Wenn einer etwas von einer Inklination = 15.0183� redet, weiß man oft nicht, was damit gemeint ist. Für den normalen Bürger gibt es einige fremdwörtliche, fachspezifische und kompliziert klingende Begriffe mit den er meist nichts anfangen kann. Sinn und Zweck ist es hier nun, diese Begriffe einmal für jedermann einfach zu erklären, die sich um den Eigenschaften von Exoplaneten drehen. Zur Auswahl stehen folgende Begriffe zur Verfügung:
Die Masse ist eigentlich das leichteste, was man bei den Eigenschaften der Exoplaneten definieren kann. Sie gibt nämlich an, wie schwer ein solcher Exoplanet ist. Würde man diesen Exoplanet auf eine Gewichtswaage stellen, dann könnte man seine Masse an der Anzeige ablesen.
In der Praxis bedienen sich aber die Astronomen und Planetenjäger meist mit typischen mathematischen und physikalischen Schreibkürzungen wie M jup oder M erde. Damit ist eigentlich nur eine Einheitsmasse in Erd- oder Jupitermasse gemeint. Wenn nun einer davon spricht, der Exoplanet um den Stern XYZ hat eine Masse von 4.3 M jup, dann sagt damit aus, dass dieser Exoplanet 4.3mal schwerer ist als Jupiter. Darin liegt nun auch ein Vorteil: Dann versucht diese Masse den Menschen vorstellbar zu machen. Der Jupiter hat nun eine Masse von 1899.77 x 1024 kg. Wenn der Exoplanet nun 4.3 x 1899.77 x 1024 kg hat und ein Planeten in einer Pressekonferenz sagt, er hat 8169.012 x 1024 kg, dann weiß keiner damit auf dem ersten Blick so recht anzufangen. Redet er aber von 4.3 Jupitermassen (abgekürzt als M jup), dann läutet schon bei einigen Zuhörern etwas und sie können sich darunter schon etwas vorstellen.
Die Mittlere Halbachse ist ein Element von der Bahn des Exoplaneten um seinen Zentralstern (solche Elemente nennt man Bahnelemente). Sie geben eigentlich nur die durchschnittliche Entfernung vom Exoplaneten zu seinem Zentralstern wieder.
Die Bahn eines Exoplaneten ist in der Realität nie genau kreisförmig (doof gesagt: rund). Sie hat immer eine elliptische (also eine ovale) Form. Da sie nun eine elliptische Form haben, hat es zur Folge, dass der Exoplanet einmal weiter entfernt von seinem Zentralstern steht oder aber auch etwas näher daran. Mit der Mittleren Halbachse hat nun einfach den Mittelwert zwischen der kleinsten (a) und der größten Entfernung (b) zum Zentralstern genommen. Diesen Mittelwert errechnet man einfach aus c = (a + b) / 2.
Um die Länge der Mittleren Halbachse eines Exoplaneten zu wiederzugeben, benutzen die Astronomen die Einheit AE (im Englischen heißt es AU für "astronomical unit"). Sie steht als Abkürzung für "Astronomische Einheit" und ist lediglich die Mittlere Entfernung der Erde von der Sonne. Sie ist dabei 149.6 Mio km lang. Wenn einer nun sagt, ein bestimmter Exoplanet hat einer Entfernung zu seinem Zentralstern von 2.1 AE, dann heißt es, dass er 2.1 mal weiter von seinem Zentralstern entfernt ist als die Erde von der Sonne.
Die Umlaufzeit eines Exoplaneten sagt aus, wie lange es dauert, bis ein Exoplanet seinen Zentralstern einmal vollkommen umkreist hat. Als Einheiten benutzt man üblich Tage bei Exoplaneten mit einer sehr geringen Entfernung zum Zentralstern oder Jahre bei Exoplaneten mit einer etwa weiten Entfernung.
Der Exzentrizität ist ein Maß, mit dem man beschreibt, wie elliptisch eine Bahn eines Exoplaneten ist. Dabei benutzt man alle Dezimal zahlen zwischen 0 und 1 (z. B. 0.5, 0.72, 0.038, ...). Je näher nun ein solcher Wert an 0 ist, desto kreisförmiger ist seine Bahn. Bei einem exakten Wert von 0 ist er somit genau kreisförmig. Je näher sich aber dieser Wert zur 1 tangiert, desto langgezogener wird seine elliptische Bahn. Bei einem Wert von 1 ist es eigentlich bei elliptische Bahn, sondern nur noch eine gerade und lineare Strecke. Doch dieser Wert wird es in der Praxis nie geben, denn ein komischer Körper kann nie diesen Wert erreichen, weil er durch irgendwelche gravitativen Kräften angezogen wird, die seine Bahnlage stets ändern.
Die Inklination ist das Fremdwort für "Bahnneigung". Sie gibt an, wie die Bahn eines Exoplaneten gegenüber der Ekliptik geneigt ist. Die Ekliptik ist dabei eigentlich die scheinbare Bahn der Sonne an der Himmelskugel der Erde. Würden wir diese scheinbar projizierte Bahn der Sonne auf das räumliche Sonnensystem transformieren, dann wäre die Ekliptik im Endeffekt die Grundebene des Sonnensystems, auf denen sich alle 9 Planeten in einer geneigten Bahn um die Sonne drehen.
Die Inklination ist zudem ein Winkel und als Winkelmaß benutzt man hier wie üblich Grad.
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