheiben, Rote Zwergsterne oder Braune Zwerge (von den wir noch etwas lesen werden). Selbst wir Menschen strahlen diese Eigenwärme aus. Man nennt sie Körperwärme.
1983 startete man den Satelliten IRAS, der diese Technik mit der Beobachtung im infrarotem Bereich nutzte. Es dauerte nicht lange, bis der Bauer, der die Samen in den Acker pflanze, sschließlich aus dem Getreide den Sproß vom Weizen trennte und es zum Bäcker brachte, der das Brot backte: Wega. So hieß der Stern (im Sternbild Leier), der den ersten erfolgreichen Fund von IRAS war. Man fand bei ihm eine Staubscheibe. Später sollte IRAS noch weitere Funde melden wie beispielsweise bei den Sternen Formalhaut (Kleiner Fisch) und Epsilon Eridani (Eridanus).
Der IRAS-Satellit schrieb ein großes astronomische Geschichte weiter, doch das Weltraumteleskop Hubble füllte ein ganze Kapitel mit Entdeckungen. Einer dieser Entdeckungen begann im Jahr 1992. Robert O�Dell war in dieser Sache maßgebend verantwortlich.
Man richtete das Hubble Space Telescope auf bekannten Orionnebel aus. Von diesem Neben weiss man, dass dort die Entstehung von jungen Sternen sehr hoch ist. Und da es dort viele junge Sterne gibt, ist somit auch die relative Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mehrere Staubscheiben um junge Sterne im Orionnebel zu finden.
Man photographierte nun den Nebel in drei bekannten Wellenlängen. Einmal war es die Wellenlänge des Sauerstoff, dann die des Stickstoffs und zu guter des die des Kohlenstoff. Durch diese drei Wellenlängen zusammen wurden der Orionnebel nun beobachtet. Dadurch entstand später eine kombiniertes bild aus diesen Wellenlängen. Und was man das entdeckte, war schon zu erwarten, verschlug es doch die Sprache, als man die Menge zählte...
Robert O`Dell hatte gehofft, auf einige Dutzend Staubscheiben im Orionnebel zu treffen. Dass es aber aus 1*1 mindestens 150 Staubscheiben geworden sind, hatte keiner für möglich gehalten.
(Wenige dieser Proplyds kann man auch auf älteren Fotoaufnahmen erkennen, wie z. B. in Büchern oder Zeitschriften veröffentlicht sind. Das ist mir aufgefallen, als irgendwann eine alte Aufnahme vom Orionnebel betrachtet. Da ich ein Mensch bin, der jedes Detail auf Bildern und Aufnahmen genau betrachte, fiel mir einer dieser Staubscheiben im Orionnebel auf der alten Fotoaufnahme nun auf. Nun kann ich Ihnen, werte Leser schwer zeigen, welche Staubscheibe es im Orionnebel. Um es in Worte zu fassen, er lag auf der "rechten" Seite des Orionnebels - also die Seite, die entgegengesetzt dem Zentrum ist - und war mitunter die größte Staubscheibe, die als erstes auffiel. Vielleicht können auch Sie diesen kleinen Spaß miterleben: Suchen Sie sich ein paar Aufnahmen vom Orionnebel heraus, die Hubble 1992 aufnahm, und vergleichen Sie diese mit ein paar älteren Aufnahmen von Hobbyastronomen oder ähnlichem. Vielleicht entdecken sich einige wenige wieder.)
Staubscheiben, die man nun in solchen Sternentstehungsgebiet wie dem Orionnebel entdeckte an, nannte man seitdem Proplyds (engl: PROtoPLanetarY Disk = protoplanetare Scheibe). Im Laufe der zeit kannte man 3 weitere im Nebel xxx entdecken und einen im Lagunennebel in der Nähe des Sterns Herschel 76.
Bevor wir uns dem Ende dieses Kapitels widmen, das bis zum Jahr 1995 reicht, wollte ich noch einige Worte über die geschichtliche Entdeckung von Braunen Zwergen sagen.
Das erste Mal, dass man den Gedanken über solche kosmischen Objekte brachte, fand man im Buch Of Stars and Men von Harlow Shapley wieder. In diesem Buch postulierte er, dass über die Existenz solcher Objekte, dessen Masse und Größe zwischen die eines Sterns und eines Planeten liegen. Er nannte solche Geschöpfe "Liliputanersterne". 1963 erkannte Shiv Kumar, dass kosmische Objekte Mit einer Masse, die unter einer bestimmten Grenze liegen, keine Kernfusion bilden konnten. Kumar berechnete diese Masse auf 0.07 - 0.09 Sonnenmassen. In diesem unteren Grenzbereich fielen auch die Shapley`s "Liliputanersterne".
Doch der Name "Liliputanersterne" klang in der Astronomie zu kitschig. Deshalb 1973 schlug Jill Tarter den Namen "Brauner Zwerg" analog zu den existierenden Namen "Weißer Zwerg" und "Roter Zwerg" vor. Heute hat sich diese Bezeichnung "Brauner Zwerg" in der Welt längst durchgesetzt seit man die ersten Exemplare von solchen Objekten kennt.
Einer der ersten Funde ist der Braune Zwerg um den Stern HD 114762. Dieser Braune Zwerg wurde mittel der Radialgeschwindigkeitsmessung von beiden bekannten Planetenjägern David Latham und Michel Mayor entdeckt und er besitzt gerade mal eine Masse von 11 Jupitermassen. Heute ist man sich nicht ganz sicher, ob man dieses Objekt als Brauner Zwerg oder eher als Exoplanet klassifiziert. Vom aktuellen Status der Masse her, wäre es ein Exoplanet, dessen Höchstmassen bis ca. 13 Jupitermassen gehen. Doch von der Tatsache aus betrachtet, das es immer Mindestmassen sind und die tatsächliche Masse weiter höher liegen kann, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es sich hierbei vielleicht doch um einen Braunen Zwerg handelt.
1995 gelang es, dass man erstmals ein Braunen Zwerg optisch aufnehmen konnte. Dies verdankte man Shrinivas Kulkarni und seinen Kollegen, die einen Braunen Zwerg um den Stern Gliese 229 entdeckten. Später konnte Hubble sogar eine noch bessere und schärfere Aufnahme vom Braunen Zwerg um Gliese 229 machen.
Die ersten Braunen Zwerge waren nun entdeckt. Es war nun Zeit für die ersten Entdeckungen von Exoplaneten. Der ertse, der diesen Schritt unternahm war George Gatewood gewesen. Er nahm sein neues technisch-astronomisches Gerät MAP in Betrieb und machte sich mittels der Astrometrie-Methode auf der Suche nach fernen Planeten um fremde Sonnen. Sein Gerät war nämlich in der Lage sehr exakte Positionen von Sternen am Nachthimmel zu messen. 1986 zog Bob McMillian mit sein Exoplanetensuchprogramm mittels Radialgeschwindigkeitsmessungen nach.
Wie an manchen Stellen nun erwähnt wurde, war die Methode mit der Messung der Radialgeschwindigkeit die erfolgreichste Suchmethode bisher überhaupt gewesen. Das wusste man man auch schon früher, dass diese Suchmethode theoretisch - früher zumindest - die besten Ergebnisse brachte. So begannen beispielsweise 1987 Bill Cochran und Artie Hatzes mit ihrer Planetensuche, die ebenfalls auf Messung der Radialgeschwindigkeit basierte. Noch im gleichen Jahr und einem Jahr darauffolgend startete ein weiteres Team mit der gleichen Suchmethode. Es waren Geoff Marcy und Paul Butler gewesen. sschließlich schlossen sich 1994 Michel Mayor und Didier Queloz im Bunde. Und dieses letzte genannte Team brachte 1995 die Wendung...

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