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Berliner Morgenpost, 27.03.02, Artikel
   

Personenbündnis für gewaltfreien 1. Mai gescheitert

Das Personenbündnis «Denk Mai Neu!» hat am Montagabend sein Fest für einen politischen und polizeifreien 1. Mai in Kreuzberg abgesagt. Grund dafür sei das Nein von Innensenator Ehrhart Körting (SPD), eine «polizeifreie Zone» zwischen Mariannen- und Lausitzer Platz zuzulassen. Dies sei die Bedingung gewesen, um die Veranstaltung zu organisieren, hieß es aus der Koordinationsgruppe des Bündnisses. «Denk Mai Neu!» wollte mit dem Konzept alle linken Gruppen zum 1. Mai vereinen und verstand sich als Alternative zur ritualisierten Gewalt-Konfrontation, wie sie alljährlich in Kreuzberg zu registrieren ist. Wie berichtet, hatten sich zuletzt auch linke Gruppen gegen das Bündnis gestellt.

Innensenator Körting zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht von der Entscheidung des Bündnisses. Seine Sprecherin Henrike Morgenstern sagte: «Sollte es sein, das sich das Personenbündnis nicht mehr in der angedachten Form engagieren will, wäre das schade. Aber wir freuen uns über jede Initiative, die sich für einen gewaltfreien 1. Mai einsetzt.»

Daran will das Personenbündnis offenbar trotz allem festhalten. Das Engagement stehe nicht in Frage. Man wolle sich nun mit kleineren, gezielteren Aktionen beteiligen, sagte Sascha Kimpel von Attac Berlin. So sind geplant: eine politische Veranstaltung, ein Aufruf an alle Kreuzberger, zum 1. Mai auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Außerdem sollen etwa 50 Beobachter zu den angemeldeten drei Demonstrationen um 13, 16 und 18 Uhr entsandt werden. sz




   





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