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Berliner Zeitung
, 26.04.02
   

Hexentanz statt Straßenkampf
In der Walpurgisnacht und am Tag der Arbeit wird in der ganzen Stadt gefeiert

Oliver Wullenweber
Es ist wieder so weit. In vier Tagen beginnt der Spuk. Im schlimmsten Fall werden erst Feuer brennen und dann Autos. Am Dienstag herrscht in Prenzlauer Berg Ausnahmezustand, in Kreuzberg einen Tag später. Doch trotz der alljährlichen Straßenkämpfe haben die Walpurgisnacht und der 1. Mai auch in diesem Jahr weit Erfreulicheres zu bieten als Pflastersteine- und Wasserwerfer.
Zum Beispiel Hexen. In der Nacht des 30. April können sie an vielen Orten um ein - hoffentlich genehmigtes - Feuer in den Mai tanzen oder durch die Stadt geistern. Die wahren Hexen aber werden sich in dieser Nacht wohl auf ihren Besen schwingen und zum Brocken fliegen. Dort soll sich angeblich der Leibhaftige mit der Schönsten von ihnen vermählen. Allerdings ist die Reise in den Harz ein Wettfliegen. Die Hexe, die als Letzte auf dem Brocken landet, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Sie wird für gewöhnlich als Opfergabe geschlachtet.
Am nächsten Morgen beginnt der "Tag der Arbeit", für die meisten ein schöner arbeitsfreier Tag. Politisch Ambitionierte kämpfen für Arbeitsplätze und Arbeitnehmerrechte. Die große DGB-Demo ist für sie folglich ein Muss. Außerdem wird es am 1. Mai (und auch zur Walpurgisnacht) eine Menge Veranstaltungen geben, für jeden Geschmack und jede Altersgruppe, ob ernsthaft, nachdenklich oder fröhlich. Wem das Angebot trotzdem nicht reicht, der kann ja auch hinaus aus der Stadt und mit dem Rad durch friedliche Brandenburger Dörfer fahren.


   







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