Die Entdecker

In diesem Kapitel werde ich etwas über die Planetenjäger erzählen. Es sind die Menschen, die einige Jahre ihres Lebens auf der Suche nach der kosmischen Vielfalt sind und beweisen wollen, dass wir Menschen nicht allein im unendlichen Weltall sind.
Doch Alleingang bringt nicht viel, Teamgeist ist gefragt. Diese vielen Sachen, die zur Entdeckung von Exoplaneten nötig sind, kann keine Astronom allein vollrichten. Besonders dann, wenn bestimmte Vorgänge zu gleichen Zeit geschehen müssen. Dann helfen nur die Hände des Freund und des Arbeitskollegen.
Als Ausgangsbasis der gemeinschaftlichen Arbeit schloss man sich zu Organisationen, Gruppen und zu Teams zusammen. Seit der aktiven Erforschung von Exoplaneten, die 1995 begann, gibt es nun einige dieser Zusammenschlüsse. Viele sind davon leider wenig bekannt. Man kann sagen, nur ein halbes Dutzend konnte einen internationalen bekannten Ruf schrieben und in aller Munde gesprochen werden.
Beginnen wir erst einmal mit der Organisation, die den allerersten Exoplaneten 51 Pegasi 1995 entdeckte: The Geneva Extrasolar Planet Search Programmes.
Streng genommen verbirgt sich hinter diesen Begriff drei Teil-Suchprogramme. Die ersten beiden Teil-Suchprogramme des gesamten Geneva-Projekt sind aber maßgebend wichtig für die Erforschung der Exoplaneten. Beide heißen The ELODIE Northern Extrasolar Planet Search und The CORALIE Survey for Southern Extra-solar Planets und wenden die Suchmethode der Radialgeschwindigkeitsmessung an. Die Astronomen aber, die diese Teil-Suchprogramme durchführen sind im Grunde dieselben. Und zwar heißen sie Michel Mayor, Dominique Naef, Francesco Pepe, Didier Queloz, Nuno Santos und Stephane Udry.
Das The ELODIE Northern Extrasolar Planet Search wird dabei am Haute-Provence Observatorium in Frankreich durchgeführt. Man benutzt das dabei dort stehende 1.93-m Teleskop, sowie den Detektor ELODIE. Als Beobachtungsziel setzte man auf ca. 320 ausgewählte Sterne mit einer Helligkeit von maximal 7.6 mag, die sich in der nördlichen Hemisphäre befinden. Beobachtet wird dabei eine Woche lang pro Monat. Entdeckung sind in diesem Teil-Suchprogramm z. B. 51 Pegasi, 14 Herculis, HD 209458 oder Gliese 876.
Das zweite Teil-Suchprogramm - The CORALIE Survey for Southern Extra-solar Planets - wird am La Silla Observatorium in Chile durchgeführt. Hier benutzt man das Leonard Euler Swiss-Teleskop, sowie den Detektor CORALIE. Das Ziel setzt man auf ca. 1600 Sterne in der südlichen Hemisphäre. In diesem Teil-Suchprogramm gibt es keine bestimmte Grenzen für die Eigenschaften von den Sternen, die auf mögliche Exoplaneten untersucht werden. Beobachtet wird dabei in rund 200 Nächten pro Jahr. Beispiele für Entdeckungen dieses Teil-Suchprogramms sind HD 130322, HD 192263,HD 75289 und Gliese 86.
Über das zweite großangelegte Suchprogramm nah Exoplaneten, das ich vorstellen möchte, nennt sich The Anglo-Australian Planet Search oder kurz AAPS.
Bei der Anglo-Australian Planet Search handelt es dabei um ein Langzeit-Suchprogramm, das am 3.9-m Anglo-Australian Teleskop (AAT) durchgeführt wird. Für die Suche nach möglichen Exoplaneten vom Jupiter-Kaliber setzte man auf rund 200 sonnenähnliche und -nahe Sterne mit einer Helligkeit von maximal 7.5 mag. Sie benutzen dabei die bekannte und erfolgreiche Suchmethode via Messung der Radialgeschwindigkeit.
Die Mitglieder dieses Suchteam heißen übrigens R. Paul Butler, Geoff Marcy, Chris McCarthy, Hugh Jones, Chris Tinney, Alan Penny und Brad Carter.
Die ersten drei genannten Mitglieder wirken neben diesem Suchprogramm nach Exoplaneten auch an einem anderen und dem zugleich bisher erfolgreichsten Suchprogramm mit: California & Carnegie Planet Search.
Insgesamt heißen diese Mitglieder Geoff Marcy, Paul Butler, Steve Vogt, Debra Fischer, Chris McCarthy, Kevin Apps, Amy Reines, Ed Thommes, David Nidever, Mike Eiklenborg, Heather Hauser und Bernie Walp.
Für ihre Beobachtungen und Messungen benutzen sie die bekannten Teleskope Lick und Keck, die sich am Mauna Kea befinden.
Bei diesem Suchprogramm handelt es sich bis jetzt um das erfolgreichste Projekt, das es derzeit gibt. Ca. 65 % aller entdeckten Exoplaneten wurden von diesem Suchprogramm gefunden.
Natürlich gibt es noch einige kleine weitere Suchprogramme, die weniger bekannt sind bzw. noch keine Erfolge und Entdeckungen melden konnten Beispiel sind dafür The SARG Exoplanets Search von Italian Astronomical Obversatories (hat zumindest einen Exoplaneten entdeckt), The Arizona Search for Planets (ASP) von Dr. Steve Howell oder das Berlin Exoplanet Search Telescope (BEST) von H. Rauer.

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